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Doch warum quäle ich mich mit solchen Erinne- rangen", dachte Lowder in feiner schuldbewußten Set le. ,,Jasper Lowder ist ja längst nicht mehr Aller, Alles ist mit ihm tobt und aus besten Grab ist der freie Guy Treistlian auferstanden, der Besitzer und Erbe großer Reichthümer, Ehren und Titel."

Wohl gelang es ihm, die Stimme seines Ge- wiflens zu betäuben, doch der sein Gesicht bedccker- den Bläste vermochte er nicht zu gebieten und hätte Sir Arthur, allzusehr mit seinen eigenen Gedanken beschäftigt, in das Antlitz seines Sohnes geblickt es wäre ihm klar geworden, daß das in seinen ver­meintlichen Sohn gesetzte Vertrauen durchaus nicht gerechtfertigt war.

Sprich, Guy", sagte Sir Arthur, von seinem langen Stillschweigen überrascht und den Kopf er« hebend,giebt es ein Hinderniß zwischen Dir und Blanche?"

Lowder beugte sich vor, um die Kohlen auf« zuschüren.

Dann begegnete er Sir Arthur'S Blick mit schein­barer Offenheit und sagte:

Es ist kein Hinderniß vorhanden; ich kam zurück, wie ich gegangen bin, frei von allen Liebes­banden. Ich hake nie geliebt bis jetzt."

Und jetzt?"

Jetzt liebe ich Blanche."

Sir Arthur senkte den Kopf wieder.

Es ist etwas rasch, eine Liebe für sie zu ge­stehen, Guy", bemerkte er.Du hast sie noch kaum einen Tag gesehen."

Aber ihre Briese lehrten mich, sie zu lieben, noch ehe ich nach Hause kam", sagte Lowder,und ein Blick von ihr vervollständigte die Eroberung. Ich liebe sie, Vater. Habe ich Deine Einwilligung, um sie zu werben und sie zu gewinnen?"

Ja, Guy. Blanche ist vorbereitet, Dich zu be­günstigen. Es war der Wunsch ihres sterbenden - Vaters, daß sie meinen Sohn heirathen solle, vor­ausgesetzt, sie könne ihn lieben. Es steht Dir frei, um sie zu werben. Blanche hat nirgends eine Ver­bindung, die sie abhalten würde, die Deine zu wer­den und Guy, je schneller Du heirathest, desto lieber wird es mir fein."

Lowber's Gesicht drückte seine große Freude au»; er hatte einen gewaltigen Schritt auf dem Wege des Verbrechens gemacht, indem er sich für Guy Trefst- lian ausgab es war daher sehr leicht, zu großen Schlechtigkeiten vorzuschreiten seine Seele ganz und gar mit Eiden zu belasten, welche abzulegen er kein Recht hatte.

Die Beiden plauderten noch eine Weile. Endlich erklärte Lowber, sehr ermüdet zu fein, stand auf, schüttelte Sir Ar'hur herzlich die Hand und ging auf seine eigenen, hellerleuchteten und gut durch­wärmten Zimmer hinauf.

Ja, bei Gott, ich will das Mädchen heirathen", murmelte er.Und gebe es noch tausend Hefter'» auf der Welt, würde ich sie dennoch heirathen. Sir

Arthur liebt sie heimlich er glaubt, ich könnt- n'cht in seinem Herzen lesen aber er ist bereit, sie seinem Sohne abzutreten. Ich will meine Stellung bestärken, indem ich die Heirath beschleunige. Eine Schönheit und eine Erbin! Ich habe Glück!"

(Fortsetzung folgt.)

Me perfekte Köchin.

Humoreske von Anna vom Strande.

(Nachdruck verboten.)

Gest-rn Abend kehrten wir von unserer Hochzeit»' reise zurück, wir hatten einige Zeit am herrlichen Genfer See zugebracht, köstliche Partien in die um­liegenden Berge unternommen; ich war nie zuvor gereist und hatte große Freude an Allem, aber zuletzt wurde ich von dem vielen Sehen und Bewun­dern ganz müde und war eigentlich herzlich froh, als Arthur's Urlaub zu Ende ging, mein hübsches, neu und elegant eingerichtetes Heim in Besitz zu nehmen.

In die hrll erleuchteten, mit Rosen und Immer­grün reich geschmückten Räume zogen wir spät Abend» fröhlich ein, Arthur schloß mich herzlich in seine Arme und sagte leise:

Gott segne Deine.r Einzug, kleine Hausfrau!" Im Wohnzimmer stand der Theetisch gedeckt, ich war entsetzlich hungrig, aber als Arthur mich zum Sopha führte, erschrak ich über das elegante Souper.

Wer hatte hier die Fee gespielt und Alle» so großartig attangirt? Fragend sah ich zu Arthur auf, aber er blickte so unschuldig und mit solchem Mangel an Verständniß über die kostbaren Speisen, daß ich einsoh, er wisse von nichts, ich konnte meine innere Unruhe kaum meistern, während Arthur mit größter Seelenruhe Kaviar und Fasan verschwin­den ließ.

Sage nur, Arthur, wer hat dieses Souper bestellt?"

Weiß nicht, Herz, aber es schmeckt vorzüglich."

Wir haben hier aber keine nähere Bekannte", fuhr ich fort,Tante Emma ist ja verreist. Wer wußte überhaupt, daß wir heute heimkehren?"

Run, mein Urlaub ging zu Ende, da» weiß da« ganze Bataillon!"

Das Bataillon wird schwerlich für uns gedeckt haben I"

Arthur lachte.Natürlich nicht, aber unser dienst- barer Geist vielleicht?"

Die", tief ich gedehnt,wie sollte sie dazu kommen?"

Dunkle Befürchtungen von unbezahlten Rechnun­gen stiegen drohend vor meinen Augen auf, ober ich mochte meinen Arthur nicht in seiner Freude stören, dem das Effen prächtig schmeckte, und der augen­scheinlich glücklich war, zu Hause zu sein.

Mama hatte mir vorsorglich für meinen neuen Hausstand eine ältere, perfekte Köchin gemietet, da­mit sie, wie Mama ruhig bemerkte, keine Dumm- heiten mit Arthur's Burschen machen könne, der