Man wird die Wichtigkeit letztgenannter Einrichtung ohne weiteres erkennen, wenn man sich vergegenwärtigt, daß die Arbeit der Müllverbrennung naturgemäß konti­nuierlich ist, da volle Wagen jeden Augenblick eintreffen und ihr Inhalt ohne Aufschub in die Oesen befördert wer­den muß. Deshalb wird auch in den Tagesstunden in den Kesseln Dampf erzeugt, welcher erst später für den Betrieb der Dynamomaschinen zur Beleuchtung des Kirchspiels An­wendung findet.

Shoreditch ist von allen Bezirken Londons am dich­testen bevölkert; es bedeckt eine Quadratmeile und gewährt nicht weniger als 124 000 Personen Wohnsitz. Das ist ein Versuchsfeld, auf welchem jede elektrische Gesellschaft mit Wonne ihr eigenes System erprobt hätte. Aber zum besten der Bevölkerung hat sich das Kirchspiel das Beleuchtungs­monopol Vorbehalten. Es ist in der Lage, das Licht einer Lampe von acht Normalkerzen Stärke während sechs Stunden für einen Penny abzugeben. Dies ist fürwahr eine Wohlthat für einen Stadtteil, dessen Bewohner in der Mehrzahl dem Arbeiterstande angehören; denn Shore­ditch ist der Sitz der Möbelindustrie, und nahezu jedes Haus ist eine kleine Fabrik.

Ueberdies liefert das Kirchspiel am Tage Strom zum Treiben kleiner Maschinen, und zwar zu einem sehr mäßigen Preise.

Gegenwärtig stehen bereits mit diesem ausgedehnten Unternehmen, welches 70 000 Pfund gekostet hat, Bäder und Waschhäuser, eine öffentliche Bibliothek und eintech­nisches Institut" in Verbindung. Man sieht also, Shore­ditch! thut nicht wenig, das Wohlsein seiner Bewohner zu fördern. Aber weit über die Grenzen dieses Kirchspiels hinaus dürften jene Anlagen, welche den widrigen Inhalt der Müllkästen in strahlendes Licht verwandeln, das leb­hafteste Interesse der gebildeten Welt erregen und die Verwaltungen der Großstädte zur Nacheiferung ermuntern.

GeineinnÄtziges.

Es ist eine nicht zu verkennende Thatsache, daß bei der Anlage von Haus- und Villengärten noch sehr gesündigt wird. Plan- und ziellos werden einige Wege ausgeschaufelt, die Grenzen des Grundstückes werden schablonenmäßig zugepflanzt, das übrige wird eingefäet einige mehr oder weniger passende Blumenbeete werden angelegt und der Durchschnittsgarten ist fertig. Man kann aber schon aus kleinem Raum unter beschränkten Ver­hältnissen einen hübschen Hausgarten schaffen, in dem nicht Planlosigkeit und Willkür herrschen, sondern der das Walten eines ordnenden, denkenden Geistes verrät. In seiner soeben erschienenen Nummer zeigt der praktische Ratgeber im Obst- und Gartenbau an der Hand zweier Pläne, nach welchen Gesichtspunkten die Anlage derartiger Gärten zu erfolgen hat. Er weist darauf hin, daß kleine Gärten in den meisten Fällen regelmäßig anzulegen sind und daß das Gebäude die einzig richtige Grundlage ab- giebt, an die sich die Gartenanlage anschließt. Man möge doch endlich aus die verschnörkelten und verschlungenen Wege verzichten und zu einer ruhigen, vornehmen Wege­führung zurückkommen. Wer sich für die Sache interessiert, lasse sich die reichillustrierte Nummer vom Geschäftsamte zuschicken. ______

Litterarischer.

Da- Buschobst. Schnell lohnende Obstzuchst nach vereinfachtem Verfahren von Johannes Büttner, Chefredakteur des Praktischen Ratgebers im Obst- und Gartenbau. 2 verbesserte Auflage 122 Seiten, 62 Abbildungen. Verlag von Trowitzsch und Sohn in Frankfurt a. d. Oder. Preis brochiert 1,80 Mk. Herr Di*. E. S. Zürn, Dozent für Obst- und Gartenbau am landwirtschaftlichen UnivcrsitätSinstitut in Leipzig schreibt über die erste Auflage in der Leipziger Zeitung:Wir können nach eingehendem Studium vorliegenden Buches sein Erscheinen nur mit Freuden begrüßen, den ausgezeichneten und ungemein instruktiven Ausführungen seines Verfassers, ganz besonders denen auf Seite 18. voll und ganz beipflichten. Wenn man fast alltäglich zu beobachten Gelegen- heit hat, wie wenig in unseren Obstgärten ein korekter Baumschnit ver­standen und ausgeübt wird, und welche ungezählten Mengen dauernd

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unfruchtbarer Obstbaumhochstämme die Gärten füllen, dann muß Man für eine Obstgchölzkulturart, wie die obige, stch erwärmen und ehr eine große Zukunft auch für Deutschland prophezeien; denn sie besitzt vor allem die großen Vorzüge, weit früher und gegen unrichtige Aussuhrungs- weise viel mehr gesicherte Erträge zu geben und einfacher, naturgemäßer leichter versteh- und ausführbar zu fein. Wir halten deshalb die Busch- obstkiiltur nicht nur für den aus Erzielung von Maffenertragen hm- arbeitenden Großobstzüchter, sondern namentlich auch für den in der Obstkultur noch minder erfahrenen Liebhaber als besonders empfehlens­wert Ihnen wird dieses Böttner'sche Buch der beste Ratgeber sein, zumal da auch zahlreiche vortreffliche Jllustraüonen seinen Textmhalt auf das Beste erläutern helfen". In dreiviertel Jahren vom April bis Dezember 1899 sind, nach einer Mitteilung der Verlagsbuchhand­lung, rund 2500 Exemplare dieses Buches verkauft worden; das beweist, daß der erfahrene Leiter des Praktischen Ratgebers im Obst- und Gar­tenbau auch mit dieser seiner neuesten Schrift wieder den Nagel auf den Kopf getroffen hat. In der zweiten, verbesserten Auflage hat Herr Büttner die neuesten Erfahrungen berücksichtigt; dieselbe ist noch recht- zeitig erschienen, um bei der bevorstehenden Arühjahrspstanzung zu Rate gezogen zu werden.

Ein Werk, das nach Anlage, Durchführung und Wert, den es für die gesamte gebildete Lesewelt besitzt, die lebhafteste Beachtung auch weiterer Kreise verdient, ist soeben nach Ausgabe der letzt erschienenen achten Lieferung zum Abschluß gelangt; es ist dies das im Verlage der Königlichen Hchbuchhandlung von E. S. Mittler u. Sohn in Berlin herausgegebene , Wörterbuch philosophischen Begriffe und Ausdrücke", quellenmäßig bearbeitet von Dr. Rudolf Eisler. Das Werk, das nahezu 60 Bogen umfaßt, bietet eine einheitliche, über das Gesamtgebiet der Philosophie sich erstreckende übersichtliche Erläuterung der verschiedenen Begriffe und Ausdrucke dar. Dasselbe, die Frucht mehrjähriger angestrengter Arbeit, macht sich ,m Unterschiede von anderen ähnlichen Werken zur Ausgabe, die mannig- sachen Begriffsbestimmungen, wie sie uns im Gesamtgebiete der Philo­sophie begegnen, in ihren wichtigeren Modistkationen vom Altntume bis zur jüngsten Gegenwart, und zwar quellenmäßig und möglichst un Wortlaute der Originale (bezw. ihrer Uebertragung ins Deutsche) m einer gewissen Ordnung aufzuführen. Der Hauptsache nach ist das Werk also eine Geschichte der philosophischen Terminologie nut besonderer Berücksichtigung der Begriffe, wodurch die Beziehung zu den Theorien der Philosophen hergestellt wird, ohne daß diese hier den eigentlichen Gegenstand der Bearbeitung bilden. Der Verfasser verhält sich in seinen Darbietimgeu völlig objektiv, sein Wörterbuch bietet ein ausgewahltes und geordnetes Ouellenmaterial für vergleichende und kritische Unter, suchungen dar; es zeigt, in welch glänzender Weise der Bearbeiter den riesigen Stoff beherrscht. Durch zweckmäßige Anordnung und Gruppierung, wie durch das Hervorheben des Wichtigeren ist auch der innere Zusammenhang erreicht worden. Berücksichtigt sind die meisten erkenntnistheoretischen, metaphysischen, logischen, psychologischen, ethischen, ästhetischen Begrisse und Termini, wie sie in der antiken, scholastischen, neueren und neuesten Philosophie in Gebrauch kamen. Bei jedem der dargestellten Begriffe ist auf die ihm verwandten verwiesen worden. Es kann nicht fehlen, daß ein solches Buch zu einem Handlich, zu einem Sammelpunkte des Interesses für jeden wird, der sich feiner bedient, daß fein Besitzer neue Belagstellen aus feinen eigenen Studien, seiner Lektüre darin vermerkt, den Text durch seine eigenen Wahr­nehmungen, seine Lesefrüchte und Studienergebniffe bereichert und er­weitert. Es bildet somit ein ausgezeichnetes Hilfsmittel für philosophische Studien und wird den Philosophie Studierenden und allen, die sich ernsthaft als Forscher und Gelehrte mit der Wissenschaft und ihrer Geschichte beschäftigen, als Hand- und Hilssbuch für die Orientierung, als Fundstätte für die Litteratur und als nächster Hinweis auf die am meisten charakteristischen Aussprüche der Autoren wesentliche Dienste leisten. Aber auch weiteren Kreisen wird dasEisler'sche Wörterbuch , da sich in der gebildeten Umgangs- und Schriftsprache philosophische Ausdrücke in Menge finden, ohne daß die jeweilige Bedeutung doch eine eindeutige wäre, von hohem Werte und Interesse fein; fo toirb es selbst für Unterrichtszwecke dem Philologen wie dem Mathematiker oder Na- turwiffeuschaftler als Nachschlagebuch viel Nutzen bieten. Ein Verzeich­nis philosophischer Onellenwerke, alphabetisch nach den Philosophen geordnet, beschließt das Werk, das nunmehr sowohl vollständig (geh. Mk. 16,, geb. Mk. 18,), als auch lieferungsweise (8 Lfgn. & Lsg. Mk. 2,) zu beziehen ist.

Logogriph.

Nachdruck verboten.

Ohne mich würd' es dir schwer, Deine Arbeit zu verrichten.

Trag' ichG" stattL" als Kopf, Sehnst du dich nach mir mit Nichten. w.

Auflösung in nächster Nummer.

Auflösung des Bilderrätsels in voriger Nummer: Gedanken sind zollfrei.

Redaktion: E. Burkhardt. Druck und Verlag der Brühl'schen UniversttätS-Buch- und Steindruckerei (Pietsch Erben) in Gießen.