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Ohr geleitet und durch die Löcher des Tüllstoffes gezogen. Jeder Stich bringt ein Blättchen zur Erscheinung, welchem mit Hilfe der Nadel die entsprechende Form zu geben ist, da daS Bändchen sich beim Durchziehen etwas zu winden pflegt. Kleine, weiße oder gelbliche Crystallperlen füllen die Blüthenkelche. *

Entfernung von Eisen- und Tintenflecke« ans Marmorplatten. Man gießt auf 15 Gramm Spießglanz­butter (Chlorantimon) und 30 Gramm Oxalsäure fast % Liter Wasser und läßt es sich völlig auflösen. Hierauf thut man soviel Mehl dazu, daß ein dünner Brei entsteht und trägt denselben mit einem Pinsel auf die vorher gut mit heißem Wasser gereinigte Platte. Zuletzt belegt man die Oberfläche mit Löschpapier, das man einige Stunden lang öfters an­feuchtet.

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Um weitzseidene Kleider, Hüte, Bänder vor dem Gelbwerden zn schützen. Zu diesem Zwecke färbt man dünnen Baumwollstoff mit gutem Neublau, wie man solches zum Bläuen der Wäsche benutzt, und schlägt die zu schützenden wetßseidenen Stoffe, und zwar ohne den blaugefärbten Mull vorher zu plätten hinein, sodaß sie völlig eingehüllt sind, schlägt sodann noch ein anderes dichteres, Weißes oder auch farbiges Tuch darum und verwahrt das Ganze in einem möglichst luftdicht schließenden Schrank oder Kasten.

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Ueberkrusteter Brechspargel. (Bereitungsdauer 30 Minuten. 4 Personen.) Der Inhalt einer Kg.-Dose Brechspargel wird erhitzt. Jndeß röstet man 50 Gramm würfelig geschnittenen Schinken und eine ebenso zertheilte Zwiebel in 50 Gramm Butter hellgelb, verkocht dies mit i/4 Liter süßer Sahne oder Milch und 1/8 Liter Spargelwaffer, in dem man 5 Gramm Liebigs Fleisch-Extract löste, zu dicker Sauce, würzt sie mit Salz, Pfeffer und 4 Löffeln geriebenem Parmesankäse und streicht sie durch. Mit dieser Sauce wird der abgetropfte Brechspargel abwechselnd in eine vor­gerichtete Backform geschichtet, zuletzt mit geriebener Semmel bestreut, mit brauner Butter beträufelt und 10 Minuten in einen heißen Bratofen gestellt.

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Große Bohnen (dicke Puff- oder Saubohnen). (Bereitungsdauer 30 Minuten. 4 Personen). Die Dose mit 1 Kilo jungen großen Bohnen darf erst kurz vor dem Gebrauch geöffnet werden, damit die Bohnen nicht dunkel anlaufen. Man schüttet sie in siedendes Salzwaffer, dem man eine Tasse Milch zusetzt, läßt sie aufwallen und thut sie sofort in die fertige Sauce, in der sie durchgeschwenkt werden, worauf man sie sogleich anrichtet. Zur Sauce löst man 6 Gramm Liebigs Fleisch-Extract in knapp Liter kochendem Wasser, brät 50 Gramm würfelig geschnittenen Speck hellgelb, thut eine geriebene Zwiebel und 35 Gramm Mehl hinein, schwitzt beides gar und rührt nun langsam die Bouillon dazu, daß eine sämige Sauce entsteht. Man würzt sie mit gewiegter Petersilie und nach Gefallen auch noch mit Bohnenkraut, sowie etwas Pfeffer.

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Vorzüglicher Tafelsenf. 1/i Kilo gestoßenes Senf­pulver, ein halbes Liter guten, weißen Weines sowie eine Messerspitze gestoßene Gewürznelken läßt man zusammen auf gelindem Feuer sieden. Alsdann bringt man ein kleines Stück Zucker hinzu, rührt dabei um und läßt das Ganze noch einmal gut aufkochen. Will man süßen Senf erhalten, so verkocht man ein halbes Liter guten Weingeist mit einem 1i4 Kilo Zucker und fügt in lauwarmem Zustande 125 Gramm Senfmehl, halb gelbes, halb braunes dazu.

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Salat aus Resten von Fleisch, Braten, Schinken. Die zur Verfügung stehenden Fleischreste zerschneide in kleine

Stückchen und vermenge mit ihnen fein zertheilte Sardellen, füge hinzu Zwiebel nach Belieben, ein Stückchen Apfel und eine halbe Essiggurke fein zerschnitten. Das Ganze wird mit Essig und Oel, etwas saurem Rahm, Pfeffer und Salz als Salat angemacht. Mit einiger Sorgfalt bereitet, ergibt sich eine ganz vorzügliche Zuspeise, insbesondere für Kartoffeln, aber auch zu Fleischspeisen.

Hrrrnsvistisehes.

Schwierige Arbeit. Erster Herr (im Theater): Entschuldigen Sie, aber würden Sie nicht Ihre Gemahlin bitten, den Hut abzunehmen? Ich bitte sehr! Ich kann absolut nichts sehen." Zweiter:Ich thäte Ihnen sehr gern den Gefallen, aber es geht leider nicht, wir wohnen außerhalb der Stadt und müffen heute noch nach Hause." Erster: Was hat das damit zu thun?" Zweiter:Das hat sehr viel damit zu thun,- unser Zug geht zwanzig Minuten nach Schluß der Vorstellung und sie braucht über eine Stunde, um sich den Hut aufzusetzen."

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Sonderbare Ursache. Eine große Actienziegelei ist total abgebrannt. Ein Detective zieht in der Umgegend Erkundigungen über die mögliche Ursache des Brandes e n und fragt einen alten Bauern, ob er glaube, daß böswillige Brandstiftung etwa aus Rache vorliege. Bauer: Nee, nee, Brandstiftung nicht, nee!" Detective:Viel­leicht nur fahrlässige?" Bauer:Glaub ich »ich, nee das liegt anders ja" Detective:Meinen Sie? Nun?" Bauer:Ja, wissen S' aber 's bleibt unter uns" Detective:Gewiß!" Bauer (flüsternd): Der Lehm war alle!"

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Trübe Ahnung. Köchin:Madam, mein Grenadier ist zum Gefreiten avanciert." Hausfrau:Na, hoffentlich ist sein Appetit nicht mitavancirt!"

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Frauenbosheit. Hausherr:Wen geben wir der alten Kokette Wanda bei unserem Souper zum Tischnachbar?" Gattin:Den Amtsrichter dem hat sie gestern, als sie als Zeugin vorgeladen war, ihr Alter nennen müffen!" * *

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Gemüthlich. Fremder:Kann ich die Rechnung jetzt haben?" Wirth:Gewiß . . . Sie können aber auch bis morgen warten . . . vielleicht fällt mir noch was ein!"

Meine Sterne.

Vor vielen Hunderten von Jahren, Da suchte aus den ewigen Sternen Der Mensch sein Schicksal zu erfahren.

Nicht niehr rote einst in jenen fernen, Vergang'nen Zeiten herrscht der Glaube An diese Deutung aus den Sternen!

Und doch! Schau' ich den Himmel an, Der Sterne ewigen Lauf und Bild, So überkommt mich süßes Ahnen, Durch meine Seele zieht es mild!

Die Sterne sprechen zu den Menschen: Der durch Jahrtausende uns führt, Er ist auch Euer Gott und Vater, Er ist's, der über Euch regiert!"

Und noch giebt es für mich zwei Sterne, Aus deren Strahl mein Schicksal spricht! Sie sind für mich gar nicht so ferne. Doch ach, sie leuchten mir noch nicht!

August Gotthard.

Redaetüuu S. Schehda. Druck und Verlag der Brühl'scheu Universitäts-Buch- und Steindruckerei (Pietsch & Gcheyda) in Sießen.