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Gemeinnütziges.
Wechfelwirthfchaft in der Gärtnerei. Ebenso wichtig, wie in der Landwirthschaft ist auch die Wechselwirth- schast in der Gärtnerei, und man wird bald herausfinden, daß es nicht gut thut, dieselben Gemüse und andere Pflanzen Jahr für Jahr auf derselben Stelle anzubauen; es ist nicht einmal dieses zwei Jahre zu wiederholen. Es entstehen dadurch krankhafte und schwächliche Pflanzen und der Boden wird ausgesogen. Dem wird am besten vorgebeugt, wenn man tief und flach wurzelnde Pflanzen, Hackfrüchte rc. in einer gewiflen Reihenfolge pflanzt. Wenn man gemischte Gemüse auf demselben Boden pflanzt, so kann das auf eine Reihe von Jahren fortgesetzt werden, man muß nur den Platz jedes Jahr für die betreffende Gemüse-Art wechseln. Hat man Kohl, Blumenkohl, Radieschen, Rüben oder dgl. dieses Jahr gepflanzt, so baue man das nächste Jahr Tomaten, Eierpflanzen, Psefferpflanzen u. s. w. und Süßkorn oder Rankengewächse im darauffolgenden. Eine derartige Fruchtfolge erhält dem Boden seine Nährstoffe und vergrößert demgemäß die Ernte.
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Bei milder Witterung versäume man nicht, seinen Pflanzen durch Oeffnen der Fenster die dieselben zu neuer Thätigkeit anreizende frische Luft zuzuführen. Doch verhüte man, daß die Pflanzen, besonders solche, welche im geheizten Zimmer standen, dem scharfen Luftzug ausgesetzt sind. Die Lüftung geschieht während den Mittagsstunden-
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Das Lichtbedürfniß der Zimmerpflanzen, welches wohl zu unterscheiden ist von dem Sonnenbedürfniß, ist ein ganz bestimmtes, ohne welches ein Gedeihen nicht möglich ist. Es gibt wohl Pflanzen, welche ganz ohne Licht üppig vegetiren, so viele Pilze, doch die weit überwiegende Mehrzahl verlangt ein mehr oder weniger Helles Licht. Bei den meisten Pflanzen ist dieses Lichtbedürfniß so groß, daß davon das Blühen überhaupt abhängig ist und die Pflanze nicht blüht, wenn sie nicht dasjenige Quantum an Tages- und Sonnenlicht erhalten hat, welches sie ihrer Natur nach braucht; dagegen freudig ihre Blüthen entwickelt, wenn man ihr bezüglich des Standortes gerecht wird. Selbst für die Pflanze, die ihre gebührende Wärme und Feuchtigkeit erhält, bleibt dieser Erfahrungssatz bestehen und der Gärtner wird den Unterschied des Blühens kennen, ob er die Pflanze in seinem Treibhause weit ab vom Licht oder demselben nahestehen gehabt hat. In der Zimmergärtnerei liegen die Berhältniffe genau ebenso. Das Lichtbedürfniß muß man durch Erfahrung kennen lernen und man halte die allgemeine Regel fest: „Je feiner das Blatt, desto größer das Lichtbedürfniß, je derber, desto geringer."
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Buxbanm. In Gemüsegärten auf kalkhaltigem Boden zeigen sich in der Regel viele Schnecken und finden in den Bux- baumeinfaffungen willkommenen Schutz, weshalb sich die Ein- faffung von Gemüsebeeten mit Buxbaum aus diesem Grunde nicht empfiehlt.
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Das Reinigen der Manern hinter den Spalieren ist eine der erfolgreichsten, leider aber ost vergeffenen Arbeiten. Wir entfernen mit dem Moos die Schlupfwinkel von Hunderten schädlichen Jnsecten, den Zuchtboden tausender schädlicher Pilze, und manch schöner Spalierbaum ist schon an einer verschmutzten Mauer zu Grund gegangen. Auch die Hinterseite des Geästes wie die etwaigen Spalierlatten werden bei dieser Gelegenheit mit gereinigt.
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Um Metallgegenstände vor dem Anlaufen zu schützen, überstreiche man dieselben mit durch Weingeist verdünntem Kollodium, jedoch muß beim erstmaligen Bestreichen der Ueberzug gleich in der gewünschten Stärke aufgetragen werden, weil bei nochmaligem Ueberstreichen gewöhnlich Flecken
und kleine Bläschen entstehen. So behandelte Gegenstände behalten, wenn sie sonst nicht im Gebrauch sind, jahrelang ihre« reinen Metallglanz. Sehr vortheilhaft ist dieses Verfahre« namentlich bei Denkmünzen, Prunkgefäßen, u. dgl., welche nie cser nur selten in Gebrauch genommen werden, in Glasschränken oder offen stets zur Ansicht stehen, und welche durch öfteres Putzen viel von ihrer Schönheit verlieren.
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Mittel gegen das Schimmeln des Brodes. Wenn die Brode aus dem Ofen kommen, so thut man sie in einen noch mit Mehl behangenen Sack in der Weise, daß sie mit der oberen Rinde auf einander zu liegen kommen. Hierauf bindet man den Sack zu und hängt ihn an einem luftigen Ort frei auf. Braucht man dasselbe, so nimmt man es einen Tag früher heraus, benetzt es ein wenig mit einer in Waffer getauchten Bürste und legt es in den Keller. Dieses Verfahren sichert das Brod mehrere Wochen lang vor allem Schimmel.
Vermischtes.
Amerikanisch. Der Dichter Poe stieg einst an einem kalten Decemberabend in einem Wirthshause ab und fand, als er in die Wirthsstube trat, alle Plätze am Kamin besetzt, so daß er nicht zum Feuer kommen konnte. „Hausknecht", rief er, „gib sogleich meinem Pferde ein paar Dutzend Austern!" — „Hafer wollen Sie sagen?" — „Ich weiß, was ich sage: ein paar Dutzend Austern!" — Der Hausknecht gehorcht; die gesammte Gesellschaft, die sich am Kamin wärmt, kann sich der Neugier nicht erwehren, ein so seltsames Thier zu sehen, und geht in den Pferdestall. Unterdeffen nimmt sich Poe den besten Platz am Feuer, bald kommt der Hausknecht und mit ihm die Gäste zurück und versichert, der Gaul wolle keine Austern. — „Will er keine? Nun gut, so setze mir einen Tisch her und bringe sie mir; vor allen Dingen vergiß den Pfeffer nicht!"
Beleidigte Opferwilligkeit. Bürger (zu einem als Lang-Kneiper und Lang-Schläfer bekannten alten Haus): „Einen Sonnenaufgang haben Sie wohl noch nicht gesehen, Herr Candidat?" — O, glauben Sie ja nicht, daß mir wegen eines schönen Naturgenusses das Opfer zu gering wäre, einmal eine Stunde länger zu kneipen." ♦ *
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Milderungsgrund. Richter: „Sie haben dem Zeugen einen Zahn ausgefchlägen; können Sie etwas zu Ihren Gunsten anführen?" — Angeklagter: „'s war 'n hohler — den hätt" er sich doch bald ziehen lassen kNüffen!" ♦ * *
Vorgesorgt. Professor: „Herr Candidat, ich bin erstaunt, Sie in einem solchen Zustande anzutreffen! Wissen Sie denn nicht, daß morgen Sonntag ist?" — Candidat: „Drrrum e—eben!"
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Heimgezahlt. Herr (der ein Zimmer miethen will): „Was soll der Saustall monatlich kosten?" — Hausherr: „Wenn's keine Junge haben — zehn Mark!" ♦ ♦
Streckenrapport. Erster Schütze (zum Jagdherrn): „Habe soeben einen starken Rehbock krank geschossen. Sie müssen nachsuchen lassen!" — Zweiter Schütze: „Einen Fuchs sehr krank geschossen. Er ist noch ins nächste Treiben gewechselt!" — Dritter Schütze: „Leider einen Hafen krank geschossen!" — Jagdpächter: „Hols der Teufel! Da kann man ja vor Aerger selbst krank werden!"
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Zur Musiktheorie. «Lehrer: „Was giebt es für Noten?" — Fritz: „Ganze, halbe, viertel, achtel u. f. w- — Lehrer: „Welche Noten haben den größten Werth?" — Fritzr „Die Banknoten."
Redaction: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen.


