Literarisches

jthl'lchm UnivnMtS-Buch- und Steindruckerei (Pietsch & Scheyda) 'N ®tc6<n*

Der Untergang S. M. S.Iltis".

Donnerstag, 23. Juli 1896, Abends 11 Uhr.

Rebaction: A. Scheyda. - Druck und Verlag der Br

Es braust der Sturm, der Regen strömt Herab vom Himmel I Dunkle Nacht Bedeckt das Meerl Die Wellen sind Zu Wogen bergeshoch entfacht!

Lichtschein dringt durch die Finsterniß, Von einem Schiffe blitzt das Licht;

Cs kämpft das Schiff mit dem Orkan, Doch eine Rettung siebt es nicht!

Es schwankt das Licht herauf, herab. Es regnet, hagelt, schneit und stürmt! Die Wasser schlagen über's Schiff, Und Woge sich auf Woge thürmt!

Doch siegreich kämpft sich aus der Roth Das Schiff, da bricht mit Allgewalt Der Windsbraut höchste Stärke los! Verloren ist des Schiffes Halt.

Es greift's der Sturm, die Woge hebt's Haushoch empor und schmettert's tief Zum finst'ren Abgrund dann hinab Und schlägt es an ein Felsenriff.

Da bricht das Schiff inmitten durch! Die Flagge trägt es: schwarz-we,ß-roth! DerIltis" ist's! Der Commandant Und Alle seh'n den sich'ren Tod.

Es heult der Sturm, es braust das Meer, Der Tod grinst aus dem Wogengrund. Wir sterben für das Vaterland!

Ruft fest des Commandanten Mund.

D'rum rufen wir:Der Kaiser hoch!""

Laut stimmen Alle dreimal ein; Das Auge glüht, die Zähre rinnt Wohl in der Männer Bart hinein. Es heult der Sturm, es braust das Meer, Und aus den Wogen blickt der Tod. Der Obermaat stimmt an das Lied : Stolz weht die Flagge schwarz-wech-roth!

Sie singen's über'm Wogengrab Zum Gruße nach dem Vaterland. Da reiht die See das Schiff hmab, Und finster ragt der Felsen-Rand.

Es heult der Sturm, es wogt das Meer, Und auf den Wassern treibt der Tod. Erschütternd aber hallt es noch: Stolz weht die Flagge schwarz-werß-roth!

August Gotthard

Frauenemanzipation und Familienglück ; «Zur Sicherstellung des von der Frau in die Ehe Eingebrachten" find die Titel zweier Leitartikel, mit welchen der neue Jahrgang der vorzüglichen Wochen- rArift- .Dies Blatt gehört de« -auSfea«!* beginnt. Schon um dieser beiden Artikel willen verdient dieses Blatt von allen Familien gehalten zu werden, denn was darin gesagt ist, sollte werteste Beachtung finden weil es Segen stiften muß, Unglück verhüten oder vorbeugen kann.' Ueberhaupt ist die soeben eintreffende erste Nummer des neuen Jahrgangs von einer erstaunlichen Vielfältigkeit und es 'st unmöglich, auf dem beschränkten Raume, der uns hierfür zur Verfügung steht, so ausführlich darüber zu berichten, als das gute Unternehmen es verdient Die Menge wohlgemeinter, beherzigenswerther Winke für das praktische Leben, der reichhaltige Modentheil, der flotte Anfang des scannenden RomansHaus Fahren" von Martin Bauer die Gratis-BeilageDas ganze Deutschland soll es sein!" alles ist so interessant, daß die Frauenwelt stolz fein kann, ein derartig vortreffliches Blatt für ihre In­teressen wirken zu sehen. Für die Lieblinge des Hauses ist eine beson­dere alle 14 Tage erscheinende Beilage unter dem TitelDas Blatt der Kinder" geschaffen, welche viel Unterhaltendes und Belehrendes bietet. Wir empfehlen diese Zeitschrift angelegentlich mit dem Bemerken, daß jede Buchhandlung oder Postanstalt Abonnements zum Preise von 1 Mk. 40 Psg. pro Quartal übernimmt.

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Reuaniffen bin ich zufrieden; ich engagire Sie unter der Bedinaung, das Ihre Mutter nie krank wird, keine Groß- mutter ftirbt, kein Onkel eins Erbschaft hinterläßt und Ihre Cousine nicht zum Besuch kommt!"

wäre. Die Wirkung der Säure auf die Masis beruht offen­bar darauf, daß au» dem im Ueberschuß vorhandenen Wasser- glas Kieselsäure abgeschieden wird, welche die Poren voll- kommen verlegt und noch zur Verkittung beiträgt. Nachträge } ließ wird dann die Masse auch nicht mehr durch reines Wasser , aufgelöst. Ein anderer Versuch lehrte, daß die Maffe auch im - hohen Grade feuerbeständig ist. Einer der Formkörper wurde nach der Behandlung mit Säure etwa einen halben Tag lang in der Bunsengasflamme im Glühen erhalten, ohne daß er im geringsten gesintert wäre. " Für viele Fälle dürste e» will­kommen sein, eine derartige Maffe zu Gebote zu haben. Im Vorrath kann sie nicht gehalten werden, da sie wenige Stunden nach der Bereitung erhärtet; bei Anwendung von Kaliwasser, glas an Stelle der Natronverbindung geht die Erhärtung noch rascher vor sich. e e

Rost- und Tintenflecken. Eine Mischung von 2Loth Weinstein mit 1 Loth Alaunpulver tilgt die Rost- und Tintenflecken au» der Wäsche unb* dem Leinenzeug.

Sind die verschiedenen Heineren Sämereien ansaesäet, so bleibt in den meisten Fällen genug übrig, um im nächsten Jahre noch damit auszukommen. Damit nun die Keimfähigkeit der Samen nicht verloren gcht, schüttet man den- selben in ein Medieinfläschchen, klebt ein Stückchen Papier, auf welches der Name zu stehen kommt, an das Glas, bindet eine Schnur um den Hals und hängt die Flasche unverkorkt in einem kühlen Raume auf. e ,

Die zum Blumenzwiebelflor bestimmten Beete find herzurichteu und zu bepflanzen, die zur Treiberei be­stimmten Blumenzwiebeln in Töpfe zu psianzen und bis zum Eintritt stärkeren Frostes im Schatten in der Erde einzugraben, worauf man ste ins Kalthaus oder in den Keller bringt, bis ste zum Treiben eingestellt werden. Camelien und Eriken bringe man zu Anfang, alle übrigen zärtlicheren Topfpflanzen gegen Ende des Monats in ihre.Winterquartiere.

Chartreuse von Hühner«. Den Boden einer alatten mit Butter ausgestrichenen Form belegt man mit halbweichem Rosenkohl sowie Halbweichen Scheiben von rothen und gelben Möhren, bedeckt auch die Seitenwände mit solchen Möhrenscheiben und bestreicht Boden und Seitenwände mit Mer Kalbfleischfaree. Mehrere junge Rebhühner, die in­zwischen mit Welschkohlherzen weich gedünstet wurden, theilt man in Viertel, bringt ste mit dem Kohl ind^-RMeder Form, bestreicht ste oben mit Kalbfieischfarce, Meßt dis Form und kocht Alles im Wafferbade eine Stunde. Die Rebhühner- brübe verdickt man mit einer braunen Mehlschwitze, fügt Pfeffer, Champignons und Liebigs Fleischextract hinzu und fervirt sie zu dem gestürzten Gerichte.

Humoristisches.

NsriLiedener Sport. Im Norden Aufstieg mit dem Ballon Spitzbergen; im Süden Absturz der Touristen von den Bergspitzen. * ,

Bissig.Geheimräths Ludmilla ist ganz stolz darauf, daß Studiosus Zippel sie gestern aus dem Casino abgeholt hat."Na, der hat schon manchen Affen nach Hause gebracht." , .