Paulsen, aber anbeißen wollte keiner, trotz ihres vielen Geldes, als jener wilde Herr von Alting. Gott sei gelobt , daß die Sippschaft fort und Lindenhagen wieder in anstäudigen Händen ist."
.Wo der Spitzbube von Catton wohl geblieben ist?"
„Hm," meinte der Förster, „wohl wieder nach Amerika, wo solche Kerle gedeihen. Man hat ihn ja gerichtsseitig verfolgen lassen, doch nicht fasten können. Ich bin noch heute fest davon überzeugt,! daß er damals den Schuß auf unseren Herrn Rittmeister abgegeben hat und daß es nicht blos auf eine Verwundung abgesehen war. Aber es soll nicht davon gesprochen werden, Sie verstehen mich wohl —"
Paulsen nickte. Die Ehre der Hauses ruhte bei dem wilden John in der Ahnengruft.
Die Verlobung des jungen Paares wurde jetzt allseitig bekannt gemacht. Im Juni aber begleitete Baronesse Ellen den Vater in ein süddeutsches Bad, wo sich beide bis zum Herbste stärken sollten nach den aufregenden und traurigen Ereignissen des vorigen Jahres, während Justus die Guts- pflichten übernahm.
Da sich das junge Brautpaar bis dahin nicht wieder« sehen sollte , so wurde die Correspondenz dafür eine so lebhafte, daß der alte Herr sich verpflichtet fühlte, wie er sich humoristisch aurdrückte, den armen Briefträgern ein ihrem Dienste entsprechendes Nebengehalt zu geben.
Im Herbst, als die Ernte unter Dach und Fach gebracht, die Felder leer waren, da kamen von allen Seiten Hochzeitsgäste nach Altinghof, und zum ersten Male nach langer Zeit tönten wieder lustige Tanzweisen in dem großen Saal, wo einst die Großmutter als junge Frau zum letzten Male sich im fröhlichen Reigen gewiegt hatte.
Ja, es war auch heute eine fröhliche, ungetrübte Feier. Auf der großen Diele des Wirthschafts-Gebäudes tanzten die Hofleute mit den Frauen und Mägden, und auch hier war Glück und Freude wie im Schlosse, wo unter den Freunden kein Mißklang mehr herrschte und selbst Harald Römhild stolz darauf war, von den Neuvermählten als aufrichtiger Freund betrachtet zu werden.
Der alte Herr von Römhild aber neigte sich zu dem neben ihm sitzenden Rittmeister und sagte mit bewegter Stimme: „Wohl uns und unseren Kindern, daß nach dem ersten Neffen dieser zweite gekommen ist, dessen Beispiel bereits segensreich wirkt. Der erste war Amerikaner, dieser aber ist ein echter Deutscher vom alten Stamm, der seinem Namen Ehre macht."
„So tst's," erwiderte der Rittmeister ernst, «denn seine Mutter war echt deutsch, und seine Erziehung ebenfalls. Beides fehlte dem Toden, richten wir ihn deshalb nicht zu hart, mein alter Freund I"
„Der Tod sühnt Alles!"
Sie ließen ihre Gläser leise erklingen und leerten sie schweigend. _____________
Gemeinnütziges.
Hagebutten einzumachen. Man reibt die frisch gepflückten Hagebutten sauber mit einem Tuche ab, um sie von ihren Stacheln zu befreien, schneidet die Krone ab und nimmt die inneren Körnchen heraus, wozu man sich ein Hölzchen oder einen Federkiel zurechtschneidet. Die Köpfchen müssen sehr sauber und rein ausgehöhlt werden, dann läßt man sie in Wasser einige Male aufkochen. Man nimmt auf Va Kilogramm Frucht 375 Gramm Zucker, läutert diesen mit Hagebuttenwaffer, giebt den Saft einer Citrone sowie die Schale davon und eine halbe Tasse Weinessig dazu und läßt die Hagebutten so lange darin kochen oder so lange langsam ziehen, bis sie anfangen einzuschrumpfen. Nun nimmt man sie heraus, läßt den Zucker, bis er in breiten ! Tropfen vom Löffel fließt, kochen und gießt ihn über die
Früchte, die man noch einen Tag in einem sauberen Gefäß stehen läßt, damit sts recht gleichmäßig durchziehen, ehe man sie in Einmachgläser füllt.
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Hagebuttencompott? Die entkernten Früchte werden in einem glastrten Geschirr mit so viel Weinessig überschüttet daß man die fünf Minuten lang gekochte Masse durch ein Haarsieb treiben kann. Dann wird diese Masse wiederum übers Feuer gebracht und ihr so viel Hutzucker beigegeben daß man den Weinessig nicht mehr stark spürt. Die Masse wird hierauf stark eingekocht, abgekühlt und in Gläsern ausbewahrt.
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Ein unvergleichliches AuShülfsmttt-l, um kleine Fehler, die in der Küche vorgekommen find, wieder gut zu machen, ist Liebigs Fleischextract. Auch der erfahrensten Hausfrau kann es paffiren, daß in einem unbewachten Moment die Bratensauce dermaßen verkocht, daß fie durch nichts wieder wohlschmeckend zu machen ist. Da ist denn das Beste, eine neue künstliche Sauce herzustellen, was in der schnellsten und einfachsten Weise geschieht, wenn man kochender Wasser mit einem Eßlöffel voll Liebigs Fleischextract versetzt, mit Salz würzt und mit etwas saurer Sahne und Kartoffelmehl sähmig macht.
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Im Wirtter blühende Sträucher im Zimmer. Er dürfte manchen interessiren, zu erfahren, daß er recht wohl angeht, frühzeitig blühende Sträucher im Zimmer zur Blüthenentfaltung zu veranlassen. Dar hierbei zu befolgende Verfahren besteht in nachstehendem: Man schneidet von den Sträuchern mit einem schrägen Schnitt eine Anzahl etwa 2 Fuß langer Zweige ab und stellt diese in einer Vase oder in einem anderen Gefäße im warmen Zimmer an einen möglichst Hellen Ort, nachdem man dar Gefäß mit Wasser gefüllt hat. Letzterer ist wöchentlich zweimal zu erneuern und darf nicht zu kalt fein, besser ist er, wenn er etwas verschlagen ist. Die Zweige werden außerdem gleichzeitig mit lauwarmem Wasser besprengt und muß man aufpassen, daß fie in ihrer ursprünglichen Stellung verbleiben. Je wärmer dar Zimmer und je feuchter die darin befindliche Lust ist, desto eher werden stch die Blüthen entfalten. Im allgemeinen kann man darauf rechnen, daß dies nach etwa 3—4 Wochen geschehen wird, sofern man sorgfältig zu Werke geht- Will man z. B- natürliche Blumen zum Weihnachtsbaum haben, so versäume man nicht, Ende November Zweige von Ziersträuchern (vom spanischen Flieder usw.) abzuschneiden und solche in einem warmen Zimmer aufzustellen. Solche natürlichen Blumen find ein prächtiger Schmuck am Weihnachtsbaume.
Humoristisches.
Diplomatisch. Hausfrau (am Ende des Monats): „Was wünschen Sie zum Mittagessen?" — Studiosus: „Ich habe heute keinen Appetit! Bringen Sie mir nur eine Suppe — aber mit drei Leberknödeln!"
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Recht angenehm. Barbier (zum Gehilfen, der einem Herrn einen Zahn ausziehen soll): „Den Herrn mußt D' recht liebenswürdig behandeln — der hat noch ’n ganzen Mu d voll I"
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Auch ein Sport. „Elly, was muß ich sehen — Du in Thränen?" — „Ich will mich nur für den nächsten Brillant- schmuck thräniren!"
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Nobel. Erster Einbrecher: „Na, was enthielt der Geld- schrank, den Du aufgebrochen hast?" — Zweiter Einbrecher: ^Nur ein Fünfzigpfennigstück und einen Zettel: „Für gehabte
Redaktion: A. Sche-da. — Druck und Verlag der Brühl'schm UniverfilM-Buch- und Steindruckerei (Pietsch L Sch eyda) in Gießen.
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