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msnatlid). Bezüglich des Faselwärters und der (Jemeindekrairkenfchwester wurde von dem Ge­meinderat der Standpunkt vertreten, daß diese Bediensteten nicht nach den Richtlinien zu be­zahlen seien. Der Gemeinderat erachtete außer­dem die Annahme einer Beschäftigungszeit von wöchentlich 36 Stunden für den Gemeinderechner für zu hoch. Am l.Mai 1925 beschloß der Ge- melnderat in Grüningen, die Befuge der Ge- mcindebeamlen für das Äechnungsiahr 1924 wie folgt zu regeln: 1. für den Gemeinderechner auf 83,33 Rm. monatlich: 2. für den Polizeidiener auf 49,18 Am. monatlich: 3. für den Feldschühen auf 95,83 Am. monatlich: 4. für den Faselwärter und Rohrmeister auf 95,83 Rm. monatlich mit der Maßgabe, daß den Gemeindebeamken für 1925 gekündigt werden solle, falls sie mit diesem letzten Angebot der Genieinde nicht einverstanden sind. Die Gemeinde Grüningen zählt 749 Einwohner und umfaßt 523 Hektar landwirtschaftlich ge­nutztes Gelände. Der Provinzialausschuß ent­schied:Unter Abänderung des Urteils des Kreisausschusses des Kreises Gießen vom 20. R 1924 wird dahin erkannt, daß der Gemeiu rechner vom 1. Oktober 1924 an unter Zugrum > - legung einer Befchäsligungsdauer von 27 Stun­den wöchentlich, sowie die Krankenschwester vom 1. April 1924 an nach Gruppe III, Stufe 3 zu be­solden ist. Soweit der Berufung hiernach nicht stattgegeben ist, wird sie als unbegründet zurück­gewiesen. Die Kosten des Berfahrens hat die Gemeinde Grüningen zu tragen.

Aus der Provinz.

Landkreis Gießen.

' K l e i n - L i n d e n , 26. Mai. Wie im Vor­jahre, so hielt auch diesmal an der Wiederkehr des Todestages des von den Franzosen er« mordeten Kaufmanns Albert Leo S ch l a g e t e r die hiesige Gefolgschaft des Jungdeutschen Ordens eine Gedenkfeier ab. Gegen 10 Uhr abends versammelten sich die Jungdeutsche Schwe­stern« und Bruderschaft und die Gefolgschaft Allen- dorf beim Allendorfer Wäldchen, um bei den Flam­men eines Scheiterhaufens des für fein Vaterland in treuer Pflicherfiilluna gefallenen Ordensbruders ZU gedenken. Gefolgschaftsmeister Stein widmete dem Andenken des Toten einen ehrenden Nachruf, der durch das Lied vom guten Kameraden und einem Treuschwur im Sinne Schlageters einen würdigen Abschluß fand. Hierauf sangen die Or­densbruder das Ordenslied sowie das Deutsch­landlied und gingen dann still auseinander. Zu der Gedenkfeier hatten sich zahlreiche Zuschauer einge­funden, auf die diese Feier sichtlich einen tiefen Eindruck machte.

I! Watzenborn-Steinberg, 28. Mai. Zur Linderung der Wohnungsnot hat der Gemeinderat beschlossni, Daukredite aus- zugebcn, sobald die Baulustigen die Höhe der Darlehen festgestellt haben und die notwendigen Sicherheiten zu geben bereit und in der Lage sind.

Kreis Friedberg.

vw. Butzbach, 28. Mai. Aus der jüngsten Stadtverordnetenfitzung ist zu berich­ten: Rach längerer Besprechung wurde dir Be­schaffung einer städtischen Eismaschine, die in Verbindung mit dem Elektrrzitätswerk gebracht werden soll, im Preise von 25 000 M. steht und von der Eßlinger Maschinenfabrik be­zogen werden soll, beschlossen. Ferner soll wegen Ankaufs eines kompletten TranSforma- tvrenagaregats für 20000 Bolt mit der Besitzerin, oer Firma Samesreuther, hier, ver­handelt werden. Die Firma RumpsLSohn, die nach der Fabrik ein Kabel gelegt bekam, soll die Kosten für dasselbe allein tragen. Auf den Antrag Stroh hier, wegen Instand­setzung der Anlagen auf dem Schren- ac r wurde beschlossen, nach einem früheren Plane die gewünschten Anlagen nach und nach zu schaf­fen. Diese sollen in Schuh genommen und die­jenigen, welche Deschädiaer derselben zur Arkzeige bringen, mit 100 M. belohnt werden. Der An­kauf des Daniel Benderschen Grund st ückes hx der Wallgasse seitens der Stadt wurde be­schlossen. GS sollen 3 Wohnungen darin ein­gerichtet werden.

Kreis Schotten.

- Schotten, 28. Mai. Der am 5. Juni in Kraft tretende neue Fahrplan wird unserer Strecke im SonntagSverkehr einige Ver­besserungen bringen, aber weiter-

Feuer am Nordpol-

Technisch-politischer Roman aus der Gegenwart.

Bon Karl-August von Lassert.

53. Forttetzuug (Nachdruck verboten.)

Reklame für das Unternehmen ist genug gemacht, am meisten von unserem Gegner Frankreich. Zwei­tens wird Wallstreet uns in allen politischen Schwie­rigkeiten die Stange halten, wenn erst Tausende unserer Aktien dort zum Handel aufliegen.

Bitte, besprechen Sie diese Angelegenheit mit Stratoff, Sanders und Nagel. Falls alle einver­standen sind, woran ich nicht zweifle, sende ich Ihnen den von mir ausgearbeiteten Gründungsentwurf des neuen Aktienunternehmens, lieber Einzelheiten kön­nen wir dann noch reden.

Es ist gut, daß Stratoff sich verheiratet hat. Glücklich verheiratete junge Ehemänner sind trä- tabler als alte verbissene Junggesellen, weil |ie ihre überschüssig»'», und anderen unocquemen Kräfte im ehelichen Kampfe auszugeben pflegen.

Gruß Hagen

Sanders an Linda.

Erlaß mir eine Anrede, die ich nicht finden kann. Wie ich Dich nennen möchte, darf ich nicht, denn Du bist mir ja verloren, verloren durch meine Schuld. Heute habe ich alles erfahren, heute weiß ich, daß ich Dich, mein höchstes Glück, verscherzte und damit mein besseres Selbst verlor.

Laß mich erklären, wie es tarn. Georg Nagel verunglückte bei einem kleinen Erdrutsch in der Platingrube Nr. 2. Glücklicherweise nicht gefährlich. In einigen Tagen wird er wieder obenauf fein. Immerhin blieb er kurze Zeit ohne Besinnung.

Nun brauchte der Leiter der Funkenstation dringend den geheimen Code für ein Telegramm nach Archangelsk. Wir wußten ihn in Nagels feuer» sicherem Schrank, dessen Schlüssel er bei sich trug. Ich nahm den Schlüssel an mich, öffnete den Schrank und fand ben Geheimcode. Dabei fiel mein Blick auf ein paar Zeilen, die Deine Handschrift trugen. Un­willkürlich las ich die ersten Worte:Ich habe das unmenschlichste Opfer gebracht, das eine Frau zu

gehende Wunsch- . . n v r ü s i ch c i g t lassen. Die Einlegung eines Zugpaares am Sonn­tag auf der Strecke FriedbergRidda (Ridda ab 6.46, Friedberg an 7.53 abends und Friedberg ab 8.42, Ridda an 9.43 abends) ermöglicht den Besuch der Städte Bad-Rauheim, Homburg und Franifurt und gestattet ausreichendes Derweilen an diesen Orten. Der Abendzug unserer Strecke ist deshalb am Sonntag fast um 2 Stunden später verlegt und trifft erst 10.30 hier ein. Dieses Entgegenkommen der Reichsbahnverwaltung ist immerhin begrüßenswert. Seither war es so, daß die Vorteile des verbilligten Sonntagsver­kehrs nur den Ausslüglern aus den Städten zugute kamen. Mit dem Inkrafttreten des neuen Fahrplans darf man hoffen, daß recht viele die Gelegenheit benutzen, den arbeitsfreien Sonntag zu einem Besuche der bekannten Badeorte zu verwenden. Der Abendgug unserer Strecke ist auch an den Werktagen etwas später gelegt und trifft V2IO Tlhr hier ein.

Kreis Büdingen.

' Stockheim, 28. Mai. In dem gestrigen Bericht über die Tagung des Kreisver- eins Büdingen der Deutschen Volks- Partei ist in der Mitte durch einen Satz­fehler eine entstellende Tlnklarheit entstanden. Der in der 16. Zeile von oben beginrrenbe Sah muß richtig wie folgt lauten:Damals haben die Parteien, die letzthin für Marx eintraten, 25, und die, die für Hindenburg eintraten, 43/,t Millionen Stimmen aufgebracht»'. Dann folgen die weiteren Ausführungen, wie gestern berichtet.

Starkenburg nitM Rheinhessen.

* Darmstadt, 28. Mai. Der Raturheil- funbige Frühwein in Eppertshausen wurde auf Veranlassung der Staatsanwaltschaft Darm­stadt verhaftet, weil er den Tod eines 23 jährigen Mädchens von Ober-Reden ver­schuldete, bei dem er einen verbotenen ©bigriff vorgenommen hatte.

Mainz, 27. Mai. (Wolfs.) Am 27. Juli 1525 hat die blutige Dauernschlacht bei Pfedders­heim stattgesunden. Der Reichsverband der Freien Bauernschaft veranstaltet anläßlich der 400jährigen Wiederkehr des Tages der Bauern- schlacht am Pfingstmontag in Pfeddersheim bei Worms einen großen Bauerngedenktag. Heber das Programm erfahren wir, daß ein Gottesdienst für beide Konfessionen stattsindet, eine Kranzniederlegung am Grabe des Gründers der Freien Bauernschaft Rheinhessens, Röhls, ein großer historischer Festzug sowie verschiedene Ansprachen altbewährter Führer der Freien Bauernschaft. Zahlreiche Regierungsbehörden haben ihr Erscheinen zugesagt.

Kreis Wehlar.

ra. Wetzlar, 27. Mai. Wiederholt sind in letzter Zeit Gemeinden des Kreises bei der Kreis- öermaltung mit dem Anträge auf Abgabe von Streulaub aus den Gemeindewaltun- g c n vorstellig geworden. Die Kreisverwaltung hat den Anträgen die Genehmigung versagen musien, weil die während der Kriegs- und Nach­kriegszeit in bezug auf Streulaubgewinnung in hohem Maße in Anspruch genommenen Waldungen eine weitere Abgabe von Streulaub ohne Gefähr« düng der Bestände nicht mehr zulassen; sie verweist die Landwirte auf den Bezug von Tors, der jetzt wieder überall und zu verhältnismäßig billigem Preise erhältlich ist.

d. Wetzlar, 28. Mai. Wegen Ausführung von Danrpfwalzenarbeiten hat die KreiSstraßen- bauverwaltung zu Wetzlar folgende Straßen für jeglichen Fährverkehr gesperrt: 1. Die Provinzialstraße W e tz l a rB u tz b a ch nördlich von dem Dorfe Riederkleen vom 29. Mai bis einschließlich 4. Juni. 2. Die Kleebach- strafte vor dem Dorfe Oberkleen vom 4. vis einschließlich 8. Juni. 3. Die Provinzialstraße Wetzlar-Butzbach beim Knornhof (Dorn­holzhausen) vom 8. bis einschließl. 12. Juni.

Hessen-Nassau.

bl. Dillenburg, 28. Mai. Die Stadt­verordnetenversammlung beschloß in ihrer jüngsten Sitzung, an Wanderlager- st e u e r 100 Proz. zu erheben und diese Summe noch zu erhöhen, toenn das ortsansässige Ge­werbe noch stärker zurückgedrängt werde. Ferner befaßte sich das Plenum mit dem Be­bauungsplan des Geländes zwischen dem Bahnhof, der Post, dem Mittelfeld und der Her­borner Landstraße. Rach den Plänen sollen zur

u I ! u) 11 c V .. . ... ... -Bau­

gelände Straften erricylet und ferner ein Spiel- und Sportplatz sowie ein Er­holungsgarten angelegt werden. Ein Ent­schluß wurde noch nicht gefaßt, da man erst an Ort und Stelle zu den Plänen Stellung nehmen will. Rachdem man über die Schwierigkeiten der Finanzierung der Derbindungsstrahe zwischen dem Dillkreis und dem Kreis Biedenkopf hinweg ist, schreiten die Ar­beiten rüstig vorwärts. Es kann damit gerechnet werden, daß noch im Laufe des Jahres die Straße vollendet wird.

Wirtschaft.

* Richtlinien für reichsbanksäh 1 ge Wechsel. Von der Handelskammer Gießen wird uns hierüber mitgeteilt: 1. Der Wechsel muß im Text die Bezeichnung als Wechsel enthalten oder, wenn dcr Wechsel in einer fremden Sprache aus­gestellt ist. einen jener Bezeichnung entsprechen­den Ausdruck in der fremden Sprache. 2. Im Aus- stcllungs- und Verfalldatum ist der Name des Monats in Worten und die Jahreszahl vollkommen (1925) zu schreiben. 3. Als Ort der Ausstellung kommt in der Regel der Wohnort des Ausstellers und nicht des Bezogenen in Frage. Der Ausstel­lungsort darf aber auf keinen Fall geändert fein. 4. Der Wechsel muß auf Reichsmark (abgekürzt Rm.) lauten; im Wechseltext istReichsmark" aus­zuschreiben. Wechsel mit der BezeichnungGold­mark" sind unzulässig. 5. Die Order ist auszu- füUen entwedervon mir selbst",von uns selbst", meiner eignen",unserer eignen", sofern nicht der Name der Firma eingesetzt wird, an die der Wech­sel weitergegeben wird. 6. Die Unterschriften des Bezogenen, des Ausstellers und der Giranten müssen deutlich lesbar sein, andernfalls ist der Name mit Schreibmaschine zu überschreiben ober der Firmenstempel beizufügen, der jedoch nicht rund ober oval, sondern wagrecht sein muß. 7. Die Unterschrift des Akzeptanten muß mit der auf dem Wechsel angegebenen Firmenbezeichnung, welche der handelsgerichtlichen Eintragung entsprechen muß, des Bezogenen übereinftimmen. Abkürzungen des

Akzeptanten find nur bann zulässig, wenn der Vor­name auch in ber Adresse des Bezogenen abge­kürzt ist. 8. Stempelmarken müssen fest und ord- Nllngsmäßig dicht am rechten oberen Rand ber Wechselrückseite aufgeklebt sein; sie sind zu entwerten. Hierbei ist der Monat in Buchstaben zu schreiben. Die Entwertung hat auf ber auf ber Stempelmari'c vorgesehenen Linie zu geschehen. Entwertung ber Marken burch Datumsstempel ist zulässig. Abgeän- berte Entwertungsoermerke ober nicht ordnungs­mäßig entwertete Stempelmarken gelten als nicht verwendet unb sind durch neue zu ersetzen. Neben den Stempelmarken dürfen keinerlei Schriftzeichen angebracht sein, ebensowenig, wie etwa Schrift- züge durch die Marken überklebt fein dürfen. Der Wechsel muß versteuert werden, bevor er in den Verkehr gesetzt wird; im Falle der Nichtversteue« rung ist eine Strafe bis zur 50fad)en Höhe des Stempelbetrages zu gewärtigen, für welche sämtliche Firmen, die an ber Nichtbeachtung des Stempel­gesetzes beteiligt sind, haftbar sind. 9. Korrekturen aller Art find zu vermeiden, Rasuren sind unzu­lässig; sie machen einen Wechsel ungeeignet für die Diskontierung, möglicherweise sogar gesetzlich un­gültig. 10. Bei Zahlungsadressen ist die Angabe zahlbar bei" auszuschreiben und der Zahlungsort anzugeben, also etwa :Zahlbar bei ber T-Dank, Filiale Gießen, in Gießen.

Ende der amerikanischen Gold- fendungen an die Reichsbanl. Die Goldsendungen der Federal Reserve Bank an die Deutsche Reichsbanl find mit der Absendung von neuerlich 1 250 003 Dollar nunmehr beendet.

* Die Großhandelsinderziffer ge« stiegen. Die auf den Stichtag des 27. Mai berech­nete Großhandelsindexziffer des Statistischen Reichs­amts ist gegenüber dem Stand vom 20. Mai (132,6) um 0,8 auf 133,4 gestiegen.

*DieDeränderungimStinneskon- z e r n. Wie dasB. T." erfährt, bedeutet das Aus- scheiden des Dr. Edmund Stinnes ausschließlich eine Trennung auf finanziellem Gebiet. Die persönlichen und geschäftlichen Konzernbeziehungen sollen gewahrt bleiben. In der Besetzung der Aufsichtsratsposten dürfte, dem Blatt zufolge, keinerlei Aenderung er­folgen. Das Bestreben des gesamten Konzerns geht

Schuhcreme

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bringen imstande ist, ich habe mich, ich habe meine Liebe verraten." Das Weitere kannst Du Dir denken.

O Du arme, geliebte, unglückselige Frau, was mußt Du gelitten haben, bevor Du Dich zu diesem Opfer entschließen konntest! Jetzt sehe ich auch den Grund, weshalb Du Dich nicht dauernd an mich binden wolltest. Was ich für weibliche Unbeständig­keit hielt, war die tteueste und liebevollste Besorg­nis um mich.

Aber nun, wo ich weiß, daß Dein Denken und Fühlen immer mir gehört hat und immer mir ge­hören wird, da packt mich eine neue, unfinnige Hoff­nung. Auch in unserer Zeit geschehen noch Wunder. Ich will warten auf das Wunder, will warten auf Dich, bis Du eines Tages kommst, um mir allein für immer zu gehören. Wirst Du den Weg, wirft Du den Mut finden?

Ich liebe Dich unaussprechlich, Dich, Dich allein in alle Ewigkeit."

Linda an Sanders.

Du mein Liebster, Deinen Brief habe ich wie ein Verschmachtender durstig getrunken. Mein Be- wußsein ist voll von Dir und von allem, was um Dich weht, doch meine Hände sind leer geworden, denn alle Möglichkeiten sind entglitten, mit denen sie so lange spielten und schmeichelten. Die letzte Er­füllung, der jubelnde Ausklang, sie sollten nicht fein. Ich war gern bei Dir, ich war so glücklich, umspült von Deiner großen Güte und Deinem warmen Verständnis. Ich habe Dich sehr lieb. Du weißt, wie ungern ich solche Dinge eingestehe, daß ich darüber lieber hinwegspotte und lache. Ich möchte Dir sagen, daß meine Sehnsucht bei Dir end­lich einmal stillstand, meine unauslöschliche Sehnsucht nach Glück und Schönheit des Lebens. Ich liebe das Glück um der Liebe und die Liebe u/n des Glückes willen. Denn meine Sehnsucht ist unersättlich Und wenn so manches Ereignis in mein Leben trat, nie war es Erfüllung, stets blieb ein Staunen über die Unzulänglichkeit zurück, niemals Reue ober Schmerz. Und immer kehrte die Sehnsucht wieder, nach Schö­nerem, Vollkommenerem. Sie bleibt wohl unsterb­lich in mir. Alles andere gleitet vorüber, es ist nichts Eigentliches mehr da. Schmerzlich greift man nach mir, will mich halten. Ich habe so sehr viel Mitleid, ich tröste, ich streichle und bin dabei schon

weit fort, losgelöst, fremd, sehnsüchtig. Abgründe tun sich auf Fernsichten Möglichkeiten. Und während man noch meine Hände hält, bin ich plötz­lich einsamer denn je. Das ist mein Schmerz, von dem niemand etwas weiß, den niemand mir, der Heiteren, ewig Frohgelaunten, zutraut. In Deiner Nähe war ich zum ersten Male im Leben wunschlos und ganz still. Ich hatte das, was ich mein inner­liches Heimatgefühl nenne, eine harmonische Ver­bindung der tiefsten seelischen Begriffe, das Aus­lösen einer grenzenlosen Beruhigung. Diese warme Verbindung wird über Raum und Zeit blei­ben und Dir, meinem Liebsten, danke ich das. Und ich empfinde jetzt erst in ganzer Tragweite, wie nmßlas einsam ich eigentlich bin. Dies alles sage ich Dir ernst und ehrlich, lege meine Arme ganz fest um Deinen Hals, sehe Deine Augen und fühle Deine Nähe. Ich liebe Dich, wie den schönsten Teil meines Lebens, und alle guten Geister sollen Dich mir schützen, Du das große Wunder meines Daseins."

Funkentelegramm des Kreuzers F 0 r m i b a b l e" (chiffriert).

Ab König-Oskar-Bucht, Ostgröntand, den 15. August, Kommandant des Flugzeugmutterschiffes

Formidable", 10 00rm.

Soeben flog gesamtes 25. Flugzeuggeschwader nach 9h)oa Thule in Richtung Platinia ab. 10 000 Kilogramm SP.-Bomben sind an Bord. Sie ge­nügen, um alle dortigen Anlagen dem Erdboden gleichzumachen, falls man uns Widerstand leistet. Da Gegner nach übermittelten Nachrichten der Ad­miralität über nur 4 Kampfflieger verfügt, wird un­sere dreifache Ueberlegenheit leichte 2lrbeit schaffen, vorausgesetzt, daß alle Flugzeuge gut am Ziel an­kommen. Wetterlage weist ausgesprochenes Hoch aus, so daß mit Stürmen oder größerem Unwetter nicht zu rechnen ist. Kampfgeschwader hat Befehl, zunächst in 3000 Meter Höhe ober bei trübem Wetter an Grenze der Sichtbarkeit zu kreuzen. Zeigt sich nichts Verdächtiges, bann schreitet eins ber Flugzeuge zur Landung. Greifen die feindlichen Flieger an, so wer­den sie vernichtet. Bomben sollen nur zur Anwen« düng kommen, wenn von der Erde auf Geschwader gefeuert wird, da in unserem Interesse Schonung der Gebäude liegt. Nach Einnahme von Plattnia

fällt Rest Nova Thules uns von selber zu, da wir ja die Geldquelle in ber Hand haben. Bei 2Tb« gang dieses Telegramms eingelaufener Funkspruch des Geschwaders meldet Erreichung der Nordfpige Grönlands. Alles, wohl, Wetter klar, Frankreichs Sieg gewiß. In etwa zwei Stunden wird Funken« Verbindung wegen unzureichender Größe der Flug- zeugstationen abbrechen

Kommandant

des FlugzeugmutterschiffsFormidable". 1

Offenes Funkentelegramm des Eiffcl^ t u r m e s vom 15. August, 3 nachm.

Eins unserer an ber Ostküste von Grönland be­findlichen Flugzeuggeschwaber erhielt heute morgen ben Auftrag, polwärts nach der neu entstandenen deutsch-russischen Kolonie Nova Thule zu fahren. Vor kurzer Zeit wurden dort die Insassen eines friedlich landenden französischen Flugzeuges brutal vergewaltigt und nach Beschlagnahme ihres Fahr­zeuges mit Gewalt nach Rußland verbracht. Wahr­scheinlich landen bereits in diesem Augenblick 12 un« serer besten Kampfflieger in dem Ort Platinia. Sollte ihnen wieder ein unfreundlicher Empfang be­reitet werden, so wißen sie sich ihrer Haut zu weh­ren. Da wir aber nicht daran zweifeln, daß die Behörden von Platinia in gesunder Erkenntnis ihrer Machtlosigkeit eine friedliche Losung vorziehen wer­den, so erklärt die französische Regierung sa;on jetzt, daß sie nicht etwa die Absicht hat, das dortige Pri­vateigentum anzutasten, obgleich sie dem Völkerrecht nach dazu berechtigt wäre. Frankreich hat den so- genannten Staat Nova Thule nicht anerkannt. So­mit ist jenes Land noch herrenlos. Es gelten dort keinerlei Vorschriften ober Gesetze. Wir waren also berechtigt, als Sühne für bie einem unserer Flieger angetane Vergewaltigung bas dortige Unternehmen einfach mit Beschlag zu belegen. Da Frankreich aber stets der Stimme des Friedens und der Milde Ge­hör schenkt, so werden wir uns damit begnügen, das Gebiet von Nova Thule vorläufig zu besetzen, um diejenigen Sanktionen zu verlangen, die der Würde und der Ehre unseres ruhmvollen Landes ent­sprechen."

(Fortsetzung folgt.)