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Offenbarung Joh. Kap. 21 83. 4:

Ein tiefer Seufzer entrang sich der Brust des Sterben« den; der Todesengel neigte die Fackel, Caspari hatte aus» gerungen.

An der Sterbestelle ließ der Landgraf eine Gruft Her­stellen und die Leiche beisetzen. Später wurde ein steinernes Kreuz auf dem Grabe errichtet, darauf standen die Worte:

„Gott wird abwifchen alle Thränen von ihren Augen Und der Tod wird nicht mehr fein, Noch Leid, noch Geschrei, noch Schmerzen wird mehr fein; Denn das Erste ist vergangen."

Noch einmal sah der Unglückliche um sich, faltete die Hände und betete laut die Worte des 51. Psalms: „Gott sei — mir — gnädig — nach — Deiner — Güte — und — tilge — meine — Sünden — nach — Deiner — großen — Barmherzigkeit. — Verwirf — mich - nicht — von — Deinem — Angesichte — und — nimm - Demen - heiligen — Geist — nicht — von — mir."

des Unglücklichen und legte seine Hand auf diejenige seiner Frau; Caspari faltete die Hände über die des Ehepaare«:

„Sibille--ist--meine--feit--

zwanzig--Jahren--verloren--geglaubte —

Tochter!" stieß der Verwundete mühsam hervor.

Barmherziger Gott! Jesus, mein Heiland!" riefen die I Mehr als hundert Jahre stand das Kreuz; dann zerfiel Knieenden aus einem Munde. Mit übermenschlicher Anstreng« I es. Jetzt ist nur noch eine dunkle Sage vorhanden, daß vor

ung zog der Verwundete ein Packet Papiere aus der Brust« I einigen Jahrhunderten an dieser Stells ein tragischer Fall vor« tasche seines Rockes, reichte es der jungen Frau, deutete aus I gekommen sei.

sie und Bardenstein und fiel wieder in eine tiefe Ohnmacht. I Helmine, die Schwester des Verstorbenen, feine Frau und

Männerrufe hallten durch den Forst. Landgraf W-thetm 1 mixt» g-nAtor »nh Kuweiter fanden. Sibille und Christoph, von der Jagd ^rückkchrend, trat gerben Bäu« Erden mit großer Liebe und Freundschaft von der

men hervor und eilte, als er die Gruppe sah, fiAeuuigst herzu. V)-$en Familie- ausgenommen. Helmine, die Sanfte, „Bardenstein! Sein Weib! Cispari im Blute mit dem betrachtete die junge, fchöne Frau und Nichte stundenlang mit Tode ringend! Was ist geschehen? tief der Fürst mit bleichem I Entzücken. „Vom ersten Augenblick an» da ich Dich sah," Antlitz. I sprach Helmine, „fühlte ich, daß Du zu mir gehörtest."

„Richtet---mich--auf, — — Kinder! bat I ^i sofprebigers trafen die Bardenstein schen Eheleute

der Verwundete, indem er seine letzten Kräfte zusammenraffte. I m-t <*uR{ne zusammen. Das war eine herrliche Stunde! „Gnädiger — Herr — Landgraf, — es — gibt - weder " Meine Gedanken sind nicht Eure Gedanken und meine - Hexen - noch - Zauberer- Ihr - habt - recht - flnb nicht Eure Wege, spricht der Herr. Denn so viel behalten, - ich - habe - unschuldig - Blut - vergossen ber Himmel höher ist, als die Erde, sind meine Gedanken — von — dem — gräßlichen — Aberglauben — verblendet. I denn gure Gedanken und meine Wege höher, denn Eure Die — alte — Beilstein — war — ein — treffliches I e« ^irte der treffliche Hofprediger.

Weib; - ihre - Tochter - hat - mein - unglücklicher Bardenstein dem Landgrafen seine Aufwarwng machte,

— Werb — gepflegt — und — dieses — Kmd gerettet, j . . mi ro(e felb Ihr Beide, trotz

Die — alte — Frau — würbe von mU *“f I dreifacher Bewachung, trotz Spürhunde und schweren Ketten da« — Blutgerüste - geschleppt, Märtyrerin aus den Thürmen entkommen? Mein Fürstenwort zum Pfände,

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erwürftte.' — Das — ist — sie, — meine — vielbetrauerte, | Barbenstein schilberte die Entweichung, den Schlaftrunk

tu der — Todesstunde —wiedergefundene — Tochter." I und das Einfangen der Fledermäuse aus s Genaueste.

Eine aewaltiae Bewegung erfaßte die Zuhörer. Der Der Landgraf lachte laut, als er den ganzen Hergang

14iroei aro&tl"über ’S ÄX ZÄÄ öte Zangen rouren. geuerüift bereitete und die Thürme auseinander that, rief

„Verbindet die Wunden! befahl der Mrst. „Mit oen | u beluüiat Die Landaräfin konnte sich nur schwer

unl « dmSlauben gewchnen, es sei «es mit gan» gewMichen traget den Unglücklichen vorsichtig in s Schloß. I In meinem Lande werden keine Hexen und Zauberer

Caspari hob die Hand, zum Zeichen, daß er sprechen , verfolgt!" sprach der Fürst noch oft - auch in späteren wolle. Die Anwesenden schritten dicht heran, kauerten nieder | wenn ev hörte, daß die schrecklichen Hexenverfolgungen und laufchten auf jedes Wort. I in anderen Ländern immer noch wütheten.

„Ich - bitte - Alle - um - Verzeihung!" sprach @erne bätte ber Landgraf den trefflichen Bardenstein

der Sterbende. „Lasset — keine — Hexen — mehr ver« i ro-eber in r^e Dienste genommen; der letztere dankte indessen

folgen. — Die — besten — Menschen - werden — au« — ^er Entschiedenheit. Maser und seine Frau im Schlosse

Rachsucht — verfolgt- — Rachsucht— hat — die gute I unb$orfe Bingenheim erlebt hatten, war so schrecklich, daß

— alte — Beilstein — auf s — Schaffst gebracht. | .-x b|e Erinnerungen daran niemals auslöschen konnten. Auf Die - Papiere - beweisen, - daß - Sibille - meine — Ronneburg hatte der tüchtige Mann außerdem eine so an« Tochter — ist. — Uebet — Freundschaft — und — Liebe, | bme Stellung gefunden, daß er diese nicht mehr verlassen — grüßet — mein — Weib, — die — Kinder — und — | » v . Justine^zog später, nach dem Tode ihres Vaters, zu Schwester. — Hier — im — Walde — will — ich — be« 1 { $ Sie lebten sehr glücklich zusammen und starben alt graben — sein. — Meine — heißgeliebte — Tochter mein I unb hvchbetagt, von Vielen vermißt und beklagt.

- theurer - Sohn, - könnt - Ihr - mir verzeihen? | ^^liche Hofprediger Meles fegnete 26 Jahre später, Sibille küßte den Sterbenden auf die Stirne. Barden« | ^a^dem kurz vorher seine viel«ehr« und tugendsame Gattin ge« stein drückte ihm herzlich die Hand; beide stützten ihn, indem I ^m Jahre 1686 das Zeitliche. Ihr Gedächtniß blieb sie die Arme um seinen Rücken schlangen- | -m Segen.

Die rachsüchtige Malwine nahm ein jämmerliches Ende; sie starb an einem Rückenmarksleiden, das jahrelang währte. Dem frommen Hofprediger bekannte sie ihre Schuld, für welche sie schwer büßte. „

Daß die liebe, gute Landgräfin Sophie Eleonore Anno 1663, den 7. October, also drei Jahre nach den zuletzt ge­schilderten Ereignissen, in dem jugendlichen Alter von 29 Jahren starb, wurde bereits angedeutet.

Achtzehn Jahre später, am 27. August 1681, Nachmittags zwischen 4 und 5 Uhr, starb Landgraf Wilhelm Christoph im Alter von 57 Jahren, nachdem er die Landgrafschaft Hesiem Bingenheim 33 Jahre und 3 Monate regiert, in dieser Zeit ’ viel Gutes gewirkt, Vieles zur Hebung des Wohlstandes ver