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Das Kind der Tänzerin.

Roman ans dem amerikanischen Leben von Joseph Treumann.

(Fortsetzung.)

Das Gesicht der alten Haushälterin verrieth ihre Schuld. Verzeihen Sie, Sir ja, ich that es," stammelte sie. Ich konnte nicht anders, S>ir; sie stand, von Schnee und Regen durchnäßt und vor Frost zitternd, vor der Thür und sagte mit ihrer süßen, zarten Stimme:Darf ich eintreten und meinen Großpapa sehen? Und da es heute Nacht gerade acht Jahre sind, seit"

Genug!" unterbrach er die Schwätzerin,'bringen Sie das Kind zu Miß Greylock hinauf,' ich gehe jetzt aus und wenn ich zurückkomme, werde ich Ihnen weitere In­structionen ertheilen."

Die alte Hopkins starrte ihn an, als ob er aus dem Monde gefallen wäre.

Mr. Greylock aber trat in den Hausflur) er nahm Hut und Ueberzieher, verließ das Haus und schritt durch Nacht und Sturm der Villa zu.

Dichte Finsterniß herrschte in dem Park) der Sturm tobte und der Regen, mit Hagelkörnern vermischt, schlug ihm heftig ins Gesicht) er aber schritt, unbekümmert um dte Wuth der Elemente, rasch seines Weges dahin wie ein SOiann, der ein bestimmtes Ziel vor Augen hat. Als er sich dem Hause näherte, sah er Lichter an den Fenstern erscheinen und wieder verschwinden und gewahrte hinter den Gardinen die Schatten hin und her eilender Personen. Das Mädchen war also vermißt worden) Iris und die Diensterschaft suchten

AerrStag de« 29. Juni.

L

erstirbt Dir ein wundervoller Traum, Will eine Hoffnung sich müde neigen, O wisse: Der stolzeste Eichenbaum

Hat welke Blatter in seinen Zweigen.

Anna Nitschke.

Du bist auf dieser Welt nur Gast

Auf eine kurze Zahl von Tagen;

Wird Dir's so schwer, Dich also zu betragen,

Daß Du nicht andern Gästen fällst zur Last?

Trojan.

nach ihr. In dem Hausflur begegnete er der Wittwe seines Sohnes. Sie war leichenlaß vor Augst und Bestürzung.

Ethel!" stöhnte sie, indem sie beim Anblick ihres nächtlichen Besuchers, einer Ohnmacht nahe, zurückprallte) sie ist fort) ich kann sie nicht finden ich bin verloren!"

Beruhigen Sie sich, Madame," antwortete er kalt) Ihr Kind befindet sich sicher und wohlbehalten in meinem Hause) ich bin gekommen, um einige Worte unter vier Augen mit Ihnen zu reden."

Jetzt begriff Iris, daß eine Krisis für sie gekommen war. Ethel war im Herrenhaus und Godfrey Greylock in der Rosen-Villa. Mechanisch führte sie ihn in ihr Boudoir und machte die Thür hinter sich zu.Nun?" sagte sie.

Er blickte streng und entschlossen drein.Seit nahezu zwei Jahren," begann er,wohnen Sie in dieser Villa unter Einschränkungen, die Ihnen, wie ich vermuthe, nicht angenehm sind. Heute Nacht bin ich eine halbe Meile weit durch Sturm und Dunkelheit gekommen, um Ihnen eine Veränderung Ihrer Lebensweise vorzuschlagen. Ohne viele Worte zu verschwenden, will ich nur sagen, daß ich Sie mcht für die geeignete Person halte, um Ihr Kind zu er­ziehen. Ueberlassen Sie die Kleine mir,- ick werde ihre Ausbildung überwachen, sie soll erzogen werden, wie es einer Tochter des Hauses Greylock geziemt: ich werde sie mit paffenden Gespielinnen umgeben und sie zu meiner künftigen Erbin einsetzen."

Iris war nahe daran, vor Staunen und Freude laut aufzuschreien. Ein kleiner Zank mit Hannah, die Flucht eines verhätschelten Kindes von der Rosen-Villa direct nach dem Herrenhause, und siehe da, hier war das Resultat, das sie lange, lange Monate heiß ersehnt und mit allen ihren Kräften augestrebt hatte. Später hoffte sie die näheren Umstände zu erfahren) jetzt begnügte sie sich, mit halb ent« rüstetM, halb traurigem Tone zu sagen:Ist es möglich, daß Sie mich von meinem Kinde zu trennen wünschen?"

Nicht ganz und gar; es soll ihr gestattet sein, Sie zu sehen, so oft sie es wünscht) ich aber muß Ethels Vor­mund sein, nicht Sie, auf mein Wort muß sie hören, nicht auf das Ihrige) mein Einfluß und kein anderer darf sie umgeben, und vor Allem muß dieser Tanzunterricht aufhören, kurzum, Sie müssen aller Controle über das Mädchen entsagen."

Und als Entgelt?"

Als Entgelt erhalten Sie Freiheit, ohne Zwang und Einschränkung nach eigenem Gutdünken zu leben; ferner er­halten Sie den Besitztitel der Rosen-Villa nebst einem Ein-