16 -

ein wirksames Mittel, das zu verhindern. Nach etwas, die Dienerin, die Sie entließ, ist meine Frau; sie ist das emzrge Wesen im Hause außer uns. Sie brauchen daher -6hren Atem nicht zu vergeuden, indem Sie schreien, ver­stehen Sie?"

Er schwieg, und ich blieb meinen eigenen Gedanken überlassen. Welcher Art sie waren, können Sie sich vor­stellen. Ich hatte es' natürlich mit einem Wahnsinnigen zu thun, darüber war kein Zweifel.

Ich hatte etwas über eine Stunde, um über die sehr schwache Lebenschance nachzudenken; denn wer gab mir die Gewißheit, daß er sein Wort halten würde, falls unser Spiel des Zufalls zu meinen Gunsten ausfiel? Da war ich wirklich in eine nette Klemme geraten. Verschiedene Fluchtgedanken gingen durch mein verwirrtes Hirn nur war ein Entweichen unausführbar bei dieser scharfen Be­wachung. Einmal dachte ich in der That einen Schritt nach der Thür zu machen, aber die kalte glänzende Mündung des Revolvers ließ es nicht zu.

Sechs Uhr. Der kleine goldene Zeiger auf dem Ziffer­blatt gab die Stunde an. Dreiviertel Stunden vor der Entscheidung. Nun schlugs viertel, dann halb, ich dachte an Duckenson und das Theater. Noch saßen wir uns Auge in Auge gegenüber; er unbeweglich, gleich einer Sphinx. Ich ängstlich auf einen Ton lauschend, der die L.hür zur Flucht öffnen möchte.

. Wenn es zum äußersten käme, war ich entschlossen, auf irgend eine Weise mein Leben zu verfechten. Ich wollte nicht hier sitzen und abgethan werden wie ein Hund. Noch 15 Minuten sieben. Beim letzten Schlag fiel das schweigen, er stand auf. Mein Hut lag auf einem Nebentische, sorgfältig maß er zwei Stücke Papier von glercher Größe ab, schrieb darauf mit fester Hand und that sie hinein.

Jetzt lassen Sie uns unser Spiel mit Frau Fortuna aufnehmen, Mr. Deuchars; ich lade Sie zum Ziehen ein. Wenn sie Sie begünstigt, sehr gut, wenn ich als Sieger hervorgehe" ---

Ein lautes Pochen an der Thür unterbrach ihn Er wurde ärgerlich und hielt mir den Hut hin. Aber ich yatte den Ton einer Stimme vernommen, die ich kannte Ich stürzte zum Fenster und schrie mit aller mir zu Gebote stehenden Kraft:Jack zu Hilfe, Jack!"

Er hob den Revolver aber ich war bei ihm, bevor er den Hahn spannen konnte und packte ihn mit meinen Armen Wie rasend kämpfte er, um sich frei zu machen, aber ich hing gleich dem grimmen Tod an ihm, bis Jack Alberth und ein anderer Mann in das Zimmer einbracken.. Barrands feiner Plan war vereitelt Er sah es ein und hatte das richtige Gefühl, sich in Ruhe darein zu eraeben. Ihr günstiges Tazwischentreten war auf folgende Weise zu stände gekommen. Jack begab sich, wie verabredet, in den Klub, und hier wurde ihm meine Mit­teilung richtig abgeliefert. Er dachte sich nichts dabei und begab sich zur bestimmten Zeit ins Theater, aber als die Zeit verstrich und ich nicht anlangte, fing er an, such zu beunruhigen. Dann, als er nach etwas in die Lasche griff, zog er zufällig meine Notiz mit hervor. Dies­mal war er überrascht, auf der Rückseite etwas geschrieben zu sehen, das er vorher nicht bemerkt hatte. Es war die Karte, die ich im Couvert erhalten hatte. In der Hast des Augenblicks hatte ich diese an Stelle meiner eigenen benutzt.- Er beeilte sich, mich aufzusuchen; denn er wußte, daß mich nur ein Unfall vom Theater fernhalten konnte. Klugerweise hatte er einen Gefährten mit sich genommen. Ein oder zwei Tage später hörte ich, daß Barrands Ver­stand sich vollkommen verwirrt hätte, und daß man ihn in eine Irrenanstalt überführt hätte. Max Deuchars.

Gemeinnütziges.

FensterscheibenvonOelfarbenzureinigen. Um Spritzflecke von Oelfarben zu entfernen, welche beim Streichen einer Fassade an den Fensterscheiben entstanden und bereits aufgetrocknet sind, genügen Terpentin und Soda

nicht. Zu empfehlen ist hierzu Seife. Namentlich werden alle Oelfarben durch sogenannte Schmierseife (schwarze Seife), welche man darauf streicht und mehrere Stunden stehen läßt, aufgelöst. Man wendet dieses Mittel auch mit Vorteil an, um Pinsel, welche in Oelfarbe hart ge­worden sind, aufznweichen, worauf man sie rein aus­spülen kann. Die Anwendung anderer scharfer oder ätzender Mittel, wie Pottasche und Kalk, ist bei Glas nicht ratsam weil dasselbe dadurch leicht blind wird.

LiLter'sHS'Lsehss.

Neueste Erfindungen nnd Eefahrnngen" auf den «e- bieien der praktischen Technik, der Elektrotechnik, der Gewerbe, Industrie Chemie der Land- und Hauswirtschaft -c. XXVIII. Jahrgang (A. H«rt- lebens Verlag in W,eu) Pränumerationspreis ganstährig 13 Hefte frank» 7 M. 50. Pf Einzelne Hefte 60 Pf. in Briefmarken.

.. Diese Zeitschrift dient ausschließlich der Praxis. Ihre Mittcilnnqen die sich über alle Berufsarten verbreiten, bestehen in praktischen, zuverläs­sigen und leicht ausführbaren Anweisungen, Arbeitsverbesserunqeu und Neuerungen auf technischem itub industriellem Gebiete. Besonders wert­voll sind die zahlreichen Anweisungen zu neuen lohnenden, Ermerbsarten. Aus der Fülle des Inhalts des ersten Heftes vom achtundzwanziasten Jahrgänge feien besonders folgende Artikel hervorgehoben:

Praktische Fortschritte -n der Färberei mit künstlich erzeugten organ­ischen Farbstoff,n auf der Pariser Weltausstellung Par.s »900. @ela= tine-Trockenplaiten. Entfernung der Theerfarbeuflecken von der Haut Neuer Hefetriebk aft Untersuchungs Apparat. Praktische Anleitung zur einfachen Darstellung von Klebeleim aus Knochenleim. Nutzbare Verwendung des Eisschmelzwassers. Welcher Momentverschluß ist w wäblen, und wie hält man ihn leistungsfähig? Weshalb müssen pneu- matifdje Reisen fest aufgepumpt werden? - Verfahren zur Trockenlegung feucht-r Wände. Neues Verfahren zur Herstellung farbig erscheinender photographischer Bilder. Wass-rdichte Beschuhungen. Fenster ohne besonderen Rahmen für Eisenbahn Personenwagen. Sohlenichutzmittel Neues künstliches Poliermiltel. P,attische Erfahrungen üb r Sicca- tive. Prakt sche Anleitung zunr Aufpassen von Sältstn. Schnell­telegraphie von Polak uni) Virig. Praktische Anleitung zur Reparatur von Elementen. Der Motor der Automobilwaqen. N-ues Verfahren zu: Herftelli^ig von Branntwein aus Getreide, Rüben und bergt., welcher Bent aus Früchten erzeugten Branntwein gleichwertig ist. Erfahr­ungen aus der Alkohol Fabrikation. Praktische Erfahrungen in der Reinigung und im Waschen schniutziger Putzlappen. N,uer Gär Apparat zur Prüfung der Mstch auf ihre Braiichbarkeil zur Käs,-Fabrikalion Herstellung eines an Malto'e und Diastase reichen Matzextiaktes Bezng gu-llen für Maschinen, Apparate und Maierml'en. - Nue Labor a- toriumsmethode für kontinuierliche und gleichförm ge Erzeugung von Ace­tylen und für feine Reinigung. Das Ozon als Anlisepticum. P.ak- üsche Erfahiungen über die chemische Einwirkung von Petroleum, Rüböl, sowie Essigsäure auf die techniich wichtigsten Metalle und ihre Legierung aen. U berwinteiung von Dahlienknollen. Einfluß der Oelkuchen- Fütlerung auf die Butter. Einwinterung der Butter. Herst, llung von Kidledeicreme Heistellung von oxyd ertem Silber. Austnch salpeterhaltige Wände. Dauerhafter Hausanstrich. -- Herstellung von aromatischer Watte. Kleinere Mitteilungen. Neuigkri-eu vom Bücherma kte. Eingegangene Bücher und Broschüren. Neue Er­scheinungen auf bi tu Patent«, bi-te. Hauswirtschaitiich r Büchermarkt. Techn'fch-bygie isch. c Feuilleton Technisch,physikalnches Feuilleton. Mitteilungen aus unserem Leseikreise. Kalenber-Litteratuc. Fra ge­kästen. Beantwoitungen. Briefkasten.

Dieneuesten Erfindungen und Erfahrungen", welche nunmehr den XXVIII. Jahrgang beginnen, bieten jedermann, insbesondere dem Techntler und Industriellen, die Mittel, alle neuen Erscheinungen und alle wertvollen praknscheu Erungenfchaften kennen zu lernen, und so zu verstehen, daß er sie in seinem Geschäfte sofort verwerten kann und dem­zufolge immer auf der Höhe der Zeit ftefc. Hunderte von Fragen anä allen Berufsfächern finden in dieser Zeitschrift praktische und kostenlose Beantwortung.

Kapselrätsel.

Nachdruck verboten.

In nachstehenden Wörtern find der Reihe nach die einzelnen Silben eines Wortes versteckt, das eine mit jedem Jahreswechsel wiederkehreude Erscheinung bezeichnet.

Neunaugen Friihjahrsmode Grausamkeit Stundenplan Galanterie Wittenberg. (.

Auflösung folgt in nächster Nummer.

Auflösung des ErgäuzunifSiätsels in voriger Nummer: Slsyl, ©ave, Stern, Spund, Zisch Sylvesterpuusch.

Redaktion: ®. Burkhardt. Druck und «erlag der Brühl'schen UniverfitätS-Buch. und Steindruckerei (Pietsch Erben) in Gieße«.