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Roman ai
Zeit, besonders beim Bergsteigen, infolge von Ueberanstreng- ung des Herzens sehr leicht Herzklopfen. Zur Beseitigung desselben genügt übrigens zeitweiliges Stehenbleiben. Wenn sie aber mehrere Tage marschirt sind, hört das Herzklopfen vollkommen auf, der Herzmuskel hat sich eben gekräftigt und ist nun im Stande, die durch die stete körperliche Bewegung vermehrte Arbeit der beschleunigteren Blutcirculation zu leisten.
Infolge von Herzschwäche staut sich auch leicht das Blut im Venensystem auf, wodurch Schwellungen und Entzündungen^ Hämorrhoiden, Krampfadern, Wassersucht u. s. w. entstehen, indem, ähnlich wie ein gestauter Bach aus seinem Bett über die benachbarten Gefilde sich ergießt, das Blutwasser aus den Venen in das umliegende Gewebe und die Körperhöhlen eindringt. Wird nun durch längeres Marschiren das Herz gekräftigt und seine Thätigkeit vermehrt, so erhöht sich auch bedeutend seine Saugkraft und es vermag das in die Gewebe ausgetretene Wasser wieder aufzusaugen. Unterstützt wird das Herz hierbei noch durch das beim Wandern eintretende starke Schwitzen und durch die Steigerung der Nierenabsonderung, wodurch viel Wasser und Abfallproducte des Stoffwechsels ausgeschieden werden. Daher bilden auch für- alle derartigen Leiden, zur Heilung und Vorbeugung, längere Fußtouren das beste Mittel.
Auf also, das Ränzel geschnürt und hinausgewandert in die freie Gottesnatur, den ewigen Gesundbrunnen für Körper und Geist- aber nicht nur öfter für einige Stunden, sondern womöglich einmal für mehrere Wochen hintereinander. Das verleiht dem Körper Gesundheit, Widerstandsfähigkeit und jenes Kraftgesühl, welches den Kampf mit den Schwierig- keilen des Lebens erleichtert und die wesentlichste Basis einer gesunden Heiterkeit des Geistes bildet!
Redaction: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brübl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei (Pietsch & Scheyda) in
jetzt beginnenden Sommersaison entweder einmal wochenlang oder öfters tagelang durch Wälder und Felder marschiren. Wer auch nur 14 Tage hintereinander selbst in der traurigsten Gegend über Felder, Hügel, Wiesen und Wälder wandert, hat für die Erfrischung seines Geistes, für die Kräftigung seiner Nerven, sür die Gesundung und Widerstandsfähigkeit sämmtlicker Körperorgane weit mehr gethan, als wer ein vierwöchentliches Schlaraffenleben in einem Luxusbade führt.
Vor Allem ist bei längeren Touren von großem Nutzen der beständige Aufenthalt in frischer, freier Luft. Die Lungen, welche daheim, namentlich im Winter, recht oft die zweifelhaftesten Luftmischungen einathmen müssen, erhalten jetzt stets eine fast kohlensäurefreie, sauerstoffreiche Luftspeise. Der größte Vortheil aber liegt in Folgendem: Wer sich, wie die meisten Städter, nicht körperlich anzustrengen braucht, nimmt für gewöhnlich bei jedem Athemzuge nur in einen geringen Theil seiner Lunge neue Luft auf, während in dem ganzen anderen Theile die alte, ausgenutzte, schlechte Lust verbleibt. Dadurch wirb nun nicht nur den rothen Blutkörperchen weniger von ihrem Nährmaterial, dem Sauerstoff, zugeführt — blasse Farbe der Stubensitzer —, sondern die vielen unthätigen Lungenbläschen schrumpfen, besonders an den Lungenspitzen, allmälig zusammen, werden widerstandsunfähig und bilden dann einen gefährlichen Nährboden sür alle krankheiterregenden Mikroorganismen, wie diejenigen der Lungenentzündung, Schwindsucht u. s. w. Deshalb nehmen auch alle Lungenkrankheiten, vom einfachsten Spitzenkatarrh bis zur schwersten Tuberkulose, meist in den Lungenspitzen ihren Anfang. Soll nun den Krankheitserregern dieses günstige Ansiedelungsfeld entzogen werden, so muß man auch die Lungenbläschen in den Spitzen ventiliren und in Thätigkeit setzen, was am besten durch lang anhaltendes Marschiren geschieht. Denn Plötzlich und auf einmal, etwa durch gelegentliches recht tiefes Einathmen, läßt sich dies keineswegs erreichen. Denken wir uns die Lunge wie einen (trockenen) Schwamm, dessen äußerste Poren an der Spitze mit Leim zusammengeklebt sind. Legen wir nun Viesen Schwamm in's Wasser, so saugen sich zwar die freien, offenen Poren sofort voll Wasser, aber die verklebten nehmen nur ganz allmälig, meist erst nach längerer Zeit, eine nach der andern, das Wasser in sich auf. Aehnlich verhält es sich mit der Lunge. Während beim gewöhnlichen Athmen in körperlicher Ruhe nur die normalen offenen Lungenbläschen sich mit neuer Luft füllen, saugen bei körperlicher Bewegung infolge des tieferen Athmens nach und nach immer mehr der vorher unthätigen, meist verklebten Lungenbläschen Luft auf und zwar von Stunde zu Stunde, von Tag zu Tag immer mehr. Man merkt dies auch beim Wandern ganz gut. Am ersten Tage leiden die Stubensitzer dann meist an Luftmangel, sie müssen immer einmal tief aufathmen, die Brust scheint ihnen zu eng, weil eben sür den Mehrverbrauch an Sauerstoff noch nicht genug Lungenbläschen in Thätigkeit getreten sind- aber von Tag zu Tag bessert sich dies, die Lunge scheint immer weiter zu werden, die Brust immer freier. Also ist länger fortgesetztes Wandern die beste Lungengymnastik und bildet das erfolgreichste Mittel zur Gesundung der Lunge und zur Vorbeugung gegen die vielen gefährlichen Lungenerkrankungen.
Noch ein anderes, äußerst wichtiges Organ unseres Körpers zieht aus größeren Fußtouren sehr viel Nutzen: das Herz. Mit dem Herzmuskel verhält es sich nämlich ebenso wie mit den übrigen Muskeln des Körpers- je mehr Arbeit dieselben leisten, um so kräftiger und fettarmer werden sie. Wie man nun aber z. B. die Armmuskeln nicht auf einmal durch Heben von schweren Gewichten stark machen kann, sondern dazu regelrechte tagtägliche Armarbeit (auch Hanteln) ausüben muß, ebenso kann der Herzmuskel nur allmälig gekräftigt werden. Auch dies merkr man beim Wandern. Touristen mit „schwachem Herzen" bekommen in der ersten
Literarisches.
Katechismus d«S Nadfah sports. Von vr. Carl Biesen- dahl. Mit 104 in den Text gedruckten Abbildungen. In Original- Leiuenband 3 Mk. Verlag von I. I. Weber in Leipzig. — Der Rad- fahrsport fördert Gesundheit und Wohlbefinden, erleichiert die Wanderung in Feld und Flur, ermöglicht das Wohnen weit draußen im freundlichen Vorort und erhält seine sociale Bedeutung vor allem auch dadurch, daß er dem Minderbemittelten nicht versagt bleibt. Der Verfasser vorliegenden Bandes, Herausgeber der Sportzeitung „Der deutsche Radfahrer", gewährt einen historischen Ueberblick über die Entwickelung des Fahrrades von den ersten ungelenken Versuchen an, behandelt eingehend das moderne Niederrad in allen seinen Bestandtheilen, ertheilt practische Rathschläge bei Ankauf des Rades und gießt die erste Anleitung zur Erlernung des Radfahrens. Der stets klar und anregend schreibende Autor geht alsdann näher ein auf Hygiene und Training des Rarfahrers, Renn- und Tourenfahren, Militär-Radfahren, Vorschriften dir Behörden. Der Betheiligung der Damenwelt an diesem Sport ist en: besonderes Capitel gewidmet, ebenso der passendsten Kleidung des Radfahrers wie der Toilette der Radfahrerin. Recht werthvolle Abschnitte find schließlich die über Topographie und Kartographie der Radtourism, über radsportliche Literatur und Presse.
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Die Frau ist schuld! — Eure Frau selbst ist es, die ihrem Geschlechte den Vorwurf macht, mit schuld an dem Niedergange der Familienlebens und, durch übertriebene Ansprüche in der Ehe, auch M an der zunehmenden Ehelosigkeit zu sein. Unfern jungen Mädchen mangelt meistens die Verantwortungsfähigkeit; wenn sie in d-e vy- treten, verstehen sie nicht, mit Wenigem hauszuhalten. Wie viel wur - allein schon dadurch erspart, daß die Frau die Anfertigung ihrer eigene Kleidung und derjenigen ihrer Kinder in die Hand nähme! Sebes wei' liche Wesen sollte diese nützliche Kunst erlernen, die mehr wert!) hl - mühsame und augenverderbende Handarbeiten, und in keiner Fam sollte das maßgebende Fachblatt für Mode und Schneiderei, »W Modenwett*, fehlen. Wir machen dabei ausdrücklich daraus ' merksam, dah die weltbekannte „Modenwelt" nicht zu verwechse i mit neueren Unternehmungen, die sich nicht gescheut haben, den eingebürgerten Titel der „Modenwelt" sich zuzueignen. „JJ weit" bringt jährlich etwa 500 Schnittmuster für alle Theile vr leite und zugleich Anleitung zu practischem Zuschneiden, -p V . t Holzschnitte und farbige Bilder veranschaulichen das ganze weite der Damen- und Kinderkleidung, der Wäsche und PractlJc^crs|yoselll arbeiten. Der von Modelhorheiten unbeeinflußte Geschmack der,, > weit" ist im In- und Auslande längst anerkannt worden, u staunenswerth billige Preis, 1,25 Mk. vierteljährlich, ermöglicht e; o mann, auf das nützliche und werthvolle Blatt zu abonniren.
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