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ausgepumpt wurde. Darauf wurde sie ms Stadt Krankenhaus gebracht. Lebensgefahr für sie besteht nicht mehr. Irgendein Geständnis oder Aeuherung zu der Tal hat sie nach nicht getan. Soweit bis jetzt festgestellt wurde, hat die Flessa Dr. Seitz schon seit längerer Zeit verfolgt und ihm auch Drohbriefe geschrieben. Zeugen dafür haben sich bereit- gemeldet. — Wie wir von zuverlässiger Seite erfahren, ist der Arbeitsbeginn in den hiesig en Bäckereien und Konditoreien wieder auf 5 Uhr vormittags festgesetzt worden.
WSN. Frankfurt o. M., 29. Oft. Die seit einiger Zeit in Betrieb befindliche Frankfurter Autobuslinie soll einen weiteren 'Ausbau erfahren. Im Dezember soll eine zweite Linie mit sechs Wagen eröffnet werden, Ende Februar eine dritte Linie für den Dorortverkehr. Ferne» wird eine Auloverbindung mit Höchst. Fechenheim und Gries- heim geplant.
Oberursel. 29. Ott. (WEN.) Hier wurde kürzlich im Klosett einer Wirtschaft die Leiche eines neugeborenen Knaben gefunden. Als Mutter kommt eine etwa 24jährige Frau in Frage, die in Begleitung eines etwa 22jähri- gen Mannes war, der Mantel mit Gürtel und Mühe trug. Sachdienliche Mitteilungen werden nach Zimmer 451 des Frankfurter Polizeipräsidiums erbeten.
Streik Fulda.
WSN. Fulda. 29. Ott. Oberbürgermeister Dr. Antoni teilte in der heutigen Stadtverordnetensitzung mit, dah eine Firma bei der stödti - scheu Sparkasse erheblich ihr Konto überschritten haben. Wie verlautet, soll es sich um die in Konkurs geratene Branntweinbrennerei „R h ö n d e st i l l e r i e" in Fulda handeln. Ein dreigliedriger Ausschuß wird demnächst eine Revision der Sparkasse vornehmen.
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Kirche und Schule.
X Wieseck, 29. Oft. Das bevorstehende Reformationsfest bringt unserer evangelischen Gemeinde die Erfüllung eines langgehegten Wunsches, da sich ihr die Kirche nach einer grüttdlichen Wiederherstellung im Innern und Aeußeren an diesem Tage wieder öffnet. Die Arbeiten wuchsen, als man besonders -am Turm und Dach auf große Schäden stieß, von denen man vorher keine Aynung hatte. Einmütig war aber der Kirchen- Vorstand mit der Kreisbauverwaltung der Meinung. Sah hier nicht gequacksalbert, sondern gründlich geheilt werden müsse. Bei dem Suchen noch alter Bemalung wurden keine großen Gemälde gefunden, wohl aber Ornamente von solcher Schönheit und Freudigkeit, dah sie die Geschlechter beschämen, die sie ohne Sinn für ihre Gröhe einfach zugeschmiert haben. Die gemachten Funde aus den Jahren 1400 (Hhor), 1620 (Schiff) und 1769 (Triumphbogen) hat Kirchenmaler Belte mit gewohnter Hingebung an die Sache neu erstehen lassen. Zu drn hierdurch erwachsenen Kosten wurde aus den dem Staat für die Zwecke der Denkmalpflege zur Der- fügung stehenden Mitteln ein Zuschuh erbeten. Was nun, dank auch freudiger Mitarbeit des einheimischen Handwerks, au- unserer Dorfkirche geworden ist, das mögen ihre Besucher, in der nächsten Zeit selbst beurteilen. Die Besichtigung ist von Sonntag ab gestattet.
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Konkordat-". Auch diese Tagung dürfte von auherordentlicher Bedeutung für Eltern und Lehrer sein.
* Launsbach, 29. Oft. Der hiesige Arbeiter-Gesangverein „Liedertafel" blickt 1926 auf sein SOjähriges Bestehen zurück. In einer auherordentlichen Generalversammlung beschloß der Verein, das Jubiläum am 5., 6. und 7. Juni 1926 in würdiger Weile zu begehen.
Kreis Marburg.
]| Marburg, 28. Ott. In dem nur eine Stunde nordöstlich unserer Stadt bei dem Dorfe Michelbach gelegenen ehemaligen Deutschordenshose Görzhausen brach gestern abend gegen 9 Uhr Großfeuer aus, das sich in den umfangreichen Gebäulichkeiten rasch verbreitete. Den alsbald ein- treffenden Feuerwehren von Marburg und den umliegenden Ortschaften gelang es nach schwerem Bemühen, das Wohnhaus nebst den angrenzenden Gebäuden zu retten. Eine große, mit ungedroschenem Getreide gefüllte Scheune, das Brennerei- g e b ä u d e , das Gebälk großer Stallungen ufw. ging mit vielen Vorräten in Flammen auf, ebenso der Dreschwagen. Das Vieh wurde ins Freie getrieben. Der Schaden ist bedeutend. Die Entstehung des Feuers ist nicht bekannt.
Dillkreis.
Dillenburg, 29. Olt. (WSW) Auf der abschüssigen, kurvenreichen Straße zwischen Breitscheid und Schönebach ging ein Kraftwagen einer-Margarinesabrik in Slam men auf. Der Wagen wurde bis yuf das Gerüst vernichtet. Drei Zentner Margarine fielen den Flammen zum Opfer. Die Ursache des Brandes ist auf starkes Anziehen der Bremse zurück- zuführen.
Haiger, 29. Olt. (WSR.I Der von den Kraftwagenführern sehr gefürchtete Allen - dorfer Berg hat heute vormittag abermals ein Opfer gefordert. Der Lastkraftwagen einer Kölner Firma kam in rasendem Tempo den Berg herab, fuhr gegen einen Tele - graphenmast und überschlug sich. Die beiden Insassen erlitten schwere Verletzungen. Während der eine mit mehreren Rippenbrüchen und schweren inneren Verletzungen im Krankenhaus in Haiger darniederliegt, konnte der andere, der mehrere Arm- und Beinbrüche aufzuweisen hat, nach Anlegung von Gips- verbänden nach Köln überführt werden.
Frankfurt a. M. nnb Umgegend.
WSR. Frankfurt a. M.. 29.' Oft. Der heutige Polizeibericht macht über das gestrige blutige Drama in der Wittelsbacher Allee folgende Feststellungen: Am 28. Oktober, kurz vor 41/_. Tlhr nachmittags, wurde der Arzt Dr. Ernst Seitz, als er im Begriffe stand, sein Haus in der Wittelsbacher Allee 4 zu verlassen, um in die Sprechstunde im Roten Kreuz an der Königswarterstraße zu gehen, im Hausflur von der Privatkrantenschwester Wilhelmine Flessa erschossen. Sie hat offenbar dem Erschossenen aufgelauert. Die Schüsse hat sie aus dem Hinterhalt abgegeben. Der Grund zu der Tat steht noch nicht einwandfrei fest, scheint aber in Eifersuchtsgründen zu suchen zu fein. Die Mordkommission, welche alsbald am Tatort erschien, konnte feststellen, daß die Mörderin Gift zu sich genommen hatte. Sie kam ins Heiliggeisthospital, wo ihr der Magen
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Rundfunk-Programm
des frankfurter Senders.
(Aus der „Radio-Umschau".)
Samstag, 31. Oktober:
3.30 bis 4 Uhr: Die Stunde der Jugend. 4.30 bis tz Uhr: Rachmittagskonzert des Hausorchesters: Schlager. 6 bis 6.30 Uhr: Die Lesestunde (für die reifere Jugend): Aus „Die rote Äoppel", eine Tiergeschichte von Svend Fleuron. 6.30 bis 7 Uhr: Stunde des Südwestdeutschen Radioklubs: 22. Spe- zialvortraq: Herr Schwan: „Grundsätzliche Berech nungcn für Empfangsgeräte". 7 bis 7.30 Uhr: Funl Hochschule Frankfurt: „Goethes Weltanschauungs- aedichte", Vortragszyklus von Dozent Pfarrer Taeslcr — Vierter Abend: Goethes erotische Welt- anschauungsgedichte (Die Braut von Korinth, Der Gott und die Bajadere, Dauer im Wechsel, Die Well seele. Wiederfinden, Selige Sehnsucht, Marienbadcr Elegie). 7.30 bis 8 Uhr: Stunde des Frankfurter Bundes für Volksbildung — Vortrag von Direktor W. Beckmann: „Schule und Bildung". 8 Uhr: lieber; tragung aus Berlin: „Iphigenie in Aulis", Oper in drei Akten von Gluck.
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* Darmstadt, 29. Olt. Das Bezirks- schösse ngericht entlarvte den Ingenieur G. Dich, der aus Lorch stammt und jetzt in Reu-Isenburg wohnt, als einen eigenartigen Ordensschwindler. Er trat als Rittmeister d. R. auf mit dem Eisernen Kreuz 1. und 2. Klasse, sowie verschiedenen anderen Orden und wurde sogar Vorsitzendereines K r i e g e r v e r e i n s. Dies sollte zu Hochstapeleien dienen. Der Schwindel war ihm ermöglicht worden durch falsche Eintragungen in eine neue Stammrolle, weil die alte Dcrv baren gegangen war. Durch ehemalige Regt' mentsangehörige wurde festgestellt, daß Dietz es beim Militär nur zum ® cf reiten gebracht hatte. Das Urteil lautete auf 6 Wochen G e - f ä n g n i S und 100 Mark Geldstrafe
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Wetzlar vom Amtsgericht Wetzlar zu drei Monaten Gefängnis verurteilt worden. Auf die Berufung des Angeklagten gegen dieses Urteil stand die Sache heute erneut zur Verhandlung. Rach der Beweisaufnahme schenkte das Gericht den Angaben de« Angeklagten keinen Glauben und sprach ihn der ihm zur Last gelegten Straftat schuldig. Es beurteilte aber die Sache milder als das erste Gericht und erkannte an Stelle einer verwirkten Gefängnisstrafe von einem Monat auf 150 Mk. Geldstrafe unter Auferlegung der Kosten des Verfahrens.
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e Gießen. 23. Oft Unter Ausschluß der Oeffentlichkeit wurde gegen den Gustav H., die Wilhelmine H. und die Luise Gr., alle von Gießen, wegen Abtreibung verhandelt. Die H. wurde auf Grund des §51 StGB, frei- gesprochen, H. zu 8 Monaten ® cfäng- n i s abzüglich 6 Monate 2 Wochen Untersuchungshaft und die Gr. zu 6 Monaten Gefängnis verurteilt.
geeicht Wetzlar mit 100 Mark Geld' strafe belegt worden, wogegen der Angeklagte und auch die Staatsanwaltschaft Berufung eingelegt hatten. Gelegentlich einer Milchrevision wurde fest gestellt, daß von der vom Angeklagten angebotenen Milch eine Kanne Milch um 10 Prozent verwässert war. Der Angeklagte bestritt jegliche Schuld und versuchte, die Schuld der festgestellten Verwässerung auf einen feiner Gehilfen abzuwälzen. Eine Zeugin sagte aus, daß die Schwiegermutter des Angeklagten einmal zu ihr geäußert habe, auf dem Geschäft des Angeklagten ruhe kein Segen, da er die Milch verwässere, was die ebenfalls als Zeugin gev ladene Schwiegermutter des Angeklagten jetzt zwar in Zweifel stellte: sie gab wohl die Möglichkeit einer solchen Aeußerung zu und wollte fic dann damals nur getan haben, weil zwischen ihr und dem Angeklagten ein gespanntes Vet> hältnis bestanden habe, auf keinen Fall sei aber eine derartige Behauptung wahr gewesen. Das Gericht erachtete als festgestellt, daß nur der Angeklagte die Derwässerung der Milch vorgenommen Haven lann. und beließ es bei der in erster Instanz erkannten Geldstrafe mit dem Hinzufügen, daß die Verurteilung im Wetzlarer Anzeiger auf Kosten des Angeklagten erfolgen solle.
Frankfurter Kochkunstausstellung.
Die Veranstaltung entwickelt sich täglich mehr zu einem ungewöhnlichen Erfolg, den bei einer Besichtigung am Dienstag auch der preußische Innenminister S e d c r i n g anerkannte. Die gastronomischen Leistungen bewegen sich durchweg auf hoher Stufe; von Gießen ist der Inhaber der Bahnhofswirtschaft E r n ft Niemann mit seinem Küchenchef Gg. Haaser mit hervorragenden Arbeiten aus den Gebieten der feinen Küche vertreten. Die im Haus der Moden (Messegebäude) auf langen Schautafeln arrangierten Darbietungen der großen deutschen Hotels, der bekannten Häuser der Kurorte, der Frankfurter Hotels und Restaurationen zeigen in unerschöpflichem Reichtum der Form und hochwertiger Materialverarbeitung neue Grundsätze der Gastronomie. Einzelne Arbeiten bereiten ein direktes ästhetisches Vergnügen, fast alle bewegen sich auf künstlerischer Höhe. Daß die deutsche Kochkunst heute den Beifall Brillat-Savarins, des großen Kultur- bistorikers der französischen Küche, finden würde, steht nach dem Urteil der aus den Koryphäen der deutschen Hoteliers zusammengesetzten Jury fest. Für das große Publikum von besonderem Interesse Ist die Schaustellung des Frankfurter Zoo-Restau- rateurs Emil Goll. Er zeigt in 110 Rezepten die Verwendung der Kartoffel. „Da staunt der Fach- mann und der Laie wundert sich." Auch der Humor kommt zu seinem Recht: man sieht einen Berg von Sauerkraut, aus dem allerhand Schweinernes hervorkommt, Ferkelgespann und allerhand komische Intermezzi appetitlichster Art. Auch die Kranken- haus-, die Diät- und die soziale Küche werden de. monftriert. Eine Schau über das europäische Backwerk findet viel Beachtung. Die Literatur ist reich vertreten, ebenso natürlich auch die gesamte Industrie und Wirtschaft des Hotel- und Restaurationswesens, sowie der praktischen Küche unb Haushaltung.
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