AnterchaLtungsblatt znen Giehenev Anzeigen (Gensval-AnZGigev)

1894.

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Donnerstag, dm 25. Oktober.

Lola.

Roman frei nach dem Amerikanischen von Erich Friesen.

(Fortsetzung.)

Heiler lächelnd, ohne die geringste Ahnung von dem, was hier vorgeht, tritt Gerald ein. Als er die Beiden vor sich sieht Lola in halb trotziger, halb ängstlicher Haltung, Lord Rawdon bleich, hoch aufgerichtet, mit zornig erhobener Hand da erstirbt das Lächeln auf seinen Lippen.

Mit einem leisen, freudigen Ausruf eilt Lola ihm ent­gegen.

Wie froh bin ich, daß Sie da sind, Baron Gerald I"

Lord Rawdon zuckt zusammen. Sollte Gerald doch der Bevorzugte sein?

Ein Schimmer wahren Glücks breitet sich über Geralds offene Züge, als Lola ihm zum Willkommen die Hand reicht.

Ich bin so froh, daß Sie da sind/' wiederholt sie leise.

Ihr lieblicher Mund zittert ein wenig. Nur mit Mühe hält sie die Thränen zurück.

Rasch tritt Lord Rawdon an die Beiden heran.

Mein Gespräch mit der Baronin war privater Natur," ruft er heftig.Du wirst Dich nicht verletzt fühlen, Gerald, wenn ich Dich bitte, Dich zu entfernen."

Gerald blickt unschlüssig von Lola auf Arno und wieder auf Lola.

Da legt -sich eine kleine, zitternde Hand ileise auf seinen Arm-

Bleiben Sie!" flüstert die süße, bebende Stimme neben ihm-Ich bitte Sie, bleiben Sie! Ich fürchte mich."

So bleibe!" sagt Lord Rawdon finster.Wollen sehen, ob sie auch Dich betrogen hat."

Die Baronin Medfort betrügt Niemanden," ruft Gerald, sich hoch ausrichtend.Ich verbiete Dir solche Ausdrücke!"

Lord Rawdon lacht spöttisch auf.

Du wirst ja sehen." Dann, zu Lola gewendet, fährt er drohend fort:Ich frage Sie, Frau Baronin Medfort haben Sie meine Liebe um dieses Mannes willen verschmäht?" Schluchzend drückt Lola die Hände vor die Augen.

Laffen Sie mich! Soffen Sie mich!" fleht sie.

Nein. Antworten Sie lieben Sie den Baron Gerald Hastings?"

Gerald, der bisher schweigend dieser eigenthümlichen Situation gegenüber gestanden, sährt bet Nennung seines Namens auf.

FH bitt; V.h, meine Angelegenheiten mir selbst zu

überlaffen," sagt er kalt.Auch verstehe ich / dieseHScene durchaus nicht." -KMR

Du wirst sie sogleich verstehen," ruft Arno höhnisch. Wir trachteten Beide nach der Hand diese Dame. Mich hat sie bereits zurückgewiesen und damit zugegeben, daß sie nur mit mir gespielt hat. Sie wird es mit Dir nicht anders machen. Frag' sie doch!"

Gerald ergreift schweigend Lolas Hände. Sein Blick sagt mehr, als Worte zu thun vermögen.

Erblassend wendet sie ihr Antlitz von ihm.

O, Baron Gerald, lassen Sie mich gehen!" murmelt sie, ihre Hände aus den seinen befreiend.

Ich will Sie.nicht quälen," sagt dieser sanft.Es mag selten vorkommen, daß ein Mann in Gegenwart eines Anderen einer Frau seine Liebe erklärt. Doch Lord Rawdon und ich, wir haben keine Geheimnisse vor einander- . . . Regen Sie sich nicht auf, Frau Baronin! Sie haben zwar den einen Liebhaber abgewiesen. Daraus folgert aber noch nicht, daß Sie den Andern auch abweisen müssen."

Lola schweigt. Geralds liebevolle Worte beschämen sie.

Wieder lacht Arno spöttisch auf.

Die Baronin scheint noch nicht gesonnen zu sein, Dir gegenüber die Maske zu lüften," sagt er mit beißendem Hohne. So will ich es für sie thun. Sie hat uns Beide und viel­leicht noch manche Andere an sich gelockt, weil sie möglichst viele Opfer zu ihren Füßen sehen wollte. Ist es ihr ge­lungen, so lacht sie die Tölpel ans. Frag' sie doch selber, ob ich die Unwahrheit spreche!"

Nein, ich werde keine solche Frage an sie stellen," ent­gegnet Gerald ernst.

Hahahaha, Du ritterlicher Liebhaber!"/spottet Arno. Du willst Dich wohl in ihrer Gunst befestigen, indem Du Dein Benehmen mit dem meinen in den vorthetlhaftesten Con- trast bringst."

Du irrst, Arno. Diese Baronin weiß, daß ich sie von Herzen liebe, daß ich glücklich sein würde, sie als Herrin in mein liebes altes Schloß einzuführen. Doch Gott schütze mich davor, daß ich ihr auch nur ein böses Wort sage, wenn sie dies Alles zurückweisen sollte."

Was Lord Rawdons Zorn nimmer zu Wege gebracht, das thut Geralds Milde und Sanftmuth. Eine gewisse Rüh­rung bemächtigt sich Lolas.

Sie sind sehr freundlich," sagt sie freundlich lächelnd zu ihm emporblickend.Aber wirklich, ich ich ich habe nie daran gedacht, Sie zu zu hrirathen."

Geralds offene Züge überzieht eine tiefe Blässe.

Wenn das so ist," murmelt er mit zuckenden Lippen