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Nach,bie?en Worl'n setzte es sich an feinen Schreibtisch und schrieb folgenden Brief:
An meinen Vater!
Zum ersten Mai in meinem Leben spreche ich zu Dem, wenn auch nur schriftlich und ohne ihn zu kennen, dem ich mein Dasein verdanke, aber mit dem bitteren Bewußtsein, nie dessen väterliche Liebe be« sessen ju haben. Denn wie könnten Sie wohl je auch nur eine Spur von Liebe für mich gesühlt haben, da Sie mich stets von Ihrem Herzen fern gehalten? Wie öde und leer muß es in diesem Herzen sein! Wäre es anders, Sie würden nicht ge, ruht, Sie würden jede Rücksicht bei Seite gesetzt haben, bis Sie den Sohn an die Brust hätc-n drücken, bis Sie von seinen Lippen das entzückende Wort „Vater- hätten hören können! Ader es ist empfindungslos und tobt für das erste und HM, sie Gefühl, für das der Vaterliebe, und nur Ehrgeiz und Eitelkeit thronen darin! Was Anderes als Ehr» geiz und Eitelkeit hielt Sie denn ab, Ihren recht- mäßigen, legitimen Sohn öffentlich vor bei Weit anzuerkennen? Sir fürchteten für Ihre Carriöre, Sie fürchteten die Verwunderung, ein leises Kopf- schütteln und das Lächeln Ihrer Mitmenschen und waren zu feige, das zu ertragen! Nur ein trockenes Pflichtgefühl dicttrte Ihnen, Ihr K-nd nicht im Armenhause, sondern bei bürgerlichen Leuten erziehen zu lassen, und ihm eine anständige Lebensstellung zu verschaffen — Liebe war es stcherlich nicht. Und wenn Sie dies Gefühl auch bis dahin siegreich Niederkämpfen konnten, so daß nicht ein kleines Theilchen bis zu mir hin sich verlor, jetzt hätte es in seiner ganzen Macht Hervordrechen müssen, jetzt, wo Ihr Sohn von dem furchtbarsten Schicksal, das einen jungen Mann treffen kann, ereilt wurde, wo er vor aller Welt verlassen ist und man ihn ge- waltsam aus dem VaterlanSe vertreibt! Aber anstatt in seiner Bedrängniß zu ihm u eilen, sich zu er- kennen zu geben, ihm in seiner Roth beizustehen, mit ihm gemeinschaftlich Mittel und Wege zu be- rathen, auf welche Weise feine Unschuld an den Tag gelangen könnte, gaben Sie ihm noch einen Fußtritt, sagen Sie sich für ewig von ihm los und senden ihm Geld, damit er nur so bald als möglich aus Ihrem Gesichtskreise entschwinde. Ein Vater, der seinen Sohn liebt, würde nicht sogleich, wenigsten» nicht, ohne ihn gehört zu haben, an seine Schuld glauben. Er hätte sich die Frage vorgelegt, ob es möglich sei, daß ein junger Mensch, der bisher in geordneten Verhältnissen gelebt, der keine Schulden gemacht, der gewissenhaft seinem Dienste obgelegen, dem man nie das kleinste Unrecht hat vorwerfen können, ein so schweres Verbrechen begangen haben könne? Liegt es denn so außerhalb jeder Wahrscheinlichkeit, daß hier ein tückischer Zufall das ganze Unglück hcrbeigesührt Hai? Ich bin unschuldig, das schwöre ich Ihnen, und Gott möge mich verdammen, wenn ich falsch schwöre!
Entsetzung folgt.)
j Hom Kaar und seinem Landet.
! (Nachdruck verboten.)
Haare nennen wir jene geschmeidigen, fadenförmigen Horngebilde, welche in der äußeren Haut wurzeln und aus verhornenden Zöllen der Oberbaut oder Epidermis sich aufbauen. &e bedecken bei den Säugethiercn dis ganz« KörperfläH? mehr ober minder dicht, lassen aber bei dem Menschen einen Theil des Gesichts, die Hohl Hand und die Fußsohle, die Brustwarze, die Weichengegend, die Rückenfläche des zweiten und dritten Fingergliedes ganz frei.
Bei den Thieren find die Haare nach Gröfe und Gestalt am ganzen Körper einander meist vollkommen gleich oder doch wenigstens sehr ähnlich, dagegen sind sie bei dem Menschen ganz verschieden. Während nämlich dis menschlichen Haupthaare rund oder lang, gerade oder gekräuselt, auf dem Querschnitte cy'indrisch erscheinen, find die Haare des Bartes, der Achselhöhlen, der Unterbauchgegend bandartig Breit und kraus, auf dem Querschnitte oval oder bohnenförmig, die Barthaare länger als die der übrigen genannten Körpergegenden, aber meist kürzer al» das Haupthaar. Die Haare der Wimpern und Brauen sind kurz, stark und gerade.
Die Dichtigkeit der Behaarung unterliegt je nach den verschiedenen Körper stellen zahlreichen Schwankungen. Wühof fand bei einem mäßig behaarten Manne auf 1/i Quadratzoll (ca. 1,7 qcm.) auf dem Scheitel 293, am Vorderhaupt 211, am Kinn 3) und am Vorderarme 23 Haare.
Das Haar besteht nun, wie die Oberhaut, die Nägel, bei den Thieren die Hörner, Federn, Stacheln» und ähnliche sogenannt« Epidermoidalorgane einzig und allein aus fast safrlosin 3dien von verschiedener Gestalt und Anordnung.
Das Wachsthum des Haares erfolgt nur an der Wurzel und zwar in der Weise, daß hier ein flüssiger Bildungsstoff aus dem Blute ausgeschiedm wird, in welchem sich Zellen bilden, die nach oben allmählich zu Markzellen, Rindenfasern und Oberhaut, schüppchen werden und den schon fertigen Schaft immer mehr nsch außen schieben. Das Wachsthum selbst nun ist sowohl ein ganz verschiedenes, als auch ein beschränktes. Hat das Haar einmal eine gewisse Länge erreicht, wird es nicht länger. Anders ist es aber, wenn es abgeschnitten wird, dann wächst es fortwährend, und man hat berechnet, daß die abgeschnittenen Stücke eines Haares zusammen eine Länge von 6 Mtter und mehr erlangen können.
Hat aber da« Haar eine bestimmte Länge erreicht, so fällt es, weil die Haarpapille die Schwere des Haares nicht mehr ertragen kann, au» und es entwickelt sich an seiner Stelle ein neues Haar aus der alten Papille. Dieser Haarwechsel findet bei den Menschen fortwährend und fast unmerklich statt, während sich dies bei den Thieren nur zu gewissen Zeiten vollzieht.


