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fin rechter Mann muß heute Bei seinem Leisten bleiben: Die unbrauchbarsten Leute Sind die, die Alles treiben.

Der Amtmann von Rapshagen.

Criminal-Roman von F. Arnefeld.

(Fortsetzung.)

Meta ward todtenbeich, ihre Augen füllten sich mit Thränen und am liebsten wäre sie vom Tische aufgestanden, um ihrem Schmerze freien Lauf zu lassen, denn sie verstand sehr wohl den in den Worten des Vaters verborgenen Sinn, aber sie sah auch das gespannte, lauernde Gesicht des alten Göbener, mochte dem um Alles in der Welt kein Schauspiel geben und bezwang sich heldenmüthig. Der Appetit war ihr freilich gänzlich vergangen, sie nippte nur aus ihrem Glase und pflückte später ein paar Beeren von der Malvasiertraube.

Auch der Amtsrath wenig, um desto besser ließ sich der Amtmann den saftigen Rehbraten und den Nachtisch munden, auch sprach er der Flasche eifrig zu. Er war ein großer Freund von wohlschmeckenden Essen und einem guten Glase Wein, nur mußte er diese Genüsse nicht aus der eigenen Tasche zu bezahlen haben, und während er es sich wohl sein ließ und die Zubereitung der Speisen, wie den vortrefflichen Wein beinahe überschwänglich lobte, schalt er in seinem Innern den Amtsrath Wenzel einen heillosen Verschwender, der an Wochentagen Dinge, die bei ihm nicht an den höchsten Festtagen auf den Tisch kommen durften.

Auch sonst trug Göbener zum größten Theil die Kosten der Unterhaltung, denn der Amtsrath war einsilbig geworden und Meta gänzlich verstummt. Die Tafelfreuden mußten den Amtmann jedoch sehr milde gestimmt haben, denn er schien gegen seine Gewohnheit mit der ganzen Welt zufrieden. Er rühmte seine gute, sanfte Frau, seine Schwiegersöhne und Töchter als tüchtige Landwirrhe und Landwirthinnen, besonders floß sein Mund aber vom Lobe seines einzigen Sohnes, seines Adolf, über.

Ich habe ja lange mit ihm gegrollt, daß er mir den Strich durch die Rechnung gemacht und nicht Landwirth ge- '

i worden ist," fügte er hinzu,aber jetzt bin ich völlig aus- i geahnt damit. Hat was los, der Junge, kann was, ich ! hoffe ihn noch als Baurath oder Oberrath zu sehen. Wie i gefällt Ihnen der Titel, Fräulein Meta?"

Er nahm die Hand des neben ihm sitzenden jungen ! Mädchens, tätschelte sie und suchte ihr schalkhaft ins Gesicht ! zu sehen, was sie indeß durch eine entschiedene Wendung vereitelte, mit welcher sie ihm auch die Hand entzog.

Sie wirthschaften so lange, bis die beiden Söhne Ihrer Tochter Minna herangewachsen sind, daun haben Sie Nachfolger auf Rapshagen," bemerkte der Amtsrath, um doch etwas dazu zu sagen, Göbener aber machte ein trauriges Gesicht und sagte:

Ach, das ist noch lange hin, wer weiß, wie lange ich dann schon unter der Erde liege. Ich wünschte, es wäre schon einer von den Burschen groß- ordentliche Landwirthe werden sie, das merkt man jetzt schon, was ein Häkchen werden will, krümmt sich bei Zeiten, und ich hätte eine solche passende Frau!"

Auch schon!" lachte Wenzel.Die müßte ja noch gar nicht geboren sein, oder in den Windeln liegen, die Burschen sind doch erst acht und sechs Jahr."

Ach, so meine ich's ja nicht!" schrie Göbener auf den Tisch schlagend, der Rauhenthaler schien ihm zu Kopfe ge­stiegen zu sein.Wenn Heinrich jetzt groß wäre und das : Gut nehmen könnte, dann hätte ich eine Frau für ihn, die Anna Holten."

Wen?" fragte der Amtsrath sehr erstaunt, und Göbener wiederholte lachend:

Die Anna. Denken wohl, weil sie kein Geld hat, thät's der alte Göbener nimmermehr. Bin nicht so dumm, weiß, was eine sparsame, wirthschaftliche Frau für den Landmann Werth ist. Hätte ich noch einen Sohn, der Rapshagen annehmen könnte, und er wollte das Mädchen, ich sagte nicht nein."

Er erging sich in Lobeserhebungen des jungen Mädchens, wobei es allerdings nicht an argen Seitenhieben auf Vater und Bruder fehlte. Er wiederholte, daß er sich genöthigt gesehen habe, dem Doctor den Besuch von Rapshagen zu verbieten und deutete an, er könne in Metas Gegenwart die Gründe für eine solche Maßregel nicht nennen.

Das junge Mädchen saß wie auf Kohlen, wurde bald blaß, bald roth und hätte den Geliebten so gern vertheidigt, sah sich aber dazu außer Stande.

Auf ihre Bemerkung, Doctor Holten sein ein sehr ge­schickter, sorgsamer Arzt und sie sei ihm zu großem Dank der-