384

R

Gemeinnütziges

ohm

cige Dei

sie i aus. schl. zu Z habt Jetz noch

übe, bin Dei

ersü UNt! von tone 0a«; Dei den nie, Dir

Redaktion: O. Scheyda. Druck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei (Pietsch & Schcyda) m G'kßcn-

Tomaten auf Junggefellenart. Schöne, vollsaftige, jedoch nicht Überreife Tomaten etwa sechs Stück durch- jchneide man quer in egale Hälften, richte sie in eine mit Butter ausgestrichene, niedere Kasserolle ein, salze sie gut, pfeffere sie etwas und lege auf jede Hälfte ein Stückchen Zucker.- So brate man sie aus schwachem Feuer 15 bis 20 Minuten, schiebe sie mit einem Schäufelchen mehrmals hin und h r, daß sie sich nicht anlegen, gebe eventuell noch etwas srische Butter dazu, hebe sie aus, solange sie noch ganz sind, nnd übergieße sie auf erwärmter Platte mit dem gezogenen Safte, den man mit einem TheelöffelMaggi" noch aromatischer und kräftiger gemacht hat. Beliebte Beilage zu Beefsteaks rc.

Literarisches.

Hunderttausende von Frauen treiben heutzutage Sport, sei es Reit-, Jagd-, Radfahr-, Segel-, Schwimm- oder sonst irgend einen Sport. Wie wohlthuend und kräftigend derartige Leibesübungen auf Körper und Geist einwirken, haben die Amerikanerinnen und Englän­derinnen schon längst erkannt und denselben schon zu einer Zeit gehul­digt, wo man bei uns dafür nur Worte wieüberspannt",eman- cipirt" rc. hatte. Heute hat sich das geändert. Umso stärker auch wird die Nachfrage nach geeigneten, den practischen Bedürfnissen entsprechen­den Sportcostümen. Wir möchtenDie Mobenwelt" nicht zu verwechseln mit den Titel-NachahmungenGroße" undKleine Moden­welt" empfehlen, die bei einer reichlichen Auswahl in Sportcostümen allen Anforderungen Rechnung trägt und auch Schnitte liefert, die für tadellosen, eleganten Sitz garantiren.

wenn es ihm schlecht geht?Was werden die Leute sagen?" fragt die in Dürftigkeit lebende Vornehme, welche ihren Kin­dern nur eine einfache Erziehung geben kann, und bringt mit Rücksicht darauf Opfer, welche tief in das Familienleben ein­greifen, den Mann, die Kinder und sie selbst unglücklich machen.Was werden die Leute sagen?" fragt das alternde Mädchen,wenn ich nicht heirathe? Werden sie mir glauben, daß ich oftmals gewählt wurde- werden sie nicht denken, ich seisitzen" geblieben?" Die Frage beängstigt sie, am Rande ihrer Jugend reicht sie ihre Hand der Leute wegen Einem, dem sie nicht gehört.Was werden die Leute sagen?" fragt die Braut, die mit Schrecken wahrnimmt, daß der Mann ihrer Wahl nicht würdig ist. Wissentlich geht sie ihrem Unglück entgegen, indem sie ihm zum Altäre folgt, dennwas würden die Leute sagen", wenn sie das Ver- haltniß löste? . . . Tausenden, die sich daran gevöhnt haben, auf das Urtheil Anderer mehr als auf ihren Seelenfrieden zu geben, wird diese Frage zum Fluche. Was sinddie Leute", die heute leben und morgen tobt sein können? Soll mein Geschick in den Händen Derer liegen, die wie Spreu sind? Soll ich, um es ihnen recht zu machen, mein Lebensglück opfern! Werden uns die Leute, auf die wir Rück­sicht nehmen, beistehen, wenn wir uns unglücklich fühlen! Unser Unglück kommt ihnen so gelegen wie unser Glück. Beides dient ihnen gewöhnlich nur zur Unterhaltung.

Scherze aus derLustigen Welt" (Verlag von Georg E. Nagel, Berlin SW. Vierteljährlich Mk. 1,30, Einzelnummer 10 Pfg.). Klara:Dieser Treulose! Hat uns also Beiden einen Heirathsantrag gemacht?" Laura:Ja, es scheint so!" Klara:O, dafür müßte er eigentlich fürchterlich bestraft werden?" Laura:Ich habe eine Idee!" Klara:Heraus damit!" Laura:Du mußt ihn heirathen!" Am Postschalter. Fremder:Lagert hier eine Post­anweisung für Josef Müller?" Beamter:Können Sie sich legitimiren?" Fremder:Na gewiß, hier ist meine Kost- wirthin, die mir schon acht Tage auf diese Geldsendung ge­pumpt hat." Gutes Mittel. A.:Sie sehen ja so schlecht aus?" B.:Ja, daran ist uusere neue Köchin schuld, die kocht ganz miserabel!" A.:Dann entlassen Sie sie doch!" B.:Ja, meine Frau will sich leider nicht von ihr trennen, weil sie so gut zu den Kindern ist." A.:Dann werde ich Ihnen was sagen- geben Sie ihr doch mal einen Kuß, wenn Ihre Frau ln der Nähe ist!" B.:Das ist wahrhaftig eine Idee! Daran habe ich noch gar nicht gedacht !" Gatte:Ach, Emilie, ist's hier schön, ich kann mich gar nicht satt sehen!" Emilie:Aber Männe, bet ist doch auch nicht nöthig wir haben ja heute Abenb schönes Schweinsrippel mit Sauerkohl!"

* * *

Der Reconvalescent. Frember (zum Hieselbatter, ber vor einiger Zeit burch einen fallenben Baum schwer am Kopf verletzt würbe):Nun, wie geht's Euch?" Hiesel- bauer:Dank' ber Nachfrag' es geht schon wieder! Aber vor be geiftreich'n Gebank'n muß ich mich halt noch in Acht nehma hat ber Herr Doctor g'sagt!"

Vermißtes.

Was werden die Leute sageu? Diese Frage bient vielen Menschen allein zur Richtschnur ihrer Handlungen. Wie unklug! Wer kümmert sich um das Schicksal des Einzelnen,

Ja," versetzte er mit seltsamen Tone,das ist ihre Handschrift." ,

Lesen Sie! Lesen Sie laut!" sagte meine Mutter, indem sie mir einen triumphirenden Blick zuwarf.

Sir Gervase gehorchte und las:

Liebe Mama!

Erlaube mir, Dich zum letzten Male so zu nennen. Ich bin jetzt das Weib Arthur Regnault Kenyons, des Mannes, den ich in der Schule so leidenschaftlich liebte, und dem ich trotz seiner vielen Fehler noch immer von Herzen gut bin. Es sind theils die jüngsten Ereignisse, theils seine leidenschaftliche Liebe für mich, welche mich zu diesem Schritt veranlaßt haben. Denke nicht weiter an mich und mache keinen Versuch, mich zu sinden! Ich be­finde mich wohl und glücklich laß Dir das genügen.

Ethel."

Ich unterdrückte meine Entrüstung bis zum letzten Worte dieses Schreibens- als aber Sir Gervase den Brief mit einer Geberde, die Zorn und Verachtung ausdrückte, auf den Boden warf, hob ich denselben auf und untersnchte ihn genau.

Dann gab ich ihn meiner Mutter zurück, deren Lächeln mir in diesem Augenblick wie das Grinsen eines Dämons vorkam, und bemerkte trocken:Eine plumpe Fälschuug ohne Datum und Postmarke! Nan hat diesen Brief nicht geschrieben keine Zeile- kein Wort davon ist echt. Du hast ihre Handschrift ziemlich genau nachgemacht- damit aber endigte Deine Geschicklichkeit."

Sie wurde zuerst roth, dann blaß.Wie kannst Du es wagen, Ethel, mich, Deine Mutter, einer Fälschung zu bezichtigen?!" rief sie.

"2Pfui!" fuhr ich wüthend fort -pfui der Niedertracht, solche Angriffe auf ein Mädchen zu machen, das sich nicht vertheidigen kann! Hat sie noch nicht genug gelitten? Hat sie nicht genug Unrecht erduldet? Kannst Du sie jetzt nicht verschonen sie, die Du so viele Jahre lang für Deine Tochter ausgabst und durch deren Einfluß Dir so viele und reiche Wohlthaten zu Theil wurden? Pfui! Pfui!"

Dann wandte ich mich vorwurfsvoll zu Sir Gervase: W»e aber konnten Sie auch nur einen Augenblick an diese Lüge glauben? Wahrhaftig, Nan hat keinen einzigen Freund mehr unter den Hunderten, die sie einst zu besitzen wähnte!" Ich verdiene Ihren Vorwurf, Cousine," erwiderte er leise. (Fortsetzung folgt.)