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In England müssen die Schüler in den einzelnen Klassen jährlich einen Aufsatz schreiben über die Barmherzigkeit gegen Thiere. Die zwei besten Aufsätze werden von den Lehrern dem Vorstand der Thierschutzvereine zugesandt, der die Arbeiten prämiirt. Außerdem sind Kinder Mitglieder von Thierschutzvereinen ; die Statistik hat ergeben, daß seit dieser Einführung die Verbrechen, die auf kindliche Roheit zurückzuführen sind, sich um die Hälfte verringert haben.
Am wirksamsten natürlich bleibt auf diesem Gebiet die häusliche Erziehung. Die Kinder lieben von Natur aus jedes Thier, ost findet man wahre Kameradschaften zwischen den häßlichsten Thieren und Kindern, zum Entsetzen der unbe-
verschlossen sein (der Lampencylinder wird durch eine Blasenhaut verschlossen) und die Oeffnung unten mit Moos oder Watte verstopft werden. Um die Oculanten vor zu scharfer Einwirkung der Sonnenstrahlen zu hüten, find die Chlinder mit Berliner Blau innen anzustreichen oder mit Papier zu umkleben. Wenn die Augen angewachsen sind und anfangen zu treiben, was meist nach 3 bis 4 Wochen der Fall ist, so gewöhne man sie allmälig an die freie Luft und entferne den Schutz endlich bei feuchter Witterung ganz. Die Rerser
Thiec gegenüber die höchste Moral, sie ist ein Capitel, das in den Religionsunterricht der Schulen ganz besonders ausgenommen werden sollte- es gehört zur ethischen wie zur sittlichen Erziehung. Wieviel und was in Schule und Haus Leu die kindliche Thierquälerei gethan wird, entzieht sich dem genauen Ueberblick. Eines aber ist sicher, daß die Resultate weit hinter dem Wünschenswerthen Zurückbleiben! Das lehrt uns fast täglich — die Straße!
In erster Linie müßte die Naturgeschichte zu Hilfe genommen werden. Das Eindringen in das Wesen des Thieres erweckt das Interesse des Kindes und damit auch jenes Gefühl, das in jeder unverdorbenen Kindesseele ruht: das Mitleid mit dem schwächeren Geschöpf, den edlen Stolz des Stärkeren. ,, . .
In Frankreich hat oie Schule den Tierschutz nut ttt ihrer, Lehrplan ausgenommen - er wird lediglich auf sittlicher Grundlaae ohne Anlehnung an die Religion gelehrt. Er umfaßt auch ganz besonders den Schutz der Vogelnester und
trotzdem es ein so Leichtes ist, die Thiere mit Aether zu tobten. .
Frösche, Maikäfer und andere Jnsecten, Hunde und Katzen des eigenen Hauses, gefangene Mäuse, die man langsam von der Jägerin Katze zu Tode martern läßt in Gegenwart der Kinder — sie alle bilden das Heer der Thiere, an denen Kinder ihre Grausamkeiten ausüben können und leider meist ausüben dürfen.
Kein Kind hat von der Natur die Anlage erhalten, Freude an der Qual schwächerer Geschöpfe zu empfinden- wo dieser Zug von Grausamkeit schon an kleineren Kindern beobachtet wird, ist die Erziehung daran schuld. Man kann bei richtiger Erziehung aus jedem Kindergemüth das machen, was man will, ein grausames, gefühlsrohes und herrisches Geschöpf, das int späteren Leben immer nur in roher Weise die Macht des Stärkeren geltend machen wird, aber auch ein mitleidiges, für das Leid anderer empfindsames Wesen, das sich seiner Kraft und Ueberlegenheit gerade dadurch be- i mußt wird, weil es gelernt hat, dem Schwächeren Schutz zu bieten! _____________
GEeinnütziges.
Auslege« geschnittener Kartoffeln. Das Legen geschnittener Kartoffeln ist vielfach gebräuchlich, kann aber unter Umständen sehr nachtheilig für die Kartoffelernte werden. So hatte im vorigen Jahre mein Nachbar viele geschnittene Kartoffeln zur Saat verwendet- nachdem sie aufgegangen waren, froren dieselben sämmtlich bei einem starken Nachtfrost, welchen wir Ende Mai hatten, ab. Die nicht geschnittenen dachten Mutter. I Kartoffeln wuchsen nun nach einigen Tagen ununterbrochen
Aber wie wirkt hier das Haus so häufig auf das Kind weit während die verschnittenen theils gar nicht nach-
ein! Die Fälle von Grausamkeiten, die an dem Thiere tm wu^en theils sehr schwache Keime trieben, welche bei der
Hause verübt werden, sind haarsträubend! damaligen Dürre nach kurzer Zeit wieder vertrockneten. Es
Da wird in Gegenwart von kleinen Kindern Geflügel immerhin besser, die Saatkartoffeln mit der Hand zu abgeschlachtet, selten in richtiger Weise. Anfangs entsetzt, erlesen, die kleinen und größten zum Verfüttern oder Versieht das Kind den Zuckungen des Thierkörpers zu- da diese hinnen und nur die Mittelkartoffeln zur Saat zu verwenden. Manipulationen aber von einer höheren Macht, von der I (g^ßte matt jedoch bei der alten Methode des Schneidens Mutter oder der Köchin ausgeführt werden, so muß, nach öer6Ieiben wollen, so muß die Schnittfläche immer nach unten der kindlichen Logik, die Sache gutzuheißen sein. Das Kind I werden, da andernfalls die Keime der Kartoffeln nach gewöhnt sich daran. Wie viel leichter schlägt es dann I jn die Erde treiben und erst um die Saatknolle Spinnen, Käser, Schmetterlinge und Amphibien tobt, zeigen I herumwachsen müssen, um an bie Oberfläche zu gelangen, ihm biese Thiere doch nicht ben gleichen Tobeskampf tote bas I Immerhin aber geht bie geschnittene Saat später auf, bleibt größere Geflügel. in Folqe besten in ber ersten Zeit einige Tage im Wachrthum
Die Thierquälerei ber Fische im Haushalt, welcher bte I gen anberen zurück unb ber Stanb bes Felbes ist em Kinder bald gleichgiltig zusehen lernen, bilden allein eine I ^^eicher.
ganze Chronik. I * * *
Werden z. B. in einer Familie junge Katzen oder Mge Nachveredelung der Rosen im Frühjahre
Hunde ersäuft, so ziehen die Kinder wie zu einem Fest mit . ^n Edelreisern wird folgendermaßen ausgeführt:
hinaus, um das Todeszappeln der Thierchen zu „bewunder . ^u§^neiben des Edelauges wird l'/z Zentimeter unter-
Ich sand vor einiger Zeit bei einem Besuch m emer Z ^us,cyne gemacht, und zwar nicht senk-
Familie die sieben Kinder tnt Garten vor einer Tonne - I 1 mchse sondern schräg nach dem Wurzelende gerichtet -
sammelt, die nur zur Hälfte mit Master gefüllt war und in recht zur Achse,,, °^7imeter tief sein. Alsdann wird das
der vier nicht gar zu kleine Hunde Ersauft werden sollten, er 6 f Dimeter oberhalb des Auges angesetzt und
Em Thierchen nach dem andern wurde ersauft, die ganze 11 la ( hxrausgeschnitten, indem man das
häßliche Procedur dauerte eine Stunde. Und wahrend dieser tz t @$nbSIage be§ ersten Schnittes zuführt,
ganzen Zeit johlten und pulten bie Kinder vor Vergnügen M st * Schildchen entsprechend, wird am Wildling
um bie Tonne herum rote Indianer vor dem Opfer am j bieje§ geschehen, so wird
Marterpfahl. Die Mutter aber sagte mir bann: „Ich> wollte Ast verbunben unb ein Glasehlinber (auch alter Lampen-
bte Thierchen fortschaffen lassen, aber bie Kmber ließen { Veredelung gestülpt. Letzterer muß oben
sich nicht nehmen, die Hunde selbst zu ertranken!" I c9ltnoer2 UD.er .......sL*
Wenn gebildete Mütter solche unverzeihliche Fehler begehen, kann man dann von der schwer arbeitenden Frau aus dem Volk verlangen, daß sie die Kinder von jeder Thierquälerei abhalten soll? Denn ein in solchem Haushalt bedienstet gewesenes Dienstmädchen z. B. wird später im eignen Heim ihren Kindern ähnliche Grausamkeiten auch gestatten, hat das doch bei den „Gebildeten" gelernt!
Wie quälen die Kinder ost die Schmetterlinge? Stundenlang zappeln diese armen Thiere an der Stecknadel,


