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bet Duft, mit dem man, das Zimmer parfümiert hat, würde mir Kopfschmerz verursachen."

Es fehlt -nur noch, daß sie mich ausfordert bte Blumen auf die Straße zu werfen", dachte der Assessor. Adi-r er beeilte sich nichtsdestoweniger, chrem Verlangen zu entsprachen. Nun erst schloß Hanna hinter sw die Thür. Mit einem kleinen Kopfschütteln wies sie den Sessel zuruck, den er für sie zurecht rückte und blieb, leicht auf die Lehne des Fauteuils gestützt, stehen:

Sie waren überrascht, mich zu sehen nicht wahr?"

"Dars ich ganz offen darauf antworten, Fräulein Shl-

würde nicht gefragt haben, wenn ich etwas anderes als Offenheit wünschte."

Nun denn, ich war jedenfalls in viel höherem Maße beglückt als überrascht, da ich mich nicht einen Augenblick im Ungewissen darüber befunden hatte, daß der Rohr­postbrief nur von Ihnen herrühren konnte."

(Fortsetzung folgt.)

Vom Monat Juni.

Juni 19 01.

(Nachdruck verboten.)

Begünstigt durch das überaus fruchtbare Wetter im Monat Mai hat die Natur in Garten, Wald und Feld fast verschwenderisch gewaltet. Freilandgemüse befinden sich unter diesen günstigen Witterungsverhältnissen in flottem Wachstum, und die Gärtnereien sind in der Lage, junge Gemüse in großen Mengen zu liefern. Der Markt ge­staltet sich täglich reicher und mannigfaltiger, und natur­gemäß geht auch die Hoffnung auf Herab geh en der Preise in Ersüllung. Unter den Gaben des Freilandes verdienen noch immer Spargel und Kohlrabi die meiste Beachtung. Tie Zeit des Spargels ist nur noch kurz, mit dem Jo­hannistage, wo an den meiüen Orten das Stechen ein­gestellt wird, fängt er an, zur Neige zu gehen. Die aus­ländischen Gemüse sind jetzt fair vollständig durch heimische ersetzt. Für italienischen Blumenkohl, der uns den Winter über aushalf, erhalten wir Erfurter und Zittauer in schneeigen weißen Rosen. Frische kräftige Karotten und junge Mohrrüben leuchten auf den Platzen in hohen Haufen, und zu dem allgemein beliebten Mischgemüse Junge Erbsen mit Mohrrüben" fehlen auch die zarten Schoten nicht, deren Kerne jetzt noch ohne Maden sind. Vorzüglich ist ein bloßes Schotengemüse nach französischer Art. Grüne Bohnen und Wachsbohnen sind kaum oder nur selten zu erlangen, die der Markt bietet, sind fremd­ländische und noch Delikatesse. Als Saisonfeinheiten sind zu nennen: Frische Tomaten und Auberginen, die vio­letten oder auch weißen Eierfrüchte, schöne Artischocken, die leider in Deutschland lange nicht den Absatz und die Be­achtung finden, wie im Süden. Kopfsalat aus dem Frei­land in sesten Köpfen ist billig, und auch Gurken kommen in erheblicheren Mengen; für Liebhaber von Gurkensalat ist jetzt die schönste Zeit. Frische Morcheln werden Anfang Juni schon selten, dafür ist der Maipilz am Markte, der sich aber nur einer geringen Wertschätzung erfreut, was schon der sehr niedrige Preis beweist. Dagegen bringt der Juni schon Proben von Pfifferlingen, diesem so sehr be­liebten Pilz und kleine Portionen von Rotkappen und Steinpilzen, die den Preis gleich den Champignons halten. Dieser in der Küche eine große Rolle spielende Pilz kommt in reichen Mengen zum Markt, da Morcheln noch zu haben, Spargel noch preiswürdig, und Krebse jetzt am besten sind, ist eine schmackhafte Schüssel zu saftig gebratenen Hühnern, Kalbs- oder Hammelskoteletts oder zu geräuchertem Lachs leicht herzustellen. Nachdem man die Morcheln gebrüht und mit kaltem Wasser gereinigt hat, werden sie in zer­lassener Butter geschmort und dann in hinzugegossener Brühe aus Liebigs Fleisch-Extrakt gekocht, die Brühe durch eine helle Mehlschwitze verdickt, dann mit Salz nnd etwas Muskatnuß gewürzt, und mit 23 Eigelb abgezogen. Während dieser Zeit wird ans gekochten Krebsen, denen man Schwänze und Scheren ansgebrochen, Krebsbutter bereitet; gleichzeitig wird geputzter und in Stückchen geschnittener Spargel im Salzwasser mit etwas Butter weichgekocht,

und beim Anrichten derselbe in die Mitte der Schüssel gegeben, während man die Morcheln mit der Sauce herum garniert und das Ganze mit Krebsbutter beträufelt. Von Würzkräutern sehen wir: jungen Sellerie, Schnittlauch, Zwiebelröhrchen, frisches Bohnenkraut, stark duftenden Dill, der zu Fischsaucen obenan steht, und Estragon, der gerade jetzt am duftigsten ist. Die Früchte des Monats sind Kirschen, die, erfreuliche begünstigt durch' die Witterung, in verschiedenen Frühsorten vertreten sind. Bevorzugt werden immer noch die französischen Kirschen. Garten- und Wald­erdbeeren sind in den Delikateß- und Marktgeschäften, doch ürchtet man deren hohe Preise. Es wird eine geringe Erd­beerernte für dieses Jahr prophezeit, der trockene, schnee- lose Frost im Januar hat allenthalben großen Schaden anqerichtet, und sollen gleich anderen viele Erdbeerpflanzen vernichtet sein. Der Wald sendet schon die ersten Blau­beeren. Rhabarber und Stachelbeeren zum Einlegen wie znm Kompott sind> vertreten, beide zusammen giebt ebenfalls ein gutes Kompott. Tie Handlungen bieten heimische Pfir­siche, Ananas, Weintrauben, italienische Aprikosen oder Ma­rillen genannt, Magdalenenbirnen, Reineclauden und die ersten Aepfel.

Ueber junges Geflügel kann die Küche im Juni in reicher Wahl verfügen. Auf dem Geflügelmarkt schnattert und piept jetzt täglich eine fröhliche junge Brut von fungeu Enten und Gänschen, wohlgenährten Hühnchen und Hähn­chen, vorzüglichen Tauben, dem Wappenvogel der Venus. In der Zeit der grünen jungen Erbsen stehen gebratene junge Tauben bei den Gastronomen in hohem Ansehen. Die sauber gerupften, auf brennenden Spiritus abgesengten Tauben werden ausgenommen, rein gewaschen und bis zum nächsten Tage aufbewahrt. Vor dem Braten werden sie nochmals ausgewaschen, inwendig mit Salz ausgerreben, 5oerz und Leber hineingesteckt und zugerichtet. Nachdem man die Tauben dicht nebeneinander in eine Bratpfanne gelegt hat, begießt man sie mit dickem saurem Rahm, streur ein wenig Salz und geriebene Semmel darüber, stellt otc Pfanne in einen gut geheizten Bratofen und schmort die Tauben unter öfterem Begießen mit dem Rahm in einer halben Stunde gar und braun. Nachdem sie angerichtet sind, kocht man mit Bouillon aus 5 Gramm Liebigs Fleisch- Extrakt die Sauce in der Pfanne, reibt sie durch ein feines Sieb, füllt auf jede Taube einen Eßlöffel voll und reicht die übrige nebenher. Es gilt dies nicht nur von den Haustauben, sondern auch von den verschiedenen Wild­tauben. Tie Handlungen bieten gutes Hamburger Mast­geflügel, Wnie junge ungarische Hühner, Brüsseler Mast­hühner usw.'^Ter einzige Vertreter sür Wildbret ist immer noch das Reh, das hochgeschätzte Damwild kommt leider nur vereinzelt, ebenso ab und zu einige Wildgänse. Das Fleisch der jungen Wildgänse ist außerordentlich schmack- hast, das der alten zäh und trocken. Wildgänse dürfen, wie Wildenten, nur einige Tage abhängen.

Als Ersatz für die Auswahl an Wildpret ist der Flsch- markt dafür viel besser versorgt, da die Laichschonzeit auf­gehört hat. Vornehmlich bietet der Markt Hechte, Zander, Schleie, Stör, Bleie und Aale. Da die Wetterkundigen einen gewitterreichen Sommer prophezeien, so ist auf reichen Aalfang zu rechnen, da Gewittertage stets reichen Fang dieses Fisches ergeben. Sehr gut sind im Juni Fellchen, die im Bodensee vorkommen und frisch, eingesalzen und eingelegt verschickt werden. Ostseelachs bleibt noch an­haltend hoch im Preise, mit der stark betriebenen Fischerei auf Butterlachs scheint viel gesündigt worden zu sein. Von Seesischen ist gut: Steinbutt, Seezunge und die billige Scholle. Aus dem Mittelmeer kommen Rotbärte auf den Markt und finden vielen Beifall. Krebse sind jetzt am besten und in verschiedenen Größen reichlich vorrätig. Ganz besonders berühmt ist der Oderkrebs. Matjes­heringe von frischem Fang sind sehr schmackhaft.

Der Zwingherr.

Roman von Gustav Johannes Krauß. Preis geh. Mk. 4, geb. Mk. 5. Berlin, Alfred Schall, Königliche Hof­buchhandlung. Verein der Bücherfreunde.

Unsere Besprechung von Krauß, Des Meisters Ende, schloß mit den Worten:Der Verfasser hat das Beste