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Zehntes Blatt

(Siebener Anzeiger - Jubiläums-Ausgabe

Sette 79

zu dem jetzt so machtvollen Gebilde des W e st - deutschen Spieloerbandes. Es würde zu weit führen, alle die hier zu nennen, die sich als Persönlichkeiten dem Fußballsport zur Verfügung stellten und in rastloser Mühe und unter großen eigenen Opfern den zugleich mit der Einführung des Fußballs einsetzenden Stampf gegen die kurzen Hosen undblanken" Knie zähe und siegreich überwanden, und die noch heute ihre nimmermüde Kraft der guten Sacbc widmen. Eines Mannes Mühen und Wirken steht mir da besonders vor Augen: Adolf M ü n k e r. Er dürfte den Löwenanteil an Ausbau, Erhaltung und Förderung des edlen Rasensportes für sich beanspruchen können. Seine Leistungen auf dem Spielfeld und in der Verwaltung gebührend anerkannt zu haben, ist mir eine angenehme Pflicht.

Die Nachkriegszeit hatte nun durch den Wegfall der allgemeinen Wehrpflicht ein vielleicht zu starkes Ausblühen des Sports zur Folge, mit dem die Be­handlung der Fußballsache organisatorisch und in punkto Befruchtung des Spielbetriebes in tech­nischer und taktischer Hinsicht nicht immer gleichen Schritt halten konnte. Dennoch nahm die Bewegung ständig zu und dürfte in ihrer Ausdehnung, wenig­stens was Fußball betrifft, ihren Höhepunkt erreicht haben.

Im Anschluß hieran erwähne ich noch das Be­stehen der jüngsten Gießener Klubs, des Ball­spiel-Clubs 19 2 0 und des Militärsport­vereins,Hesse n", die ebenfalls der Verbreitung des Rasensports ihr Zeugnis ausstellen, und ferner die zahlenmäßige Ausdehnung des Fußballs: Gießen hat heute 23 ständige Fußballmannschaften, Alte Herren, Aktive und Jugendliche, zusammen, also 253 Spieler, deren Zahl sich aber mit Ersatzleuten aus ein Tausend erhöht.

Die Begebenheiten auf dem grünen Rasen sind so mannigfaltiger Art, daß auch hier Einzelheiten den zulässigen Raum überschreiten. Die Wertung der besten Leistung, die man herausgreifen könnte, erscheint schwierig. Noch heute hört man in Gießen vielfach den Ausspruch der Alten Herren:Unserem Vorkriegsfußball könnt ihr nicht das Wasser reichen!" Das gefühlsmäßig oder ansichtsartig zu entscheiden, maße ich mich nicht an. M. E. ist die Leistung abhängig von dem jeweils gerade mo­dernen System und das hat sich mit der Zeit und mit der Regel sehr verändert. Ich denke zunächst noch an die Uranfänge des deutschen Fußballs, der in falscher Auffassung der eigenen Stürmerreihe verbot, die eigene Spielhälfte zu betreten und der eigenen Verteidigung des Gegners Hälfte. Ich denke weiter an das primitive kick and rush (hoch nach vorne mit dem Ball und dann hinterher), an die Kombinationspaßfolge und zuletzt die Husarentaktik (die im Hamburger Sport-Verein sha Es Baus, dem größten deutschen Fußball-Klub mit allein 42 spie­lenden Mannschaften, das Licht der Welt erblickte), die heute ihre eigentliche Daseinsberechtigung durch die neue Abseitsregel feiert. Doch eins ist nicht Hin­wegzuleugnen:Die Technik, wie sie die Alten hatten, der freuten wir uns, wenn wir sie heute noch hätten." Doch zur Sache der Begebenheiten. Aus die b e st e der Leistungen, relativ beste, kann ich mich nur beschränken. Das war, als der S. C. 1900 in der höchsten Klasse des W. S. V., in der Gauliga 1923 im Lahnkreis die Gauoertretung im entscheidenden Spiel gegen 1860 Marburg mit 1:0 errang und ihm dann Kurhessen Kassel mit 1:4 den Weg zu weiteren höhen versperrte.

Um aber ehrlich zu sein: Der Gießener Fußball stagniert heute (die schlechten wirtschaftlichen Ver­hältnisse bedingen es, aber nur zum Teil). Still­stand bedeutet hier wie überall Rückgang, dessen Ursachen hier im besonderen nicht aufgedeckt seien, im allgemeinen aber zu dem Hinweis berechtigen: Schafft mehr ideelle Werte, werdet innerlicher und fleißiger: nur durch Training zum Kampf, denn nur nach Kampf der Sieg."

Roch im Entstehen begriffen und nicht abgeschlos­sen ist die mächtig und unaufhaltsam aufstrebende leichtathletische Bewegung. Ihre Seele ist der olympische Gedanke, der neu auferstanden ist. Ihre Ausführung ist und bleibt die Grundlage allen Sports. Ihr Ziel ist Schnelligkeit, Kraft und Aus­dauer in höchstem Ausmaß als äußerliche Merk­male, und Hand in Hand damit eine Willens- sckulung, die ihresgleichen sucht, eine Willens­schulung fürs Leben. Ihre deutsche Entwicklung kam mit dem Rasensport: sie geht aber nicht mit ihm, denn ihre Zukunft liegt ferner und weiter. Ihre Geschichte ist das hohe Lied des Sports.

Die Vorkriegszeit brachte in Gießen nur wenig Bemerkenswertes auf diesem Gebiete. Das volks­tümliche Turnen war nicht mit ihr zu vergleichen. Es war zu beengt, zunächst in der Kleidung, dann auch metrisch und chronometrisch, es war es ist es nicht mehr. Doch in den Jahren nach dem großen Weltkriege brach die Leichtathletik auch in Gießen sich Bahn, und 1921 war es, da zeigte das 1. Na­tionale Meeting des auch hier führenden G. S. C. 1900 mit der Klaffe der Teilnehmer, wie Berliner Sport-Club, Mannheim, Kassel usw., wes Geistes Kind die deutsche Athletik ist. Damals wurde auch der Grundstein gelegt zum ständigen Bestehen der­selben. Vorher nahm sie niemand recht ernst. Und dann kam Sieg auf Sieg in die Gießener Stadt, von großen und bedeutenden Veranstaltungen mit Leistungen, die das Land aufhorchen ließen, heute nun dürfte die Zahl der Athletiker in den städtischen, Leibesübungen treibenden Vereinen mit mehr als } Tausend nicht zu hoch gegriffen sein.

Die Geschehnisse auf diesem Gebiete gipfeln in der Hauptsache in den alljährlich wiederkehrenden Nationalen Wettkämpfen des S. C. 1900. In den letzten Jahren ist die Veranstaltung der Großstaffel Rund um die Anlagen" (auf Anregung des Schrei­bers dieser Zeilen) 12 Läufer über 4 Kilometer als Werbeveranstaltung hinzugekommen. Es ist nicht ratsam, den Veranstaltungsbetrieb, auch im Hin­blick auf die Teilnahme an auswärtigen Kämpfen, bei denen Gießens Name einen guten Klang hat,^ weiter auszudehnen. Mehr Arbeit im Verein, be­sonders an der Jugend, wird mehr Früchte tragen.

Erft die ganz reife Leistung sollte sich vor anderer Augen zeigen.

Als Ergänzung für die mangelnde Tätigkeit des Athleten im Freien im Winterhalbjahr schuf man neben der Hallengymnastik das Handballspiel, das sich neuerdings großer Beliebtheit erfreut, hier sind besonders die Reichswehr und die Uni­versität eifrige Förderer dieser Bewegung, die im vergangenen Jahr auch Eingang in den c. C. 1900 sand. Eine genaue Organisation des gesamten Handballspielbetriebes fehlt jedoch in Gießen noch, um so mehr, als diese dem Handball sicher zu wei­terem Gedeihen verhelfen würde.

Alles in allem steht heute nach einem Viertel- jahrhundert die Sportbewegung in der Gießener Stadt im Rohmen des deutschen Sports kraft- und bedeutungsvoll da, bereit, weitere Sprossen auf der Leiter zu erklimmen, die zum Letzten, Endlichen führt, zu dem Ziel: auch den Fernstehendsten für die gute Sache gewonnen, ihn überzeugt zu haben da­von, daß die Natur ihn schon dazu bestimmte, seinen Leib nicht verkümmern zu lassen, je früher (in der Jugend), desto besser (fürs Aller), bereit zu dem Gelöbnis, auch weiterhin in der deutschen Sportsache

In Gießen ist man sich immer über die ge- fundheitsfördernde und heilende Kraft des Schwim­mens und Bodens in den weitesten Kreisen klar ge­wesen. Ein Beweis dafür sind die mustergültigen Anlagen der hiesigen Flußbadeanstollen und die ver­hältnismäßig recht frühe Errichtung unseres Volks- bodes. Als sich in den letzten Jahren vor dem Kriege, nachdem die Entwicklung in den Groß­städten Deutschlands schon etwas früher eingesetzt hotte, auch in den mittleren und kleineren Städten der Provinz Bestrebungen, die Pflege des Schwim­mens auszubauen, immer stärker geltend machten, wagte es eine Anzahl von langjährigen Badegästen der M ü 11 e r s ch e n B o d e o n st a 11, einen Schwimmsportverein in Gießen ins Leben zu rufen. Das war damals ein Wagnis, und cs hat viel Arbeitsfreudigkeit und Hingabe der Gründer gekostet, den jungen Sportverein lebens­fähig zu machen, heute, wo der hohe Wert des Sportschwimmens in weitesten Kreisen erkannt ist, muß man derer mit Anerkennung gedenken, die im Jahre 1913 den Schwimm- und Was­sersportverein v. 1913, Gießen ins Leben riefen und dadurch den Grundstein für die

Schlitz.

die hohe Mission des Sports zum Besten der Heran­wachsenden Generation zu erfüllen, zum Wohle für Stadt und Land. Denn wer die Jugend Hal, der Hot die Zukunft.

Bietzen und der Schwimmsport.

Wenn eine große, segensreiche Bewegung nach jahrzehntelangem Kampf mit allen möglichen Widerwärtigkeiten sich endlich ihren Platz erobert hat, dann ist es auf einmal jedem selbstverständlich, daß ein klein wenig mehr Verständnis, ober auch nur Anteilnahme hohe Ziele und große Werte früher und müheloser hätten erreichen helfen. So ist es auch der deutschen Sportbewegung ergangen, heute gilt sie als ein Faktor, mit dem alle, der 'Staat und der Einzelne, rechnen.

Nach Alter sowohl, wie nach Geltung steht mit an der Spitze der deutschen Sportbewegung der Deutsche S ch w i m m d e r b a n b (D. S. V.). Unter den Sportverbänden hat er in 38jähriger Arbeit an dem Aufstieg der deutschen Sportpflege einen hervorragenden Anteil. Als im Jahre 1886 die Vertreter von 9 Schwimmsportvereinen in Ber­lin sich zusammenfanden und den D. S. V. grün­deten, sah der Verband die gesundeste und freieste Leibesübung, das Schwimmen, in seine Hand ge­legt, und baute es im Laufe der Jahre so aus, daß fein Name heute in der sportlichen Welt überall mit Achtung genannt wird. Ein starker gemeinsamer Wille und die unermüdliche Arbeit von Männern, die, man darf wohl sagen, ihre Lebensaufgaben in dieser Richtung sahen, haben aus dem D. S. V. der 80er Jahre einen Sportverband mit hohen sittlichen Zielen werden lassen. Der Erfolg dieser Arbeit ist gerade für den Schwimmsport um so höher anzuerkennen, als, so unwahrscheinlich es heule klingen mag, kleinliche Vorurteile in bezug auf Sitte und Schicklichkeit in den weitesten Kreisen die Ausbreitung des Schwimmens außerordentlich erschwert haben. Die immer weiter vordringende Erkenntnis von dem Wert des sportlichen Schwim­mens führte zur Gründung von Schwimmvereinen in allen Teilen des Reiches. Die Mitgliederzahl des D. S. V. betrug i. I. 1900 schon über 5000, i. I. 1910 bereits 34 000 und steht heute mit etwa 200 000 in einem festgefügten Verbände mit an führender Stelle unter den deutschen Sportverbänden.

Entwicklung des Schwimmsports in unserer engeren Heimat legten. Wie eifrig in dem jungen Verein gearbeitet wurde und welch schöne Früchte die sportliche Tätigkeit trug, zeigt sich darin, daß es schon im Juni 1914 möglich war, unter starker auswärtiger Beteiligung und bei regstem Besuch ein größeres Schwimmfest zu veranstalten, bei dem verschiedene Erfolge durch die Gießener Mannschaft erzielt wurden. So blieb u. a. der Wander­preis der Stadt Gießen, ein silberner Pokal, im Besitze des Vereins.

Der Ausbruch des Krieges setzte, wie überall, auch dem Ausstieg und der Weiterentwicklung des jungen Schwimmsports in Gießen ein schnelles Ende. Nach den langen Jahren des Stillstandes fand die nach 1918 stärker einsetzende Ausbreitung der Sportbewegung auch in Gießen lebhaften Wider­hall, und, wie in allen Zweigen des Sports, ging man nun auch in der Schwimmfache sofort wieder an die Arbeit. Einige ältere, vornehmlich aber jetzt herangewachsene jugendliche Mitglieder des Ver­eins von 1913 ließen sich die Pflege des Schwim­mens als Leibesübung angelegen sein. Zunächst im Rahmen des damals sehr vielseitigen Gieße­ner S. C. v. 1 900, und feit 1921 als dessen selbständige Unterabteilung begann man in regel­mäßigen Uebungsftunben eine begeisterte Schwimm und Wasserballmannschaft heranzubilden. Die starke Anteilnahme aller Gießener Kreise am Sport, be­sonders aber die Begeisterung der Jugend, richtete sich zunächst mehr auf den damals sehr aufblühenden Fußball- und Rasensport und beachtete die Arbeit auf schwimmerischem Gebiet vorerst weniger. Trotz einer verhältnismäßig geringen Auswahl an Kräften wurde aber eifrig an der sportlichen Aus­bildung gearbeitet, und im Sommer 1921 waren die Gießener Farben erstmalig bei auswärtigen Schwimmwettkämpfen vertreten. In Limburg, Wetzlar und hcmau wurden die ersten Staffel- und Einzelsiege errungen; die Krone der sportlichen Siege in diesem ersten Jahr war aber der Sieg im Schwimmen2000 Meter quer durch Ems" am 21. 'August 1921, der besonders im Hinblick auf die starke Konkurrenz alter kampferprobter Vereine aus dem Rheinland dem Können der Gie­ßener Mannschaft das beste Zeugnis ausftellte. Jetzt war draußen endgültig bekannt, daß man in Gießen eifrig im Schwimmsport tätig war, und vor allem war damit der Ansporn für die hiesigen gegeben, ihr junges Werk weiter auszubauen. Die Mit­

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gliederzahl, die zu Anfang nur 23 betragen hatte, stieg, und die neue Saison fand den Gießener Schwimmsport stärker und wohlgerüstet, was sich auswärts sowohl, wie auch bei den im August 1922 hier in Gießen veranstalteten verbandsoffenen Wettkämpfen erwies.

Nachdem im Juni 1923 die Schwimm- abteilung des Gießener S. C. v. 1900 zum zweitenmal in Gießen mit einem verbands- offenen Fest an die Deffentlidjfeit getreten war und sich noch weiter vorwärts entwickelt hatte, war in Gießen dem Schwimmsport die Stellung gesicherter. Der nächste Schritt war die Verselbständi­gung der Schwimmabteilung unter Austritt aus dem Gießener S. C. v. 1900. Es wird von den Gießener Schwimmern und auch von all denen, für die später die Entwicklung des Sportschwim­mens in Gießen segensreich geworden ist, nicht ver­gessen werden, daß die Schwimmsache dem Gießener S. C. v. 1900 Dank dafür schuldet, daß durch sein Entgegenkommen und seine Mitarbeit der jungen Bewegung der Weg bereitet wurde. Die Entwicklung hatte zu einer Trennung gedrängt, es war ja übrigens immer als selbstverständlich vor- gesehen, daß bei weiterer Ausdehnung nur ein selbständiger Verein erfolgreich im Sinne der Richt­linien des Deutschen Schwimmverbandes arbeiten könne. Auf beiden Seiten herrschte eben nur der Wunsch, dem Schwimmen den Platz unter unseren heimischen Sportzweigen zu schaffen, der ihm seiner Bedeutung nach zukommt.

So war es denn nur mehr oder weniger Form­sache, als am 23. Juli 1923 der Gießener Schwimm verein gegründet wurde. Eingereiht unter die Vereine des Gaues I (Frankfurt) Kreis V im Deutschen Schwimmverband und als Mitglied der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft hat der Verein die Erwartungen und Hoffnungen, die bei seiner Verselbständigung an sein Wirken geknüpft wurden, bis heute vollauf erfüllt. Das ständige Wachsen des Mitgliederbestandes bei der Grün­dung zählte man etwa 40, heute über 200 Mit­glieder und die unermüdlich geleistete Arbeit innerhalb des Vereins, für die die großen Ver- anftaltungen jedes Jahres, auswärts veranstaltete Werbefeste und vieles sonst Zeugnis ablegen, er­bringen den besten Beweis für. den Stand des Vereins.

Dem unermüdlichen Streben nach Ausbau und Aufwärtsentwicklung eines Sportzweiges kann naturgemäß nur das der unerläßliche Rückhalt fein: Die Arbeit an der sportlichen Ausbildung des einzelnen Mitgliedes und damit das Streben nach Geltung und Ansehen nach außenhin. An solcher Arbeit hat es im Gießener S. D. nicht gefehlt. Nur in großen Zügen -,läßt sich hier feftftellen und wür­digen, wie in der kurzen Zeit von zwei Jahren aus einer nach Zahl und Leistung geringwertigen Mann­schaft eine Sportmannschaft geworden ist, von der man überall mit Achtung spricht. Senioren- wie Jugendmannschaft haben die blau-weißen Farben in allen möglichen Städten zum Sieg geführt, ein Mitglied der Damenabteilung hak durch feine her­vorragenden Leistungen den Namen des Gießener Schwimmsports sogar über die Grenzen des Deut­schen Schwimmverbandes hinaus zu Ansehen ge­bracht. Neben zahlreichen erfolgreichen Starts in Frankfurt, Köln, Rheydt, Aschaffenburg, Mannheim, Offenbach, Darmstadt, Hanau und Madgeburg wurde der G. S. V. in Öen beiden vergangenen Jahren bei den deutschen Meisterschaften in Berlin bzw. Bremen, wie bei schwimmsportlichen Veranstal­tungen von höchster internationaler Bedeutung in Leipzig, Breslau, Magdeburg und Bochum mit bestem Erfolg vertreten.

Sowohl 1924 als auch im Jahre 1925 veranstal­tete der Verein in Gießen jeweils großzügig an­gelegte Wettbewerbe, die die breitere Öffentlichkeit von den Fähigkeiten des Vereins überzeugen konn­ten. Für die Vorwärtsentwicklung auf sportlichem Gebiet sprechen einmal die Zahlen, die eine lieber« sicht über die errungenen Erfolge in den einzelnen Jahren ergibt 15 erste, 10 zweite und ein dritter Sieg im Jahre 1923, 28 erste, 16 zweite und 12 dritte Siege im Jahre 1924 Zahlen, die für 1925 schon jetzt, obwohl die Saison noch nicht abgeschlossen ist, weit überholt sind. Am beredtsten aber sind die Erfolge des Nachwuchses, wie sie gerade in diesen Sommermonaten errungen wurden, und auch die rein zahlenmäßig erfreuliche Stärke der Jugend- abteilung. Der Gießener S. V. sieht in dem sport­lichen Hochstand seiner Jugendmitglieder den höchsten Lohn für die nicht geringe Mühe und Arbeit, die es in den vergangenen Jahren gekostet hat.

Es ist auch nicht zu verkennen, daß durch feine rastlose Tätigkeit das Gebiet der Leibesübungen in unserer engeren Heimat durch einen der wertvollsten und segensreichsten Zweige körperlicher Hebung be­reichert worden ist.

Seit kurzer Zeit hat die Schwimmsache auch in dem Gießener Turnverein v. 1846 Ein­gang gesunden, der zum erstenmal bei dem hier stattgefundenen Mittelrheinischen Kreisturnfest mit feiner Schwimmabteilung an Die Oeffentlichkeit trat. Doch dürften diese Bestrebungen, vor allem hinsicht­lich ihres nur das Turnen ergänzenden Charakters wegen kaum ins Gewicht fallen für die Feststellung, daß die Entwicklung des Schwimmsports in Gießen eng zusammenfällt mit der des Gießener Schwimm­vereins.

Nur als ein kleines Glied in der großen Sport­gemeinschaft strebt der Gießener S. V. danach, den Zielen und Richtlinien seines Verbandes immer und überall gerecht zu werden. Die jetzt endgültig erfolgte Einführung des Schulschwimmunterrichtes auch hier in Gießen, wie überhaupt das auflebende Interesse der Behörden sind gewiß als Erfolge der schwim merischen Arbeit anzusehen. Naturgemäß ist viel opferfreudige Hingabe erforderlich, und es wird nötig sein, eifrig Arbeit im Kleinen zu leisten, die reiche Früchte trägt und geadelt wird durch das hohe sittliche Ziel, dem sie gift: Der Kräftigung und Er­starkung unseres Volkes und Vaterlandes. W. M.

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