Fob begann ihre Fassuna zu verlieren. Sie >fte noch, um den Angriff mit einer neuen,
(Nachdruck verboten.)
30. Fortsetzung.
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„Liebe Gabby, ich verstehe nicht, was meinst?"
„2lber Fob, willst du nicht wenigstens
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beigehen, aber der Steel zog die Mühe unkt verbeugte sich in halb kriecherischer, halb ironi- srher Artigkeit.
„Darf man das Fräulein fragen." sagte er mit einer nicht ganz alkoholfreien Stimme. ..wieviel Uhr cs ist?"
„Halb ein,“ sagte Gabby gleichzeitig, ohne auf die Uhr zu sehen.
Dann setzte sie ihren Weg in der gleichen Richtung fort, ohne von dem Mann weiter Rotiz zu nehmen. Aber dieser hatte ganz deutlich eine andere Auffassung der Situation. Gr folgte ihr nach und mah mit seinen kleinen, wässerigen, rotgeränderten Augen die elegante Dame von dem koketten Hut biS hinab zu den kleinen weihen Schuhen.
„Dah es eine so seine Dame wagt, ganz allein so tief in den Wald zu gehen," sagte er, „das könnte gefährlich werden."
Gabby fahle diese Aeuherung ganz richtig alS eine Drohung auf. Der Mann drängte sich unverschämt nahe an sie heran und schielte mit einem dummen, boshaften Grinsen auf ihr Armband.
„Was für ein schönes Armband das Fräulein hat," sagte er und streckte — ist es möglich! — seine groben Finger nach dein Schmuck. Sr begann am Armband herumzugreifen und wollte dessen Schliehe finden.
Gabby erkannte ictzt zu ihrer äußerst unangenehmen Llcbcrralchung, dah sie in seiner Gewalt war. Mm Hilfe zu rufen, wäre das Mngeschickteste von allem gewesen. Ihren Schrei hätten nur die Kiefern und Fichten vernommen. Mnd der Lump hätte denken müssen, dah sie ihre Geistesgegenwart verloren. Aber gerade diese wollte Gabby Duleroft als allerletztes verlieren. Sie hatte zwar keine Ahnung, wie sich die Situation entwickeln würde, wollte sie aber auf alle Fälle so lange als möglich beherrschen. Sie rih die Hand weg, mah den schmutzigen Kerl mit einem ruhigen Blick, in dem nur eiskalte Verachtung lag, und sagte:
„Schau, dah du weiierkommst! Aber sofort!"
Ein Funkeln in seinen kleinen, boshaften Augen sagte ihr, dah ihm ihre Worte nicht int mindesten imponierten. Jetzt war es Zeit, von der Drohung zur Tat überzugehen, und das hätte sie auch zweifellos getan, wenn nicht etwas Mnerwartetes eingetroffen wäre.
(Fortsetzung folgt.)
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Ab Montag:
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Ab Donnerstag (wahrend des Turnfestes):
FriderlCHS Rex
I. und II. Teil vom 30 7. bis einschl. 2. 8.
III und IV. Teil vom 3. & bis elnschL 8. 8.
bestimmt weigern, weUer mitzuspielen. Gabby kannte ihr« Freundin nur zu gut, um sich nicht täuschen zu lassen. Obwohl ste die ganze Zeit plauderte, wartete Fob auf jenen Augenblick, den Gabby schließlich nicht mehr länger hinauS- schieben konnte. Mitten im Gespräch lieh sie den Dorbang vor dem beide bedrückenden Komödien- spicl fallen, sah Fob ernst an und sagte:
Quartiere
selbst ergeben.
Als Gabby unter solchen Gedanken ein gutes Stück in den Wald eingedrungen war, stieß sie plötzlich auf einen Menschen. Man hätte nicht sagen können, dah er sich für die Verwirklichung von Gabbys Plänen besonders geeignet erwiesen hätte. Es war ein Mann im Arbeitsgewand, mit einem nicht besonders vertrauenerweckenden Aeuheren. Gabby hatte natürlich keine Ahnung, wer er war, aber uns selbst fällt es nicht schwer, zu erklären, dah es derselbe Kerl war, den der Leser aus dem vorigen Kapitel als jenen in Erinnerung hat. den Horace Milltorp auf sehr fühlbare Weise zur Raison brachte.
Jetzt blieb er stehen und versperrte Gabby den Weg. Sie wich aus und wollte an ihm vor-
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stürzte ihre ganze Deherrschung zusammen. Sic barg ihr Gesicht in den Händen und brach in ein hysterisches Weinen aus.
„Gabby." stieß sie hervor, „siehst du nicht, dah du mich mit deinen Fragen quälst?"
Daraus erhob sie sich rasch und verschwand in der Richtung zum Schloß. Es hätte nichts genützt, sie zurückzurufen. Gabby blieb einige Minuten allein styen und schwor sich einen heiligen Eid, mit oder gegen Fobs Willen auf den Grund dieses Geheimnisses zu kommen, koste es. was es wolle. Wenn es niemand anderen gab. der Fob helfen wollte, so würde sie es tun. Und wenn es nötig wäre, würde sie sich auch in einen Detektiv verkleiden, eine Rolle übri-
gestehen, daß ich eine ganze Menge von Fragen an dich zu stellen habe?"
„Ja, das ist ja ganz klar. DaS hat man wohl immer, wenn man sich lange nicht gesehen hat."
„Fob, du weißt sehr gut, was ich meine.“
„Herrgott, daß ich verheiratet bin, das hast du ja schon gewußt. Daß Papa seine Jacht verkauft hat, erscheint dir vielleicht merkwürdig. Aber ich selbst war dafür gewesen, sie nicht mehr au behalten, da ich sah, daß wir sie nicht mehr benützen würden. Du mußt doch verstehen, dah sich so viele Dinge ändern, wenn man heiratet ....."
„Jetzt hast du den Hagel auf den Kopf getroffen, Fob, und jetzt kommst du mir nicht mehr aus. Richt nur die Dinge ändern sich. Am allermeisten hast du dich selbst verändert."
Fob bemühte sich bis aufs Aeuherste, jene Deherrschung zu bewahren, mit der sie sich füv dieses nicht unerwartet gekommene Derhör gewappnet hatte. Sie antwortete nicht, sondern betrachtete mit gespielter Gleichgültigkeit ihre Schuhe. Da sagte Gabby mit warmer Stimme:
„Fob, warum willst du mit etwas vorheucheln? Glaubst du, eine so alte und erprobte Freundin, die dich von innen und außen kennt, täuschen zu können? Denk doch an die vergangenen Zeiten, da du zu mir kamst und ich zu dir, und wir Freude und Trauer teilten, all unsere kleinen Mißgeschicke und Erlebnisse. Habe ich dir dein Dertrauen jemals so gelohnt, daß ich jetzt daS Recht darauf verwirkt hätte?"
Fob biß die Zähne zusammen:
„Wie kannst du nur so fragen?"
„Aber jedes Kind sieht doch, dah dir etwas zugestohen ist, dah du schwer an etwas trägst, — warum willst du mir das nicht anvertrauen? Jetzt frage ich dich geradeaus: was ist die Ursache deiner Deränderung?"
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gens, für die sie sich gar nicht schlecht geeignet fühlte. Sic stand aus und ging gegen den Wald zu, und im Stillen rief sie alle Geister Sherlock Holmes' um Beistand an.
Oie bog von der breiten Strahe sofort in einen schmalen Waldweg ein. ging auf« Geratewohl darauf los und rechnete mit einem Zufall. Innerhalb der Schlohmauern waren alle Zungen versiegelt, das hatte sie schon bemerkt. Aber kein Geheimnis pflegt so hermetisch verschlossen zu sein, dah nicht irgendetwas davon aus dem Kreis der Eingeweihten hinaussickert. Gabby hatte eine unbestimmte Ahnung, dah sie irgendwen treffen werde, den sie Über die Derhältnisse im Schloß vorsichtig ausholen könnte. Eines konnte dann das andere geben. Dor allem galt es. ein Endchen dieses verwickelten Knäuels zu erhaschen. Dann würde sich alles andere von
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Damit verschwand die Spukgestalt langsam Im Dunkel des Korridors. Wie zusammenhanglos und phantastisch die Rede der Alten auch war, so blieb sie doch nicht ohne Eindruck. Es war Gabby, als ob sie einen Augenblick der Vergangenheit ins Gesicht geschaut hätte. Sin • Schotten war aus der Erde emporgestiegen und hatte zu ihr mit der eiskalten Stimme einer fernen Zeit gesprochen.
Gabby war nicht gut zumute, als ste die kreppe hinabeille. Fort von den Schatten, hinaus inS Leben und in die Wirklichkeit! Wenn auch diese vielleicht ebenso, wie die Spukwelt der Mamsell Rafaela, voll von Rätseln und ^Unheimlichen war.
Unten zwischen den Säulen der großen Auf- gangstreppe begegnete sie Fob. Gabby grühre heiter, als ob alles in Ordnung wa55>. antwortete in etwas erzwungener Frohlichielt. Deide wußten sich aber entschlossen, diese Komödie nicht mehr lange fortzusehen.
„Sag, Fob," fragte sie, „ift es wahr, dah 168 H^Wenn sonst weiter nichts wäre!" antwortete Fsb, immer noch in erkünstelter Heiterkeit, „Harry lehauptet, dah der alte Spuk jedesmal im Kauf- vertrag enthalten sei, wenn man sich ein feines, clitfe Schloß zulegt."
„Ja, bas kann schon sein. Es wäre sehr lästig, einmal einem echten, alten Schlohgespenst begegnen Ich habe niemals die Ehre gehabt. Aber das rührt vielleicht daher, dah ich mich noch niemals in einem genügend alten Schloß oufgehalten habe. Oder ich habe kein Glück mit den Gespenstern. Sag, Fob, wollen wir unS nicht ein wenig in den Park setzen?"
ES wäre zwecklos gewesen, dieser Einladung nicht zu folgen. Denn Fob wußte, daß sie auf die Dauer nicht entkommen würde.
Am liebsten wäre Gabby jetzt einige Minuten ganz still gesessen, um zu überlegen, wie sie Fob am besten alles das entlocken könnte, was sie wissen wollte. Aber sie ahnte, daß die geringste Pause von ihrer bis aufs Aeuherste cinpfindsamen Gegenspielerin sofort _ zu einer Szenenveränderung benützt werden würde, älnd bann würde sie noch zugeknöpfter sein und sich
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