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der Nachtmütze umrahmt, bedächtig mit dem Kaffeebrett ab- ging, um nun erst Hand an ihren Anzug wie an ihre eigent­liche Arbeit zu legen.

Heine," sagte er heute.

Der riß seine verträumten Augen auf.

Ja!"

Laß Dir mal von den Webers erzählen, bei denen wir gestern Mittag waren. Diese Webers werden Dich interessiren, die sind was für Deinen Weltschmerz."

Mir ist, als hätte Mama bei Denen gar nichts zu Luchen," entschied Heinrich,Alles steht unecht an ihnen aus." (Fortsetzung folgt.)

Die Perle der Nordsee.

Schilderung einer Sommerfahrt von Otto Bruhnsen.

(Fortsetzung.)

Was wird Helgoland ohne die Düne sein? .... Eine greise Königin, aus deren ichwachen Händen die bei Seite gelegte Krone (ein köstliches Juwel!) unwiederbringlich ins Meer geglitten ist.

Mein sinnender Blick tauchte in die Bergangenheit. An die Träger berühmter Namen erinnerte mich mein Ferien- Aufenthalt auf Helgoland, an Friedrich Oetker und Hoff­mann von Fallersleben, Volksmänner, deren ich allemal mit Hochachtung gedenke, wenn ihre Namen an mein Ohr schlagen.

Beide verweilten längere Zeit auf Helgoland. Beide werden sich täglich auf der Meerfluth geschaukelt und an der hehren Schönheit des Dünenbildes erlabt haben.

Hier sang der Erstere, eines unerwarteten Zusammen­treffens gedenkend, Wehmuth im Herzen:

So muß ich Dich am fernen Meer hier finden, Du holde Blume meiner Heimathlande l Ein Lilienkelch auf ödem Dünensande, Geküßt, umkost von weichen Meereswinden,"

won hier aus ging Hoffmanns zündendes

Deutschland, Deutschland über Alles"

in alle Welt und weckte den nationalen Gedanken. Seine Büste steht im Unterlande, in der Nähe des Theaters. Auf einem Sockel von polirtem Granit, der die Devise Hoffmanns trägt:Klar und wahr", erhebt sich der characteristische Kopf des für Recht und Wahrheit allezeit erglühenden deutschen Volksmannes, aus jener Zeit, da das Sehnen nach einem ge­einten Vaterlande alle deutsch empfindenden Herzen über­mächtig bewegte.

Die kunstvoll geschmiedete Einfriedigung des Denkmals schenkte ein dankbarer Badegast aus Hamburg, Georg Telge, der Gemeinde Helgoland, die auf Stiftungen aus freigebigen Händen angewiesen ist, will sie den rothen Felsen schmücken.

So ließ beispielswei e den das Oberland überragenden Kirchthurm der reiche Rickmers in Bremerhaven, ein ge­borener Helgoländer, auf 'eine Kosten erbauen, Glocken und Uhr schenkte Generalconsul Mathies aus Hamburg.

Liebevolle, dankbare Erinnerung auch an Fried ich Oetker zu bethätigen, bleibt der Gegenwart überlassen. Man stifte eine Gedenktafel für ihn auf Helgoland. Er hat sie wahrlich verdient!

Vor mir liegt sein, aus der reichen Litteratur über das reizvolle Nord'ee-Eiland bergeShoch sich hebendes Werk: Helgoland, Schilderungen und Erörterungen", welches 1855 erschien.

Hätten wir nur erst ein einiges Deutschland, ein entschlossenes Preußen!" so ruft er sehnend,dann fände sich auch zur Wiedererwerbung Helgolands vielleicht Gelegen­heit. Deutschland allerdings müßte sie wahrzunehmen und seine Kräfte zu verwerthen wissen. England hat nur vor practischen Leuten und Staaten Re'pect."

Als ich vor Jahren das alte Frieseneiland besuchte und die englische Flagge auf dem rothen Felsen sich blähte, ergrimmte mein patriotisches Herz nicht wenig,- die ganze Schmach Deutschlands vom westfälischen bis zum Meler Frieden, von den Reunionskammern Ludwigs XIV. bis zum Wiener Congresse, trat mir vor die Seele. Und nun? ... Ach Freund, wie ist diese Schmach noch gewachsen! Wo sind sie hin, alle die Wünsche und Hoffnungen der zwischen­liegenden Jahre? Schleswig-Holstein unter den Marterfäusten dänischer Rache,- in Hessen Kriegsgericht/ Deutschland zer­rissen wie je/ und Helgoland, das einst zu Schleswig-Holstein gehörte?......Nun, das lebt noch unter britischem

Banner!"

Oetker hat die machtvolle Erhebung der deutschen Stämme noch erlebt, die sein warmfühlendes deutsches Herz mit un­aussprechlicher Genugthuung erfüllte, dem Ausrichten deutscher Hoheitszeichen auf Helgoland durfte er nicht mehr beiwohnen,......wie hätte es ihn hochgestimmt und

seinen alten Augen gut gethan!----

Das Seebad hatte doch recht eigentlich einen gewaltigen Hunger in mir hervorgerufen. Der Magen ließ sich mit den Betrachtungen mancherlei Art, zu welchen der Aufenthalt auf der Düne Anlaß bot, nicht genügen, er verlangte ge­bieterisch neue Füllung.

Unnöthigerwei e erspähte ich im Weiterschreiten am Fuße des Dünenrückens einen großen, flachen Stein, welcher einen lebhaften Appetit auf Schweizerkäse wecken mußte, denn wie dieser war er mit zahlreichen Rundlöchern durchbohrt.

Da wars nun um mich geschehen. Im Handumdrehen befand ich mich im Ohlsen'schen Dünenpavillon am Herren­bad und ließ auftafeln: Hummer mit Mayonnaise, ein winziges Beefsteak, Sardellenbrötchen u. s. w. wobei mir heute noch unbegreiflich, wie ich das Alles bewältigen konnte. Dazu trank ich mehrere Flaschen Stout.

Und als ich nun den schaum'gen Rest Des schweren Biers getrunken, Da hab' ich mir mit düst'rem Sinn Die Rechnung hergewunken.

Meine Befürchtungen ich hatte so Manches munkeln hören über das theure Pflaster Helgolands waren denn auch nicht übertrieben.

Als ich wiederum über den theergetränkten Steg an den Strand hinabstieg, lag gerade ein Boot zur Ueberfahrt bereit.

Abgestoßen! Segel hoch!.....es bauschte sich und

knatterte im Winde. Pfeilgeschwind schoß es durch die Wogen. Nach fünfundzwanzig Minuten setzte es die fröhlich dreinblickenden Dünenbesucher beiderlei Geschlechts auf der Insel ab.

Nach dem ungewohnten Bade in freier See äußerst er­müdet, suchte ich sogleich mein Logis bei I. P. Aeuckens auf und wars mich, zu einem Nachmittagsschläfchen aufgelegt, aufs Sopha.

Nach dem Erwachen belehrte mich ein Blick auf den tickenden Zeitmesser an der Wand, daß ich von 37 Uhr fest geschlafen hatte.

Neu gestählt erhob ich mich und schlenderte durch die Gassen des Oberlandes der Ostküste zu. Mein Weg führte mich an der Kirche und dem schmucklosen Ruheplatz der Todten vorbei.

Friedhofsstille umfing mich, als ich den letzteren betrat. An dem Grabe einer vor langen Jahren drüben auf der Düne während eines Unwetters vom Blitz erschlagenen, jugendlichen Schauspielerin, Malvine Erck, blieb ich sinnend stehen und entblößte mein Haupt.

Ergreifend wirkt auf den gemüthvollen Betrachter die stimmungsvolle Grabinschrift:

hier ruht, vom gold'nen Menschheitsbaume Verweht durch einen Wetterschlag, Still eine Knosp' int Blüthentraume Zur Reife für den jüngsten Tag."