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S?G- fhßL r £. Schulrat Dr. L®J- Schulrat Dr. f»en. oerstudiendirektor Dr. 8 a u c

m?Ql,Umä W enmr.?er?r ?berreal. fn. leiten ihren llrfprung aus gründe e Massige Realschul! ,e'ner .yiiflen Anstalt er. Iem 1878 an wurde damit u. m eine Realschule teinifdj, das nach den &e?- )n (eit 1853 wahlfrei, wenn Wochenstunden, unterrichtet ealschule 2. Ordnung Die beiden Lehranstalten Gebäude unter einem Leiter en an beiden Anstalten be|chä(.' rüsung der Realschule 1. Orth 80 statt. Herbst M erhielt die ag den Namen Realgym. in des Schuljahres 1902,03 de- lateinlosen Realschule 2. Orb rreal/chule, derselbe war f) bie jäljrlid} }imd)menbt iffe des Schuljahres 1913 l< (schule nahezu IW) würben die Räume sür die Riesen- und mit Beginn des Schul- m die beiden Anstalten, Real- inealschule, räumlich getrennt seitherige gemeinsame Leiter julrat Dr. Rausch, in den algnmasium verblieb im allen idwigstraße. die Oberrealschule sten selbständigen Leiter, dem )r. Schnell das neue, in ben rrichtete haus in der Stephan­en Anstalten gemeinsame M- r Oberrealschule. Lie> Rachso ger Igymnasium waren Oberstud en (1914-20), Mmstmaldireltor m. von da ab oeW gn.imar bis Januar 192d, mar Dberitubieniireftor Vr. 5, iH-W- M »'

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Achtes Blatt

Gießener Anzeiger - Jubiläums-Ausgabe

Seite 59

direktor Dr. 31 o 11 e r von 191723, und von Ober­studiendirektor Dr. Kalbfleisch seit 1923. Da die Stadt Gießen den größten Teil der Kosten für die Unterhaltung der Schule selbst trägt, so sind ihr bei der Erörterung, insbesondere finanzieller Fragen, und auch bei der Besetzung der Stelle des Leiters durch die Staatsregierung gewisse Rechte eingeräumt worden, die durch ein Kuratorium ausgeübt werden. Wiederholt war in den letzten Jahren die Errich. tung einer Studienanstalt angeregt worden, aber die durch den Krieg geschaffenen Verhältnisse waren schuld daran, daß der Ausbau erst in aller- jüngster Zeit zustande gekommen ist.

Wie der im August 1914 beginnende Welt­krieg auf unser gesamtes inneres und äußeres Leben den nachhaltigsten Einfluß ausgeübt hat, so ist er auch an der höheren Schule nicht spurlos vorübergegangen. Zunächst machte er sich dadurch bemerkbar, daß an allen Anstalten ein großer Teil der Lehrerschaft, man kann sagen durchschnittlich die Hälfte, ins Heer einberufen wurde, und daß dadurch der Unterricht in die empfindlichste Notlage geriet. Es war nicht immer leicht, geeigneten Ersatz für die Weggehenden zu finden, und zum ersten Male hielt in dieser Zeit auch in unserer Stadt die Leh- rerin ihren Einzug in die höhere Knabenschule. Aber auch die zur Verfügung stehenden weiblichen Lehrkräfte reichten nicht immer aus, und man mußte oft zu Hilfskräften seine Zuflucht nehmen, die dem Lehrberufe seither ferne gestanden hatten. Wo nicht genug Lehrer aufzutreiben waren, mußten Klassen^ zusammengelegt werden. Dazu kam der weitere Uebelstand, daß infolge des Durchzuges der Truppen und später auch infolge des Mangels an Heizmitteln die Schulen auf kürzere ober längere Zeit geschlossen, oder daß wiederholt zwei höhere Schulen für eine Zeitlang in demselben Gebäude untergebracht werden mußten, ober enblich, baß auf längere Zeit hin, wie bei bem Rückmarsch ber Truppen, ber Unterricht oft getrennt in verschie- denen, räumlich auseinander liegenden Gebäuden, in UniDerfitätsinftituten, Kirchengemeindesälen usw. gehalten werden mußte. Zugleich mit den Lebrern zagen aber auch bie Schüler ber Ober» klassen hinaus in ben Kampf für bie Heimat. Zahl- reich war bie Zahl berer, bie sich freiwillig mel- beten, anbere, die das militärpflichtige Alter erreicht hatten, stellten sich an chre Seite. Durch das Ent­gegenkommen ber Regierung würbe es ben Schülern gestattet, vor Dem Verlassen der Schule noch die Notreifeprüfung abzulegen, oder es war ihnen ermöglicht, durch die Einrichtung von Dor- bereitungshirfcn für Kriegsteilnehmer während ihrer Dienstzeit die Reife zu erwerben. Viele ber jungen Menschen sinb als Opfer auf bem Schlacht- fclbe geblieben, aber auch viele ihrer Lehrer sinb nicht wieder nach Hause in die Heimat zurück- gekehrt.

Abgesehen von diesem Ausscheiden einzelner Schüler durch ben Krieg, waren bie Klassen meist vollzählig besetzt, obgleich sich mit ber langen Dauer des Krieges bie Ernährungsfrage in ben meisten Familien bei dem Mangel an den notwendigsten Nahrungsmitteln oft recht schwierig gestaltete. Aber mit der Zeit litten die Kinder doch durch die Not, bie erst gelinbert wurde, nachdem nach Be­endigung des Krieges die amerikanischen Quäker auch für die Schüler ber höheren Schulen ihr groß­zügig angelegtes Hilfswerk, bie Quäterfpeifungen, ins Leben riefen, bie bis ins Jahr 1924 fast un­unterbrochen in Wirksamkeit waren. Schließlich waren bie körperlich verkümmerten Kinber nicht mehr den Anforderungen des Unterrichts gewachsen, bie Slnforberunaen mußten heruntergeschraubt werden, und auch durch die Schulbehörde wurden entsprechende Erlasse an die Schulleitungen hin­ausgegeben. Man darf es offen sagen, daß auch heute noch in dieser Hinsicht die Nachwirkungen bei unserer höheren Schuljugend zu spüren sind, und daß die Klassen nach nicht wieder das Niveau der Vorkriegszeit erreicht haben. Dazu kam weiter, daß auch infolge der langen Abwesenheit der Väter im Felde und durch mancherlei Wandlungen, die die Anschauungen infolge der Kriegsnot erfuhren, die Zucht unter der Jugend gelockert wurde, was auch die Arbeit der Schule nicht günstig beeinflußte.

Und doch hat die schreckliche Zeit auch erziehlich ihre guten Seiten an sich gehabt, zwang sie doch ganz von selbst die Jugend zur Besinnung auf ihre sozialen Pflichten, sowohl denen gegenüber, die für die Heimat kämpften, als auch denen gegenüber, die zu Hause litten. Von diesem Gesichtspunkte aus ist auch das große Sammelwerk zu beurteilen, das mit großem Erfolge mit Hilfe der Behörden in Be­trieb gefetzt wurde: ich meine hier das Zusammen­bringen von Goldgeld, Juwelen, Altmaterial, Wäsche, ferner die Teilnahme der Schüler am Sammeln von Laubheu, Bucheckern, Brenneffeln, Arznei- und Teepflanzen, Wildgemüse usw. Viele Schüler und Schülerinnen stellten sich auch für Hilfsdienste jeder Art zur Verfügung, kräftige Schüler der Oberklassen halfen beim Einbringen der Ernte u. a. m.

Es kam die Revolution. Wie allenchalben staat­liche Umwälzungen mit ihren Reformbestrebungen

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an bestehenden Einrichtungen rütteln, so hatte auch die Revolution des Jahres 1918 für das gesamte Schulwesen, im besonderen aber auch für die höhere Schule einschneidende Veränderungen im Gefolge, doch vollzogen sie sich in unserem Vaterlande nicht in radikaler Weise; z. T. sind sie heute noch erst in der Entwicklung begriffen, und es wird geraume Zeit vergehen, bis sie feste Gestalt angenommen haben. Für die äußere Organisation der höheren Schulen ist als einschneidendste Veränderung das Eingehen der Vorschulen und ihr Aufgehen in der Einheitsschule oder richtiger, ihre Verschmelzung mit bem Unter­bau ber Volksschule, ber sogenannten ® runb- schule, zu verzeichnen. 'Mit biefer Maßnahme würbe ein alter Vorkriegswunsch bes Allgemeinen Deutschen Lehreroereins in bie Wirklichkeit um­gesetzt. Es war nicht zu verwunbern, baß bie For- berung ber Einheitsschule zu einem parteipolitischen Kampfmittel würbe. Während sie von ben aus ber

anbererseits ber Arbeitsunterricht als Hanb - arbeitsunterricht für bie Mäbchen fast fo alt wie bie Mädchenschule selber ist unb als Werkunterricht unb Experimentier- unterricht (physikalische, chemische unb diolo- S'sche Hebungen) für bie Knaben auch schon auf eine ahrzehnte alte Geschichte zurückblickt, 'so ist es boch das Verbienst ber pädagogischen Bestrebungen ber letzten Jahre, bem Arbeitsunterricht eine allge­meinere Beachtung verschafft und feine Durch- führung in allen Schulbetrieben angebahnt zu haben. Auch die neuen Lehrpläne für die höheren Schulen Hessens, die von Ostern 1926 ab zur Ein- führung kommen sollen, tragen dem Arbeitsprinzip im Unterricht besonders Rechnung. Weitere Er- rungenschaften der letzten Jahre in unterrichtlicher Hinsicht sind die verbindliche Einführung ber Staatsbürgerfunbe von Unterfefunba ber höheren Schule ab unb bie ber philosophi - fchen Propädeutik von Prima ab.

Herr Bürgermeister Dr. Niepoth, VI. d. L.

Wenn eine Zeitung wie der Gic cner Anzeiger ihr ijsjähriges Bestehen feiert und dabei auf eine Entwicklung vom kleinen Lokalblatt bis zu ihrer jetzigen Höhe und Bedeu­tung zurückblicken kann, so haben Verlag und Schriftleitung alle Ursache, mit Stolz und Befriedigung erfüllt zu sein. Jeder Politik - kennt die außerordentliche Macht der Presse und weiß, welche große Verantwortung ihrer Leitung obliegt. Unbeeinflußt von persönlichen Rücksichten, soll sie sich jederzeit für die Interessen der gesamten Bevölkerung einsetzen. Der Gießener Anzeiger war sich dieser hohen Aufgabe stets bewußt. Er stand immer in vorderster Reihe, wenn es galt, nationale und liberale Ideen zu vertreten und ihnen zum Siege zu verhelfen. Der ständig wachsende Leserkreis ist ihm der beste Beweis dafür, daß er sich auf dem richtigen Wege befindet.

Ich kann daher heute an dem Jubeltag ihres Unternehmens Verlag und Schrift­leitung zu dem bisher Erreichten nur beglückwünschen und gleichzeitig der Hoffnung Ausdruck verleihen, daß ihrer Arbeit auch weiterhin sichtbarer Erfolg beschieden sei zum Wohle unseres Volkes, zum Wohle unseres engeren und weiteren Vaterlandes.

Herr Oberst Fett, Kommandeur des 15. Infanterie-Regiments.

Die Provinzialhauptstadt Oberhessens, die im Lahntal gelegene ehrwürdige Uni­versitätsstadt Gießen, gehört zu den 5 Garnisonen des 15. Infanterie-Regiments.

Wir, die Nachfolger der ruhmreichen kaiserlichen Armee, rechnen es uns zur Ehre an, daß wir die Überlieferung des stolzen ehemaligen Gießener Regiments, des Infanterie- Regiments Kaiser Wilhelm (2. Großherzogi. Hess.) Nr. 116, in unserer 2. Kom­pagnie pflegen dürfen.

Der Regiments-Stab des 15. Infanterie-Regiments, bis vor kurzem in Gießen garnisonierend, ist im Mai ds. Js. nur ungern aus der liebgewordenen Garnison ge­schieden. Ein Abschiedsgeschenk der Stadt Gießen, ein Ölbild mit den Wahrzeichen des Lahntales, dem hochragenden Bergkegel des Dünsberges, mit den stolzen Burgen Gleiberg und Vetzberg, wird dazu beitragen, in uns die Erinnerung an unsere alte, liebe Garnisonsstadt wachzuhalten.

Der Regiments-Stab und das I. Bataillon, dessen Kommandeur gleichzeitig Landes­kommandant in Hessen ist, verknüpfen die herzlichsten Verbindungen mit Stadt und Land.

Es gereicht uns zur besonderen Freude, feststellen zu können, daß auch unsere Beziehungen zum Verlag desGießener Anzeigers stets die besten gewesen sind. Wir wünschen demGießener Anzeiger anläßlich der Feier seines 175jährigen Bestehens das Beste für die Zukunft und günstigste Fortentwicklung. Möchte auch weiterhin seine auf Pflege nationaler, vaterländischer Gesinnung gerichtete Arbeit von Erfolg begleitet sein, zum Wohl unseres heißgeliebten VaterlandesI

Revolution hervorgegangenen Regierungsparteien propagiert wurde, stieß sie bei den rechtsorientierten Parteien auf den heftigsten Widerstand, der auch heute noch nicht beseitigt ift,. zumal bas Grunb- schulgesetz bie Kinber erst nach bem vierten Schul- lahre in bie höhere Schule zuläßt, währenb aus ber Vorschule ber höheren Lehranstalten bie Kinber schon nach 3 Jahren in bie höhere Schule übertreten konnten. Mit ber Durchführung ber Grunbschule steht Hessen zeitlich unter ben führenben Staaten. Zum ersten Male würben an Ostern 1919 keine Schüler mehr in bie unterste Vorschulklasse aus­genommen, unb an Ostern 1921 waren bie Vor­schulen enbgültig abgebaut, boch gestattete man für bie Jahre 1921 unb 1922 noch ben Kinbern un­beschränkt nach breijährigem Besuch ber Grunb­schule ben Uebertritt in bie höhere Lehranstalt. Dieses Recht hat man aber von 1923 ab etwas eingeschränkt, unb an Ostern 1925 sinb nur noch verhältnismäßig wenige Grunbschüler, bei benen gewisse Anforderungen an Alter, Gesundheit unb Leistungen gestellt würben, nach brei Jahren in bie höhere Schule gekommen. Das durch das Ein­gehen der Vorschulen befürchtete Ueberhand- nehmen von Privatzirkeln und Prioatschulen hat sich erfreulicherweise nicht verwirklicht.

Neben organisatorischen wurden auch unter- rich11iche Fragen in den Jahren nach der Revolu­tion erörtert. U. a. setzte eine sehr lebhafte Propa­ganda für die Arbeitsschule ein. Wenn wir auch behaupten dürfen, daß diese als Prinzip jeglichen Unterrichts für jeden Lehrer eine ganz selbstver­ständliche unb uralte Forberung ist, unb wenn

Erfreulicherweise hat auch bas Jnteresie ber Elternschaft an bem Leben ber Schule zu- genommen, man hat Elterndeiräie gewählt, unb an verlchiebenen Anstalten unserer Stabt haben sich wieberyolt bie Eltern unserer höheren Schüler unb Schülerinnen, sei es zu Unterhaltungsabenben ober Zur Aussprache über Schulfragen mit ihren Lehrern zufammengefunden.

An bie Stelle ber alten Schulseste sinb neue getreten: bas Jugenbsest: EnbeJuni, bas zum ersten Male von ber gesamten Schuljugenb Gießens 1921 gemeinsam gefeiert würbe, unb bas in ben folgcnben Jahren befonbers vorbilblich von bem Lyzeum ausgeftaltet würbe, bie Derfassungs- feier am 11. August unb bie Totengebächt- n l s f e i e r Enbe November.

Mehr wie früher hat sich neuerbings bie höhere Schule ber Pflege der Gesundheit ihrer Schütz, linge gewidmet. So hat bei ihr das Aufblühen des Sportes feine Wirkungen nicht verfehlt. Alljährlich im Herbst findet sich die Gießener Schuljugend zu den Reichjugendwettkämpfen zusammen; in ben höheren Schulen ist man im Begriffe, bc» sonbere Sportabteilungen einzurichten, ber verbinbliche Spielnachmittag hat Eingang gefunben, unb seit bem vorigen Jahre gehen unsere Schüler unb Schülerinnen, bank ber liebenswür- bigen Mitwirkung bes Leiters bes Gießener stäbti- schen Schwimmbabes, klasienweise mit ihren Lehrern zum Schwimmen, unb es soll hier anerkannt werben, baß wir gerabe in bezug auf ben letzteren Sport bei ben Eltern unserer Schulkinber bas größte Verstänbnis gefunben haben.

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Der Höheren Schulen in Oberhessen

Bei Gießen, Gymnasium unb Lyzeum ist bei ber Schülerzahl bie Vorschule mitgerechnet, bei Gießen, Realgymnasium unb Oberrealschule nicht.

Grün­dlings- jahr

Schülerzahl

1900

1914

1917

1919

1925

Gießen

Gymnasium . .

1605

387

349

340

379

201

Gießen

1837

Realgymnasium .

1878

252

263

248

299

349

Gießen

1837

Oberrealschule

1902

333

546

630

693

780

Gießen

1841

Lyzeum unb

1880

580

794

822

950

659

Stud.-Anstaltcn .

1925

Alsfeld

1909

Oberrealschule

1914

126

220

276

285

220

Bad-Nauheim

1905

Oberrealschule

1914

179

194

254

284

1924

Büdingen

Gymnasium . .

1601

157

181

160

182

295

Butzbach

1876

Oberrealschule .

1891

111

127

164

206

248

1924

Friedberg

1543

167

Gymnasium . .

1909

403

418

435

514

Oberrealschule

1923

363

Friedberg

1905

Höh. Mädchensch.

1918

213

245

271

455

Grünberg

1877

Oberrealschule .

1914

32

134

159

187

264

1924

Homberg

Höh. Bürgersch. .

1888

38

25

33

54

42

Hungen

Höh. Bürgersch. .

1877

33

28

36

44

49

Laubach

1875

Realschule . . .

1922

169

105

92

90

81

Lauterbach

1897

Realschule . . .

1914

84

100

128

151

128

Nidda

1880

Realschule

1925

41

77

139

137

108

Schlitz

1900

Realschule . . .

1925

38

36

56

69

92

Schotten

1898

Realschule . . .

1914

46

105

135

128

100

Vilbel

1899

Realschule . . .

1925

52

66

76

152

117

Das Volksschulwesen.

Don Kreisschulrat Fischer, Gießen.

Eine Ueberschau über bie Entwickelung des Dolksfchulwesens im letzten Vierteljahrhundert und über seinen geaenwärtigen Stand im Verbreitungs» gebiet dieser Zeitung verzeichnet sehr bemerkens­werte Fortschritte; daneben zeigen sie freilich auch in den Jahren ber Kriegsnot unb ber Nachkriegszeit sehr erhebliche Rückschläge und schwere Erschütte­rungen.

Die dem letzten Dierteljahrhundert voraus- gehenden drei Jahrzehnte, die Zeit nach 1871, hatten auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens weitgehende Umstellungen gebracht. Die Auf­richtung des Reichs hatte den Weg freigemacht zu neuen Formen des staatlichen und wirtschaftlichen Lebens, bie unserem Volke bis bahin verschlossen gewesen waren. Staatliche Notwenbigkeit, wirt- schaftlicher Aufschwung unb eine vorwärtsbrängenbe Reformfreubigkeit schufen so in ben 70er Jahren eine neue Grunblage für Staat unb Wirtschaft, bie uns dann im wesentlichen bis zum Ende des Welt­krieges erhalten geblieben ift

Don dieser Neuordnung der Dinge ist auch das Volksschulwesen kräftig erfaßt worden. Es war auch nötig. Die letzte vorausgegangene gesetz­liche Siegelung in Fragen der Volksschule lag um mehrere Jahrzehnte zurück (Hessen 18321), und was bie Zwischenzeit auf bem Verorbnungswege ge­bracht hatte, war größtenteils mehr unerfreulich als für bie Dolksbilbung förberlich; man braucht nur an den Geist ber fünfziger Jahre zu benken, ber auf bas Leben in ber Volksschule in Preußen wie in Hessen überaus verhängnisvoll gewirkt hat. Demgegenüber bebeutet nun die neue Schulgesetz- gebung der 70er Jahre einen außerordentlichen Fortschritt. Es bedeutet doch etwas, daß die da­mals geschaffenen Gesetze in Preußen von 1872, in Hessen von 1874 sich bis in die Jahre des Weltkrieges als brauchbar erwiesen haben. Drei Bestimmungen sind es hauptsächlich, die jener Gesetzgebung bas Gepräge geben. Ein­mal: die Volksschule ist noch ausschließlich Lan­de s s a ch e. Die Verfassung des neuen Reichs ver- zichtet noch vollständig darauf, Richtlinien ober allgemeine Bestimmungen über Schulwesen und Volksbildung für das ganze Reich aufzustellen und die Länder zu Mindestleistungen zu verpflichten. Sodann: in Hessen unb in Nassau wirb zur nor­malen Schulform die S i m u 11 a n s ch u 1 e. Es war boch eine außerorbentliche Leistung ber

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