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königliche Persönlichkeiten in dieser Hinsicht nachgeeifert. Ludwig XVIII. pflegte eigenhändig trnsses a la puree d'ortolans herzustellen, wobei ihm der Duc d'Escars hals. Madame de Maintenon soll cotelettes a la Maintenon erfunden und Liqueure zum Tröste des Großen Monarchien eingesührt haben; der Kardinal Richelieu ist für die Mayonnaisensauce verantwortlich. —
Wenn wir uns nach England wenden, so finden wir wenig Berichte über die Nahrung der alten Briten; aber man weiß, daß sie in Rinde eingewickeltes Hammelfleisch schmorten und brieten, und Diodor erzählt, daß sie Korn pflückten und es im Mörser zu Brei zerstampften. Julius Cäsar spricht von ihrem Milchperbrauch. Die Sachsen und Dänen machten fiH nichts aus seinem Essen, waren iaber große Trinker. Hardicanut, der von 1039 bis 1042 herrschte, starb thatsächlich durch übermäßiges Trinken auf einem Schmause in Lambeth. Dieser König stellte die neue Regelung von vier täglichen Mahlzeiten auf, und war offenbar den Tafelsreuden mehr 'ergeben, als seine Landsleute, da „er niemals in zwei Mahlzeiten gleiches Fleisch auftragen ließ, und täglich Abwechselung in reicher Fülle herrschte".
Die Normannen brachten den ersten Schimmer wirklicher Kochkunst nach England; das Volk lernte von seinen Eroberern die Bereitung schmackhafter Schmorbraten und Suppen. Die Anwendung von Butter war noch unbekannt; man verwendete Oel und Speck. Walsischsleisch, am Spieße gebraten oder mit Erbsen gekocht, war ein beliebtes Gericht des 11. Jahrhunderts; auch den Tümmler betrachtete man als Delikatesse, wenn er ganz gekocht und mit Mostrich gegessen wurde. Hazlitt erzählt, der Kardinal Wolsey habe 1509 ein großes Bankett gegeben, bei welchem 40 Tümmler, jeder zu etwa acht.'Schilling, ausgetragen wurden; aber die Beliebtheit dieses Fisches nahm ab, und zur Zeit Jacobs I. „verschmähten ihn selbst die Hunde".
Ein Manuskript in der Bibliothek der Royal Society enthält einige sonderbare Rezepte, und da sie vor rund 500 Jahren entstanden sind, wollen wir hier eines als Beispiel anführen: „Jngwersauce: Man nehme schönes Weißbrot, entferne die Kruste und weiche die Krume in Essig ein, reibe sie und ziehe sie durch einen Durchschlag, mit Essig und Jngwerpulver und Warmbier und trage sie auf." —
Aus derselben Zeit stammt ein sehr wertvolles altes Kochbuch „The Forme of Eury", das die Küche Richards II. behandelt. Es besteht aus einer Pergamentrolle mit 196 Rezepten. Die Widmung, wenn man sie so nennen kann, lautet folgendermaßen: „Die Forme of Eury wurde von dem Oberküchenmeister König Richards II., König von England, des besten und wahrhaftesten Gourmands unter allen Königen verfaßt. Erstlich lehrt sie einen Mann, gewöhnliche Suppen und gewöhnliche Hausmannsgerichte bereiten, so wie sie gemacht werden müssen, kräftig und heilsam." Zwei Auszüge aus dieser Sammlung müssen genügen: „Milchkuchen. Nimm Dickmilch und presse die Molken heraus; dazu Eiweiß von einigen Eiern. Backe sie in der Pfanne. Thue Zucker dazu und darauf, und serviere." — „Kleine Pasteten. Nimm Mark und zerkleinere es roh. Jngwerpulver, Gelbeier, gehackte Datteln, Rosinen, etwas Salz, ünd sieh zu, daß Du Deinen Brei Mit Eidottern machst und daß! fein Wasser dazukommt; forme die Pastete und Mache sie fertig."
An den Tafeln der Könige und Edlen scheint außerordentliche Verschwendung geherrscht zu haben. Wir lesen von 30000 Gerichten zum Hochzeitsschmaus Richards, des Bruders Heinrichs III.; die 'Inthronisation eines Erzbischofs Neville wurde durch ein /Bankett gefeiert, welches u. a. 3000 Geleegerichte, 2000 heiße Eierspeisen, 400 Schwäne, 103 Schweine, 6 wilde Bullen und 103 Ochsen aufwies. Gewiß ein reichliches und kräftiges Menu.
Die Kunst der Ausarbeitung muß in jener Zeit riesige Fortschritte gemacht haben; denn wir finden, daß manchmal Gerichte folgender Art serviert wurden: „ein Bild der heiligen Katharina mit 'einem Buche, mit den Doktoren disputierend", „ein mit seinen Jungen im Neste sitzender Pelikan", und „ein inmitten von Eierrahm aus
Gelee errichtetes Schloß, in welchem ein Dämon einen Doktor in grünem Gewand und einer Mütze mit frommer lateinischer Inschrift auf eine Kanzel bringt".
Ein beliebtes Gericht bei den Abendgesellschaften des wilden Prinzen Hal (Harry) war Pondorrage, ein Gemisch von Rebhuhn, Schweinefleisch und Eidottern, das erst gekocht und dann in Teig geröstet wurde. Dann zerlegte man es in kleine Klumpen von der Größe und Form von Aepselu wud färbte dieselben je nach Geschmack. Es möge erwähnt werden, daß zu jener Zeit Schweinefleisch viel gegessen wurde; int Verhältnis zu anderen Fleischarteu wie 3 zu 1.
Gepökeltes Pferdefleisch betrachtete man als geeignetes Gericht sür ein Bankett zur Zeit der Elisabeth, und wir können wohl glauben, daß diese Delikatesse in einem Buche erwähnt wurde, welches in London 1590 unter folgendem Titel erschien: „Eine kurze Aufdeckung der Schäden, denen unser Reich durch unordentliche und ungesetzliche Diät unterworfen ist".
Den Kaffee führte um 1641 ein kretischer Student am Balliol College in Oxford ein; einige Jahre später wurde in der Stadt ein Kafseeladen eröffnet. Lord Bacon hatte von ihm gehört als von „einem türkischen Trank, schwarz wie Ruß, von starkem Geruch, pulverisiert zu genießen!" Fruchteis kam nach Frankreich hurch Italien im Gefolge von Maria de Medici; den Gebrauch von Gewürzen verdanken wir den Venetianern, welche sie aus dem Orient einsührten.
Kaffee und Eis bilden einett passenden Schluß für diese kurze Plauderei über die Geschichte einer Kunst, mit der unser Wohlbefinden so eng verknüpft ist. Große Vertreter der Kunst sind leider jetzt ebenso selten, wie sie es stets waren, und das Angebot bleibt weit hinter der Nachfrage zurück. _____________
Literarisches.
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Kreuzrätsel.
Nachdruck verboten.
In die Felder nebenstehender Figur sind die Bllch- stabeu aaaa, cccc, ee e e e e e e, g g, h h, i, k k, l l l, n n n n n n, p p p p, r r, s s s s, t t, w derart einzutragen, daß die wagerechten und senkrechten Reihen gleichlautend Folgendes ergeben:
1. Belgische Stadt.
2. Etwas, was der Maler braucht.
3. Muntere Vögel. Auflösung in nächster Nummer.
Auflösung des Logogriphs in voriger Nummer: E Korn — Born.
Sebaftien: t. »nrktzarbt. — »ruck un» Verlag der Brüvl'schm UntSersttäts.Bnch. und Stetndrockerei (Pietsch erben) in •ieira


