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ro$£ icötxi) reine ernfteDCtt sorgen zu bereiten. Er vertraut auch Weiler auf fein Glück und ®e» schick. Stets ein Meister zwischen Szhlla und Eharhbdis. vermochte er bisher auf der goldenen Mittelscheibe zwischen Rassenschühlern und Sozia­listen das Gleichgewicht zu behaupten. Mil bei­den ging er. wenn es die politische Lage erheischte, um den Preis von Zugeständnissen, Abkommeri ein, um sie später wieder im geeigneten Augen­blick zu kündigen. Das Land aber ist Vieser Stvaußeupolttik der Regierung und der Trutz- Politik der Opposition wahrlich schon müde. Es wäre ohne Zweifel für beide Seiten wünschens­wert, daß aus diesem unerquicklichen Hader das lang ersehnte, den neuzeitlichen Anforderungen genügende Wahlrecht hervorgehe, das wenn nicht alle Anzeichen trügen allein die Gewähr und Voraussetzung für eine bessere Zukunft iln» garns ist.

Der Ausbau der Höheren Mädchenschule in Gießen.

Das Gießener Stadtparlament wird in seiner morgigen Sitzung über den Ausbau der Höheren Mädchenschule durch Errich­tung einer Studienanstalt zu entschei­den haben. Zn den Kreisen der Elternschaft sieht man dieser Entscheidung mit großer Spannung entgegen; man erwartet, daß sie zugunsten des Ausbaues getrof" n wird.

Die Rotwendigkeit dieser Vervollkommnung unseres Gießener und damit des oberhessischen Schulwesens überhaupt wird jeder zugeben müssen, der bei der Betrachtung von Bildungsfragen große Gesichtspunkte walten läßt. Man weih, daß der Daseinskampf auch für das Heranwach­sende Madchengeschlecht weit schwerer sein wird als früher und selbst, heute. Richt alle unserer heutigen Zungmadchen dürsten später mal Haus­frauen werden, denen her Schuh des Ehegatten vor den schlimmsten Stürmen des Lebens zur Seite Stehen wird. Diele der Mädchen werden viÄmechr für Jahre, unter Umständen sogar für ihr ganzes Leben hinaustreten müssen in den Erw«bskampf. Das ist eine harte Prüfung, die wir diesen Mädchen nur dadurch erleichtern kön­nen, daß wir ihnen alle in unserer Macht 'liegenden Möglichkeiten zur umfassendsten gei­stigen Durchbildung erschließen, damit sie sich ein vollkommenes Rüstzeug für das spätere Leben schmieden können. Die jahrzehntelange Wieder-- Aufbauarbeit an unserem Vaterlande erfordert vollwertige Menschen im weitesten Umfange, Vollwertige nicht nur des männlichen Geschlechts, sondern auch des weiblichen. Solche Menschen heranzubilden sollte auch für Gießen und für Oberhessen nicht nur eine Sache fein, die man eben macht, well man auf dem Gebietedoch «auch was tun" will, sondern man muß die Erfüllung dieser Aufgabe als nationale Pflicht gegenüber unseren Rachfahren ansehen, ein Dienst, vor dessen Leistung auch gewisse finan­zielle Dedenken des Heute verstummen sollten. Don diesen großen prinzipiellen Gesichtspunkten aus muß man diese Angelegenheit, die für die Unv versitäts- und Provrnzialhauptstadt Gießen, wie auch für die ganze Provinz Oberhessen von weittragendster Bedeutung ist, betrachten und ent­scheiden.

Daß diese Angelegenheit sehr wichtige De- tange der Stadt Gießen und der Provinz Ober- Hessen berührt, ist in unseren Spalten schon mehrfach betont worden. Erst jüngst wieder hat Universitätsprofessor Do. Herzog in außer­ordentlich eindrucksvollen Darlegungen (m Ar. 14 desGießener Anzeiger") auf die hohe Bedeutung dieses Ausbaues hingewiesen. Wem es um den Fortschritt in unserer Stadt und in unstzrer Provinz zu tun ist, der wird den For- dLrungen jenes Artikelschreibers zustimmen nttffen. Es ist doch in der Tat ein betrüblicher -Erstand, dah die oberhessische Provinzialhaupt- skadt bis heute noch nicht im Besitze einer solchen Studienanstalt ist, wahrend die Hauptstädte der beiden anderen hessischen Provinzen (Darmstadt und Mainz) dieses Dildungsinstitut schon längst besitzen und andere große Städte in Starken­burg und Rheinhessen (Offenbach und Worms) den gleichen Vorteil genießen bzw. ihn durch die Errichtung der Studienanstalt erstreben, wo­bei man aber noch weiter beachten muß, daß auch in dem kleineren Marburg jetzt gleiche Bemühungen um eine solche Anstalt im Gange sind. Es ist nicht etwa kommunaler Reid, der uns veranlaßt, über den heutigen Zustand Be­schwerde zu führen, sondern lediglich die Er­wägung, daß durch diesen Mangel in Gießen und in Oberhessen wichtige Interessen empfindlichen Schaden erleiden. Heutzutage können nur ganz wenige Eltern die Mittel aufbringen, die er­forderlich sind, um eine Schülerin nach Darm­stadt oder Offenbach zum Besuch der Studien- anstalt zu schicken; man denke nur mal darüber nach, was die Pension kosten wird, ganz zu schweigen von den übrigen Stoffen und schließlich auch zu schweigen von der Einbuße am Familien­leben. Wer diese Opfer nicht bringen kann und auch die Rachteile nicht in Kauf zu nehmen ver­

mag. die mit der aieberfutzrung 1 eines Riaders in die Oberrealschule (z. B. Verlust eines Schul­jahres) verbunden sind, dem bleibt unter den heutigen Umftänben nur übrig, sein Mädel ohne abgeschlossene höhere Schulbildung zu lassen. Diesen Gießener Kindern bleiben in Zukunft wegen des Mangels der nicht abgeschlossenen Vill>ung mancherlei aussichtsreiche SebenSberufe verschlossen. Daß die Beibehaltung eines solchen Zustandes vom Standpunkt einer verani wor­tungsbewußten Kommunalpolitik aus unerträg­lich ist, liegt auf der Hand. Befriedigende Ver­hältnisse in der höheren 'Mädchenschulbildung in unserer 6Iaht können eben nur erreicht werden durch den Aufbau einer Studienanstalt auf das heutige Institut. Damit wäre allen berechtigten Interessen her Gießener Elternschaft gedient, und man hätte weiterhin auch die Aussicht, daß diese ötudienanstalt Schüleriimenzuzug aus der Provinz, namentlich aber aus den benachbarten Kreisen befämc.

Die Kostenfrage ist, wie Prof. Dr. Herz o g in unserer Rr. 14 ebenfalls berechnet hat, mcht so einschneidend, daß sie zum Abschreckmittel würde. Bei einer städtischen Haushallsrechnung von meh­reren Millionen dürsten die für diesen Ausbau erforderlichen 16 000 Mark jährlich, die aber erst in mehreren Jahren voll völlig werden, noch auf­zubringen sein. Hoffentlich stellt sich un^r Stadt- Parlament bei der morgigen Entscheidung in dieser Angelegenheit recht großzügig ein und faßt einen Beschluß, mit dem unsere Stadt als geistiger Mittelpunkt Oberhessens, als der Heimatsort der Landesuniversität zufrieden sein kann. Diese zufrieden st eilende Entschei­dung kann nur dahin gehen, daß dem Ausbau der Höheren Mädchenschule durch Errichtung einer Studienanstalt mit Wirkung von Ostern dieses Jahres ab zugestimmt wird.

Hess. HypothekengLäubiger- und Sparer-Schutzverband.

! Darmstadt, 26. Jan. Am Samstag hielt der Landesverband Hessen des Hypotheken-Gläubiger- und Spa- rer-Schuhverbandes eine Mitgliederver­sammlung und Sitzung seines großen Vorstandes ab unter dem Vorsitz des Geheimrats B e st. Aus dem Geschäftsbericht ist die erfreuliche Tat­sache zu entnehmen, daß sich die Aufwertungs­bewegung in immer größerem Maße ausbreitet. Der Verband zählt 20 Ortsgruppen. In der letzten Zeit hat namentlich die Ortsgruppenlei­tung G r o h - äl m st a d t eine sehr rege Tätig­keit entfaltet. Sie hat den vorderen Odenwald vorzüglich bearbeitet und dehnt ihre Agitation nunmehr auch auf den südlichen Teil aus. Von Worms aus sind verschiedene neue Ortsgruppen gegründet worden. In O b e r h e s s e n ist die Gründung der Ortsgruppen Alsfeld und Lauterbach zu erwähnen, während sich in Friedberg eine solche vorbereitet. Es ist be­kannt geworden, daß aus Kreisen dec Industrie und der Landwirtschaft lebhaft gegen die Auf­wertungsbestrebungen gearbeitet wird. Der Ver­band besprach deshalb sehr eingehend die zu treffenden Maßnahmen. Zur Vorbereitung künf­tiger Wahlen wurde ein Wahlausschuß ge­bildet. dem außer zwei Herren des geschäfts- führenden Vorstandes je ein Verbandsmitglied aus jeder Provinz angehört, aus Oberhessen Frau Schaar in Friedberg. Wie man er­fahrt, soll die Vorlage eines neuen Aufwer- tungsges ehentwurfes unmittelbar bevorftehen. Der Reichsverband wird deshalb in einer Ein­gabe an sämtliche Fraktionen des Reichstags seine Forderungen eingehend barlegen. Der Vorsitzende des hessischen Rentnerbundes. Bürgermeister a. D. Porth von Offenbach, legte seine Anschauungen zur Aufwertungsfrage dar, die dahin gehen: Richt Aufwertung, sondern Schuldanerkenntnis. Damll fand er den vollen Beifall der Der- sammellen.

2 5. Jubiläums-Ausstellung des Oberhessischen

Geflügelzuchtverbandes.

rr. Schli tz, 26. Ian. Die Ausstellung, welche in der für diesen Zweck wie geschaffenen, ge­räumigen Turnhalle stattfand, war, trotzdem unsre Stadt Schlitz für derartige 'Veranstaltungen geo­graphisch nicht allzu günstig liegt, sehr stark be- schickt; wies doch der Katalog weit übet 500 Rummern auf. Am Samstag wurde die Aus­stellung, die unter dem Ehrenvorsitz des Grafen Wilhelm von Schlitz genannt von Görtz stattsand, in Gegenwart zahlreicher Verbands- mitgfteber und Ehrengäste feierlich eröffnet. Es hielten dabei Ansprachen- Kaufmann H. Rein­hardt, der Vorsitzende des hiesigen Geflügel-- zuchtvereins. Landtags abgeordneter Bürgermeister Dr. R i e p o t h für die Stadtverwaltung, Kreis­direktor Dr. Michel- Lauterbach für die Staats­behörde und schließlich Verbandsvorsitzender Jean Kolter- Dad-Rauheim, der die Ausstellung für eröffnet erklärte. Ein anschließender Rund­gang zeigte dem Sachkenner, auf weich' beachtens­

werter Höhe ine Geflügelzucht tn Overhessen steht, dank der jahrelangen rastlosen Arbeit der auf diesem Gebiet führenden Männer, dank auch der ^Unterstützung, welche die Bestrebungen des Ver­bandes sowohl von feiten der Behörden, wie auch von Privaten haben erfahren dürfen. Das bewiesen auch die diesmal gestifteten zahlreichen wertvollen Preise. ES erhielten: den Soedler- Erinnerungspreis: H. Reinhardt II.-Schlitz: Ehrenpreise: H. Reinhardt, K. Ochs-Willofs, H. Dilling VII.-Echzell, A Schneider-Ober-Gleen, O. Soedler-Rieder-Gemündeit, H. Stephan-Sand­lofs, H. K ä s - A ! l e n d o r f a. d Lda. G. Den- zel-Ober-Rvd, Gebr. Krümm elb ein-Laitterbach, L. Stephan-Maar, O. Weller-Schlitz, Schmidt- Hildebr and-Buh dach, H. Mogk III- Echzell, Ph. O st hei m^ Echzell, W. Heß- Echzell, K. Rühl-Grünberg, H. Keil- Strebendors, O. M a y - L a n g - G ö n s , H. Wahl-Angersbach, L. Stoll-Lehrbach, Psr. Krä- mer-Ober-Dreidenbach, K. Kaletsch-Lollar, W. Bücher-Homberg. Ph Drusius- Lollar, H. Gerbig-Schlitz, W. Hartmann- Dannenrod. K. Pimper- Butzbach, K. Schaub Schlitz. H. Wennerhold-Zell, Gg. Suse- michel-Huhdorf, Jean Kolter-Bad-Rau- h e i m, R. Hilger - Weckesheim. L. M o g f» Echzell. H. Ganzes-Bad-Rauheim, I. Peter-Maar, K. K r u g - H o m b e r g, H. Daum- Frischborn, K. Schäfer-Hutzdorf, W. Krug-Als- f eli:, K. Henning-Lauterbach. W. Weber-Schlitz. Außerdem kamen noch zahlreiche 1.. 2. und 3. Preise zur Verteilung. Die Ausstellung war von nah und fern sehr stark besucht.

Schwurgericht.

' Gießen, 26. Jan. Unter dem Vorsitze des Landgerichtsdirektors E r a in e v wurde heute gegen den Arbeiter Albert Hein von Bad- Rauheim wegen Mordversuchs ver­handelt.

Die Vernehmung des Angeklagten und die Beweisaufnahme ergaben folgendes Bild: Hein ist im Jahre 1901 zu Bad-Rauheim geboten. Er besuchte die dortige Volksschule und lernte bann in den verschiedensten Berufen, ohne es jeweils lange in seiner Stellung auszuhalten. Die Che feiner Eltern war bis vor etwa zwer Jahren eine glückliche. Von dieser Zett ab kam es, offenbar deshalb, weil sein Vater Beziehungen zu einem Mädchen anknüpfte und sich nicht recht um ferne Familie kümmerte, zum Bruch zwischen den El­tern. Es sanden öfters erregte Auftritte statt. es kam zu gegenseitigen Mißhandlungen und Be­drohungen, so daß die Polizei mehrmals ein- schreiten muhte und sogar die Strafgerichte sich mit diesen Cßorgängen zu beschäftigen hatten. Bei allen diesen Vorkommnissen stand Albert Hein auf Seiten seiner Mutter! er griff mehrmals seinen Vater an, so dah dieser den Schutz der Behörden in Anspruch nehmen muhte. Das Land­gericht Gießen sprach die Scheidung der Ehe seiner Eltern aus und erklärte beide für schuldig; das Oberlandesgericht Darmstadt verwarf int Dezember 1924 die Berufung der Frau Hein.

Obwohl die Eheleute Hein in Scheidung lagen, bewohnten sie dasselbe Häuschen in Dad- Rauheim, allerdings in getrennten Räumen. Die Ehefrau Hein benutzte die im unteren Stocke ge­legene Küche; ihr und ihrer Tochter Schlafzimmer befand sich im ersten Stock. Dort war auch das Schlafzimmer des Ehemannes Hein. Albert Hein hatte sein Zimmer in einem Rebengebäude.

Als Albert Hein am Abend des 9. Rovember 1924 nach Hause kam. fand er seine Mutter wei­nend in der Küche. Sie klagte ihm ihr Leid übeo ihre traurigen ehelichen Verhältnisse und ge­brauchte dabei, wie schon öfters, Redensarten wie:Wenn das Aas doch verreckte; es wäre besser, wenn der Kerl tot träte, wenn man ihn umbringen würde. Wenn ich die Kraft dazu hätte, würde ich es selbst tun." Albert Hein kam in große Aufregung, zitterte am ganzen Körper und knirschte mit den Zähnen. Dann' nahm er, als seine Mutter zu Bette ging, ein Buch- und ver­suchte zu lesen. Gegen 3,412 ülhr kam sein Vater, der in Frankfurt gewesen war, in sein Haus zurück und ging die in den oberen Stock führende Treppe hinaus. Als Albert Hein die Tritte seines Vaters hörte, elfte er ihm nach und schoß von der Treppe aus auf ihn, der sich umgeb rept hatte. Der erste Schuß traf diesen in die Unterlippe, der zweite Schuh in den Hinterkopf, da der ileber- fallene sich in fein Zimmer flüchten wollte. Ehe er in dieses konnte, Packte ihn Albert Hein an, hielt ihm den Revolver vor das Gesicht und drückte los; glücklicherweise versagte die Waffe. Der Ehemann Hein riß sich los, eilte auf das Po­lizeiamt und Albert Hein wurde alsbald sestge- nommen. Während er zunächst den Beamten gegenüber so tat, als wisse er gar nicht, was ge­schehen sei, gab er später zu, auf seinen Vater geschossen zu haben. Er behauptete aber, in Rot­wehr gehandelt zu haben, da sein Vater ihn angepackt und am Halse gewürgt habe. Diese unwahren Angaben hielt er spÄer nicht mehr aufrecht. Er behauptete, wie er dies auch in der Verhandlung tat, Einzelheiten nicht mehr zu wissen.

Die vacyverstanoigen sprachen sich dahm dah Albert Hein ein Mensch mit reizbarer Rev» venschwäche, ein Hysteriker und Reurastheniker sei. Er fei für seine Tat verantwortlich; es sei aber nicht anzunehmen, daß er bei dem licbetfaH auf seinen Vater fähig gewesen sei, mit lieber« Icgung zu handeln.

Staatsanwalt Fischer beantragte 3 Jahre Zuchthaus wegen Totfchlagsversuchs. Rechtsan­walt C s f o f f c r hielt nicht für ausreichend nach- gewiesen, daß Albert Hein seinen Vater habe töten wollen.

Das Gericht verurteilte den Angeklagten we­gen Totfchlagsversuchs zu 2 Jahren 6 Mo-> naten Zuchthaus. Es hielt für erwiesen, daß Albert Hein seinen Vater habe töten wollen, ohne dabei jedoch mit ilcbedcgung zu handeln. Bei der Strafzumessung wurden die traurigen Familienverhältnisse, aus frmen heraus die Tat entstanden sei. die geistige Veranlagung des Hein, feine leichte Beeinflußbarkeit und seine Deem- flussung durch seine Mutter strafmildernd bevütf» sichtig I.

Gerichtsfaal.

' D a r m ft a b t, 28. Jan. (Eigener Bericht.) Das Schwurgericht verurteilte gestern den Händler Heinrich Eifcnbach. geb. 1887 in Dreieichenhain, der zur Zeit wegen Hehlerei eine Zuchthausstrafe in Diez verbüßt, mögen Tot­schlags zu 15 Jahren Zuchthaus und 10 Jahren Ehrverlust. Cisenbach hatte den Kellner Robert Müller aus Pirmasens im Mai des Jahres 1921 in seinem Hause erschossen und die Leiche im Keller verscharrt, wo sie nach etwa 21/.' Jahren gefunden wurde. Die Verurteilung konnte nur auf Grund von Indizien erfolgen. 5er Verurteilte erklärte, daß er die Strafe nicht an nehme.

Turnen, Sport und Spiel.

Die Nhönftteger beim Zugfpitzflug.

Unsere deutschen Segelflieger haben tn Italien auf dein Trümmerfeld von Asiago ge­lernt, in schwierigem Gelände doch noch Glänzen­des zu leisten. So lag der Gedanke nahe, auch in Deutschland nicht nur im ausgesprochenen Segelfluggelände, wie in der Rhön oder in Rossitten, Segelflugversuche zu machen.

Man ha« noch so gut wie keine Erfahrungen übxr das Segeln im Hochgebirge mit feinen schroffen Wildwechseln. Besonders interessante Beobachtungen müssen sich dabei außerdem im Winter ergeben, da durch die gleichmäßige Schneelage die partiellen Sonnenerwärmungen fortfallen und damit die thermischen Einflüsse und ungleichen Luftströmungen. Cs läßt sich also ein viel genaueres Studium der Windablenkuna, abhängig von den Dodenunebenheiten, durch­führen. Diese Fragen und Rätsel locken jetzt un­sere besten Segelflieger nach Bayern, wo die Zugspihveranstaltung den gegebenen Rahmen unb die Umgebung von Gaimnsch-Partenkirchen ein besonders günstiges Versuchsgelände bieten. Das ausgesprochene Segeln wird allerdings etwas schwieriger werden, da in den tieferen Regionen meist der nötige frische Wind fehlen wird. Da müssen die Segler schon höher hinauf. Man rech­net bestimmt mit der Teilnahme von Martens mit seinemMoritz", von Fuchs mit demAllen Dessauer" und Papenmeyer mit dem eleganten ..Konsul".Moritz" hat seine Hauptstärke in der leichten und schnellen Montage, das besonders im Winter von großem Vorteil ist. DerAlte Dessauer" ist zwar auf der Erde schwierig zu befördern, verblüfft aber in der Luft durch fabel­hafte Wendigkeit. DerKonsul" hingegen hat seine Hauptstärke in weiten Strecken und Heber» landflügen. Garmisch-Partenkirchen wird also den Genuß haben, zur Zeit des Wettbewerbes um den Zugspitzflug auch die Segelflieger von den Höhen des Kochelberges aus zu beobachten. Durch die Verschiedenheit der Maschinen werden sich dabei die interessantesten Einzelheiten ergeben.

Wichtig für Rudcrvercine.

Der Minister für Handel und Gewerbe hat, dem Amtlichen Preußischen Pressedienst zufolge, verfügt, daß im Interesse der Forderung ber Jugendpflege alle diejenigen Rudervereine von Abgaben in den fiskalisch-n Häfen an den Brnnen- wasserstraßen befreit werden, die sich durchs eine Bescheinigung darüber auSwnsen, daß sie einer staatlich geförderten Organisation für Jugend­pflege angeboren und daß es sich um eine Ruder­fahrt im Interesse der Jugendpflege handelt. Diese Bescheinigungen müssen mit dem Stempel oder dem Siegel der Organisationen oder einer staat­lichen Behörde versehen fein, müssen an Bord der Ruderboote geführt und bei den Abgabe­stellen vorgelegt werden.

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