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- O Wara hehr,

SU den ®riffel Du führst um Land und SU«c, Und Tide schreibst auf goldenen Scheiden, O laß die Poffe, o laß da» Treiben!

Die Scheib- füllst Du mit eitel Lug, Zu gut ist das Gold für solchen Trug," klagt bitter der sich von Jngeborg verrathen glaubende Frithjof. (Tegnörs, Frithjofsage).Stoff und Form ver­einigen sich im goldenen Trauring zu einer symbolischen Be­deutung", und der vierte Finger der linken Hand, der darnach als Goldfinger bezeichnete, ist sein Platz, weil er nach alter, schon aus römischer Zeit stammender Ueberlieferung von diesem Finger gerade nach dem Herzen gehen sollte.

Schön, wahrlich ist dieser Glaube, erhaben diese Sitte. Und doch müssen wir hier die Anschauung zerstören, als sei die Bedeutung immer dieselbe gewesen. Der Trauring, verehrte Leserin, hat einen ganz anderen, keineswegs erhebenden Ursprung. Das Wort, von dem er sich herschreibt, lautet mißtönend in die Ohren einer edlen und selbstbewußten Frau, es schneidet in das Herz einer Zeit, in welcher die Frauen sich zur gemeinsamen Eroberung ihrer Gleichstellung mit den Herren der Schöpfung erhoben haben. Der Trauring ist rin Ueberbleibsel aus einer Periode, in welcher die Frau eine noch weit, weit untergeordnetere Rolle spielte, als dies nach den glühenden Darlegungen unserer Vorkämpferinnen der Frauenrechte selbst gegenwärtig der Fall ist. Er stammt auS der Zeit des Frauenkaufs, wo noch die Frau die Sklavin des Mannes war, der ihr Leben in seiner Gewalt hielt. Entweder raubte der Mann die Frau, vor Allem in Gegenden, wo die Frauen nicht häufig waren oder Vielweiberei herrschte. Man denke nur an den Raub der Sabinerinnen oder an den Raub der Töchter Silos durch die Benjaminiten (Buch der Richter, 21). Oder er kaufte sie von ihrem Vater und erwarb damit wieder daS Recht, sie auch seinerseits wieder zu verkaufen, wenn es ihm beliebte. Der Preis für die ge­kaufte Frau bedeutete die Entschädigung des Besitzers, des VaterS für den wirthschaftlichen Verlust, den er erlitt. Der Frauenverkauf war im Alterthum ganz allgemein. Jacob z. B. kaufte Lea und Rahel von Laban, indem er sieben Jahre um jedes der Mädchen diente. Auch heute ist der Frauenkauf noch durchaus kein überwundener Standpunkt, sondern findet sich in mehr oder minder augenfälliger Form bei zahlreichen wilden Völkern, ja sogar bei halbcultivirten, wie Chinesen und Türken. Die hebräische Sprache hat sogar dasselbe Wort für Verkaufen und Verheirathen. Auch bei uns ist die Kaufehe, oder was dasselbe ist, die Geldehe, häufig genug, auch das Brautgeschenk erinnert noch an den ehemals gezahlten Preis, nur, daß hier nicht die Eltern, sondern die Braut solchen erhält.

In China wird die Tochter einem Manne ausgeantwortet, ohne im Geringsten um ihren Willen befragt zu werden. Der Vater wählt, schließt den Handel ab, und die Braut wird dem Bräutigam, sehr häufig, ohne daß sich beide nur gesehen, übergeben. Unterhändler, man kann geradezu sagen, Makler betreiben ja die Sache. Sehr schön und bezeichnend drückt dieses Verhältniß folgendes chinesisches Gedicht aus:

Freiwerber und Freiwerberin, Der Eine hier, die Andere dort, Sie kommen sich entgegen, Der Eine, der geht in das Haus, Die Andere, die kommt heraus, Doch eines Handels wegen.

Freiwerber und Freiwerberin:

Was gehst Du hier? Was gehst Du dort? Sich Beid' einander fragen.

Mich schicket der, mich schicket die, Ich suche den, ich suche die, Sich Beid' einander sagen.

So gehn wir Beide nun sogleich, Ein Jeder hin auf seinen Weg, Werth ist die Zeit das Werk ist wichtig I

Des Machens Mern wthlt-n den, 8* hat das Mädchen sich erseh'«, WaS braucht'» noch mehr? Sa ist der Handel richtig!" (Rau, Sulturg,schichte.)

Dr. F. Hofmann führt nun in einer lesen-werthen Schrift .lieber den Verlobungs- und Trauring" den Nachweis, daß Ringe und Münzen nicht bloß die Kreisgestalt miteinander gemein haben, sondern auch bei verschiedenen Völkern ehemals die Stelle des Geldes vertraten.Bet den Aegyptern ver­traten goldene und silberne Ringe die Stelle des Geldes- sie wurden abgewogen. Im Arabischen wird gemünztes Gold metonymisch Ring Gottes genannt.' Schröder spricht von der im früheren Mittelalter so allgemein gebräuchlichen Bezeichnung des Geldes mitRinge", sei es nun, daß urspünglich wirklich Ringe die Stelle von Münzen vertraten, oder daß dies ein bloßer Sprachgebrauch war." Als mit der fortschreitenden Entwickelung auch die Stellung der Frau eine höhere wurde, veredelte sich die Form ihrer Besitznahme durch den Mann, der Kauf sank mehr zum bloßen Ceremoniell herab. Als solches haben sich Frauenkauf und Frauenraub indessen noch lange, ja bis zum heutigen Tag erhalten. So findet bei den Araukanern in Chile noch immer ein Scheinranb statt und bei uns erinnert die Sitte der Hochzeitsreise noch ebenso an den Frauenraub, wie derjenige der Ringverwendung an den Frauenkauf. Daß man gerade den Ring als Symbol des ehemaligen Verfahrens beibehielt, darf nicht Wunder nehmen, da man den Ring als Zeichen von Herrschermacht und Wahr­haftigkeit betrachtete, dem man selbst Zauberkräfte zuschrieb. Je weiter nun der alte barbarische Character der Ehe in den Hintergrund der Zeit zurücktrat, je mehr verschwand die Erinnernng an die einstige Bedeutung des Ringes als Sinn­bild des Kaufes und seine tiefere als Symbol der Treue und Wahrhaftigkeit trat in den Vordergrund. Daher war auch das Geschenk des Ringes ursprünglich nur ein einseitiges. Bei den Römern steckte der Bräutigam zum Zeichen der Verlobung der Braut einen Eisenring an den Finger, wie man überhaupt früher keine anderen als Eisenringe trug. Erst später kam die Verwendung des Goldes als Ringmaterial hinzu, ebenso wie aus dem ursprünglichen Berlobungsring ein Trauring wurde und an die Stelle der einseitigen Spende der Ringwechsel trat, um anzudeuten, daß der beiderseitige Wille die Verbindung schließe.

Die alten Germanen hatten ursprünglich ebenfalls den Frauenkauf, durch welchen die ,,Munt" (Vormundschaft) vom Vater auf den Mann überging. Den Gebrauch des Ringes haben sie dagegen von den Römern überkommen und zwar mit dem Christenthume, das auch Kranz und Schleier aus Italien nach dem Norden verpflanzt hat.

Literarisches

Die Sehnsucht nach der Heimath, welche jedem Menschen unaus­löschlich tief im Herzen eingebettet liegt, ist im Grunde nichts Anderes als die Sehnsucht nach der schönen, ruhigen Häuslichkeit der Eltern. Man denkt mit ganz besonderer Borliebe der Ordnung und Sauberkeit, welche da herrschte und in welcher sich so recht das Glück eines sonnigen, geordneten Familienlebens spiegelte. Ties in der Häuslichkeit wurzelt auch der Inhalt und das Streben derJllUstrirt«« Wüs-«' Zeitung", Verlag John Henry Schwerin, Berlin W. 35, welche in ihrer soeben zur Ausgabe gelangten Märznummer in vorzüglichster Ausführung eine musterhafte Zusammenstellung alles dessen bringt, was zur äußeren Ausstattung eines Bettes gehört, ferner eine selbst anzu­fertigende, garnirte Frisirtoilette mit Stuhl, Servirtisch-, Nähtisch- und andere Decken. Handarbeitskorb, Zeitungsmappe re. re. und vorzüglich jede Art von Wäsche für jedes Alter und Geschlecht, in neuesten Dessins und bei genauester Beachtung aller Sparsamkeitsregeln, die ja bekanntlich die goldenen Sprüche im Haushalte sind. Nach dem jeder Monats' nummer beigegebenen Schnittmusterbogen kann die Hausfrau alle diele herrlichen Wäschesachen, Matinöes, Reform - Wäsche re. sich leicht sewst anfertigen, ein sie ganz besonders auszeichnender Vorzug derJllusnrten Wäsche-Zeitung". Abonnements zu 60 Pjg. vierteljährlich nehmen außer sämmtlichen Buchhandlungen der Verlag welche beide auch Gratisprobenummern liefern und die Postanstalten entgegen-

Schehda) in Gieß«-

Redaction: Ä. Scheyda. Druck und Verlag der Brühl'schen Univerfitäts-Buch- und Steindruckerei (Pietsch &