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Feier, zum Eingänge in das Tiefinnerste der eigenen Brust gestimmt. O, das ist herrlich, daß es noch Stunden gibt, die läuternd-belebend eine denkend glaubende Welt durchzucken und gleiche Gefühlsseligkeit, lichte, liebe Kinderträume allüberall hervorzurufen und wecken!

Der Engel führt den von mannigfachen Empfin­dungen bestürmten Scrooge in das Haus seines Neffen. Auch dort ist Weihnacht, heitere glückliche Weihnacht, und sein junger Neffe lacht trotz seiner Armuth so fröhlich, so recht aus beglückter, offener Brust, daß es überall ein Echo findet und unwillkürlich zum Mitlachen zwingt. Sie plaudern von dem Onkel, lachen gutmüthig über den Geizhals, der über seinem Scharren und Kratzen" die lachende, blühende Welt vergißt und mühsam dumpf dahinkeucht, das Leben aus hohlen, verhungerten Augen betrachtend.

Der Geizhals muß gewahr werden, daß er keine Schätze besitzt, sondern nur die Schätze ihn und noch dazu mit jeder Faser seines Herzens, daß er nicht mehr freudig aufathmend, nicht mehr ruhigen Auges in die Sonne blicken kann; denn ewig klirrt die Kette seines Reichthums hinter ihm und schmiedet ihn au die Galeere eines elenden, jämmerlichen, von jeder Freude, allem Lebensgenuß entblößten Daseins.

Um ihn vollends zu bekehren und umzuwandeln, zeigt ihm der Weihnachtsengel der Zukunft seinen Tod kalt einsam gräßlich. Keine Thräne fließt auf sein Grab Niemand auf der Welt, der ihn betrauert, und als er bewegten Herzens seinen Führer nach einem Menschen fragt, den sein Tod vielleicht beglückt, da zeigt ihm dieser einen seiner Schuldner, der hoch aufathmet, daß der ihn verfolgende erbar­mungslose Gläubiger nun tobt ist und er nun hoffen kann, die Erben milder und nachsichtiger zu finden.

Ob Trauer, ob Geistesspuk das alles? Scrooge weiß es nicht er fragt auch nicht darnach genug, die wechselnden Bilder des Weihnachtsengels haben seine starre Seele erschüttert und das von Geiz und Habsucht gefrorene Blut seines Herzens beginnt zu rollen.Merry Christmas glückliche Weihnacht!" ruft er jubelnd aus, und alles erhält in seinem Auge eine lebhaftere, schöne Gestalt. Der Nebel ist gefallen, das Herz kann fühlen für fremdes Leid, kann klopfen für fremdes Glück und jubelnd wandert er hinaus in die klingende, lachende Welt, um glücklich zu machen und fremdes Leid zu lindern, daß es hell zusammenklinge, der Friede da draußen mit dem Frieden der eigenen Brust.

Er sucht seinen Neffen auf und feiert eine glück­liche, frohe Weihnacht; aber noch eine glücklichere, als er am andern Morgen dem armen, so ängstlich für sein Zuspätkommen besorgten Schreiber sein Ge­halt erhöht und dann für den kranken Tiny Tim mit väterlicher Liebe sorgt.

Wie kalt ist die Welt ohne Liebe, wie öde das Leben ohne Freund? Wir dürfen nur die Hand ausstrecken und alles sinkt uns an die Brust! Liebe, Freude und Glück. Ein Weihnachtsabend ist es

ja eben, der die Herzen austhauen soll, daß sie liebe­vollen Sinnes für das Glück ihrer Umgebung sorgen und ein Lächeln auf die Lippen führen, die vorerst Schmerz und Verzweiflung zusammengezogen.

Halten wir Weihnacht in unserer Brust, daß darin der grüne Baum wahrer, reiner Menschenliebe brenne, und dann wird uns auch das Verständnlß aufgehen für das ewig-schöne, kindlich-reine Fest der Weihnachten, daß wir, geweiht und gehoben, dem neu beginnenden Leben entgegentreten.

Es lächelt nichts so himmlisch in unserem Auge, wie eine getrocknete Thräne und das unerbittliche, eiserne Schicksal sorgt dafür, daß dieser Quell nie versiegt. Wo wir trösten, helfen und lieben, da zieht in unsere Seele stillgeräuschlos der Weihnachts­abend ein, dem jedes Herz entgegenharrt.

Und so rufen auch wir mit Boz Dickens aus: Merry Christmas, glückliche Weihnacht!"

Möge der Weihnachtsengel Glück und Freude zu jedem Herzen tragen und die dunkelste Nacht erleuchten, möge überall Glück und Freude walten, der Weih­nachtsbaum hell und freundlich brennen und um ihn glückliche, lachende Gesichter gaukeln!

Glückliche Weihnacht für die ganze Welt, und wo irgend eine schwer beladene keuchende Brust, da laßt uns helfen die Hand darauf und, wie Tiny Tim sagt:Gott segne uns Alle!"

Wermischles.

Schneidig.Sie waren auch in Finnland, Herr von Stritzelwitz?"Natürlich, mein Fräulein, kolossal schneidiges Ländchen das! Maffe Scheeren da!"

AusderGesellschaft. Ein seiner boshaften Zunge wegen bekannter und gefürchteter Herr sagt im Gespräch zu einer stark geschminkten Dame:Wollen Gnädige meine Meinung hierüber ungeschminkt an­hören?"Gewiß Herr Doktor."Zu welcher Zeit dürfte ich Ihnen dann meine Aufwartung machen?"

Dann freilich.Die wilden Hühner, die Du von der Jagd gebracht hast, liebes Männchen, sehen gar nicht anders wie zahme aus."Na laß nur, wenn Du sie zubereitest, wie Du es im Pensionat gelernt hast, werden sie schon wild werden."

Kindermund.Onkel Ernst, wenn Du einst Dein Testament machst, dann vermache mir, bitte, Deinen Kopf."Warum, Fritzchen, gerade meinen Kopf?"Papa sagt immer, Onkel Ernst hat so große Rosinen im Kopfe."

Eine Schwärmerin. Mimi (zu Lili):O, Theuerste, es wird noch lange währen, bis ich einen Mann finde, der meinen Idealen entspricht." Lili: Und was willst Du inzwischen anfangen?" Mimi:Inzwischen will ich heirath en!"

Redaktion: N. Scheyöa. Druck und Ter lag brr «kLhl'schrn Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen.