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Eine junge Dame Ihrer Hoheit der Herzogin braucht solche Dienste nicht mehr zu leisten."

Elsie neigte schweigend das Haupt. Die halb scherzenden Worte verletzten sie und erweckten in ihrem Herzen ein trotziges Gefühl.

Sie ahnte, daß die Gnade der Herzogin ihr manche Kämpfe, Neid und Haß eintragen würde, aber sie fühlte auch Kraft und Mut, alle diese Feindseligkeiten der Welt, die ihr, der niedrig geborenen Armenhaus-Prinzessin, die Bevorzugung mißgönnte, zu überwinden.

Ein junger Herr, ein Bekannter des gnädigen Fräuleins, wünscht das gnädige Fräulein zu sprechen," meldete der Diener, welcher Elsie den Mantel abnahm.

Ein Herr?"

Hier ist seine Karte. Der Herr wartet im Salon .. "

Elsie erschrak freudig.Paul Ahrens?!" rief sie Halblaut.

Der Sohn des Rektors?" fragte Frau von Hannecken.

Ja gnädige Frau erlauben?"

Gewiß. Gehen Sie nur."

Elsie eilte in den Salon.

Beide Hände streckte sie mit herzlicher Geberde dem schlanken, jungen Manne entgegen, der freudig erregt auf sie zutrat und ihre beiden Hände ergriff. Wie seine Augen leuchteten! Wie erstaunt, erschreckt und doch bewundernd sein Blick auf der herrlich erblühten Gestalt der Jugend­freundin ruhte.

Elfte!" rief er halblaut.

Endlich seh ich Dich wieder, Paul!" stieß Elfte, mit den Thränen der Rührung kämpfend, hervor.Oh, wenn Du wüßtest, wie oft ich an Dich gedacht habe!"

Wirklich? In dieser Umgebung, in diesem Leben voll Glanz und Glück hast Du an den armen Studenten ge­dacht ?"

Sie drückte seine Hände.

Setze Dich zu mir, Paul. Ich habe Dir viel, unend­lich viel zu erzählen."

Hand in Hand saßen sie unter den brettblätterigen Palmen, die sich über dem kleinen Eckdivan wölbten, Hand in Hand und Auge in Auge, wie sie früher unter dem großen Apfelbaum im Rektorsgarten, unter der breitästtgen Buche am Saume des heimatlichen Waldes geseffen hatten.

Und Elsie erzählte von ihrem Leben und Streben. Bon ihrer Kunst und ihren Triumphen. Von dem Herzog und der gütigen Herzogin, die sie jetzt zu sich auf das Schloß nehmen wollte, die für sie sorgen wollte, daß sie eine große, berühmte Künstlerin werden konnte. Ihre Lippen floffen über von Begeisterung für ihre Kunst, für das herrliche Leben in der großen Welt, für den Herzog, für die Herzogin, die gütige, milde, großherzige Fürstin.

Elsie bemerkte bei ihren begeisterten Worten nicht, daß Paul ihre Hände freigelassen, daß er den Kopf sinken ließ, und daß sein Antlitz einen ernsten, trüben Zug angenommen.

Als Elsie geendet und den Freund erstaunt ansah, seufzte dieser auf und sprach leise:Du gehst einem herr­lichen Leben entgegen, Elsie da ist das beste, ich reise, so rasch ich vermag, weiter."

Aber Paul!"

Du wirst mich vergessen!"

Niemals!"

Du mußt mich vergessen, Elsie. Du kannst, Du darfst den Traum unserer Jugend nicht weiter träumen, willst Du Dein Ziel erreichen. Ich würde Dich hemmen, ich würde Dir eine Fessel sein auf dem Fluge der Sonne zu. Lebewohl, Elfte . . ."

Paul, ich bitte Dich . . ."

Der junge Student erhob sich.Lebewohl, Elsie, fuhr er fort.Ich bin auf der Fahrt nach der Heimat begriffen, das Weihnachtssest will ich bei meinen Eltern feiern, ich hoffte, Du würdest mich begleiten. Das ist nun vorüber, lebewohl. . ."

»Du zürnst mir, Paul? Ich habe doch kein Unrecht begangen?"

Gewiß nicht, Elsie! Noch nicht wer weiß, wie alles kommt im Leben, ich wünsche Dir, daß Du Dein Ziel erreichen mögest, unsere Wege trennen fich hier, lebewohl."

Er drückte ihr noch einmal die Hand, dann entfernte er sich rasch.

Elsie wollte ihm nacheilen, ihn zurückrufen, doch dann tampfte sie leicht mit dem Fuße auf, warf mit trotziger Geberde das Haupt zurück und wandte sich ab.

Mochte er gehen, er verstand sie nicht mehr!

(Fortsetzung folgt.)

Bemerkenswerte Winke für Kakao-Liebhaber.

Obwohl der Kakao als Nahrungsmittel sich einer immer besseren Würdigung erfreut und immer allgemeiner in Gebrauch kommt, herrscht über sein wahres Wesen, seinen normalen Geschmack und seine zweckmäßige Behandlung doch noch große Unklarheit. Diese zu beseitigen liegt im öffentlichen Interesse.

Was zunächst die Bestandteile des Kakao betrifft, so ilnden sich in ihm in wechselnden Mengen: Stärkemehl, Eiweiß­körper, Fett, Cellulose, Rohr- und Traubenzucker, Kakaorot, Theobromin (Sinne gab dem Kakaobaum den Namen Theo- brama, d. h. Götterspeise), Wasser und mineralische Stoffe. Dem Gehalt an Eiweißkörpern (>4 bis 21 Prozent) ver­dankt der Kakao seinen Nährwert, dem Kakaorot verdankt er die rötliche Farbe und seinen eigentümlichen Geschmack und dem Theobromin, einem dem Kaffem ähnlichen Alkaloid, seine nervenbelebende Wirkung. Das Fett, das bis zu 50 Pro­zent in den Kernen enthalten ist, kommt als Kakaobutter in den Handel. Die Verdaulichkeit des Kakao hängt von dem Grade seiner Entfettung oder Entölung ab, die durch heißes Auspressen bewirkt wird. Gänzlich entfetten aber läßt fich der Kakao nur durch chemische Mittel.

Als vor vielen Jahrzehnten die Holländer anfingen, einen sogenannten entölten Kakao herzustellen, konnte man den Bohnen doch nur einen verhältnismäßig geringen Teil ihres natürlichen Fettgehaltes entziehen und nach wie vor bildete sich beim Aufbrühen des Kakaopulvers in der Taffe eine dicke Fettschicht. Da man nun den Widerspruch zwischen der BezeichnungEntölter Kakao" und dem immerhin noch hohen Oelgehalt des Pulvers verdecken wollte, viele Leute auch die Fettaugen auf dem Getränk unangenehm empfinden, so kam man auf den Gedanken, das Fett durch Zusatz von Pottasche, Salmiak rc. eine Verbindung mit dem Wafler ein­gehen zu laffen. Die auf diese Weise entstehende Lauge bildet begreiflicherweise nicht gerade ein begehrenswertes Genußmittel. Wenn nun auch diese Lauge verdampft wurde, so blieben doch genug Rückstände in dem Kakaopulver, um einen laugigen Geruch beim Aufbrühen zu verursachen. Um diesem Uebelstand entgegen zu wirken und das durch das Auslaugen vernichtete natürliche Aroma des Kakaopulvers zu ersetzen, fügte man diesem stark riechende Gewürze, wie Cardamom, Macisnüsse u. dgl. bei. So kam es, daß außer de« Fabrikanten nur selten jemand einen Begriff von dem rein natürlichen Geschmack des Kakao hatte. Was man als Geschmack und Aroma deS Kakao angesehen hat, war nichts als fremdartige Würze, zu der die Kakaobohne nur die Unterlage oder den Träger lieferte.

In neuerer Zeit hat man gefunden, daß sich die voll­kommene Löslichkeit der Kakaopulver auch durch ein anderes Verfahren erzielen läßt, das auch noch den Vorteil mit fich bringt, daß die Bildung brenzlicher Stoffe, die das Aroma verderben, sowie das Unverdaulichwerden der Eiweißbestand­teile dadurch verhütet wird.

Hiernach wäre es heutzutage wohl möglich, die An­wendung von starker Lauge zu unterlaffen, ebenso wie den