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Wahrzeichen „Schlegel und Eisen" tragend.

Mit dem Basalteisenstein in der Entstehung ver­wandt ist das Aluminiumerz Bauxit. Durch ähnliche tropische Verwitterungsvorgänge der Ter­tiärzeit wurde der Basalt so vollständig zersetzt, daß in ihm fast nur Tonerde (Aluminiumoxyd) und etwas Eisen übrig blieb. So wird er zu einem Aluminium- erz, Bauxit. Bei der gewaltig steigenden wirt­schaftlichen Bedeutung des Aluminiums und dem Mangel an anderen größeren Bauxitlagerstätten in Deutschland glaubte man hier einen besonders wichtigen Bodenschatz vor sich zu haben. Do das Erz aber bei uns nur auf kleinen Lager­stätten in Knollen vorkommt, eingebettet in eine zäh anhaftende, meist rote Erde, haben die hoff­nungsreichen Anfänge vorläufig nicht zu der er­warteten Blüte geführt. Nach anderem Verwen­dungsbereich wird Umschau gehalten. Die Tagebaue und kleinen Tiefbaue sind an ihren roten Halden weit im Gelände zu erkennen. Die Verbreitung des Bauxits ist zum Teil ähnlich der des Eisen­steines. Abgebaut wurde er z. B. bei Stangenrod Grünberg, Göbelnrod, Harbach, Garbenteich, Ettingshausen, Lich, Langsdorf, Münzenberg.

in trockenen Sommern der wichtigste Betriebsstoff, das Wasser, ausgeht, so ersieht man, welchen Schwierigkeiten der Vogelsberger Bergmann gegen­übersteht und welche zähe Arbeit dazu gehört, in wrrtschaftsschwachen Zei' durchzuhalten.

Die wichtigsten Vorkommen der Basalt- eisen st eine liegen im westlichen Vogelsberg in einem etwa 15 Kilometer breiten Streifen von Hungen bis Nieder-Gemünden. Die meisten Be­triebe befinden sich östlich und nördlich von Grün­berg, bei Weickartshain, Mücke, Nieder-Ohmen, Flensungen, Atzenhain.

Früher wurde das oberhesstsche Erz im Lande in holzkohlenbeschickten Hochöfen verhüllet. Leicht verständliche Gründe setzten dem ein Ende und die Betriebe verließen die Provinz, dem Steinkohlen- Koks entgegenrückend. Am Gießener Güterbahnhof steht noch die Gießhalle der Margarethenhütte, bis

faltes find manchmal noch darin zu sehen. Ein solcher Erzzug ist z. Z. am besten durch den ausgedehnten aber schmalen Tagebau bei Atzenhain ausgeschlossen. Während man früher nur besonders mächtige Erzanhäufungen, die sogenannten Stückerze, in

mühevollem Tiefbau zu gewinnen suchte, ist jetzt wesenllich das sogenannte W a s ch e r z in großen Tagebauen das Ziel der Tätigkeit. Die finger- bis handstarken Erzlagen werden zusammen mit dem von ihnen durchzogenen Basaltzersatz abgebaut und bann in einer Wäsche von dem tauben Neben­gestein befreit So erhält man ein sauberes, ge­schätztes Erz, aber freilich auch eine Menge Schlamm, der ein besonderes Sorgenkind der hessischen Bergleute darstellt. Der in großer Tlenge erhaltene Schlamm muh in besonderen Schlamm­teichen gesammelt werden, falls nicht alte Tagebaue zur Verfügung stehen. Keinesfalls kann man ihn in die Bäche lassen, da diese in kürzester Zeit ver­stopft würden. Da er nur langsam austrocknet und sich nur sehr allmählich mit Vegetation bedeckt, stellt er einen unangenehmen Gesellen dar, der dazu noch die häßllche Eigenschaft besitzt, manchmal aus» zubrechen und bas unterhalb gelegene Gelände zu verwüsten. Denkt man noch weiter daran, daß der

Vollständig der Vergangenheit angehört der Bergbau auf Blei, Silber, Kupfer im hessischen Anteil des Taunus, wo Erze bei Langenheim-Ziegenberg und Kleeberg Vorkommen, die z. T. schon im Mittelalter bekannt waren und bis in die Neuzeit immer wieder, aber ohne Er­folg bergmännisch untersucht wurden. Größerer Be­trieb fand aber auf dem Kupferletten von Haingründau etwa von 1610 dis 1858 statt, also auf demselben berühmten Horizonte wie bei Mansfeld. Noch jetzt zeugen alte Schachthalden in arößerer Anzahl nahe Haingründau von eifriger bergmännischer Tätigkeit. An grünen und blauen Anflügen von Malachit und Kupferlasur kann man die Erzsührung gelegentlich erkennen. 3m Büdinger Tierpark finden sich südöstlich des Tunnels Stollen und Schächte moderner Untersuchungsarbeiten,

Eisen und Kohle sind die Grundpfeiler der modernen Wirtschaft. Erfreulich ist es daher, daß

Erz zu gewinnen gesucht; aus dem Mittelalter finden

' vor kurzem noch das berg» und hüttenmännische

Alsfeld, In der Rlttergasfe.

Oberhessen auch über eigene Kohle verfügt. Frei» lich handelt es sich nur um B r a u n k o h I e, die bei­läufig in den anderen hessischen Landesteilen eben­falls gewonnen wird. Steinkohlen find in Hessen an keiner Stelle zu erwarten.

Braunkohlen sind recht häufig be­kannt und z. T. auch abgebaut worden: Groß- Karben. Nieder- und Ober-Eschbach, Nieder-Wöll« stadt, Dorheim, Assenheim, Hungen, Wölfers­heim, Weckesheim, Domassenheim, Friedberg, Eberstadt, Leihgestern, Watzenborn, Annerod, Beuern, Salzhausen, Hessenbrücker Hammer bei Laubach, Jägertal-Zell, Lauterbach, Büdingen.

Der überwiegende Teil der Kohlen liegt unter oder zwischen den Basaltl vaströmen und ist bei ge­ringer Mächtigkeit nicht weit verfolgbar. Der ursprünglich sehr unruhige Charakter der vulka­nischen Landschaft ist vielfach Schuld daran. Manche haben nicht das dem Laien bekannte Aus­sehen von Braunkohle, sondern sind sog. Papier- kohlen, Teichschlamm der Terttärzeit in verfestigtem Zustande. Aehnlich der sehr mächtigen und stark ad- gebaitten Papier- oder Schieferkohle der Grude Messel bei Darmstadt enthalten sie vergasbare Sub­stanzen, sog. Bitumen, das durch Verschwelung gewonnen werden kann: für das mineralölarme Deutschland ein grundsätzlich wichtiges Material. Leider machte ein hoher Schwefelgehalt eine Ver­wendung bisher unmöglich, so daß mancher alte Betrieb wie Leihgestern und Annerod oder Eber- stadt bald zum Erliegen kam und örllich schon der Vergessenheit anheimgefallen ist.

Allein von dauernder Bedeutung sind die nachdasallischen bis 20 Meter mächtigen Braunkohlen, die sich in der H u n g e n e r Senke von Hungen bis nahe Fried­berg zusammenliegend verfolgen lasten. Dor 121 Jahren begann hier bei Ossenheim die ernste Tätigkeit des Bergmannes und jetzt find es vor allen Dingen die staatlichen Gruben, die einen aus­gedehnten Tiefbau betreiben. Deutlich erkennt man an der Kohle mit ihren vielen Stammresten, daß es sich um untergegangene Sumpfwälder handelt. Leider ist die Kohle mulmig und verträgt roh keinen Versand. So ist man bald dazu über­gegangen, sie in die einfache Form der sog. Naß- preßsteine zu bringen und neuerdings zu briket­tieren. Die rattonellste Verwendung findet aber in Wölfersheim statt, wo die Rohbraunkohle der Grube Ludwigshoffnung in dem bekannten Elektri­zitätswerk der Provinz direkt in elektrische Kraft umgewandelt wird, die nun weit in das Land gehen Fann. Die in den Pflanzenresten aufgefpeidjerte (Sonnenenergie der Tertiärzeit kommt hier zu einer segensreichen Auferstehung.

So bilden Eisen und Kohle die Grundlage des hessischen Bergbaues. Möge es ihm gelingen, seine gewichtige Stellung auch in Zukunft zu halten, wir wünschen ihm ein herzliches Glück auf!

jetzt unbekannten Mineralquelle und wird im Fahre 775 n. Ehr. zum ersten Male erwähnt. Unmittelbar vor den Toren Gießens wurde nicht allzulange vor dem Kriege Salzwasser erbohrt. Eine Fülle von Quellen schließt sich von hier aus nach Süden an, von denen nur einige wie Nauheim, Salz- Hausen, Selters bei Ortenberg, Groß-Karben, Vilbel, Schwalheim, Nieder-Florstadt erwähnt seien. Werden sie jetzt auch nur zum Bade- und Trinkbetrieb be­nutzt (besonders Nauheim, Salzhausen, das neu- angelegte Selters bei Ortenberg, Vilbel), so be» standen früher eine Reihe Salinen zur Koch­salzgewinnung, mie Trais-Horloff, Wissels­heim, Salzhausen, Nauheim. 3n Büdingen ist noch eine derartige Gebäudegruppe „Ferdinandshof" oder auch „Salinenhof" wohlerhalten zu sehen.

Vorwiegend sind es Kochsalzquellen, aber häufig tritt in ihnen freie Kohlensäure auf, die wertvolle Säuerlinge als Trinkwasser schafft. Bei Trais-Horloff sprudelt das Gas in einem wasser­erfüllten verlassenen Tagebau frei zutage aus. Das Auftreten der Quellen hängt mit Salzlagern im Untergründe zusammen, die früher bei Büdingen erbohrt wurden. Die Kohlensäure aber ist ein Aus­klang der vulkanischen Ereignisse, die einst die Gegend erschütterten. An den Abbruchstellen des Rheinischen Schiefergebirges gegen Wetterau und Vogelsberggebiet gelingt es den Gasen, zur Tages- oberfläche zu kommen. Uebrigens find die nicht allzu weit von der hessischen Grenze bei Neuhof unweit Fulda im Abbau begriffenen Steinsalz- und Kalium-Magnestum-Salzlager auch auf hessischem Gebiet bei Pfordt und Schlitz erbohrt worden, fteilich erst in rund 450 Meter Tiefe.

Der oberhessische Bergbau hat die des Untergrundes noch nicht mit seinen erschlossen. Aber eine Reihe anderer holt er zum Nutzen der Gesamtheit Arbeit aus der Erde herauf, besonders senerze, Kohle und auch Aluminium- e r z e. Früher waren auch Betriebe auf Kupfer, Blei und Silber vorhanden. Mit Fug und Recht kann man hier sogar von dem hessischen Berg­bau sprechen, da die anderen Provinzen unseres Landes nur wenig Kohle und Erz darbieten. Schon die römischen Legionssoldaten haben das

wir noch jetzt wohlerhaltene Reste einfacher Eisen­hütten bei Ilbeshausen und mancher im Waldes­dickicht verborgene Schlackenhaufen könnte von Waldschmieden und Nennfeuern erzählen; in der Neuzeit werden Kohle und Erz in zahlreichen Gruben abgebaut, die zur Zeit über 3000 Arbeitern und Angestellten Brot aeben. Unter den deutschen Eisenerzbezirken steht Ooerhesjen fetzt an 4. Stelle. Nach dem Verlust unserer großen Eisenvorräte in Lothringen bildet es ein Wirtschaftsgebiet, das über unsere Provinz hinaus Bedeutung hat. (Einen wertvollen Gesamtüberblick gibt das leider ver­griffene Schriftchen von Oberbergrat Köbrich: Der Bergbau des Großherzogtums Hessen. Darm­stadt 1914.)

Unter den Eisenerzen Oberhessens muß man zwischen zwei Arten unterscheiden, den Estenmanganerzen und den eigenartigen Bascllt- cifenfteinen.

Eisenmanganerze werden unmittelbar vor den Toren von Gießen in einem Betriebe ge­wonnen, bet einst den größten Tagebau Deutsch­lands darstellte, bis man zu einem ausgedehnten Tiefbau überging. Jedem Bewohner unserer Stadt sind die imposanten, kalkdurchzogenen alten Tage- baulöcher des Gießener Braun st einberg- werkes bekannt, die von dem Fleiße zahlreicher Bergleute in nun schon achtzigjähriger ununter­brochener Tätigkeit Zeugnis ablegen. Der Name erinnert an die Zeit, als man nur die reinen Man­ganerze (Braunstein) gewann und die jetzt haupt­sächlich geförderten mulmigen Eisen-Manganerze noch nicht zu verwenden wußte. Am Rande des Rheinischen Schiefergebirges finden sich ähnliche Betriebe, von denen die nahe Pohl-Göns und Ober- Roßbach genannt feien.

Eisenmanganerze desselben Typus finden sich auch an anderen Stellen Deutschlands und sonst noch auf der Erde. Eine Eigenheit Ober- Hessens stellen aber die Basalteisensteine bar, die in gleich ausgedehnter Weise noch nirgends bekannt geworden sind. Daraus ergibt sich, daß sie nicht nur wissenschaftlich, sondern auch praktisch mancherlei Besonderes bieten Der Hauptteil der hessischen Eisenerze wird in ihnen gewonnen.

Der Name deutet an, daß die Erze aus Basalt ent­standen sind Wie aus den oben erwähnten Pflanzen zu schließen ist war in der Tertiärzeit bei uns ein warmes Klima. Unter seinem Einfluß verwittern Ge- steine bedeutend schneller als bei uns. So wurde der harte dichte Basalt damals am Grunde von Tälern zu einer Hellen, weihen, schneidbaren Masse zersetzt, die von den Bergleuten leider mit dem ungerecht­fertigten Namen „Tuff" bezeichnet wird. Eisen ging bei dieser starken chemischen Einwirkung «ebenfalls in Lösung, wurde aber in der trockenen Jahreszeit wieder ausgeschieden. So ensttanden langgezogene bis 60 Meter tiefe Partien von Basaltzersatz, die das Erz in dünnen Lagen enthalten Reste frischen Ba-

Ein alter Bauer stirbt

Linst sah er nachts, wie tote Freunde kamen,

vom

zum alten Bild vom heiligen Abendmahl.

früh, als es hell ward in dem Fensterrahmen.

Fritz Ufingen

So lag er schon seit Wochen, alt und fahl und wollte sterben. Nur ein matter Schimmer,

wollte sterben. Nur ein matter Schimmer, an seinem Tische faßen, scherzten, tranken; Frühling draußen, fand sich durch das Zimmer sie schieden ohne Gruß erst von dem Lranken

Dann krähten Hähne. Erste töagen fuhren vorbei ins Feld. Die Sonne kam herauf.

Ls ward auch Mittag. Schläfrig schlugen Uhren.

Jetzt trug man drüben schon das Lssen auf: die Schüsseln klirrten und die Teller klangen.

Da war er seinen Freunden nachgegangen.

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