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besorgen- die Tische würde Irmgard schon beschicken, solche Ehren ließen ließ sie sich nicht entgehen.
Bei seiner Rückkehr mit den Gärtnerburschen fand er das Haus, wie vorausgesetzt, geschäftig, er konnte ganz nach Gefallen nageln und schmücken. Die Treppengeländer umwand er mit Blumenketten und ihre Zimmerthür bekam Rosen, Rosen und Myrthenreiser untermischt.
Maßlos verstört fühlte er sich, nun auch dies beendet, erst die Geige rettete ihn. Er spielte, als sähe er die Glorie sich herabsenken, das reine lilienhafte Weib in die irdische Seligkeit des Liebens zu tragen.
Erschauernd legte er das Instrument nieder. Run war cs Zeit, sich festlich zu machen, sie heimzuholen.
Indem er die Treppe hinunter stieg, kam Tauchlitz aus einem der Zimmer. Seine ernsten Züg schimmerten verklärt.
„Heine, Du übernimmst Dich, thu' mir die Liebe, trink' wenigstens etwas- das war kein irdisches Spiel mehr, mein Sohn."
„Es galt auch einer Unirdischen," sagte Wulffen wie im Traum.
Danach stand er auf dem Bahnhof- daß er das gelle Pfeifen der Locomotive aushielt — nun den Menschendrang — da waren sie!
Frau Wulffen küßte ihn.
„Mein Sohn, mein lieber Jung'!"
Hilde hob den Blick zu ihm, still, groß und schimmernd aus marmorgletchem Gesicht- er neigte sich auf ihre Hand.
Zu Hause warteten Tauchlitz, Irmgard und Hollmann auf dem Vorraum. Alle küßten Hilde, die so ruhig schien.
„Laßt sie gehen," sagte Frau Wulffen - herzlich umarmte sie Irmgard und zog sie mit sich.
Heinrich und Hilde stiegen hinan, er öffnete ihre Zimmerthür.
„Wie schön!" sagte Hilde.
„Für Dich," antwortete er.
Run endlich sank ein zartes Roth über sie, ihre Lippen theilten sich leise, sehnsüchtig, als trinke sie den Widerhall dieses ersten Du.
Athcmlos im Glück verharrte Heinrich, als sie leise die Hände auf seine Arme, von da auf die Schultern und schließlich um seinen Hals legte.
„Du lieber Heine!" sagte sie in einem schüchternen, innigen Gehorsam.
Zucker ein Nährstoff!
Der Zucker ist in den weitesten Kreisen als Genußmittel geschätzt- dagegen wird seine Bedeutung als Nahrungsmittel noch vielfach übersehen.
Jedenfalls wird bei uns in Deutschland Zucker fast ausschließlich nur als Würz- und Genußmittel zu den Speisen und Getränken zugesetzt. Solche Würzen können wir nun einmal nicht entbehren, und sicherlich ist Zucker dazu b-sonders wohlschmeckend.
Viel zu wenig beachtet wird dabei freilich, daß, während andere Würzen, wie Pfeffer und Essig, die Nahrung schwer verdaulich machen, der Zucker gerade umgekehrt dieselbe bekömmlich macht, weil er, wie durch eingehende Versuche nachgewiesen ist, die Absonderung der Verdauungsflüssigkeiten, also des Speichels und des Magensaftes im hohen Grade beschleunigt.
Daher können selbst Magenkranke Gemüse und insbesondere auch grüne Salate, welche mit Zucker angemacht sind, wie dies im Osten Deutschlands üblich ist, gut vertragen, während sie von ungezuckerter Pflanzenkost allerlei Beschwerden haben.
Jedermann, welcher irgend an Verdauungsstörungen oder an Appetitlosigkeit leidet, sollte
deshalb Gemüse und Salate nicht anders alsmit reichlichem Zuckerzusatz bereitet genießen.
Indessen eine ungleich größere Bedeutung wie als Ge- nußmittel besitzt der Zucker als Nahrungsmittel im eigentlichen Sinne des Wortes: Zucker nährt und krästigt- Zucker ist daher eine vortreffliche Nahrung ebenso für die Gesunden wie für die Kranken, für Jung und Alt, für Arm und Reich!
Der Zucker bildet eine wichtige Quelle der Muskelkraft und übertrifft sogar alle anderen Nahrungsmittel in dem Falle, wo es sich darum handelt, einen ermüdeten Körper rasch mit neuen Kräften auszustatten.
Dieser Satz ist das Ergebniß einer großen Anzahl von wissenschaftlichen Untersuchungen, seine Richtigkeit ist aber längst auch practisch bestätigt, wie folgende Beispiele zeigen.
Die Neger in den Zuckerplantagen bleiben kräftig, wenn sie den süßen Zuckerrohrsaft genießen können. Wird ihnen der Saft entzogen, so werden sie sofort schlaff zur Arbeit. In Ostindien kennt man kein besseres Kräftigungsmittel für Thiere und Menschen bei anstrengender Thätigkeit als Zuckergenuß.
Ein holländischer Militärarzt erzählt, daß bei einer Expedition auf Sumatra die Soldaten während des Marsches und im Gefecht sich allein dadurch frisch und munter gehalten hätten, daß sie tagsüber zeitweise eine Hand voll Zucker aßen.
Indianer, Gemsjäger, Führer durch das Hochgebirge der Schweiz, genießen bei anstrengenden Jagdzügen und Gebirgstouren stets Zucker, weil sie dadurch rasch wieder zu Kräften kommen.
Vorzügliche Erfolge hat man nach dem Beispiel der holländischen Rudervereine durch Zuckergenuß beim Sport erzielt. Wettruderer, Radfahrer und alle Diejenigen, welche ihre Körperkräfte zur höchsten Leistung anspornen müssen, haben im Zucker ein vortreffliches Mittel, den Krästeverbrauch zu ersetzen und der Ueberanstrenguug vorzubeugen. Deshalb ist der Zucker bei dem sogenannten Trainiren für die Rennen schon vielfach eingeführt. Besonders in Holland ist er in Sportkreisen allgemein verbreitet.
Der Zucker ist aber auch ein Volksnahrungsmittel. Gerade der ärmeren Bevölkerung wird im Zucker eine vortreffliche Kraftspende geboten, was bei uns noch gänzlich verkannt wird. Für den Arbeiter trifft nämlich genau das- selbe zu, was beim Sport den Zuckergenuß so nützlich macht. Jeder körperlich schwer arbeitende Mann muß dafür sorgen, daß er seinen ermüdenden Muskeln neues Kraftmaterial zuführt und dabei, wenn möglich, vermeiden, seine Verdauung durch zu schwere Speisen zu belasten, da ein überfüllter Magen t äge macht.
In vielen Arbeiterfamilien wird heutzutage noch kein Zucker genossen, weil man ihn für zu theuer hält. Diese Ansicht ist irrig. Bei den heutigen Zuckerpreisen ist vielmehr in Anbetracht der kräftigenden Wirkung des Zuckers der Genuß desselben den weniger bemittelten Volksmaffen bereits warm zu empfehlen. Zucker ist im Verhältniß zum Nährwerth bereits heute sehr viel billiger als alkoholische Getränke, deren Wirkung vielfach überschätzt wird.
In England wird in den Bergbaugegenden seitens der Arbeiter durchweg sehr viel Zucker genossen.
In der Krankenkost verwendeten bedeutende Aerzte den Zucker schon längst, sowohl als Nährmittel, als auch zur Hebung des Kräftezustandes bei Fieber. Wie schon erwähnt, wirkt reichlicher Zuckergenuß besonders vorzüglich bei Magenleiden. Magenkranke sollen, wie schon der berühmte Arzt Hufeland gezeigt hat, größere Zuckermengen, etwa 80 bis 40 Gramm auf einmal nach den Mahlzeiten genießen, wodurch die Verdauung befördert wird. Gegen übelriechendes Ausstößen, schlechten Geschmack im Munde, Appetitlosigkeit, Sod- brennen und Erbrechen infolge schwachen Magens, bewährt sich diese Art des Zuckergenusses nach der Mahlzeit als Heilmittel.
Vielfach glaubt man, daß Zuckergenuß die Zähne der-


