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Ein Brief dunos an Jarres.

Berlin 24. April. (SM.) DieDeutsche Allgemeine Zeitung" veröffentlicht in ihrer heu­tigen Abendausgabe folgendes Schreiben des früheren Reichskanzlers und Generaldirektors Luno an Herrn Dr. Jarres:

Sehr verehrter Herr Jarres!

Ich danke Ihnen vielmals für Ihre freund­lichen Zeilen vom 17. er., die ich bisher unbe­antwortet lieft, weil ich hoffte. Sie in Hannover am Sonntag zu treffen. Leider waren Sie ver­hindert. dort zu fein, sonst würde ich Jhenen umittelbar und mündlich habe sagen können, welch tiefen Eindruck ich durch den Besuch und das Zusammensein mit dem Feldmarschall empfan­gen habe. Wie auch Sie richtig annehmen, ist Hindenburg frisch, tatkräftig und völ­lig unabhängig und bietet de sichere Ge­währ. daß er sich bei der Führung der Geschäfte des Reichspräsidenten von der Partciwirt- schäft freimachen und die Geschäfte unter Ausschaltung irgendwelcher Hinter­männer mit eigener Hand f ühren wird. Er übersieht die gegenwärtige inner- und außen- politische Lage mit absoluter Klarheit und ist gewillt, die Zukunft des Reiches i n friedlichem Aufbau und auf Grund der bestehenden Verträge und Zu­sagen sicherzustellen, uni) damit zur

Wiederherstellung der Ordnung in der

Wclt den deutschen Anteil beizutragerr.

Das Inland und das Ausland wurden in ihm die beste Gewähr für eine st e- tige und ruhige Entwickelung des deutschen Aufbaues haben. Damit beant­wortet sich die Frage, ob den in einem Teil der ausländischen Presse hervorgetcetenerr Bedenken gegen Hindenburg irgendwelches Gewicht bei­zulegen ist, von selbst. Ich halte diese Bedenken für abwegig und glaube, daß sie entweder von Kreisen, die dem sogenannten Vvlksblock nahe- stehen, bestellt oder von dem Willen diktiert sind, Deutschland nicht wieder in den Konzern der an der Weltwirtschaft beteiligten Staaten eintreten zu lassen.

Wir in der S i f f a h r t haben den Wieder­aufbau, der doch wirllich von Grund aus erfolgen mußte, in Angriff genommen und zu einem bescheidenen Teil durchgeführt, lediglich nach eigenem besten Ermessen und ohne uns dabei von ausländischen Wünschen abhängig zu machen. Indem wir hierbei rein sachlich und unpolitisch vorgingen, haben wir erreicht, daß die deutsche Harü»elsslagge in der Welt wieder erschienen ist und geachtet wird. Wir haben uns auf fast allen Fahrgebieten mit den Reedern jeder Rationalität zu gemeinsamen Kon­ferenzen über Dienst- und Ratenfragen zusammen- gefunden und arbeiten einmütig und aktiv in Liesen mit. Damit dienen wir am besten den eigenen Interessen und den Interessen der frem­den Länder, denen nichts daran gelegen sein kann, auf ihren Fahrgebieten wenn auch schwache Outsider bekämpfen zu müssen. Aehnlich liegt es auf dem Gebiete der Gesamtwirtschaft und auf dem Svndergebiete der Kredite. Der ausländische Geldgeber hat das Interesse daran, daß ihm Kapital und Zinsendienst sichergestellt wird. Das fetzt voraus, daß inDeutschland Ordnung herrscht um) daß der deutsche Markt als Prvduktions- und Absatzgebiet wieder belebt wird.

Das aber kann nur geschehen, wenn die Verkupplung der deutschen Inter» e.ffen so eng wie möglich mit der aus­ländischen Wirtschaft erfolgt und wenn 'tim Innern Bedingungen herrschen, unter denen .eine erfolgreiche Arbeit in der Wirtschaft mög- yli.d) ist. Diese Bedingungen würden in Frage gestellt werden, wenn wir die Führung der -deutschen Angelegenheiten den Parteien über- liehen, die sich in der Vergangenheit ständig mehr nach den Wünschen des Aus­landes als nach eigenen Interessen gerichtet haben. Das würde eintreten, wenn der Kandidat des Dolksblocks gewählt wird. Dabei habe ich gegen ihn weder als Menschen noch als Charakter etwas einzuwenden: um so mehr gegen seine politische Einstellung. Eine Hand, die wie wir zu unserem bitteren Rach- teil in der Wirtschaft erfahren haben - nun­mehr fast feit Jahresfrist uns von Regie- rungs- zu Regierungskrise getrie­ben hat, ohne sie zu lösen und dann das gleiche in Preußen vollbrachte, kann nicht das Steuer des Reiches mit der Sicherheit, Ruhe und Selb­ständigkeit führen, die für eine Konsolidierung unserer innerpolitischen und wirtschaftlichen Ver­hältnisse unbedingt erforderlich ist, wenn wir nach innen und nach außen vorwärts kommen wollen.

Auch der älmftanb, daß ich wie Sie wissen, p r a t t i s ch e r Katholik bin, ändert an meiner Auffassung nichts. Ich erkenne als solcher vorbo- halllos an, was das Zentrum in jahrzehnte­langer Arbeit für den Katholizismus getan hat. aber der Weg, den die Partei durch den Zusammenschluß mit den Sozial­demokraten betreten hat, ist für mich un­gangbar. Denn so wenig Wasser mit Feuer gemischt werden kann, so wenig kann ich mir von einem Zusammengehen einer ängstlichen und einer antichristlichen Partei gutes versprechen. Die Tat­sache. daß Preußen der Sozialdemo­kratischen Partei ausgeliefert wor­den ist, und der Mmstand, daß Marx nur ge - hlt werden kann, wenn zwei Drittel seiner Stimmen ihm aus dem sozial­demokratischen Lager zufallen, muß zu einer dauernden Abhängigkeit feiner Politik von sozia ldemokrati - schen Wünschen führen. Diese Abhängigkeit aber ist nicht nur vom nationalen Standpunkt unerträglich, sondern auch f ü r d i e ch r i st l i ch en Interessen unseres Vo lkes verhäng­nisvoll. Deshalb glaube ich. daß es direkt Gewissenspflicht eines nationalen deutschen Ka­tholiken ist, die Stimme dem Kandidaten des Reichsblockes zu geben

Ich wollte nicht verfehlen. Ihnen meine Meinung ganz offen mitznteilcm um so mehr als ich hoffen darf, daß ich hierin mit Ihnen in vollmi Einverständnis mich befinde. Q)?it besten Grüßen der Ihrige Cuno.

Die deutsch-französischen

W rlschaftL Verhandlungen.

Berlin, 25. April. (T. U.) Die deutschfrau zwischen Handelsoertragsoerhandlungen haben auch während der Ostecpausc nicht ganz geruhi. Die ia Paris gebliebenen Mitglieder der deutschen Dele­gation haben während dieser Zeit über ein eine r.>. gen weiter verhandel: Ferne, ha die

bertommiffion über die das Saar gebiet betret senden Wirlschaftsfragen ihre Verhandlungen im Laufe dieser Woche wieder aufgenommen. Wie die Telunion erfährt, wird sich am Sonntag, 26. April, der Staatssekretär im Reichswirtschaftsministerium Dr. Trendelenburg wieder nach Paris begeben, um die Hauptverhandlungen mit dem_ französischen Handelsminister E h a u m e t, der an Stelle oes bis­herigen Handelsministers Raynaldy jetzt den Vorsitz in der französischen Handelsvertragsdelegation über­nommen hat, wieder einzuleiten.

Die kommunistische Gefahr in Frankreich.

Paris, 24. April. <WB.) Die blutigen Zwischenfälle, die sich gestern abend nach Beendigung einer Wahlversammlung der Ratio­nal-republikanischen L'ga, in der der natiomilisti- sche Abgeordnete Taittinger grsprrchen hatte, und die den Tod dreier Menschen herbeigeführt hatte, ereignet haben, haben zu einer aktiven Tätigkeit der Pariser Polizei ge­führt. Da es sich angeblich um einen Angriff der Kommuni st en gehandelt haben soll, hat der älntersuchungsrichter im Laufe des Vor­mittags bei führenden Persönlichkeiten der Kom­munisten Haussuchungen v rneftmen lassen, die nach Berichten der A-endblätter belastendes Material gegen gewisse Organisationen der Kom­munisten zutage gefördert haben sollen. Auch der Minister rät, der heute vormittag unter dem Vorsitz des Präsidenten der Republik stattfand, hat sich mit der Angelegenheit befaßt. Der Mi­nister des Innern. Schranek, berichtete über die polizeilichen Feststellung en und soll nach dem Temps" erflärt haben, die Regierung sei ent­schlossen. mit äußerster Strenge vorzu­gehen. Roch heute nacht uni 2 Tlhr, na ch dem Vckanntwerden des Zwischenfalle \ hat Minister­präsident Painleve mit dem Minister des Innern und den höheren Polizeibeamten über die zu ergreifenden Maßnahmen konferiert.

Die Angelegenheit beschäftigte heute nachmittag die Kammer, da drei Abgeordnete der Oppositionsparteien, Raibel, Taittinger und Jbarnegareh, Inter­polationen eingebracht haben, in denen die Re­gierung gefragt wird, welche Maßnahmen sie zu ergreifen gedenke, um das Leben der Staats­bürger sicher zu stellen. Ministerpräsident Pain­leve hat sich zur sofortigen Beantwortung der Interpellation bereit erklärt. Abg. Taittinger gab eine Schilderung der Vorgänge. Rach seinem Bericht liegt einer der Verwundeten am Sterben, fo daß die Zahl der Todesopfer vier beträgt. 43 andere Personen sind verletzt worden. Unter* den Erschossenen befindet sich ein Ritter der Ehrenlegion. Die Polizei hätte ihre Pflicht ge­tan und es liege kein Grund vor, Disziplinar- maft nahmen zu ergreifen, da sie nur 65 gegen Tausende von Kommunisten gewesen seien. Man habe sich über die kommunistische Gefahr luftig gemacht. Der Beweis, daß sie bestehe, ist aber jetzt erbracht worden. Das KommandoErste Hundertschaft Feuer!" sage alles. Die Mörder wären z u m größten Teil Ausländer, bewaffnete labilen und Anamiten. (Lebhafte Ausrufe.) Alle Parteien, die vom Kommunismus bedroht würden, mühten sich gegen den gemein­samen Feind auf richten. Unter lebhafter Bewe­gung teilt der Redner mit, daß bei Haussuchungen kommunistische Listen be- schlaguahmt wurden, auf druen die Namen der- schiedener rechtsstehender Abgeordneten mit einem Kreuz eingetragen wären. Die Aufmarsch» plane der Kommunisten seien dem Minister bekanut.

Die Regierung müsse sich endlich zu tatkräftigmi Vorgehen entschließen. U. a. sagt: Taittinger. daß der Korrespondenz der Patriotenliga jiben Abend von einem Anamiten auf die Redaktion derHumanste" gebracht und dort geprüft werde. Wenn die Mörder nicht auf das Schafott geschickt würden, gebe es keine Gerechtigiest mehr und die Bürger müßten zur Selbst wehr ihre Zuflucht nehmen. Die beiden andern Interpellan­ten entwickelten ähnliche Gedankengänge. Rei­tz e l sagte, es seien ungefähr 100 Revolver- fchüsse abgegeben worden. Der Kommunist Ea - chin erklärt, er werde die herausfordernden Reden der Interpellanten nicht beantworten und lediglich fest stellen, daß sie zum größten Teil die Unwahrheit sagten. Dor dem Wahllokal hätten Hundertschaften der Patriot? ul iga Aufstellung genommen. Painleve erklärte, daß die Regierung die Ordnung aufrecht erhalten wolle. Der Kammer liegen zwei Tagesordnungen vor. Bei der Aussprache dar­über stellt der Abgeordnete Dclimrer dir Ver­trauensfrage, die mit 330 gegen 204 Stim­men bejaht wird. Darauf wird die Tages- ordnung der Regierung mit 315 gegen 188 Stimmen angenommen.

Das englische Königspaar in Paris.

Paris. 24. April. (WB.) Dos eugJ.i)d)e Königspaar ist heute vormittag 11 Uhr am Lyoner Bahnhof ernget rossen und vom eng­lischen Botschafter empfangen wor­den. Das Königspaar ist im Bollchaftergeböuüe abgeftiegen und hat sich nach 1 Uhr zum Elysee begeben, wo der Präsident der Republik ein Frühstück gab. den: außer dem englischen Botschafter beiwohnten die Präsidenten der Kammer und des Senats, der Mi­nisterpräsident, der Außenminister, die Marschälle von Frankreich, Poin- c a r e in seiner Eigenschaft als früherer Auftru- minifter, Botschafter Jules (S-ambon sowie einige Mi Glieder der Academie Fran^aise. Rach dem Frühstück hat König Georg Blumen am Grabe desunbekannten Solda- t c n niedergelegt. Er wurde dort von Marschall Foch und dem Zivllgouverneu!. von Paris emptangcn. Um 4 Uhr nachmittags hat der Präsident der Republil dem Königspaar in der englischen Botschaft einen Besuch abgestattet. Um 6 Uhr bat das englische Königspaa'.' Paris verlassen. Es wurden keinerlei Reden ge­halten.

Vers ärfung der Lage in Marokko.

Paris, 2-5. April. (SU.) Di: französischen Vlätt. r bringen Meldungen über ein: Vufchär- fung der Lage in Marokko. So tünbiqt gestern alenb ein Blatt an. daß Abd el Krim sich an die f r a n z ösis ehe Grenze heran- arbeite und die internationale Zone I besetz! Ihre Man rechne' damu, daß

französische Oberkommando jetzt zu eirwm G e g e n st o ß ausholen wird. Di: britische Re­gierung habe mügeteilt, daß sie den französi­schen Plänen nichts in den Weg lege, solange dieKustefrei bleibe.

Der jugoslawisch- bulgarische Konfli t.

Vermittlung der Mächte.

Belgrad. 24. April. (SU.) Die jugo­slawische Regierung hat eine Protestnote an diebulgarischeRegierung gerichtet, wo­rin die Angriffe gegen Jugoslawien in der So- branie und die feindselige Hattung der g:sam- ten bulgarischen Presse hervorgehoben wird. (In Dulgarien glaubt man an ein Einverständnis Der Belgrader Regierung mit den Attentätern von Sofia.) Die Rote wurde gestern von dem jugo­slawischen Gesandten in Sofia Dem bulgarischen Außenminister überreicht. In der Rote wird er­klärt .daß, wenn die Antwort nicht befriedigend ausfallen würde, die Belgrader Regirrung sich genötigt sehen würde, energische Maß­nahmen gegenüber der bulgarischen Regierung zu ergreifen. , , t

Die Ententemächte sind bestrebt, in 'Belgrad und Sofia beschwichtigend einzuwirken, um eine weitere Verschärfung der bulgamsch-gugo- slawischen Lage auszuschließen. Der Bugräder Regierung wurden gewisse Vorschläge unterbrei­tet. während in Sofia die Bestrebungen der Mächte dahin gehen. das Kabinett Zankow von der Rotwendigkeit seines Rückzuges zu über­zeugen. Auch dem König Boris tourben dies­bezügliche Ratschläge erteilt, um den in Aussicht gestellten Abbruch der diplomatischen Beziehungen hntanzuha'ten. Der englische Gesandte in Sofia wird Der bulgarischen Rexue- rung einen Vrrmittlungsplan^ unterbreiten. Die Bevollmächtigten von Rumänien und der Tschecho-Slowakei haben sich der Aktion der Ententevertreter angeschlossen.

Aus Bukarest wird offiziös mitgetellt, daß die rumänische Regierung, wenn sie Die bulgarischen Ereignisse mit großer Aufmerksam­keit verfolge, sich mit Bulgarien völlig f o l ida risch f ühle. Eine im rumänischen Ministerium des Innern stattgefundene Bespre­chung der Kommandanten der Grenzabteilungen beschäftigte sich mit Maßnahmen gegen das Ueberschreiten der rumänischen Grenze durch bul­garische Flüchtlinge. Es wurde beschlossen, mit dec bulgarischen Regierung wegen der sofortigen Auslieferung jener bulgarischen Kommu­nisten, die auf rumänisches Gebiet flüchteten, in Verbindung zu treten.

Aus aller Wett.

Das 7 errchlliche Nachspiel zu dem Fährenunglück von Veltheim.

Hannover, 24. April. (TTl.) V. Der Staatsanwaltschaft in Bielefeld ist in Der ÜiaH- unterfuchung Der Katastrophe bei Der Reichs­wehrübung auf Der Weser ein Strafver­fahren wegen sa hrlässiger Tötung gegen den Oberleutnant des Pionierbataillons in Minden, Bernhard Jordan, eingeleitet worden. Die Gerichtsoerhandlung wird vor Dem Schöffengericht in Minden stattfinden. Die Vor­untersuchung hat ergeben:

Bei den Versuchsfahrten stellte es sich heraus, daß die Behauptung des Oberleuttiants Jordan, die Mitte der Fahre fei durch einen P/2 Meter breiten Leergang entlastet worden, Den tatsächlichen Verhältnissen nicht entsprechen fann. Rach Ansicht der Sachverständigen hätte die Fähre im Höchstfälle mit 125 Mann beseht werden dürfen.

während am Llnglückstage eine Belastung mit 167 Mann erfolgte. Vorschriften über die Be­lastung Der Fähren bestehen allerdings nicht, so daß die jeweilige Belastung Dem Ermessen des Offiziers überlassen bleibt. Es ist festgestellt worden, daß die Belastung ungleich­mäßig erfolgt ist. Während bereits der Hauptt- mann Der 7. Kompagnie des Ausbildungsbatail­lons in Detmold, dessen Mitglieder größtenteils zu Tode kamen.

Bedenken gegen die Belastung der Fähre äußerte, weigerte sich der Haupt­mann dec 15. Kompagnie, die Jordan ebenfalls überzusetzen beabsichttgte, seine Soldaten Der Fähre u nzuvertrauen. O.leben der Aeberlastung stützt sich die Anklage gegen Qoerleutna'it Jor­dan auf eine die Gefahren der Heber fahrt nicht berücksichtigende Verteilung der Mann­schaften auf der Fähre. Oberleutnant Jordan. Der nach Dem Unglück gänzlich zufammenbrach. wird als ein tüchtiger und zuverlässiger Offizier gefdjil&ert

Das Grotzmeifterschachturmer.

Das Ergebnis der 7. Runde des internationalen Schachgroßmeisterturniers lautet: Rubmstein-Polcn gewann ein Damenbauerfpiel gegen (£ a r l - Deutschland im 42. Zuge. Dr Tarrasch-Deutschland verlor eine italienische Partie gegen Thomas-Eng­land in 49 Zügen, indem er die vorgeschriebene Zeit überschritt. NiemzowistchDänemark gewann gegen Rett Oesterreich nach dem 44. ,^uge. Aljechin-izrcmt- reid) gewann ein Damcnbaucrngambit gegen Te Kolste-Holland in 25 Züge». Colle-Belgien verlor ein Damenbauernspiel gegen Saeirusch-Deutschland in 57 Zügen. Pates-England gewann seine spanische Partie gegen Dr. Treybal-Tschechoflowatei in 49 Zügen. Dr. Tartakower-Oesterreich gewann eine hol ländische Partie gegen Mieses-Deutschland in 15 Zügen. Bogojubvw-Ukrainc gewann ein Damen bauernspiel gegen Roselli-Italien in 18 Zügen. Das Damenbauecgambit Grünfeld-Oesterreid) gegen Ra- binowitsch-RÜtzland endete nach dem 31. Zuge mit remis. Ebenfalls remis wurde das Damengambit Torre-Meciko gegen Spielmann-Oesterreich. Mac- shall-U. S. A. war spielfrei.

Das Großfeuer der der AEG.

Wie Die Abendblätter berichten, hat das Grohfcuer bei der AEG. in der Acker­st raße in der vergangenen Rächt nicht weniger als zehn L ö s ch z ü g e beschäftigt. Rach einer Mitteilung der AEG. ist der Schaden icdoch nicht so groß, wie man infolge der überaus starken Rauchentwicklung zunächst vermutete. Im­merhin ist er nicht unbeträchtlich, da ein O e l - kessel explodierte und eine große Menge Packmaterial und einige Lager elektrischer Zäh - I e r vernichtet tourscn. Der Schaden ist durch Versicherung gedeckt. Der Fabritbetrieb erleidet keine Unterbrechung. Einige Arbeiter haben leichte e Rauchvergiftungen er­litten Vier Personen wurden durch Wagen D:c Rettung?' -ellschatt zur nächsten Rettvnges'Ul:

gebracht, darunter zwei Frauen, Die Vervencyors erlitten. Sie konnten aber bereits in ihre Woh­nungen entlassen werden.

Erdrutsch im Schwarzwald.

Zu Der Verkehrsstörung auf Der Schwarz- waldbahn wird weiter gemeldet: Rach amt­licher Darstellung lösten sich abends gegm 7 Hhr über dem Schieferhaldetuun.'l Felsmas s en los und verschütte ten d:n oberen Toreinschnitt vollständig. Cs handelt |id) also entgegen Der ursprünglichen Meldung nicht um einen Tunneleinsturz, sondern um einen E r d- rutsch. Beide Gleise sind gefperrtt Der Ver­kehr wurde durch Hmsieigen und durch Kraft­fahrzeuge aufrechterhalten. Persoven tarnen nicht zu schaden.

Ein deutscher Professor in Italien verhaftet.

Nach einer Meldung aus Laibach verhaf­teten die italienischen Behörden zu Triest auf Betreiben der Faszisten den Untoersitäts- Professor Franz Weber. Daraufhin veranstal­teten gestern die Studenten der llmoerfitat Laibach eine Protestoersammlung, in deren Verlauf die Stu­denten vor das italienische Konsulat zogen-und Ent­rüstungsrufe über Italien ausbrachten. Eine Polizei- abteilung, die die Ordnung aufrecht $u erhalten suchte, wurde von den Studenten zurückgedrängt. Erst Gendarmerie gelang es, die Versammlung zu zerstreuen.

Dergwerksunglück in Amerika.

Aus Wallace im amerikanischen Staat Idaho wird gemeldet, daß in Der Grube Hecle 17 Bergleute 2000 Fuß unter der Erd: verschüttet wurden. Es besteht keineHofs- n u n g, sie zu retten. Drei aus einer Tiefe von 1000 Fuß heraufgeholte Arbeiter erklärten, daß di- darunter liegenden Schichten mit giftigen Gasen angefüllt feien.

Die katholische Kirche gegen die jetzige Frauenmode.

Rom. 24. April. (WTB.) Der Kardinal-Erz- bischos von Mailand hat nach dem Giornale d'Jta- lia eine Broschüregegendie jetzige Frauen­mode herausgeben lassen. Diese Broschüre, zu der er selbst die Vorrede geschrieben hat, ist an alle Präsidentinnen der katholischen Frauenvereine mit der Aufforderung gesandt vorden, alle diejenigen katholischen Frauen, die sich in ihrer Kleidung nicht nach den in dieser Broschüre enthaltenen Vorschris ten richten wollen, unbarmherzig aus Den katho­lischen Vereinen auszuschließen.

Tödlicher Speerwurs.

Nach einer Meldung ausBreslau schleudern- bei Turnspielen des dortigen Gymnasiums ein Schü­ler einen Speer, als an dem Ziel eine Gruppe von Schülern vorüberlief. Der Speer traf einen Schüler, den 14jährigen Hans Goertz, den Sohn eines Rittergutsbesitzers, so unglücklich im Genick, daß der Knabe sofort bewußllos zu Boden stürzte. Der Verletzte starb bereits auf dem Transport nach dem Krankenhaus. Der unglückliche Werfer des Speers tonnte nur mit Mühe von einem Selbst mord abgehalten werden.

Reichsreklamemeffe 1925.

Am Freitagabend fand auf Einladung des Berliner Lllesfeamtes eine Besichtigung der Reichsreklamemeffe 1925 statt. Die mor­gen in Anwesenheit von Vertretern der Reichs­und Staatsbehörden durch den Oberbürgermeister offiziell eröffnet wird. Der Rundgang durch dir Ausstellung ließ erkennen, welche Bedeutung die deutfchen Zeitungs- und Buchdruckerverbände so­wie die Groß- uno Mittelindustrie einer solchen Ausstellung beimessen.

Wettervoraussage.

Hnbeständ-ig, mäßig warm, zeitweise Regen- neigung, vorwiegend westliche Luftströmung.

Der Roydmcec-Wirbel, dessen Ausläufer Die eingetretene Trübung unserer Wetterlage ver­ursachte. hat sich zwar unter Der Zufuhr kälterer Luftmafsen abgeschwächt, jedoch zeigt die Luft­druckverteilung auf deni Kontinent ein unregel­mäßiges Bild und im Westen tritt erneut Baro- metersall ein.

Aus Stadt und Land.

Gießen, Den 25. April 1925

Der Fahrplan auf Bahnhof Giehen.

Es verkehren z. Z. auf B ahuhof Gieße n folgende Personen- und Schnellzüge:

Ant:unst:

Aus Richtung Frankfurt a. 21L:

P. w. von Friedberg 6.25, P. 8.03, l) 8.07, D 8.34, B.P. 10.13, P. 12.24, von Friedberg D 1.38, Gz. 2.24, P. 3.30, B. P. 3,03, P- 6.09, P. w. 6^7. P. 7.50, B. P. 9.03, P. 9.46, D 11.22, D 11-55.

- Aus Richtung fiuffet:

P. m. von Londorf 5.29, P. von Marburg 6.24. P. w. von Londorf 7.26, P. S. von Londorf 8.1L D 7.17, P. w. von Marburg 7.44. D 8.00. B«. P 9.26, P. 9L0, P. 12.25, P. von Londorf 2.37, P. 2.21, P. 5.15, P. von Londorf 6.17, B. P. 8-25. P. von Marburg 8.58, D 9.44.

Aus Richtung KölnHagen.

P. von Dillenburg 6^ö, P. von Betzdorf 7.44. P. von Eitorf 9.25, P. von Köln 12.21, D von fiagcn 12.58, B. P. von Hagen 3.20, P. von Köln 5.24, P. w. von Wetzlar 6.38, P. w. von Köln 7.33, D von Hagen 9.48, P. von Köln 10.24.

Aus Richtung Koblenz:

P. von Limburg 5.57, P. w. 7.27, P. 9.37, P. von Liinburg 2.13, Samstags 2.28, P. 4.26, P. von Sunburg 5.56, P. von Limburg 8.25, P. 9.33, D 11.22.

Aus Richtung Fulda:

P. von Grünberg 6.20, P. 7.58, P. 11.57, ,P. w. 4.27, P. 7.34.

Aus Richtung Gelnhausen:

P. von Hungen 6.26, P. von Nidda 7.26, P. 9.37, P. von Hungen 1.21, P. w. 3.10, P. 1v>ö. P. m. 9.36.

Aus Richtung LondorfLollar:

P. w. von Londorf 5.29, P. w. von Grünberg 7.26, P. Sonntags von Londorf 8.11, P. von Grün-- berg 2.37, P. von Grün berg 6.17.

Abfahrt:

Rach Richtung Frankfurt a. 21L:

P. w. 4.05, P. 6.42, D 7.31, D 8.05, B. P. 9.42, P. 9.55, P. 12.32, D 1.09, P. 2.45, B. P. 3.28, P. 5.36, P. 7.39, B. P. 8.31, Eilgüterzug bis Fried­berg 8-58, D 9.49, D 9.58.

Rach Richtung Äasfcl:

D 12.09, P. w. bis Marburg 5.27, P. w. nach Londorf 6.13, P. bj;. Marburg 6.42, D 8.16. P.

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