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Versailles, Sicherheitspakt und Weltfrieden.
Don The Right Hon. Arthur Henderson, M. P.
Der Verfasser dieses Artikels war Minister des Innern unter Ramsay Macdonald und gehörte während des Krieges dem Kabinett Lttoyd Georges an. Seine Ausführungen über die Notwendigkeit einer Revision des Versailler Friedensvertrages und seine Skepsis dem Sicherheitspakt gegenüber sind kurz nach der deutschen Antwortnote von besonderem Interesse.
Die Sicherung des Weltfriedens verlangt nicht nur die Abschaffung der Geheimoerträge, sondern auch die Möglichkeit, bereits abgeschlossene Vertrage, deren Fehler und Schwächen sich im Lause der Zeit
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Dor einiger Zeit ist durch die Pr< d e
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seinen Schütz liya in Arabien, den Hedt«»«L-.H^ing Hussein, veranlagt, Akaba zu veiliftee.. und habe ihm zu diesem Zweck sogar englische Äwcf5- schiffe bcveitgefteUt. Gleichzeitig wurde r.v ge.r lt, da«) zwischen London und dem heu .gen Englands in Arabiei., dem R«*schd ^4 en 3 b n Saud. in der Transwrdani«»-F-<v«e ein 4ebereinkom.men getroffen worben ift. u':vW) das Gelnel Man südlich von **»<-. »u Transjordanien gozahl! wird. Deibe ./..Ölungen sind in der deutschen Presse nicht m dem Mähe ausgeDertet worden. tote ss z. V He eng lische getan hat, die freilich b«oe* ter ol|u «rohes Qlufbeben gemachl hat, de»tzo!t> eben, weil daS englische Publikum DttmfrieV' ine Bedeutung solcher Schritte kennt. F«r bM Der- ständnis der englischen LaAik in Vagag
auf Europa torc die auhereu»ochtt1che" Veite«e sind die beiden Mitteilungen aber auH«r»»tz-«^ch
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beitslosen mit den Tierchen nach Frankfurt zu senden. Um das Leben der Jungen nicht zu bedrohen. sollten die Alten beim Füttern mitein- gefangen werden. Leider kam dieses Vorbaben nicht zur Ausführung. Denn sofort nach dem (3m- treffen der telegraphischen Antwort aus Frankfurt kam die Mitteilung aus Hungen, dah die Jungen aus dem Käfig, dessen Futterbehälter nicht schluhfest war, ausgebrochen seien, eins bereits der Katze zum Opfer fiel, eins aber wieder gefangen werden konnte, während das letzte sich unerreichbar in den Gärten Herumtrieb. Das eingefangene Tierchen wurde zwar von den Alten wieder gefüttert, verendete aber kurz vor seiner Absendung nach Frankfurt. Glücklicherweise wcB eine Ausnahme hergestellt worden, so dah der wissenschaftiche Beleg immerhin in unserem Besitze war. Das verendete Junge wurde darauf dem Zoologischen Institut in Drehen überwiesen. Die nähere Untersuchung des sehr interessanten Falles ergab, dah die Alten durchaus normal gefärbte Tiere waren, die keinerlei Aeigung zum Albinismus in ihrer Gefiederfarbe auswiesen. Trotzdem vertrat Fischer den Standpunkt dah auch bei der zu erwartenden zweiten Bru» Anzeichen von Albinismus zu ersehen sein mühten und teilte seine Anschauungen Herrn Bürgermeister Fendt mit der Bitte um weitere Nachforschungen mit ilni> es ist ihm zum zweiten Male gelungen, den neuen Aistort des Rot- schwanzpaares ausfindig zu machen. In dem Rest befinden sich diesmal wieder vier Junge, aber nicht lauter Albinos, sondern zwei von ihnen sind normal gefärbt, während das letzte wiederum einen regelrechten Albino darstellt, vollständig weih, mit roten Augen. Wir wollen nun abermals versuchen, den Weißling der Wrstenschaft zu erhalten, denn wenn er erst das Aeft verlassen hat, ist sein Schicksal besiegelt: Jungvögel, denen die umgebungsanpassende Färbung fehlt, fallen
in 99 von 100 Fällen Katzen und Raubvögeln zum Opfer. Auch diese zweite Brut soll ausgenommen werden. . . ,
Fischer hat nun an Hand der Belege diese beiden Fälle in einer demnächst erscheinenden Arbeit über heimisches Bogelleben wissenschaftlich behandelt, und es sei an dieser Stelle gestattet. auf die wesentlichen Punkte dieser (Srfia- rungen einzugehen.
Albinotische Degeneration, die bekanntlich nicht nur bei den höheren Tieren (einschließlich Mensch) auftritt, sondern in allen möglichen AuS- bildungsgraden in der gesamten Tierwelt vorkommt. beruht auf einem Mangel an Pigment (Zellfarbstoff). Sie stellt eine deg en erat ive Erscheinung dar, die bei domestizierten Arten hau- figer wahrgenommen wird als bei wilden, namentlich oder speziell umgebungsanpassend gefärbten Tieren (z. B. Raubtieres.
Llebrigens trifft bei den Raubtieren auch die artliche oder normale Weiß-H e l l färbung nur sehr spärlich auf, nämlich bei den Raubsäugern nur im Sinne des Polarleuzismus (Polarfuchs. Eisbar) oder im Sinne des Wnfter- leuzismus (Wiesel. Hermelin).
In der Bogel Welt finden wir die normale Weihfärbung im allgemeinen viel häufiger als bei den Säugern, aber auch hier wieder mit Ausnahme der Raubvögel, von denen nur wenige Vertreter normale Hellfärbung aufweisen (grönländischer Edelfalke, merikanischer Werhbulsard, australischer Weihhabicht.)
Lim so seltener aber und interessanter und wertvoller sind regelrechte 2llbinos aus der Gruppe der nicht hellfarbigen Vogel. Denn die meisten unter dielen Arten auftretenden Weiß- [inge sind in Wirklichkeit gar feine Albinos, sondern, wenn man es genau nimmt. Albi- noiden. teils, weil sie nur partiell weih gefärbt srnd, oder aber, wenn dies schon der
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Zeit in Oftafien eine gewisse F ü strunz über England sichern, woran die 'Vernäh »,-en der Engländer um einen neuen japanischen Händedruck leum wohl etwas zu ändern >**t*u>- gen. da Japan mit der russischen rJ6e*t und Freundschaft zum minderen ebenso fiert rechnet wie mit der englischen.
Während wir in Oftafien also dos De4«men der englischen Politik auf den bisherigen M«tcho- den beobachten, hat sich im nahen Orient eine taktische Schwenkung schon hoc tml<tn Monaten angebahnt. Wir tooUen dem rmiUaa- schen Stolz der Engländer und ihrem polUckchE Geschick tenestoeas zu nahe treten, gbiuBee <*« doch sehr deutlich zu erlernten, dad Sainchanb- fchuhe nicht eher auf die englische Faust gestreift werden, als bis diese Faust sich einmal ^ehsrig verbrannt hat. In China fühlt England \xd) i«i so stärker. crlS es sich mit den anderen Jnterelien- tien in Lleiberernstimmung weist. Denn das sehen in diesen Wochen auch die Chinese« n«4H. dich die Zersplitterung ih*er Gegner noch lang« kein Zerfallen der gegn«cklchen Front ist.
Anders im nahen Orient. Roch im vvriaen Herbst schwor ganz England, das Forecea £1|kc natürlich mit eingerechnet, auf bi; Pslft« bet starken Hand. Wer die Geld-:-, l - stütz«ngsn, die Hussein aus dar britischen Staatskasse be»o«. kennt hat lange gezweifelt, ob Engtand sich dazu entschließen werde, Hufseln fallen zu lassen Da^ ist aber sozusagen über Rächt geschehen. midjVcm Ibn Saud sich eben alS den arabischen Sieger erwiesen hatte. Ernes nur tourbe von ihm verlangt. nämlich, dah er Transjordanien und dinnt Palästina in Ruhe lasse. Ibn Saud war dnmil einverstanden und hat vor kurzem, aus strategischen Gründen auch das Gebiet um Man an das von England beeinflußte Transjordanien abgetreten. Heute ist Ibn Saud der Schützling des britischen Imperiums im südlichen Arabien.
Weiter nach Rorden hin beobachten wir den gleichen Vorgang. Der dqk englischer Hand geleitete Kurdenauffkand gegen die Argora- -Regicrung sollte die türkischen Streitkräfte von der Mossul-Grenze verdrängen, als aber die Kurden dank des entschlossenen Zugreifenk K e mal Eddin Samt Paschis. des türlstchen BotschasterS in Berlin, z u r ü ck g e s chl n gen wurden, als die türkischen Truppen dvZ Rftnsul-- G^»iet zu überraschen drohten, da lenkte Ony- land ein. Dersteht man in diesem Zulammen - Hang nicht die Verschiebung der Entscheidung der Mossul-Kornmisslon des Völkerbundes aus den September? Soll den beiden Mossul-Jnt^c ssc-nten nicht die Gelegenheit gegeben werden, sich über das Gebiet friedlichftchiedlich auseinander- zusctzen? Darauf deuten auch fd>in früher in diePrefse gedrungene Mitteilung , nach ueten England gar nicht so abgeneigt ist. mit oen Türken ein Kompromiß zu schließen Die Wachsamkeit Angoras hat ebenso wie die O-j/lag- fertigtet Ibn Sauds den Löwen gezwungen, seine Krallen einzuziehen
Aehnlich geht es in Aegypten. Rachdem die Engländer die Bewässerungsanlagen in der
Mhenpolitische Umschau.
Von Prof. Dr. O t t o Hoetzsch, M. d. R.
Die am 21. Juli veröffentlichte deutsche 2:twort auf die Rote Briands ist vom Stabile einstimmig beschlossen und Hal die Zustim- rc aller großen Parteien dahin gesunden, dah 1I5 Grundlage für weitere Verhandlungen ge- fei. Danach will das deutjche Volt, wollen ft-, die heutige Regierung tragenden Parteien auf- :Ä i j und ehrlich Mitarbeiten an dem neuen i B| <m zur Befriedung Europas, über das jetzt Ißtz oahrend gesprochen wird. Dabei treten freilich ile Schwierigkeiten umso deutlicher hervor, je län- ft, Die Diskussion sich hinzieht. Deshalb ist erst recht ifiiiienbig, daß die deutsche Rote vorerst einmal „y.t'el ausspricht, Bedenken erhebt, Fragen auf- !üjit, die keineswegs durch die bisherigen Gröde« :Ägtn und namentlich die Rote Briands geklart
Fall ist, weil sie meist normal gefärbte Aigen haben. Dieser letzte Faktor, der den alb.nlstrschen Sharakter vollendet, nämlich die Sntpig.nrnt-e- rung der Augen, ist bei. den Vögeln sogar noch feit euer als bei den Säugetieren, wo w tß'eUige Individuen immer zugleich rote Lichte zetge Pros. Büchner sucht hie Erklärung für k>.e eigenartige Erscheinung darin, dah eben die n o . male Weihfärbung an sich relativ hä s ger ; als die anormale und diejenige bei den Singer und dah daher auch schon der partielle Alo.n mus bis an die äußerste Grenze, d. h. die voll ständige We.hbefiedcrung reichen kann, »yne tx die JriS und Ehloroidea der Augen auch ne entfärbt werden. (?)
Deshalb ist auch der vorliegende Fall um so wertvoller, weil sämtliche Junge rote A haben und wirlliche Albinos sind, ohne Al) kömmlinge von bcrc: 13 partiell alomiNische Eltern zu Jein. Die Alten wie auch die normo gefärbten Jungen werden nun mit Vogelring-.' gezeichnet, um im nächsten Jahr beobachten ,v können, inwieweit Albinismus erblich ilt. v-rmi e bestehen Anschauungen, dah er bei der Paarur mit normal gefärbten Individuen w eder ve schwindet. Ob das stimmt, ist nicht ertott-en. de. vorliegende Fall wird vielleicht eine KlLrun bringen. Wan könnte sich denken, dah auch d- Alten Rachkommen von zum Albinisimut neigen den Tieren sind, die diese Degeners -onsecschri- mmg weitervererben, ohne selbst Alb nc»s vdei wenigstens Albinoiden zu fein. Ist dies der Fall und bestätigt die Weiterbeobachtung der Versuche diese Anncchme. dann wird die Wiffrnschait vielleicht einen Schritt weiter kommen. Der Ringversuch, so wenig Bedeutung ihm auch sonst >u- kommt (z. B bei der Lösung der Dog-'l . gl ragen) ist jeden fall-?- hier ein Mittel, das stch ai» unbedingt nützlich erweist.
IOic Rote ist, wie die andere Seite auch aner- 11, in der Form durchaus ronziliant und will die k?rführung der Verhandlung keineswegs ab- •eben. Aber sie läßt mit zureichender Deutlichkeit mHerorden.lich liefe Differenz erkennen, wischen den deutschen Anregungen und dem ■um Briands in seiner Rote besteht. Diese fron- । Oe Rote hat ja überhaupt eine neue Grund- t geschaffen, mit ihren neuen Konstruktionen, russchliehlich zugunsten Frankreichs die deutschen regungen urnslahen oder völlig versetzen. Daher iLijt man sich bei der Erörterung über die Ver- iqenheit üoer das deutsche Memorandum vom ,^bruar, nicht mehr lange aufzuhalten. Deutsch« lb hat sich mit diesen Anregungen vom 9. Bein r in die Sicherheitsdiskussion eingeschaltet. Daß «los tat, war richtig. Wie es das tat, ist Gegen- ■ jlri berechtigter und scharfer Kritik nach jeder 'Mltang hin gewesen. Jetzt sprechen wir von der nt.r-n Grundlage aus, die die Briand-Rote geschafft: tat, von ihr geht die deutsche Gegenaufterung m. über sie verlangt sie ergänzende Erklärungen, ob-.- dah unsere Einwände und Fragen schon vollst- >g sind. Daher ist auch kein Zweifel, wie nach« dk.klich hervorgerusen sei, dah die Handlungsfrei- I: der deutschen Regierung und der sie tragenden thicn durchaus gewahrt ist. Wir sind bereit, tu Uorerörterungen weiterzuführen und, wenn es »iiid) ist, in die entscheidenden Verhandlungen tir-ilretcn. Gebunden aber sind wir nicht.
wäre eine Bindung von größter Torheit, t> i die Rote mit den Vorschlägen einer Kon -
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Monats- versammwng veiHovstld.— 1660* uni WF goitnt««,26'*'-111'
Mschwanzaldinos in Hungen.
(Ruticilla domestica atra Br. 1831 aberr. alba).
Durch die Aufmerksamkeit des Herrn Dürger- «rjliers Fendt-Hungen ist es gelungen, itine Interessante naturwifsenschaftliche Entdeckung ai machen, die um so bedeutsamer ist. da sie tci Fall darstellt, der einen glänzenden Beweis sti seither bestehende Annahmen erbringt. Herr 'äiiigeimcifter Fendt, der in anerkennenswerter 'Seife für die von dem Hess. Zoologen ‘.lernet Sunkel - Marburg und Karl !2«dolf Flscher-Laubach unternommene »ü?:chforschung In Hessen, deren Ergebnisse dern- mHst in einer Denkschrift über „Das Schicksal art» die Geschichte des weihen Storches In Hessen nt.Ccrgctegl werden, die 'Bearbeitung der Hun- ip xr Storck>-Ehronlk übernahm, teilte zu Beginn wtj Monats Juni dem Laubacher Ornithologen Jlr[ Rudolf Fischer mit, dah „der städtische Walserwärter ein Rotschwanznest entdeckt habe, flr >em sich vicc Junge befinden, die sämtlich die gewöhnliche Farbe des Rotschwänzchens stailoeisen, sondern vollständig weih sind ir!> rote Augen besitzen. Die Jungen sind Szmwärtig am Ausstiegen, eins davon hat vrcits die Kdtze geholt, so dah noch 3 Stück vor- 5:rti>en sind. Um diese vor dem gleichen Schicksal V ^wahren, sind sie in einem Vogelkäfig unter- fbiacht worden, wo sie von den Alten weiter -ft-ltert - werden, so daß sie noch einige Tage »Wten werden können. Welchen Rat können t;e uns erteilen und welchen Wert hat die Er- fteirung für die Wissenschaft?" Fischer setzte Ich- daraufhin mit dem Zoo Frankfurt a. M. in Winbung, der um sofortige ücberfenbung der tuTgcn bat. Gleichzeitig wurde die Bürger- httcrci Hungen ersucht, eine photographische iirfnahme der Brut herzustellen und einen Ar-
Der Völkerbund kommt in dieser Auffassung logisch zuletzt, wie Teil 3 der Rote besagt. Hier bleibt der alte Einwand gegen Artikel 16, der nach wie vor unmöglich ist, und der neue Einwand gegen das Durchmarschrccht und alles damit Zusammenhän« gende, das gleichfalls unmöglich ist. Hier ist vor allem nachdrücklich auf den groben Zusammenhang hinzuweisen, der in den verwickelten Einzelerörle- rungen io leicht verloren geht, nämlich die Dreiheit von A brü st ung, Schiedsvertrag und Sicherheit, den Rahmen, innerhalb dessen ich die ganze (Erörterung vollziehen muh. Erkennt man das wirklich an, so wird sich auf der anderen Seite, wenn sie wirklich will, eine Lösung finden lassen, eine Konstruktion, die den Lebensintereffen Deutschlands in oezug auf Artikel 16 wirklich Rechnung träat.
Die Aufnahme der Rote in England und Frankreich ist nicht ungünstig. Man sieht daran auch, was es bedeutet, wenn sich hinter eine olche weittragende Aktion auch die Rechte mit ihrem politischen und wirtschastlichen Schwergewicht in unserem Deutschland stellt. Und man wünscht auf der anderen Seite, dah etwas zustande kommt. Die ranzösische Währungs - und Finanzkrise, tue französische Verwicklung in Marokko, die immer bedrohlicher werdende englische W i r t s ch a f t s- u n d A b s a tz k r i s e , die Verwicklung in C h i n a , die Finanzkrise in Belgien und Italien, alles das läht es der anderen Seite sehr erwünscht er- scheinen, dah dieses ganze Werk gelingt, und damit Europa die Möglichkeit gegeben werde, aufzuatmen und wirt. .) an den Wiederaufbau zu gehen. Ist das so. und es ist kein Zweifel, dah es so ist, so muh die andere Seite, die mindestens so stark daran interessiert ist, eher nach mehr als wir, um es nochmal s zu sagen, den deutschen Lebensinterenssen die Rechnung tragen, die wir fordern, und Deutschland als absolut gleichberechtigten Partner anerkennen. Gleich in den Pflichten, denen wir uns nicht ent- ziehen wollen, ebenso gleich aber auch in den Rechten. Man braucht das Wort nur in seinem Kern zu fassen und dabei zu denken etwa an die Diskrimierung der Deutschen heute noch in den englischen Kolonien, in den Mandatsgebieten sogar, braucht nur zu denken an Nichtfreigabe deutschen Privateigentums und dergleichen mehr, um nur ein paar Beispiele zu nennen, um zu wissen, was in dieser Forderung der Gleichberechtigung steckt.
Nordamerika sieht zunächst dieser Arbeit in Europa zu. Von Nordamerikas Krediten und seiner Hilfe wird es abhängen, in welcher Weise Europa die für Besiegte und Sieger Heraufziehens- Wirtschaftskrise dieses Herbstes und Winters zu über- winden in der Lage sein wird. Dir wissen das, und wir unterschätzen diesen Gesichtspunkt wahrhaftig nicht. Aber wir lassen uns nicht dadurch darin irre machen, dah eben der Fortgang solcher Verhandlungen ohne' Durchsetzung der deutschen Lebensintereffen fürunsunmöglichundabzuleh- n e n ist.
Trotz aller bestehenden innenpolitischen Gegensätze hat sich in der Stellungnahme zu der Note eine weitgehende lleberein stimm ung der großen Parteien des Reichstages gezeigt. Auch das ist für die andere Seite von großer Bedeutung, dah es mit dem Eintritt der Rechten in die deutsche Regierung nicht zu einem Zusammenprall zwischen rechts und links an den Fragen der Außenpolitik gekommen ist, sondern daß sich allmählich eine Mrt g c- meinfamen Weges herauszuarbeiten scheint. Das kann noch gestört werden, aber es ist immerhin heute im Augenblick vorhanden und deshalb ein Faktor auch mit für eine große Außenpolitik, die jetzt von Deutschland zu machen ist, in der die Chancen für Deutschland alles in allem gar nicht so ungünstig flehen und die deshalb mit Ruhe und Festig feit, Sicherheit und Takt von seiner Leitung durchzuführen ist.
|tr <n 3 geschloßen hätte, die zu verlangen heute gjriid) sinnlos ist. Wo sind auch nur die Um- tt des Paktes, über den geredet werden soll?
lche Punkte würde das Programm enthalten? 9rtel)t Klarheit darüber zwischen England und gnnlreid)? Wie stellen die anderen sich dazu, die ii idjen Staaten, auch die Neutralen, wie zum Beils l Holland und die Schweiz, die an einem Rhein- y': sehr interessiert sind? In welchem Verhält«- t süinde Nordamerika zu einer solchen Konferenz. JVs das ist Gegenstand der Vorerörterun- p ii. in denen wir heute stehen. Erst nach ihrem 1 »tuf) ist zu beurteilen und zu beschließen, ob e etliche Verhandlungen, sei es schriftlich oder fei e iiiündllch, möglich sind.
Die deutschen Angriffe richten sich zunächst gegen erneuten Sanktionsanspruch Frank- Td<i)s, gegen seine Garantie etwaiger östlicher €ncbsgerid)tsverträgc, gegen den französischen r iedsgerichtsbegrifs überhaupt, gegen dieses fran- y i ehe starre System im ganzen. Deutschland geht ttn der absoluten Voraussetzung aus, daß cs als ichberechtigter Derhandlungs-te11- n hmer betrachtet und die Zugeständnisse, die bei <ir:rn solchen internationalen Abschluß gemacht roer- Ä müssen, auch gleichwertig auf allen Seiten k ^gesetzt werden. _ ri
Das ist Voraussetzung für em System, lc durch Pakt und Schiedsgerichtsvertrag und Völ- Munb in einer ganz neuen Weise den Frieden Lropas sichern will.
Deutschland beansprucht bestimmte „Vorleistun- «i ‘, die natürlich in erster Linie die R ä u m u n g s- Ta gen (Ruhr, Sanktionsstädte, Köln) umfassen.
verlangt Sicherheit dafür, daß dem Selbstbestim- 'aurgsrecht der Völker nicht vorgegrtffen, sondern tcs dieser erst recht frei gemacht wird. Es muß m '.kni Anspruch auf Gleichberechtigung logisch zwin- e<rb und politisch notwendig die Möglichkeit durch- fcjeei, zu gegebener Zeit mit friedlichen Mitteln die IftLeHeu den Verträge veränderten !cil)ä Itnif fen anzupasfen. Aus dem bi- :BJ!tiatifd)en und juristischen Deutsch der Note über- je bedeutet das und soll das bedeuten, daß Deutsch- Ha > durch einen solchen Pakt und alles dazu ge- lirje der Weg zu einer Revision der bestehen- Än Frieden-vertrüge nicht versperrt werden darf, im Gegenteil frei gemacht werden muß.
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Gerade kx diesen Tagen erleben wir d Austragung der c*fllifaKiinet^onü<frui ver^htedenheiten Hinsicht lick) k h i n n s. S»Hland rft m allen chinesischon 2IiweUe«n4<U«' lnh in der ZoNfrage, fc>Kf«n>attv<r Vereinigten Staaten, beste zsf chatte Diplomatie es verstanden hat, die der
um ihre Frecheit ringenden Chinesen auf sich zu lenken. Wir werden nun wohl teiwiu zu rttieen l)abeii, daß die Amerikaner sich für ab>ch»«re
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In Lederband, gei.: E. K., von beulbei» Ibeimer 'JJliible bit Salmboliira&t ftüv mich ein ftxo'Rti itottt, daÄMnlen i Adzugrden Qtg. Bc- llohnunQ 06236
Babnboiitr. 23 II.
Herausstellen, abzuändern resp. zu verbefsern. Die Dell stehl nie still. Wie im Leben der Nationen veraltete Gesetze durch neue ersetzt und damit die Rechtsprechung dem jeweiligen Kulturzustande angepaßt werden muß, so muß auch in der internationalen Diplomatie der Mut zu beranigen Abänderungen gesunden werden. Wehe denjenigen, die das Gegen teil glauben und die annehmen, daß das, was sie heute anordnen, den Nattirgesetzen gleich in alle Zukunft sestgelegt werden kann.
Ein Frieden, der den Weltfrieden für alle Zeit icherstellt, ist menschlich unmöglich. JederFriede rann bestenfalls eine relative Sicher« heit aus unbestimmte Zeit gewähr- leisten. Im Verlause der Zeit und unter ver- änderten Verhältnissen bedürfen die Friedensschlüße gewisser Abänderungen. Diese Abänderungen wer- den entweder in friedlicher Ausspracke erzielt ober bie Gegensätze verschärfen sich so, bis ein neuer Krieg die Revision des .mebens- Vertrages herbeiiührt. Auch ber Versailler Friedens« vertrag macht hiervon keine Ausnahme. Er ist nicht aceignct, die internationalen Beziehungen für alle Zukunft festzulegen, und die Regierungen können Sichecheitspakte soviel sie wollen entroerfen, ohne wirkliche Sicherheit zu schaffen. Ein Sicher- heitspakt nämlich, der das in dem Friedensoertrage enthaltene Unrecht und die in ihm schlummernden Gefah« r e n nicht ab ft eilt, kann niemals völlige Sicherheit bringen. Der jetzt entroor- enc Sicherheitspakt trägt deshalb bereits den Keim seiner eigenen Vernichtung in sich. Wenn es darin heißt, „das Suchen nach einer Sicherheitsformel, deren die Welt bedarf, darf nicht etwa durch eine Aenderung des bestehenden Friedensvertrages er- reicht werden", so bedeutet dies einen Gegensatz in sich. Man kann dazu nur erklären, daß es keinen Wert hat, Explosionen zu verbieten, wenn man das Schießpulver offen liegen läßt. Der einzig sichere Weg ist, das Schießpulver zu entfernen. Der Sicher- heitspakt bedeutet nichts anderes, als daß Explosionen verboten sind, aber daß es gleichfalls verboten ist, das Schießpulver zu entfernen, das zur Explosion führen könnte. Solch ein Vorgehen ist vielleicht „Diplomatie", nie aber Staatskunst.
Offene Verträge in öffentlichen Verhandlunaen erreicht, war das Grundprinzip ber englischen Ar« beiterregierung. Man benfe an bie Erklärung, bie im vergangenen Jahre vom Unterstaatssekretar im Romen ber Arbeiterregierung im Parlamente abgegeben wurde, in der es hieß: „Während unserer Regierungszeit soll das Parlament von allen Ver- Handlungen, Abmachungen und Verträgen, die die Rationen m irgendeiner Weise binden konnten, informiert werden. Wir erachten es als dringend er- forderlich, daß die Ration nicht gezwungen wird, irgenbeine ihr unbekannte Politik zu ergreifen, und wollen insbesondere das Parlament von allen Abmachungen, die eine Ehrenpflicht enthalten könnten, in Kenntnis setzen."
Diese Erklärung bedeutete sicherlich einen wichtigen Schritt in der Abschaffung der Geheimdiplo- matic.
Es ist ein roe:: verbreiteter Irrtum, anzunehmen, daß die Dekampser der Geheimdiplomatie der Ansicht sind, daß der ganze diplomatische Prozeß dem großen Publikum zugängig gemacht werden soll. Wichtige Besprechungen in Gewerkschaften, parteipolitischen Ausschüssen, Aktiengesellschaften oder wirtschaftlichen Verbänden werden stets in privater Sitzung abgehalten: es würde also lächerlich sein, anzunehmen, daß eine Zusammenkunft ausländischer Minister in voller Oefsentlichkeit abzuhatten wäre, oder dah zu jeder Zeit, wenn ein Gesandter eines Landes mit dem Minister des Landes, dem er au- geteilt ist, eine Unterredung hat, Pressevertreter zu- gegen fein sollten, um zuzuhörcn, was die Diplomaten sich einander zu sagen haben. Unter offener Diplomatie wird vielmehr verstanden, daß alle internationalen Verträge, wenn sie abgeschlossen sind, der Oefsentlichkeit ohne Vorbehalt zugängig gemacht werden fottten.
Ich glaube, daß die gegenwärtige Weltlage für die Abschaffung der Geheimdiplomatie bald besser geeignet ist, als je zuvor. Trotzdem haben wir noch einen weiten Weg vor uns. Ich erinnere mich einer Rede, die Wilson Anfang 1919, glaube ich, in Paris hielt, und in der er meinte, daß die wohlhabenden Klaffen der Menschheit nicht mehr deren Führer sind. Die Zukunft der Menschheit liegt in den Händen des Volkes. „Suchet das Vertrauen des Volkes zu erringen, und ihr habt den Weltfrieden, täufdjet dieses Vertrauen, und kein Geheimabkommen wird je in der Lage fein, den Frieden sicherzustellen." Leider sind die Aussührungen des amerikanischen Staatsmannes bisher schöne Worte geblieben.
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