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Bald kam Duprat in dieselbe unangenehme Lage, etwas sicher Gewähntes suchen zu müssen, nur waren dies keine eisernen Schlüsiel, sondern Nollen Goldes und Werthpapiere von enorm hohem Werty.
In seinem für unverletzbar gehaltenen eifirnen Geldschrank hatte er sie geborgen gehabt, und nun waren sie fort, ohne jede Spur einer angewandten Gewalt. Nur das Raffinement leuchtete daraus hervor, daß man die Vorderlagen, um den Blick zu täuschen, hatte bestehen laffen, während man dre | Masse, der sie nur als Deckblatt dienten, stahl.
„Bestohlen - ruinirt - ein armer Mann ll jammerte Duprat, während er suchte und suchte, ohne Etwas zu finden. Plötzlich schlug er sich nut der Land vor den Kopf. Er hatte des Rathsels Lösung gefunden. Er entsann sich jetzt, daß er damals, als er Dryden das Geld gegeben, rn der Eile den Schrank zu schließen vergessen, und auch des Eifers, mit welchem jener nach ihm noch dre Karte studirte. Sein Freund war der Dieb, das unterlag keinem Zweifel. Dann aber hatte er auf kernen Pfennig des Geldes mehr zu rechnen.
In einer so tief verzweifelten Stimmung fand ihn Fuchseisen, an den er noch rechtzeitig dachte, um Franz wegzuschicken und jenen einzulasien.
Der Verbrecher hatte in Wahrheit das Bündel; bis auf die rothe Maske enthielt es Alles, was Duprat bei jenem ersten flüchtigen Blick, den er hinein that, gesehen.
und daß Sie ihn bei seiner etwaigen Rückkehr sofort einstecken lasten würden."
„Das hätten Sie nicht thun sollen , erwiderte der Kommerzienrath mit einem Anflug von Angst. „Aber versäumen Sie sich nur heute Abend nichtt Ich habe nun keine Ruhe mehr, brs der Mensch
auch nicht", dachte Duprat, aber er meinte es anders mit dem Sitzen.
Der Kommerzienrath ging und kam heute wenig mehr ins Büreau. Der bedrohende Ueberfall des Wahnsinnigen war Entschuldigung genug. Zn Wahrheit suchte er noch weiter nach den verlorenen
wqi schon gestern Nacht zum Keller hinabge- stieqen und hatte denselben verschlossen gefunden. Das war wohl ein Grund zur Beunruhigung für ihn. Hatte er selbst die Schlüssel nur verlegt? Hatte Jemand sie entwendet — und wer? Wohin? Hatte er sein Geheimniß ergründet?
Das fragte sich Etwold, während er noch nach den Schlüsteln suchte. Er war seit acht Tagen nicht im Keller gewesen, und inzwischen war er en Ui. Die Ereignisse drängten sich. Er hatte keine ganz klare Vorstellung mehr, was er mit den Schlüsseln vor seiner Abreise gemacht. Daher feine verzweifelte Hoffnung, daß er selbst der Urheber des gegenwärtigen Unglücks sei.
Er suchte und suchte vergeben«; und mit jeber verfliegenden Stunde wuchs seine Angst und Auf-
„Ja, aber mit Euren zehntausend Mark, lieber Freund", sagte er bedauernd, „kann ich nicht Irenen.
„Was? Kein Geld?" rief Fuchseisen ,«nb griff nach seinem Bündel. ,
Duprat that das Gleiche.
„Geld schon", sagte er, „aber nicht so viel, wie Ihr verlangt. Nehmt mein Ehrenwort darauf, es ruhten Hunderttausende in diesem Schrank, und sie sind - fort. Der falsche Freund, den Ihr mit mir im „Fuchsbau" gesehen, der, dem ich den Zettel
verzwmfelt. bricht", entgegnete der
Andere gelasten. „Ich könnte, wenn ich wollte, die Hälfte alles desten fordern, was Ihr noch habt, ;a, sogar Alles; und Ihr dürftet mir nicht nein sagen. Ich denke aber, es trifft einen Kollegen, und so handle ich als solcher. Also zehntausend Mark für die Sachen hier, und die Hälfte alles desten. was ich noch Eurem falschen Freunde abnehme. Wollt Jyr das, dann sagt mir, wo ich die Canaille finde, und
5ll’$°®en ich aufhob —" u
Fuchseisen ^that einen Blick in das.^Mch verstörte Gesicht seines Opfers; er las dann die Wahrheit desten, was Duprat sagte.
„Und warum lagen dre Hunderttausende hier? fragte er. „Warum nicht m der Bank? Und wie kamt Ihr, ein Büreaubeamter, zu so viel Geld?
„Ein Lotteriegewinn und glückliche Spekulationen an der Börse", entgegnete Duprat ausweichend.
„Oder — ein Mord tm Dunkeln, he? zischte Fuchseisen. „In der Schwedengasse vielleicht? $ Seid Ihr von Sinnen?" stammelte Duprat, erdfahl im Gesicht. „Wer - wer sollte das be- ^^n^Wsr?"^lachie der Andere. „Nun, doch wohl der Schatzbewahrer, der allen Grund hatte, seinen Fund so geheim zu halten. O, ich erkenne m Eucy nun erst den ganzen Menschen und den großen Verbrecher! Aber denkt nicht, daß ich Euch »u verrathen gedenke, im Gegentheil, ich will Euch -gar noch zu Eurem geraubten Gute verhelfen. Wie Ihr es erworben, war ja gleich. Ihr hattet es, es war euer. Und wenn Ihr mir zehntausend Mark davon gebt, so wißt Ihr, wofür Ihr es thut. Das Bündel mit der Maske des Ermordeten u"d Eurer eigenen mag unter diesen Umständen wohl die Halste des ganzen Raubes werth sein." ,
Duprat ermannte sich trotz seiner Niedergeschlagenheit wegen des verlorenen Geldes zui einer Vertheidigung seiner Person, die aber natürlich, seinem Zustande entsprechend, nm kläglich ausfiel und bei Fuchseisen, nur Spott und Verachtung fand.
„Wozu die Worte!" sagte dieser. ,,Jn meinen Ohren bleiben sie doch nicht haften. Vertheidigt Euch vor Euren Richtern; mit mir habt Ihr nur zu unterhandeln, nicht zu verhandeln. Jetzt also gevt mir zehntausend Mark —" . . _ .
„Aber wenn ich Euch zuschwöre", rief Duprat


