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Nr. 18
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Samstag, den 11. Februar.
Dämon Gold.
Original - Roman von W. Höffer.
(Fortsetzung).
Nach wenigen Minuten erschien Ruth, noch rosig von der Kälte, mit glänzenden Augen und elastischen Schritten. Sie brachte ihrer Schwester ein Bouquet frischer Rosen und stellte diese in einem Wasserglas vor das Bett-
„Nun, Cilli, wie fühlst Du Dich?"
„Todesmatt," antwortete schaudernd die junge Frau.
Ruth küßte sie zärtlich. „Das wird nun Alles anders und besser," sagte sie im tröstenden, zuversichtlichen Tone. „Denke an die große Summe, Cilli, an das Glück, jegliche Verpflichtung auf einmal tilgen zu können. Die Einnahmen von Moldt sind dann reich genug, um auf vornehmem Fuße zu leben; wir können uns einrichten, wie es uns beliebt - Hans Adam kann getrost Leute engagiren oder diese und jene Unternehmungen in's Leben rufen, wie das so seine Neigungen sind; er kann es und nichts hindert ihn daran."
Cäcilie kehrte das Gesicht gegen die Wand.
„Wenn ich nicht wäre," flüsterte sie kaum verständlich.
„Wie meinst Du das?" fragte voll Erstaunen die jüngere Schwester.
„Ach — als könntest Du mich nicht verstehen! Ich bin eine Kranke, eine Last — ich bringe das Unglück in alle Verhältnisse hinein!"
„Thorheit, Cilli — wie kommst Du auf derartige Ver» muthungen? Ist es Fräulein Malten, die Dir solche Ideen zugeflüstert?"
Die Baronin schüttelte den Kopf. „Diese arme Adele," sagte sie. „Du hegst einen förmlichen Haß gegen das Mäd« chen, dem ich eine so treue, aufopfernde Pflege verdanke. Das thut mtr ost weh, Ruth."
„M es denn möglich, daß Du sie lieben solltest, Cilli? Gilt sie Deinem Herzen irgend etwas?"
wirklich^vttsteht."^^^' abCle *ft bie G^ige, welche mich aus der Tasche die Apothekerschachtel. „Ich Fieber^* ^eUt ^u oer geben, Cilli — Du bist aufgeregt, hast , . dann, als keine Antwort kam, klingelte sie und gebot dem eintretenden Kammermädchen, frisches Wasser zu bringen.
* » ^?.Ein mjt ber Caraffe zurückkam, sagte sie: »Fr u ein Malten läßt fragen, ob ihre Gesellschaft noch gewünscht werde?"
„Heute Abend nicht mehr," antwortete Ruth. „Ich selbst bleibe bei der gnädigen Frau."
Das Mädchen verschwand und Ruth setzte sich wieder an das Bett ihrer Schwester. „Morgen kommt Wolfram hierher," erzählte sie mit vergnügtem Tone. „Ich erhielt heute von ihm einen Brief, auffallend kurz und geschäftlich zwar, aber er meldete doch in den zwei Zeilen seinen Besuch. Da gilt es nun, ihn zu überreden, zu bearbeiten — Hans und ich haben schon einen ganzen Plan entworfen."
Ein schwacher Seufzer trennte die Lippen der Baronin. „Du und Hans!" wiederholte sie. „Euch gehört die Zukunft."
„Und Dir, Cilli. Besonders Dir, Du Arme, als Entschädigung für alles ausgestandene Leid."
Cäcilie schloß die Augen. „Denkt freundlich an mich, wenn ich gestorben bin," sagte sie mit schwacher Stimme. „Es dauert nicht mehr lange, Ruth."
Die Augen des jungen Mädchens füllten sich mit schweren Thränen. „Sprich nicht so, Cilli. Du wirst wieder genesen. Die Freude, die Herzensruhe sind allmächtig — und Du bist ja noch jung."
Die Baronin antwortete nicht; erst nach einer Pause sagte sie: „Ich möchte nun schlafen, Ruth. Gott segne Dich, mein Liebling."
Das junge Mädchen küßte ihr blasses, in Fieberkälte bebendes Gesicht. „Soll Adele hierher kommen — oder Hans?"
Ein Kopfschütteln antwortete ihr. „Nein, nein, Niemand. Aber grüße den armen Hans und sage ihm, daß ich für sein Glück bete. Ich liebte ihn so innig, so unaussprechlich — schon seit Kindertagen — ihn allein unter den Lebenden — und ich habe ihm doch kein Glück gebracht."
Ruth bekämpfte mit Mühe ein Schluchzen, das sich gewaltsam Bahn brechen wollte. „Ich mag Dich in solcher Stimmung nicht allein lassen, Cilli," sagte sie voll geheimer Unruhe.
„Doch, doch, Ruth. Geh' jetzt, Kind. Ich bin unsäglich matt."
„Und es soll Niemand mehr zu Dir kommen?"
„Nein. Ich möchte nur schlafen — schlafen-"
Ruth küßte die Kranke, sie glättete das Kopfkissen und erfaßte immer wieder die magere, eiskalte Hand. Es war ihr an diesem Abend, als könne sie das Zimmer unmöglich verlassen, als halte eine geheime Unruhe sie an dieser Stelle zurück.
„Bist Du auch genügend zugedeckt, Cilli? Soll ich einen Pelz auf Deine Füße legen?"
Eine kaum merkliche Bewegung des Kopfes schien die Frage zu verneinen. Vielleicht that das einschläfernde Mittel schon jetzt seine Schuldigkeit — Cäcilie schlummerte ein und


