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Aus den Reichstags- ausfchüsien.

3m Haushaltsauöschuh des Reichs­tages äußerte sich Reichsminister Schiele aus­führlich über die D e a m t e n f r a g e n. Er er» itärte, an dem Gedanken des Berufsbeamtentums, wie es der geschichtlichen Entwicklung unseres Staatswesens entspreche, werde festgchalten. Das Beamtenrecht als Sonderrecht neben dem allgemeinen Recht solle erhalten bleiben. Die Beamtenschaft müsse sich bei der Ausübung ihrer staatsbürgerlichen Rechte an diejenigen Grenzen gebunden fühlen, die durch die Stellung der Beamten als Mit träger der Staats Hoheit gezogen seien: insbesondere dürfe in der Beamtenschaft nicht der mindeste Zweifel be­stehen, daß cs für die Beamten ein sogenanntes Streikrechk nicht gibt. Mit der Bearbeitung eines alle Gebiete erschöpfenden Reichsbeamten­gesetzes seien die Ressorts zur Zeit beschäftigt. Erst wenn diese umfangreiche schwierige Arbeit abgeschlossen sei. könnte die vorgesehene Grund- sahgcsehgedung für die Beamten der Länder und Gemeinden erledigt werden. Die Dienst­strafordnung. die die Wahrung des be­sonderen Standesbewußtseins und der unbeding­ten Reinhaltung des Beamtentums dienen soll, werde dem Reichstage noch vor den Ferien zugehen. Mit einem Entwurf zum Beamt en- vertretungsgesetz sei das Kabinett zur Zeit beschäftigt. Die Unterbringung der Ber- sorgungsan Wärter mache Schwierigkeiten, er werde sich jedoch bemühen, in Zusammen­arbeit mit der Reichsregierung und den Ländern Wege zu fiirden, daß der Versorgungsschein tat­sächlich zu einer den Lebensberuf sichernden Unter­bringung führt, sei es in Beamtenstellen ober sonst im Wirtschaftsleben.

3m Steuerausschub des Reichstages entspann sich bei der Beratung des Eikommen- steuergesetzes ein? Aussprache darüber, ob die Spekulationsgewinne als Einkorn- men zu versteuern seien. Bei der Ab­stimmung entschied sich der Ausschuß, den § 42 des Einkommensteuergesetzes folgendermaßen zu fassen: Einkünfte aus Veräußerungsgeschäften unterliegen der Besteuerung. Als Spekulations­geschäfte können nur Veräußerungsgcfchäfte an­gesehen werden:

1. wenn ein Zeitraum zwischen der An­schaffung und Veräußerung a) bei Grundstücken weniger als zwei Jahre, b) bei anderen Gegen­ständen, insbesondere Wertpapieren, weniger als drei Monate beträgt, oder

2, wenn es sich um Geschäfte handelt, bei denen der Erwerb der Veräußerung zeitlich folgt.

Einkünfte aus Derautzerungsgeschäften blei­ben 'steuerfrei, wenn:

1. der veräußerte Gegenstand nicht zum ver- mögensstcuerpflichtigen Vermögen des Veräuße­rers gehört:

2. der in dem Steuerabschnitt aus Ver- äutzerungsgeschäften erzielte Gewinn insgesamt weniger als 1000 Reichsmark beträgt. Verluste aus Veräußerungsgefchäften im Sinne des Abs. 1 und 2 können nur bis zur Höhe der in dem gleichen Steuerabschnitt cmeÜen und der Be­steuerung unterliegenben Veräuherungsgewinne abgezogen werden.

3m Reichstagsausschuß für Wohnungs­wesen wurde ein Antrag angenommen, nach dem aus der Wohnungsbauabgabe oder HauszinSsttuer wenigstens ein Betrag von 20 Prozent der Frie­densmiete für Reubauten und die Instand­setzung von alten Häusern zu verwenden ist. Ein bestimmter Teil dieser 20 Prozent soll dem Reich zur Schaffung eines Fonds überwiesen werden, um den not leidenden Gemeinden Zu­schüsse zu Wohnungsneubauten geben zu können. Ferner soll dem Vermieter in der Miete ein angemessener Betrag berechnet werden, aus dem er die Betriebs-, Verwaltungs- und Instandsetzungskosten, sowie die Verzinsung des eigenen Geldes bestreiten kann.

Der deutsch-spanische Handelsvertrag.

Berlin, 27. Mai. (Wolff.) Reichsaußen­minister Dr. Stresemann hat auch gestern mit den der Regierung nahestehenden Fraktionen verhandelt, um eine möglichst große Mehrheit für den deutsch-spanischen Handelsvertrag zu ge­winnen, über den heute im Reichstag abge­stimmt werden soll. Der Reichskanzler und der R e i ch s a u ß e n m i n i st e r erläuterten be­reits in den Verhandlungen am Montag die Einzelheiten des Vertrags, wobei sie auch Maß­nahmen in Aussicht stellten, um den Interessen der Winzerschaft durch Gewährung von Cntschädigungskrediten Rechnung zu tragen. DemLokalanzeiger" zufolge werden die Deutschnationalen in ihrer Mehrheit s ü r Den Vertrag stimmen. Den Gegnern ist von der Fraktion die Abstimmung freigegeben wor­den. Wie dasB. T." wissen will, sollen etwa 70 Dcutschnationale für die Annahme eintreten. Die übrigen sollen dagegen bei der strikten Ab­lehnung beharren. Die sozialdemokra­tische Reichstagsfraktion hat bei Der Abstimmung in zweiter Lesung Stimment­haltung zu üben, da sic den Regierungs­parteien allem die Verantwortung für Annahme oder Ablehnung des Vertrags überlassen will. Aus dem Finanzausschuß

-es Hessischen Landtags.

D a r m st a d t, 26. Mai. Der Finanzausschuß '.es Hessischen Landtags verabschiedete das Kapitel 1 5 o r ft - und Kameralgüter): die Ersvarungs- unträge des Bauernbundes wurden abaelehnt. Aus Ersparnisgründen war seinerzeit die Forstoerwal- tung vereinfacht und verstaatlicht worden: ein Ver­treter der Deutschen Dolkspartei erklärte, daß die Gemeinden mit Waldbesitz mit der gegenwärtigen Regelung zufrieden seien. Ein Vertreter des Bauern­bundes meinte, die Forstbeamten seien im allgemeinen zu hoch eingeftuft; bei den Gemeinden würde die­selbe Arbeit'billiger geleistet. Gegen den letzten Teil dieses Kapitels, Verpflichtungen aus der Vermögens- anseinandersetzung mit dem früheren Großherzog stimmten die Vertreter der Sozialdemokratie. Das Kapitel wurde dann genehmigt. Da inzwischen die Unterkommission für das L a n d e » t h e a t e r getagt hotte und an dem Voranschlag, der sich auf 696 000 Mark belaufen hatte, durch Abstriche die Forderung auf 686 000 Mark herabgesetzt hatte, konnte der Finanzausschuß am Montag das Kap. 7 (Londes- theater) beraten. Es wurden noch weitere Abstriche

vorgenommen, so daß die Summe, die schließlich dem Theater bewilligt wurde, 650 000 Mark beträgt, wo­von der hessische Staat zwei Drittel zu übernehmen hat. Ein Antrag Dr. Werner, nur Opern im Theater geben zu lassen, wurde abgelehnt, dagegen wurde ein anderer Antrag Werner, nach dem die Uebergabe des Herrngartens und des Orangeriegartens erfolgen soll, wenn die Stadt Darmstadt die ganzen Theater­kosten übernimmt, der Negierung als Material über­wiesen. Kap. 33 (Polizei) wurde zusammen mit einer Regierungsvorlage über die Polizei in Bad- Nauheim angenommen. Ein Antrag Dr. Werner, die staatliche 'Ortspolizei wieder aus die Gemeinden zu übertragen, wurde gegen vier Stimmen abgelehnt. Dasselbe geschah mit einem Antrag Dr. Leuchtgens- Glaser, der verlangte, daß die Kosten hierfür durch den Finanzausgleich zwischen Staat und Gemeinden aufgebracht würden. Ein Antrag Widmann, der eine Prüfung dieser Verhältnisse bezweckt, wurde gegen vier Stiimmen angenommen. Ferner sand ein An­trag Dr. Werner, dem ^chutzverein für entlassene Strafgefangene einen Kostenbeitrag von 5000 Mark statt 3000 Mark zu gewähren, Annahme. Das Ka­pitel 100 (3 u ft i j) wurde angenommen; Anträge van Dr. Leuchtgens hierzu, die auf eine Vereinfachung der Verwaltung und die Zurückführung des Perso­nalbestandes auf den Stand von 1914 hinausliefen, wurden abgelehnt. Die Kapitel 101 (Gerichte), 102 (Marienschlo ß), 103 (B utzba ch) wurden angenommen und Ersparungsanträge von Dr.Leucht­gens abgelehnt. Zu Dem letzteren Kapitel wurde ein Antrag Weckt er angenommen, wonach die Vergütung für den katholischen Gefängnisgeistlichen von 1100 Mark auf 1750 Mark erhöht wird. Kapitel 104 (K r i m i n a l k a s s e n) wurde mit einem Antrag Dr. Werner, der Einsparungen.vorsieht, angenommen und ein gleichfalls zu diesem Kapitel gestellter An­trag Dr. Leuchtgens abgelehnt. Die Kapitel 105 (Stellvertretungskoften) und 107 (P o ft - gebühren) wurden am Schluß der Sitzung an­genommen.

Der Fall Nathusius.

Berlin, 26. Mai. (WTB.) Sofort nach der Rückkehr des Generals von Nathusius aus Lille, wo er von dem französischen Militärgericht wegen eines angeblichen Diebstahls eines Tafelservices unter Auf­hebung des früheren Urteils zu einem Jahr Gefäng­nis verurteilt worden war, leitete der Oberreichs­anwalt in Leipzig eine Untersuchung gegen ihn wegen Kriegsverbrechens ein. In diesem Ver­fahren wurden sämtliche Personen, Offiziere, Unter­offiziere und Mannschaften, die 1918 mit Dem Gene­ral in Roubaix in dem Hause des Fabrikanten Motte wohnten, eigehend als Zeugen eidlich vernommen. Keiner der Zeugen hat in dem Motteschen Hause in Roubaix ein wertvolles Tafel­service bemerkt. Soweit überhaupt dort vorhandenes Geschirr von Der Stabsmesse des Generals in Be­nutzung genommen wurde, bestand es aus einzelnen Stücke» verschiedenen Musters. Dieses Geschirr t> er­blich beim Abzug der Stabsmesse von Nonbaix im Haus e. Von Dem ehemaligen Burschen Des Generals wurde bekundet, daß dieser nichts ver­schickt ober mitgenommen hat, was nicht sein Eigentum war. Die Zeugencmssagen ergaben auch nicht b c n geringsten Anhaltspunkt für Die Annahme einer von Nathusius begangenen strafbaren Handlung. Der Oberreichsanwalt hat daher hrs Verfahren gegen ihn eingestellt.

Die geistlichen Orden in Bayern.

München, 26. Mai. (WTB.) Einer dem Landtag vom Kultnsminifterillm zugegangenen Ueberficht über die Entwicklung der geistlichen Ge- sellschaften in Bayern seit Dem Inkrafttreten Der Reichsversasfung ist zu entnehmen, Daß die Zahl Der männlichen geistlichen Prieftergefellschasten sich gegenüber 1010 fast verdreifacht hat und der­zeit 26 beträgt, Die Zahl ihrer K l ä st e r und Nie­derlassungen sich fast um die Hälfte ver- m ehrt hat und von 98 auf 158 gestiegen ist. Die Zahl der geistlichen Brüderschaften ist von einer auf sechs mit 25 Niederlassungen gestiegen. Die weiblichen geistlichen Gesellschaften haben sich um rund die Hälfte, Die Zahl ihrer Klöster unD NieDerlassungen und ihrer Mitglieder um je ein Drittel erhöht. Die Zahl dieser Gesell­schaften betrug 1910 22, zur Zeit 35, die auf 1795 Klöster und Niederlassungen verteilt ist.

Das holländische Pahvisum.

A m st e r d a m , 26. Mai. (WTB.) In der kürz­lich stattgefundenen Konferenz Der Direktoren Der niederländischen Arbeitsbörse ist Einstimmig die Ansicht vertreten worden, daß Die VerhanDlnngen zur Abschaffung Des Paßvisazwanges im Verkehr mit DeutschlanD s o schnell wie möglich a n f g e - n o m men merDen sollen. Eine nennenswerte K o n- kurrenz Deutscher Arbeitskräfte auf dem Arbeitsmarkt fei wegen Der Stabilisierung Der Valuta heute nicht mehr zu befürchten. Im Gegen­teil mürben in ber nahen Zukunft Die in Deutsch- lanb Arbeit suchenDen NieDerlänDcr viel mehr einen Vorteil von einer solchen Aufhebung Des Visazwanges haben als Der in HollanD Arbeit suchenDe Deutsche. Das nieDerlänDische Arbeitsmini­sterium ist von Dieser Stellungnahme Der Direktoren ber Arbeitsbörse in Kenntnis gesetzt worben.

heeresvermindemng inschweden

Stockholm, 26. Mai. (Wolfs.) 9tach Drei­tägiger Debatte haben beibe Kammern Des Reichs­tages gestern nacht Den Vorschlag Des Reichstags­ausschusses in ber Wehrfrage a n g e n o m m e n. Dieser Vorschlag ist im großen unb ganzen ibentisck) mit Der von ber sozialbemokratischen Regierung ein- aebrachten W e h rv o r l a g e , bie jeboch in einigen Punkten erweitert würbe, um Den Wünschen Der Freisinnigen Partei entgegenzukommen, Deren Mit­wirkung zur Erlangung Der Mehrheit notwenDig war. In Der Ersten Kammer würbe ber Ausschuß - Vorschlag mit 85 gegen 60 Stimmen angenommen, in Der Zweiten Karner mit 133 gegen 86 Stimmen. Die MinDerheit setzt sich zusammen aus Der Rech­ten, Dem BauernbunD unb einigen Mitgliedern Der liberalen Partei.

Nach Dem Reichslagsbeschluß werben sich die jährlichen Kosten für Die gesamte Wehrmacht auf 107 Millionen Kronen stellen ober um 31 Millionen niedriger als die Kosten des jetzigen Proviso­riums fein. Die Armee wirb von 6 auf 4 Divi­sionen v e r m i n b e r t. Die Zahl ber Infanterieregi­menter verringert sich von 28 auf 20. In bezug auf bie Marine bestätigten beibe Kammern besReichs­tages den Beschluß bes vorigen Reichstages, 24 Mil­lionen Kronen für Neubauten von Schiffen, währenb 1924 bis 1929 zu bewilligen. Die Dienstzeit in Der Armee, bie jetzt 330 bis 165 Tage beträgt, ist durch Roichstagsbeschluß auf 260 bis 140 Tage her­abgesetzt worden. In Der Marine wirb bie Dienstzeit von 225 auf 220 Tage herabgesetzt. Der Führer der Rechten in ber Ersten Kammer, der ehe­

malige Ministerpräsident T r y g g e r, legte nach Der Abstimmung P r o t e st gegen Den Beschluß ein, Den seine Partei als verhängnisvoll betrachte.

Die Lage in Marokko.

R a b o t, 27. Mai. (TU.) Amtlich. Am 25. Mai ist Die Kolonne Des Oberstleutnants Feral, Die feit einigen Tagen in Dem Bergmafsiv von Bibane zur Beobachtung Des Gegners zurückgelgsfen wurDe, auf Dem Rückzug vom Feind heftig an­gegriffen worden. Der Gegner versuchte, Durch heftige Bajonettangriffe Die Vereinigung Der Ko­lonne mit Den Truppen Des Generals Eolomba zu verhindern. Dieser gelang cs nach heftiger Ar­tilleriebeschießung unter Mitwirkung Der Kampf­flugzeuge, Den Feind zurückzuschlageii. ImZentriun ist die Lage unverändert. Der Feind wurde m i 1 neuer Munition versehen. Bei einem Angriff hatte er ziemliche Verluste, darunter fünfzig Mann an Toten, zu verzeichnen. Im Osten wurden Angriffe abgeschlagen. Die Lage ist noch immer kritisch.

Nach Dem Sonderberichterstatter DerEvening News" haben Die Kampftruppen AbD el Krims bisher an Den Kämpfen noch nicht leilgenornmen. Das Ziel Des marokkanischen Führers bestehe Darin, eine Revision Der Algecirasakte herbei- zuführen, um gewisse reiche Minenfelder in bie Hand zu bekommen und sie an a u s l ä n b i f ch e Gesellschaften 3 u verpachten.

Die Kabinettskrise in Belgien.

Brüssel, 26. Mai. Der liberal? Abgeord­nete Max will, nachdem seine Bemühungen, ein außerparlamentarisches Kabinett zu bilden, gescheitert sind, ein parlamentarisches Ka­binett bilden, dem angehören sollen vier Ka­tholiken, vier Sozialisten und eine oder zvxi außerhalb des Parlaments stehende Per­sönlichkeiten mit liberalen Tendenzen. Die Möglichkeit der Durchführung dieses Planes dürfte von der Stellungnahme des sozialistischen Generalrates ab hängen, der morgen zusammen­tritt.

Amundsens Schicksal.

Besseres Wetter. Bor Abgang der Hilssexpcditionen.

Paris, 27. Mai. (TU,) Nach einem Tele­gramm des Kapitäns derFarm" an DieCentral News" nähert sich Das Schiff jetzt ber äußersten Grenze Des P 0 l a r e i f e s. Aller Wahrscheinlich­keit nach werden 21 ni u n D f e n und seine Gefähr­ten heute mit Dem Schiff an Der uerabreDeten Stelle zusimunentreffen.

Nach einem Radiotelegramm aus Spitzber­gen hat lid) Dgs Wetter gebessert. Die Luft ist jetzt so klar, Daß AmunDsen sich nach Spitzbergen zurücksinben unb Dort lonDen kann. Die übrigen ExpeDitionsmitglieDer hoffen, Daß bie Besserung bes Wetters AmunDsen heute z u r ü ck f ü h r e n wirb. Trifft er heute nicht ein, wirb bie norwegische Negierung Die amerikanischen unD englischen A n - geböte, HilfsexpeDition en abgehen zu lassen, a n n e h m e n.

Die Zeitungen bringen trotz der amtlichen De­mentis Berichte ihrer Washingtoner Korresponden­ten, wonach die Entsendung desS h e n a n d 0 a h" und nicht desLos "Angeles" auf die Suche und) A mundsen nicht absolut unmöglich ist. Eine Derartige HilfsexpeDition käme aber erst in Be­tracht, wenn Die norwegische Regierung Amerikas Hilft erbeten habe. Das AnkerschifjP a t 0 k a" würbe bann nach ber Insel Disko an ber Westküste Grönlanbs, Die in 14 Tagen zu erreichen fei, fahren. Shenandoah" würDe nach DerAnkunft berPatoka" folgen. Die Insel Disko mürbe währenb ber Dauer ber Expebition Die Basis bleiben. Amerika sei geographisch Das einzige LanD, Das eine solche CxpeDition unternehmen könnte.

Neues Erdbeben in Japan.

N euh o r k, 27. Mai. (TU.) Gestern früh fand im Distrikt von Lahima im Südosten Nip­pons erneut ein heftiges Erdbeben statt, in dessen Zentrum wieder die Städte Tovooko und Äinosaki liegen. Beide Ortschaften sollen jetzt völlig zerstört worden fein. Anter Den Bewohnern herrscht großer Schrecken. Alle Blätter heben die Möglichkeit eines bevorstehen­den großen Erdbebens hervor.

Aus Stadt und Land.

Gießen, den 27. Mai 1925.

Bevorstehende Aenderung des Stener- nbzngs vom Arbeitslohn.

Der Steuer-Ausschuß Des Reichstages hat wesentliche Aenderungen des Steuerabzugs vom Arbeitslohn beschlossen, Die am 1. Juni 1925 in Kraft treten sollen. Der steuerfreie Lohn­betrag, Der bisher 60 R. M. monatlich (15R. M. wöchentlich usw.) betrug, soll auf 80 R. M. monatlich (13,60 R. M. wöchentlich, 3,10 R. M., täglich, 0,80 R. M. zweistündlich) , erhöht werden. Außerdem soll künftig die Ermäßigung des zehn- prozentigen Steuersatzes, die bisher für jeden zu berüastchtigenden Familienangehörigen 1 v. H. betrug, vom Dritten Kind ab je 2 v. H., wenn jedoch Der Arbeitslohn 250 R.M. im Monot, 60 R. M. in ber Woche, 10 R. M. atn Tage nicht übersteigt, schon vom zweiten Kind ab 2 v. H. betragen Diese Bestimmungen sollen für alle Lohnzahlungen gelten, die für eine nach dem 31. Mai 1925 erfolgende Dienstleistung bewirkt werden. Es ist anzunehmen, daß die vorstehenden Aenderungen Gesetz werden. Die Arbeitgeber­müssen sich schon jetzt auf die Aenderungen ein­stellen, Damit sie in Der Lage sind, den Steuer­abzug vom 1. Juni ab richtig zu berechnen. Die Einzelheiten Der voraussichtlichen neuen Regelung ergeben sich aus einem Merkblatt, das bei Den Finanzämtern unentgeltlich abgeholt werden kann. Das Merkblatt gilt nur, wenn das Gesetz, das die Erhöhung des steuerfreien Lohnbetrages und Den Ausbau des Kinderprivilegs vorsieht, bis zum 31. Mai verabschiedet wird.

Bornotizcn.

Tageskalender für Mittwoch: Lichtspielhaus Bahnhofstraße:Reveille".

Wettervoraussage.

Bei zunehmender Bewölkung südliche bis westliche Winde, kühler und (Niederschläge,

"** Bankenschluß am Pfingstsams - tag. Die Gießener Bankgeschäfte geben im heu­tigen Anzeigenteil bekannt, baß ihre sämtlichen Ge- fchäftsrä'ime am Pfingstsamstag geschlossen bleiben.

* Doppelführung von Schnell­zügen. Die Reichsbahndirektion in Frankfurt (Main) gibt bekannt, daß zur Bewältigung des zu erwartenden Pfingstvertehrs Die Schnellzüge ab Berlin, Anhalter Bahnhof 7.35 norm, und 2.03 nachm., sowie ab Frankfurt (Main) 7.02 vorm. und 1.20 nachm. am 29. und 30. Mai sowie am 2. Juni doppelt gefahren werden. Ebenso werden doppelt gefahren Die Schnell­züge ab Berlin, Anhalter Bahnhof 8.34 nachm. in ber Rächt vom 30. zum 31. Mai. vom 31. Mai zum 1. Juni und vom 2. zum 3. Juni, sowie ab Frankfurt (Main) 10.03 nachm. in der Rächt vom 29. zum 30. Mai, vom 30. zum 31. Mai. vom 1. zum 2. und vorn 2. zum 3. Juni. Für die Doppelsührung zahlreicher Personenzüge undBer- ftärfung der Züge Dem Verkehrsumsang ent­sprechend, ist gleichfalls vorgftorgt.

** Vom Versorgung samt wirb uns ge­schrieben: Die ben Offizieren unb Beamten ber frühe­ren Wehrmacht unb Deren Hinterbliebenen für Den Monat Juni zustehenDen Ruhegehalts- usw. Gcbühr- nisse werden am Freitag, 29. Mai, von vormittags 1012 Uhr, beim Versorgungsamt, Zimmer 44, aus­gezahlt.

** Der Renin erb und macht unserem heutigen Anzeigenteil Darauf aufmerksam, daß Die Auszahlung Den Renten Diesmal bereits am 29. Mai erfolgt.

** Diiiefsendungen nach Breslau, die in Der Aufschrift die Angabe des Zustell­postamts tragen, werden vom 5. Juni an schon während der Fahrt zu den Bahnposten einzelner Züge nach den Breslauer Zustellämtern ver­teilt und diesen unmittelbar zugeführt werden. Hierdurch wird erreicht, daß diese Sendungen in eine frühere Zustellung kommen, was für die Empfänger von wesentlichem Vorteil ist. D'ese Sonderbehandlung kann auf Briess.ndungen, die in Der Aufschrift die Angabe des Zustellpost­amts nicht tragen, aus betriebstechnischen Gründen nicht erstreckt werden. Diese Sendungen müssen daher nach wie vor in Breslau um­gearbeitet werden. Sie erleiden dadurch gegen­über den mit Zustellamtsangabe versehenen Sen­dungen eine Verzögerung in der Zustellung. Es liegt mithin in Der Hand der Absender, durch Angabe des Zustellpostamts in der Auf­schrift der nach Breslau gerichteten Driefsendun- gen zur Beschleunigung in der HeberLinft beizu­tragen.

D i e diesjährige Volkstagung der deutschen Schul vereine sindet au Den Pfingsttagen in Kufstein in Tirol statt. Sie wird im Zeichen der Jugend stehen. Denn, etwa 10 000 Jugendliche aus Dem Reich und Oesterreich sind bereits ungemelDct, so daß Die Anmeldeliste wegen Erschöpfung Der Unterbrin- gungsmöglichkeiten geschlossen werden mußte Den weitaus größten Seil der jugendlichen Teilnehmer stellen Die 120 000 Mitglieder umfassenden Schul- gruppen des Vereins für das Deutsch­tum im Ausland, Der es sich zur Aufgabe gestellt hat, das deutsche Volk unter Zurück­stellung alles dessen, was uns heute luder zu stark trennt, in Dem Gedanken der großdeutschen Kulturgemeinschaft zu einigen Dieser Ge­danke gewinnt immer mehr Boden, wie di: Teilnahme des deutschen Volkes und hiner Re­gierungen an der Einweihung der Deutschen Akademie in München und des Deutschen Hauses in Stuttgart deutlich gezeigt hat Reben Der ernsten Arbeit ist in Kufstein für wirkliche Unter­haltung gesorgt. II. ci. findet ein großer Fackel - zug mit Schloßbeleuchtung statt. Vor unb nach der Tagung werden Wanderungen in das Ge­birge den Jugendlichen dessen Schönheiten zeigen. Zum ersten Öllale sind in diesem Jahre auch sportliche Wettkämpfe vorgesehen. Ausgeschrie­ben sind Ginzelkampfe und Dreikämpse für Kna­ben unD Mäochen. Die Sieger erhalten Urian* den und Eichenkränze. Den Siegern in Den Gruppenkämpfen winken 3 Ehrenschilde, gestiftet von Der Hauptleitung des V. D. A. Sehr stark vertreten wird Der Landes-Verband Hes­sen-Darmstadt mit etwa 1400 Teilnehmern fein. I n Gießen rüsten sich etwa 200 Schüler und Schülerinnen zur schönen Pfingstsahrt unter entsprechender Führung. Die Fahrt beginnt Freitag vor Pfingsten - das Landesamt für das Bildungswesen hat den Tecknehmera 2 Tage Schulurlaub gewährt und endet, vorausgesetzt, daß das Wetter gut bleibt, am Samstag nach Pfingsten. Möge Die Tagung einen in jeder Hinsicht schönen Verlauf nehmen!

* * Ihr 85. Lebensjahr vollendete heute Die noch immer recht rüstige Frau Margarete Schmidt W w., Wolkengasse 13 wohnhaft

* * Schlageter-Gedenkfeier. Man be­richtet uns: Der Deutsche Jugendbund Bismarck ver­anstaltete gestern im Nest. Hopfeld eine Schlageter- Gedenkfeier. Vor einer größeren Anzahl Mitglieder hielt Dr. Blank die GedächtnisreDe, in Der er Das Leben Dieses großen Deutschen HelDen bis zu seiner TodesstunDe schilderte. Mit Dem gemeinsamen Lied Ich hatt'einen Kameraden" schloß Der wohlgelungene AbenD.

LanVkrciH Gießen.

1' Srünberg, 26. Mai. Im Gesellen- Prüfungsbezirk des Gewerbevereins Grünberg war am Sonntag die Schluß- feier der diesjährigen Prüfung. Der Vor­sitzende des Prüfungsarrsschusses, Lehrer Wen­zel von hier, überreichte unter entsprechender Ansprache die Gesellenbriefe an die Jung­gesellen. Er ermahnte diese, Den Lehrherren für ihre Mühe ein gutes Gedenken zu bewahren, auch als Gesellen stets auf weitere theoretische und praktische Fortbildung bedacht zu sein, um so ein tüchtiger Handwerksmeister zu werden, Da­mit sie den schweren Konkurrenzkampf, den ge­rade der Handwerker stand in der Jetztzeit führen müsse, durchhalten könnten. Beteiligt waren an Der Prüfung 20 Lehrlinge, von Denen 19 be­standen. Den Gewerben nach waren es 5 Schrei­ner. 1 Wagner. 6 Schlosser, 1 Slektro-Installatcur, 2 Weißbinder. 1 Sattler, 1 Bäcker, 1 Friseur und 1 Damenschneiderin.

* Kesselbach , 26. Mai. Unter freudiger Anteilnahme der Bevölkerung feierten am Sancs- tag die Eheleute I 0 h. Meißinger 1. DaS Fest Der Goldenen Hochzeit. Dem IubK- paar mürben von feinen zahlreichen Freunden und Bekannten in Kesselbach und Gießen, der früheren Wirkungsstätte des Jubilars, viele herzliche Ehrungen bereitet.

Kreis Friedberg.

25 Bad-Rauheim, 26. Mai. In Der heutigen Sitzung der Stadtverord­neten gab der Bürgermeister ein Schreiben Der Oberrealschule bekannt, worin sich die Di­rektion für den Zuschuß bedankt, den die Stadt­verordneten für die Anschaffung eines Flügels bewilligt haben. Für die Volks-, Berufs­und Betriebszählung wurde ein Betrag

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