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worden?" fragte Homann rasch und unbedacht. Schnell rief -er Polizeirat:

Hab' ich Sie endlich, Homann? Sie behaupteten immer keinen Gefährten zu haben. Nun vermuten Sie doch, daß ein solcher beim Verkauf der Papiere dingfest gemacht worden sei".

Der Schurke hatte sich schon wieder gefaßt.Ich bleibe auch jetzt noch dabei, daß ich die Arbeit allein ausgeführt habe", entgegnete er,darum kann aber doch derjenige, der die Papiere zum Verkauf angeboten hat, abgefaßt worden sein. Der unschuldige Mensch dauert mich!" fügte er ganz gemütlich hinzu.

Das Mitleid können Sie sich sparen", lachte Reder, den die Frechheit des Patrons belustigte,die Papiere sind über Wien an die hiesige Börse gelangt, der Käufer und jetzige Verkäufer derselben hat im guten Glauben gehandelt".

Und von wem hat dieser sie gekauft?" fragte Homann in steigender Erregung.

Allem Anschein nach auch in einem Wiener Bankhause", war die gelassene Antwort.

Und von wem hatte sie dieses?"

Jetzt lachte der Polizeirat laut auf.Sind Sie hier der Fragende oder ich, mein werter Homann? Wenn Sie, wie Sie wiederholt angegeben, die Papiere selbst verkauft haben, so müffen Sie ja wissen, wo sie geblieben sind. Haben Sie freilich einen Gefährten"

Ich habe keinen!" rief Homann dazwischen- der Polizei­rat fuhr aber unbeirrt fort:

Haben Sie freilich einen Gefährten, so ist es für Sie immerhin von Interesse zu erfahren, was derselbe während Sie hier im Untersuchungsgefängnis fitzen mit den noch in seinem Gewahrsam befindlichen Papieren anfängt. Er scheint jedenfalls geschickter als Sie zu Werke gegangen zu sein, denn es ist ihm gelungen, die Aktien zu verkaufen, ohne daß man Verdacht geschöpft und ihn festgehalten hat".

Homanns Geficht verzerrte, seine Fäuste ballten sich. Er murmelte unverständliche Laute.

Nun, wie ist es, Homann, haben Sie mir noch immer Nichts zu sagen?" ermunterte ihn der Polizeirat.

Noch ein kurzer Kampf, dann schrie er:Ja, ja, ich will ihn nennen. Wenn ich hier in Nummer Sicher sitzen und nachher, wer weiß auf wie lange, auf die hohe Schule spazieren muß, braucht er nicht frei umherzulaufen und den großen Herrn zu spielen, da er so niederträchtig ist, die von Rechtswegen mir gehören"

Na, na, Homann!" warf der Polizeirat sarkastisch dazwischen, und kleinlaut schloß der Spitzbube:

Die er für mich aufbewahren soll, verkauft und das Geld verbraucht. Lasse ich den so wirtschaften, habe ich gar nichts mehr, wenn ich herauskomme!"

Das könnte sich ereignen", sagte der Polizeirat, sehr belustigt durch diese grenzenlose Naivetät des anderseits so abgefeimten Verbrechers. Recht ernst und streng fügte er aber alsdann hinzu:

Hören Sie, Homann, meine Geduld ist jetzt erschöpft, und ich bin durchaus nicht weiter aufgelegt zum Scherzen. Antworten Sie mir nun kurz und bestimmt auf meine Fragen:

Sie gestehen jetzt zu, daß Sie Mitschuldige haben?" Ja", war die knappe Antwort.

Wie viel?"

Einen".

Homann!" rief der Polizeirat warnend.

Ach, Herr Rat, die beiden armen Kerle, die die Wände rinschlagen halfen und ein paar Mark dafür bekamen, die möchte ich wirklich nicht erst in die Tinte bringen, sie fallen Ihnen auch so schon in die Hände", sagte Homann ordentlich treuherzig.Es kann Ihnen wirklich nur auf den einen ankommen".

Gut, bleiben wir zunächst bet dem einen, mit den anderen, das wird sich finden", versetzte der Poltzeirat, der

lange eingesehen hatte, daß man mit diesem eigenartigen Verbrecher nicht nach der Schablone verfahren könne. Wer ist es?"

Herr Polizeirat, Sie werden es mir gar nicht glauben".

Warum nicht?"

Es ist ein sehr vornehmer Herr".

(Fortsetzung folgt.)

Ein vorzüglicher Burgunder aus Aepfeln. Auf 40 Liter Apfelmost nehme man 21/2 Kilo zerschnittene Rosinen, iy2 Kilo braunen Zucker, 1 Liter Heidelbeersaft, 125 Gr. roten Weinstein, bringe alles in ein Faß und lasse die Gährung verlaufen, wie beim Apfelwein angegeben. Nun kläre man mit Hausenblase, gebe 40 Gr. Essenz von bitteren Mandeln zu und ziehe den Wein in einigen Wochen auf Flaschen.

Etwas über Beleuchtung. Oft klagt man, daß die Lampen nicht gut und hell brennen, insbesondere, wenn den Dienstboten die Reinigung derselben überlassen wird. Da ist es nun am Platze, daß die Hausfrau selbst Hand an­legt oder doch wenigstens die Arbeit beaufsichtigt. Mit einer guten, warmen Sodabrühe und Seife sollten die Bassins wenigstens jeden Monat einmal gereinigt und sorg­sam ausgetrocknet werden. Der Docht muß gewaschen, getrocknet und dann eine Stunde in Essig gelegt, abermals getrocknet und dann in die Lampe gezogen werden. Die Petroleumkannen werden ebenfalls mittelst der angeführten Mischung gereinigt und an der Luft getrocknet, damit kein bischen Feuchtigkeit darin bleibt.

Kesundyeitspflege.

Ursachen der Ohnmacht. Es herrscht noch bei manchen Personen rechte Unkenntnis über die plötzliche Schwäche, die manche öfters befällt, und sie wissen sich nicht zu helfen. Vor allem ist das Einatmen frischer Luft das erste, dann lagere man den Kranken horizontal und lasse ihn ein wenig Essig oder Kölnisches Wasser einatmen, zu starke Essenzen vermeide man. Man öffne auch die Kleidungsstücke und benetze fortwährend die Stirn mit einer schwachen Essenz, nach und nach werden die Lebensgeister wiederkommen, dann erst gebe man ihm ein Stückchen Zucker, in Rotwein ge­tränkt. Die Ursachen der Ohnmacht sind verschiedene, sie können herrühren von heftigen physischen Eindrücken, von Ueberraschungen und Schrecken, von Einatmen schlechter Luft, schneller Zunahme des Druckes auf das Gehirn, ge­wöhnlich aber ist die Ursache der Ohnmacht eine schnell eintretende Ueberfüllung des Gehirns mit Blut oder um­gekehrt eine schnelle Verminderung des Blutes in der Gehirnmaffe. Auch bei überladenem Magen kann Ohn­macht entstehen, dann gebe man reichlich laues Wasser zu trinken, damit Erbrechen eintritt. Bei schweren Ohnmächten und da, wo die angegebenen Hilfsmittel nicht ausreichen, muß der Arzt schnell herbeigerufen werden. (Prakt. Wegw.)

Aür die Küche.

Cröey-Suppe. 10 Personen. Bereitungszeit 21/9 Stun­den. Zuthaten: 8 große Mohrrüben, 3 Kohlrüben, 1 großer Selleriekopf, 3 Zwiebeln, 2 Porrees, 2 Petersilien-Wurzeln, 160 Gramm Butter, Salz nach Geschmack, 21/2 Liter Brühe aus Liebigs Fleisch-Extrakt. Man putzt, schneidet und wäscht die genannten Wurzeln, und schwitzt sie in der zer­lassenen Butter, ohne daß sie sich bräunen dürfen. In den Suppentopf gethan und mit 2>/2 Liter Brühe aus Liebigs Fleisch-Extract übergossen, kocht man sie etwa zwei Stunden, bis sie breiartig weich geworden sind. Durch ein Sieb gestrichen, läßt man die Suppe heiß werden und richtet sie mit gerösteten Semmel-Croutons an.