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Vaterlandes gemieden und verachtet. Diese deutschtümliche Gesinnung benutzten nun unsere Gelehrten, um unsere Sprache, ' durch °dic Frankenherrschaft mit einer Menge fremder Laute „geschmückt", zu reinigen, sie in ihrer ursprünglichen Einfachheit und Klarheit wieder herzustellen. Abermals vereinigte man sich in fast allen bedeutenden Städten der Nation zu Gesellschaften und wirkte eingedenk des Wortes: „Eintracht giebt Macht" durch die Schrift aus das Volk, welches sich jetzt mehr als je geistig zu entwickeln begann. In dieser Weise wirkte auch! der von Grotefend im Jahre 1817 errichtete Gelehrtenverein zu Frankfurt a. M., welchem die bedeutendsten Männer angehörten, unter ihnen Jakob Grimm.
Von jener Zeit an hat die Verbesserung und Veredelung unserer Sprache nicht aufgehört, für die Gelehrten , und Schriftsteller ein Gegenstand von besonderer Wichtigkeit zu sein, wenn schpn, was die Sprache allein betrifft, viele unserer „Ueber"-Schiriftstekler oft weniger erfolgreiche in der Erreichung dieses Zieles sind, und wenn schon, was die Sitte betrifft, in vielen Salons und in so manchem Hause des Vornehmen recht fleißig noch heute in Französisch „konversiert" wird.
Haben sich nun viele Männer den Dank ihres Vaterlandes erworben, so muß es die Seele jedes gebildeten Deutschen mit tiefem Weh erfüllen, zu sehen, wie hartnäckig sich das Unwesen der fremdländischen Brocken in unserer Sprache erhalten hat. Man ist nicht im stände, auch nur eine Seite zu lesen, ohne auf eine Menge von fremden Wörtern zu stoßen. Am meisten aber findet man dieses Sprachengemengsel in der Tageslitteratur; gerade darin kommt es einem vor, als sei dieses Kauderwelsch ein^Hohn auf die nationalen Bestrebungen der Gegenwart, eine Spottschrift auf den geistigen Aufschwung der Nation. Auch viele Redakteure von Zeitungen übersehen die größte aller Rücksichten, die-Rücksicht auf die reine deutsche Sprache, wie sie das Volk kennt und spricht.
Oder ist die deutsche Sprache so wortarm, baß, wir unsere Zuflucht zu den Fremden nehmen mußten? Tausend mal nein! Ein eingebürgerter Mißbrauch ift's, falscher Eitelkeit und Bequemlichkeitsliebe entsprungen. Das Nachäffen des Fremden ist dem Deutschen zur zweiten Natur geworden.
Tie Minister mehrerer Staaten haben in letzter Zeit ihre Unterbehörden zu wiederholten Malen darauf auf- inerksam gemacht, bei amtlichen Ausfertigungen und sonstigen Abfassungen sich womöglich der fremden Ausdrücke zu ent-^ halten, durch Allerhöchste Verfügung hat der Deutsche Kaiser selbst ein schönes Beispiel in der — wenn auch vorläufig nur teilweisen — Ausmerzung französischer Worte gegeben, — — dessen ungeachtet aber wimmelt es noch allerorten von französischen Brocken und sogenanntem „Advokaten-Latein", das, um es zu verstehen, ein eigenes grammatikalisches Studium nötig macht.
Wir Deutschen werden uns nicht eher die volle Achi- tung des Auslandes erwerben, bis wir uns durch uns selbst, durch deutsches Wesen, durch unsere angeborene, hell und schön klingende Sprache achten gelernt haben, — mit einem Wort: daß wir einen Wert legen auf das, was uns eigentümlich ist, was uns national macht. Der Engländer und der Franzose leben jahrelang in unserer Mitte, beide hören nicht auf, Engländer oder Franzose zu sein, jeder hält an seinen Sitten und an seiner Sprache fest. Halten wir also auch fest an unserer Sprache und au unseren Sitten! •
Das neue Deutsche Reich, steht in geistigcr u n d p o l i t i s ch e r Beziehung auf einer Bild- ungsstufe, die dem Aus lande Bewunderung einflößen muß; es ist eine ernste Pflicht, sich diese Achtu n g zu erhalten, und das kann nur gescheh en, wenn sich! der Deutsche sowohl im Charakter als in der Fe st Haltung an der Sprache,in der Bewahrung Verdeutschen Ehrlich leit und Treue zeigt; zuvörderst haben wir also unser Augenmerk auf die Reinheit unserer Sprache zu richten.
Gemernnützige».
Beseitigung des Schimmelns der Korke bei Weinflaschen. Die Schfmmelbildung unter den Flaschpn- kapseln hat meist ihren Grund darin, daß dieselben aufgesetzt werden, ohne die Oberfläche des Flaschenkorkes vorher gehörig abtrocknen zu lassen. Auch mag es Vorkommen, daß die Korke nicht gut schließen und der Wein beim Lagern durchsickert. Vermöge der porösen- Beschaffenheit teilt sich nun der Schimmelgeschmack und Geruch dem Weine mit, und werden daher ost teure und sonst gute Weine unbrauchbar und wertlos. Es ist darauf zu achten, daß die Korke vor der Verkapselung der Flaschen gehörig an der Oberfläche abgetrocknet sind, auch ist der Flaschenhals und der Flaschenrand vorher stets sorgfältig mit einem Tuche abzuwischen, uni Unreinlichkeiten zu beseitigen, die Schimmel- bildung begünstigen könnten. Ein gutes Mittel, um das Durchsickern des Weines zu verhüten, ist em Bestreichen der Korkoberfläche vor dem Verkapseln Mit einem dünnflüssigen, schnelltrocknenden Weingeistlack. Zu diesem Zwecke löit man gewöhnlichen Schellack in 96 prozentigem Weingeist auf und verwahrt diese Lösung in gut verkorkten
Flaschem (Prakt. Wegw., Würzbg.)
Iseld und Karten.
B ep f l a n z u n g s p l än e für V o r g är te n. Das Bepflanzen und Plänemachen für den Vorgarten macht manche Sorge, zumal der Borgarten ja nicht immer demselben Zwecke dient. Bei dem einen soll er ein Erholungsplatz mit Laube und chattendem Gebüsch sein, bei dem anderen dazu dienen, des Hauses Ansehen zu heben. Diesen beiden Anforderungen entsprechend muß der Vorgarten besonders behandelt werden. Niedliche Pläne zur Bepflanzung von Vorgärtchen finden wir in Nr. 4 der „Erfurter Führers im Gartenbau , welche unseren Abonnenten kostenfrei zur Verfügung steht, wenn wenn sie sich mittels Postkarte nach Erfurt wenden.
Lttterarische».
Deutsche Hiebfechtschule für Korb- und Glockmrapier. Herausgegeben vom Verein deutscher Universitätsfechtmeister. Zweite Auflage. Mit 64 Abbildungen. In Originalleinenband 1 Mik. o0 Pfg. Verlag von I. I. Weber in Leipzig.
Der Verein deutscher Fechtmeister verfolgt mit der Herausgabe dieses Buches den Zweck, den Schülern und Fechtlehrern an den Universitäten, Schulen und Turnanstalten eine einheitliche, auf mathematischen Munv- lagen beruhende tziebfechtschule in die Hand zu geben und sie gle-chMig zu ersuchen, sich einer Methode anzuschließen, welche von Fechtlehrern faf sämtlicher deutschen Universitäten gewissenhaft durchberaten und festgestE worden ist. In gleicher Weise hat der genannte Verein auch eine deulfche Stoßfechtschule nach Kreußlerschen Grundsätzen zusammengestellt und herausgegeben, welche in demselben Verlag erschienen ist. Eine prächtige • - gänzung der Hieb- und der Stoßfechtschule ist das gleichfalls ,m Verlag von I. I. Weber erschienene Duellbuch von Hans Kufahl und Schmied- Kowarzik, das Aufschluß über alles auf den Zweikampf Bezügliche, eine Geschichte der Studentenmensuren, die Duellgesetze aller Länder und den Paukcomment giebt.
Skataufgabe.
Nachdruck verboten.
(a b c d die vier Farben; A Aß; K König; D Dame, Ober;
B Bube, Wenzel, Unter; V N 8 die drei Spieler.)
V hielt bis aufgedeckten Null, muß aber passen, da M, der Mittelhandspieler, auf folgende Karte Großspiel ansagt:
a, b, cB; aA, 9; bA, K; cA; dA, D.
M verliert das Spiel, und zwar kommen die Gegner auf 60, wenn auf bK kein Stich ab gehl, sonst kommen sie auf 70. Im Skat lagen cK und D.
Auflösung in nächster Nummer.
Auflösung des Gleichklangs in vor. Nr.: Bruch.
«rdsktion: 8. Burkhardt. — »ntil und Bering der Brühl'scheu Uxitzersttttr-Wrich. und 6tde>ea(tod (Pietsch Erbe») iw Met«-


