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denke noch immer an den Plan, aus Dir und Adolf ein Paar zu machen?"

Gewiß, das trat doch klar genug zu Tage, und wie denkst Du darüber, Bater?"

Ihr Ton war angstvoll.

Laß mich zuvörderst Deine Ansicht hören."

Brauche ich die Dir erst zu erklären, da Du meine Liebe zu Holten kennst? Und doch, ich will mich aussprechen. Hätte ich Stephan auch nie kennen gelernt, so würde ich mich doch niemals entschlossen haben, Adolf Göbeners Frau zu werden."

Du hattest ihn früher gern."

Das habe ich noch, aber er ist der Sohn seines Vaters, man kann nicht wissen, wie viel von dessen Eigen­schaften noch verborgen infihm schlummern. Wäre das aber auch nicht zu befürchten, ich könnte mich doch niemals ent­schließen, in ein so nahes verwandtschaftliches Verhältniß zum alten Göbener zu treten."

Wenn Du Adolf liebtest, würden Dir solche Bedenken nicht aufsteigen."

Ich liebe ihn aber nicht und er liebt mich nicht so, wie es sein Vater gern darstellen möchte," versicherte Meta. Nun sprich Du, Vater."

Ich denke ungefähr wie Du, wenn meine Jdiosinkrasie gegen den alten Göbener auch nicht so groß ist, wie die Deine. Hättest Du darauf bestanden, Adolf zu heirathen, so würde ich zugestimmt haben, lieber ist's mir aber, ich brauche mich mit seinem Vater nicht zu verschwägern."

Das junge Mädchen fiel dem Vater um den Hals und rief tiefaufathmend:Gott sei Dank!"

(Fortsetzung folgt.)

Das Schlachtefest.

Von Lina Fabian.

- (Nachdruck verboten.)

Seit sechs Jahren war ich nicht mehr in meinem märkischen Heimathsdörflein gewesen. An Einladungen zum Besuch hatte es zwar nicht gefehlt, aber ich hatte sie sammt und sonders ablehnen müssen, denn in der Großstadt einem gut bürgerlichen Haushalt vorzustehen, das ist keine Kleinig­keit. Da muß manvoll und ganz" auf dem Posten sein und hat keine Zeit, Besuche in der Provinz zu machen.

Jetzt war wieder eine EMladung zum Schlachtefest ge­kommen. Ich sprach mit meinem Mann darüber, und der meinte gleichgültig:Kannst ja mal auf fünf Retourbillet- Täge hinrutschcn. Die Hälfte von dem geschlachteten Schwein bringst Du in Gestalt von Wurst, Speck, Schinken und so et cetra mit. Es kann gar nichts schaden, wenn wir wieder ein Mal leben wie les bona gous de provence oder auf deutsch: ländlich, schändlich."

Ach", antwortete ich ärgerlich,wirf doch nicht mit Deinen paar Sprachkenntnisfen so herum, Du kannst mit Deiner sächsischen Heimath den Berlinern ganz und gar nicht imponiren"

Ohne seine Entgegnung abzuwarten, verließ ich das Zimmer, ich wollte den Nationalitätenstreit nicht bis auf die Spitze treiben. Im Uebrigen aber befolgte ich den Rath meines Mannes: ich nahm die Einladung an und reiste ab. Die ersten Stunden mit dem Schnellzug war es ganz nett, aber dann mußte ich umsteigen in eineKlingelbahn", Sekunquerbahn, meinte der Schaffner lachend. Das ist so etwas wie diestille Pauline", die ab Paulinenaue bis Neu-Ruppin ihre segensreiche Thätigkeit ausübt. Man kann alt bei werden, ehe man ankommt.... Nach zwei Stunden Wagenfahrt, die dann folgten. Gummiräder und elastische Federn sind an den Wagen dort noch nicht angebracht langte ich endlich in etwas aufgelöstem Zustande an.

Na, es hatte sich nichts geändert. Da war das rothe

Ziegelhaus, ringsherum die Scheunen und Ställe, mein l Vater, über den Knechten, meine Mutter, die den Mägden eommandirte. Mein Bruder war ein Mann geworden. iTag, Line," sagte er und drückte mir die Hand, als ob er mir den ganzen Arm zerquetschen wollte.Bist ja so zimperlich geworden, die Großstadtluft bekommt Dir nicht. Abends reden wir mehr, ich habe jetzt keine Zeit, ich muß Dung bereiten."

Unwillkürlich hielt ich mir die Nase zu, es war kein feines Parfum, was mir da cntgegenströmte .... Aber so riechts nun mal auf dem Laude!

Endlich setzten wir uns zu Tisch: junge Hühner, das Fleisch vorzüglich, nur die Sauce war nicht nach meinem Geschmack.Das Jahr war ganz leidlich," meinte mein Vater,die scheckige Lies' hat vorzüglich gekalbt . . . ." Nur die Ferkel wollten Anfangs nicht so recht gerathen," fiel meine Mutter ein,aber seit Vater bei ihnen ein paar Nächte im Stall geschlafen hat, hat sichs gegeben."

.Nachbar Naumann hat seinen lahmen Ochsen dem Schlächter doch noch für dreihundert Thaler aufgehängt," begann mein Vater wieder,der alte Esel hat doch immer noch Glück."

Ach ja," bestätigte meine Mutter,was das Rindvieh anlangt, so kann er nicht klagen."

Dieses Tischgespräch sagte mir wenig zu, und um von den Kälbern, Ferkeln, Ochsen, Eseln und dem sonstigen Rindvieh mal wegzukommen, fragte ich:Habt Ihr denn schon die heutigen Morgenblätter erhalten?"

Mein Vater warf mir einen verwunderten Blick zu. Wir lesen das Kreisblatt," antwortete er,und das bringt jeden Sonntag Vormittag der Briefträger."

Und auch da lesen wir nur die Anzeigen," fügte meine Mutter wie entschuldigend hinzu,wir müssen nämlich wissen, wenn der Viehmarkt in Weilenburg abgehalten wird."

Jawohl,bestätigte mein Vater,das letzte Mal kaufte ich da zwei Kälber, das sind Prachtkühe geworden, echt friesisches Rindvieh

Da gab ich meinen Versuch auf und ließ dem Tisch­gespräch freien Lauf. Wir kamen über das Rindvieh wirklich nicht hinaus, sodaß ich die Tafel sobald wie möglich aufhob. Als ich durch die Gesindestube ging, saßen Knechte und Mägde ebenfalls um den Tisch: in der Mitte die dampfende Schüssel mit Kartoffelsuppefi sümmtlich hatten sie den linken Unterarm auf den Tisch gelegt, die rechte Hand hielt den Löffel. All' die acht Löffel wurden in fast gleichmäßigem Taet in die Suppenschüssel versenkt und wieder heraus­gehoben. Dann ein Schleckern, ein Schlürfen, sapperlot, das war ganz außerordentlich ländlich! Ich wandte mich ab mit Grausen ....

Zum Abendbrod hatte sich auch Bruder August eingefunden.

Ach," gähnte der,man kriegt's satt, so vom frühen Morgen bis zum späten Abend."

Es ist doch erst neun Uhr," warf ich ein.

//Dann das Essen, sofort das Essen," schrie mein Bruder,ich muß ins Bett . . . ., um fünf muß ich schon die Kühe rauslassen."

Ich werde um vier aufstehen," erwiderte mein Vater bedächtig,ich muß nachsehen, ob das Schwein die Schlempe noch ausgefreffen hat."

Dann soll mich August bei Sonnenaufgang wecken," fügte meine Mutter hinzu,ist die Schlempe ausgefreffen, mache ich noch neue, die Henkersmahlzeit."

Die Sau wird sich rentiren," lachte mein Vater.

//Die Sau wird sich ren . . . ., kicherte meine Mutter.

//Die Sau, die Sau wird sich . . . meinem Bruder fielen die Augen zu, er fiel wie ein Plumpsack in die Ecke.

//Dann können wir ja Alle schlafen gehen," sagte meine Mutter,bei uns ist es in den langen Sommerabenden nicht üblich, erst noch die Lampe anzustecken."

Wohl oder übel mußte ich mich fügen, eine halbe