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Donnerstag, 22. Januar 1925
Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)
nr.(8 Swettes Blatt
(Nachdruck verboten.)
48. Fortsetzung.
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Stofe.
©ert niest c ein sagte er:
bin ich?"
.also ein Deutscher.
Die rote Kaschgar
Roman von Fedor von 3o6e[11h.
ein Lanbsmann!"
..Ja. ein Deutscher. Sonst Weltbummler ... Sr lächelte wieder und wurde abermals ernst ... ..Liebe« Herr Landsmann, bin ich der einzig ©crcttete? Wo tÜ meine Karawane?"
Der große Mann batte sich erhoben. Er stand jetzt aufrecht neben Gert, liebet- sein feines, ttuges. energisches Gesicht glitt ein Ausdruck entsagungsvoller Wehmut, ohne Bitterleit, doch auch ohne Empfindeiei.
,,Eie sind dem Leden wiedergegeden." sagte er. ..Run müssen Sie start fein. Das Unglück ist groß Das Land steckt voller Gefahren. Unsre Genossen — unsre Gastgeber waren auf der Wolfsjagd, als der Duvan sie überfiel. Sn einer Hohlschlucht konnten sie den Sturm überdauern. Sie liegt da oben im Dubulak. dem 'Berg mit den drei Spitzen. Ein-Gedeih von riesiger Diese tini) etwa fünfzig Meter Breite trennt ihn vom
Die Reichseisenbahn-Verwaltung für Mehrung des Verkehrs.
Ausdehnung des Sonntagsausflügler-Verkehrs und Vermehrung der Gesellschaslszüge.
Dann wachte er wieder auf. konnte sich jedoch schwer bewegen. Er war völlig angeüeidet, in Decken und Pelze gehüllt und anscheinend mit Stricken und Riemen auf einen Schlitten - fest» geschnürt, der in rasender Schnelligkeit vorwärts jagte.
Die bleierne Müdigkeit hielt noch an. Man hatte ©ert eine Kapuze über den Kopf gezogen. Durch die Augenlöcher sah er strahlenden Sonnen- Himmel über sich. Diese stechende Sonne belästigte ihn. Er schloß die Lider und versuchte sein Denken zu ordnen. Es war unmöglich. Ihm war, als fliege er. Traumhaftes lullte ihn ein.
Und plötzlich fuhr er fach in die Hohe. Ein scharfer Geruch weckte ihn. Salmiakgeist. sagte er sich. Es war unverkennbar. Hnd richtig: er lag in einem Helte, und vor ihm sah auf einem Feldstuhl ein großgewachsener Mann, ein Europäer. und hielt ihm ein Fläschchen unter die
paarmal kräftig. Dann
..Guten Dag. Wo „Ah." rief der andere,
konnte noch nachträglich zu schweren Herzanfällen führen. Er kniete nieder und bettete Gert vorsichtig in die Kissen zurück. —
--Die Ansiedlung der ©fungaren lag in einem Talkessel, unterschied sich aber wefenllich von den Auls der Kirgisen. Die einzelnen Jurten waren nicht auf der Erde angeflöckt, sondern erhoben sich über einem Fundament aus fest zusammengefügten Felssteinen. Hie mrd da sah man auch den Versuch eines primitiven Hausbaus. wie bei Togo!, dem Gemeind eä liest en, und in der Mitte ungefähr stand ein windschiefes, winzig kleines Gebäude ganz aus Holz, eine Seltenheit in dieser waldarmen Gegend, mit einem Kreuz über dem Eingang. Das war die Kirche.
Rach der am meisten sturmfreien Bergkette zu lag die Jurte des Bruders Dorvtheus: aus dickem, weißen Filz auf massivem Hintergründe, am Mast mit bunten Bändern geschmückt. Urnen mit Teppichen belegt und mit einer überbauten Feuerstelle. Für die Behaglichkeit hatte Togo! gesorgt, denn der Bruder aus dem fernen Westen war für ihn ein Gesandter des Herrn.
Draußen tanzten die Frühlingswinde. Hier drinnen im Zelt knisterte das Feuer und verbreitete eine angenehme Wärme. Dorvtheus saß mit gekreuzten Deinen auf dem Teppich, neben ihm lag Gert, noch in Decken gehüllt, aber eine klare Ruhe in den Gesichtszügen. Drei Tage anhaltender Pflege hatte alle Gefahren verscheucht. Run wollte ei- Räheres über das Völkchen wissen, das ihn gastlich ausgenommen hatte.
..Das ist nicht leicht zu erklären." sagte Dorvtheus. ..Andeutungen gab ich Ihnen ja schon. Die Leute selbst sind ahnungslos in bezug auf ihre Abstammung, auch der alte Togol. Der Intelligenteste, weih nicht viel. Es handelt sick> wobl um ein Absprengsel jener christlichen Kalmücken. die jemals an der unteren Katunja wohnten und völlig russisches Wesen angenommen haben Aber ihr Glauben trägt auch vereinzelte lutherische 3üge - die Zusammenhänge kann ich mir vorläufig nicht erklären. Jedenfalls sind sie sehr fromm und von einer rührenden Friedfertigkeit. Vom wilden Kcnnvsinut ter Dfungaren, die dermaleinst das Reich Dfchingis-khans toteöer- herstellen wollten, ist nichts mehr zu spüren.
(Fortsetzung folgt.;
ES darf hierbei die Anregung ausgesprochen werden, auch die V e rwalt ung S-> So.rterzüg. mit einigen Abtellen 2. Klasse auszurusten. zu gleichfalls ermäßigten Preisen, damit dem Wunsch nach bequemerer Reise, besonders älterer Reifem der. entsprochen wird.
©ar manches Gewerbe wird von einem solchen stark geförderten AuSllugsverkehr Dor- teU haben. Aoer der größte Gewinn wäre doch ter. daß die Deutschen viel mehr als bisher auf diese Weise ihre Heimat und einen größeren Teil des Vaterlandes kennen und lieben lernen*
< Am Samstag. 3 l. d. M., verkehrt ein Sonderzug von Frankfurt a. M Hauptbahnhof nach dem Schwarzwald und Safet. Zu diesem Zug werden Rückfahrkarten zu 3& Prozent Ermäßigung und einer Geltungsdauer von 2 Monaten ausgegeben. Der Sonderzug verkehrt nur bet ausreichender Besetzung. Fahrplan wie folgt: Frankfurt a.M. H. ab 11.45 vorm.. Karlsrrche an 2.38 nachm., Baden-Oos an 3.18
Kamm des Passes. Die Spalte ist in den Winter- Monaten mit lockerein Schnee gefüllt, der die Gefahr nicht erkennen läßt. Hier kennt man sie freilich, aber über den Dubulak ist noch nie ein Mensch zu uns gekommen. Fremde besuchen tee Ansiedlung nicht, wir leben in völliger Ab- geschiedcnyell von der Welt, auch von den kirgisischen Stämmen ..."
Seine Hände erhoben sich winkend, denn ©ert schien ihn unterbrechen zu wollen.
..Lassen Eie mich aussprechen," fuhr er fort, ..Sie müssen die Wahrheit hören. Eine tragische Wahrheit. In der deckenden Schlucht vernahmen die Wolfsjäger etwas wie einen entsetzlichen Menfckenschrei. Lind trotz W wütenden Sturms ritten sie dem Rufe nach. Aber sie sahen sofort, daß jede Hilfe vergeblich war. Ihre Karawane ist in der Erdspalte versunken, und alles, was lebte von ihr. längst tot Denn in der -tiefe ballt sich der Schnee mit gewaltiger Wucht und gefriert sofort zu Eis. Wir können erst im Hochsonnner versuchen, die Leichen zu bergen. Auw Ihr« Rettung ist nur einem Zufall zu danten. Die Hunde fanden die Spur. Waren noch Europäer bei der Karawane?" ..... . .
„Rur einer “ erwiderte Gert erschüttert, „ein Engländer, ein lieber Freund."
..Aber wie kamen Sie in diese entlegene Gegend, so ganz abseits aller bekannten Wege < Hatten Sie denn keine Führer,'
..Wir hatten uns verirrt. Herr. Wo sind wir hier? Ist das russisches Gebiet?"
..Rein Freiland, noch immer neutraler ItoDcn für die givße Politik — ich fürchte freilich, nicht mehr für lange."
Gert strich sich über die Stirn. „Sie oer- wirrcn mich. Sie sagten, diese Menschen sind feine Kirgisem Sie sprechen auch anders.
..Es sind Eleuten, und sie bilden die einzige christliche Gemeinde in Pamir.'
„Eleuten?" wiederholle ©ert. ..Ich horte nie diesen Ramen. Aber ich bin uMvisfend."
..Die Ostmongolen nennen sie so, m der russischen Geschichte heißen sie ©fungaren.“
„Rh," rief da Gert unter dem Psellfchuß einer raschen Erinnerung. ..und sie kämpften schon unter Peter dem Großen l"
„Ganz richtig, und unter der Zarin Anna nahm ein Stamm das Ehristentum an, und sie gab
Tat gehandell hat: Die alle doktrinäre llnte» scheidung zwischen Rechte und Tatirrtum schiebt er, in dem Bewußtsein, daß sich eine zweifelsfreie Scheidung vielfach nicht ermöglichen läßt (z. B. ca erkennt jemand das voreheliche üinb seiner Frau, obwohl er weiß, daß es nicht von ihm erzeugt ist, als das- feinige an svgl. dazu RGStr. 21, Rr. 139]), beifeile, ihm ist es einerlei, ob der Täter einen Tatumstand nicht kannte oder die richtig erfaßte Tat für erlaubt hielt: »Ein Irrtum, der den Täter das Unerlaubte feiner Tat nicht erkennen läßt, fchließt die Bestrafung wegen vorsätzlicher Begehung aus" (tz 13 >. Auch die Vorschriften über Rotwehr, Notstand und Rot Hilfe bringen wichtige Abweichungen (§§ 21. 221.
Die Strafbarkeit des Versuches grenzt er in Uebereinftimmung mit der seitherigen Ge- richtspraxis fübjelliv ab, ohne freilich diesen Standpunkt tonfequent durchzulühren: Den .un*3 tauglichen Versuch" (z. B. das „Xotbeten“. die Kindesabtreibung an einer Richtschwangeren) läßt er straflos (8 23). Die Bestimmungen über die Teilnahme (§£ 25 -281 vereinfacht er We^ sentlich: er beseitigt die mit Recht vielfach an» gefeindete Lehre von der Alzesforietät der Teilnahme und grenzt die Mlltälerfchaft von der Beihilfe im Anschluß an die herrschende Lehre nach objclltiven Merkmalen ab.
Von besonderer Bedeutung sind die Vorschriften des Entwurfes über „Strafen“, ..Strafbemessung" und Maßregeln der Besserung und Sicherung". Hier beschreitet der Entwurf, zum Teil auch den fete Heien Entwürfen gegenüber, völlig neue Bahnen. Er erhöht die Macht des Richters, die Strafe den Besonderheiten des Einzelfalles airzupasten, in einem ungewöhnlich hohen Maße. Die Strass rahmen find an sich schon weitgespannt, und ba*- zu gestatten viele SvnderbestimmungTN das Straf-" man im Sonderfall weitgehendst zu mindern oder zu erhöhen. In „besonders schweren Fällen" (§ 76), dem Verbrecher gegenüber, der die Tat im ..Rückfall" (§ 77) oder aus ..Gewinnsucht" (§ 69) aus geführt Hal, zeigt sich diese Steige-- rung der richterlichen Machtbefugnisse vor allem: andererseits läßt der Entwurf aber auch allgemein „mildernde Hmftänte“ (§ 73) zu. kennt er „besondere Milterunasgründe" (§ 72) und „besonders leichte Falle" (§ 75k
Das charakteristischste Moment des ganzen Entwurfes liegt in der Behandlung der Frage nach dem Zweck der Strafe. Während das geltende Strafrecht fast völlig auf dem Vergeltungszweck aufgebaut ist C.bu wirst bestraft, weil du Pferde gestohlen hast") und kaum Vorschriften zur Verhütung drohender Verbrechen enthält, steht der Entwurf auf and r n Standpunkt: feine Strafe schaut auch in d> Zukunft: sie Witt auch künftigen Rechtsverletzungen vorbeugen. der Rechtsgrund der Strafe liegt nicht allein in dem Verbrechen, das nur den äußeren Anlaß, die Voraussetzung der Strafe blltet („du wirst bestraft, damit keine Pferde gestohlen werden"). Den Gedanken der Vergällung einerseits. den des Schuhes und Sicherung der Gesellschaft andererseits führt der Entwurf nicht unabhängig voneinander durch, sondern er verbindet beide in ausgezeichneter Weise, indem er den Verbrecher straft, gleichzeitig aber (z. T. an Stelle der bisherigen Rebenstrafen) in feinem § 42 nicht weniger als zehn verschiedene Arten von Maßregeln „zur Besserung und Sicherung" aufstellt. Daraus heben wir hervor: Die Unterbringung eines Unzurechnungsfähigen (Geisteskranken) in einer öffentlichen Heil» und Pflegeanstalt (§ 43), die Unterbringung eines Trunksüchtigen in einer Trinkerheilanstalt (§ 44), das Wirtshausverbot (§ 52). die Sicherungsverwahrung von für die öffentliche Sicherheit gefährlichen Gewohnheitsverbrechern (§ 45), sowie endlich auch die „llebertoei'ung in ein Arbeitshaus" (in den Fällen der §§ 373 bis 334). die sachlich jedenfalls in diesen Zu'a nmenhang gehört.
Von den Strafen behält der Entwurf im übrigen die Todesstrafe (nur bei Mord), die Zuchthaus-, die Gefängnis- und die Geldstrafe bei. An Stelle der Festungshaft tritt bie, eigenartig ausgebaute „Einschließung". „Haft" kennt der Entwurf nur bei Uebcrtrctungcn. (§§ ^2, 354). Reu ist endlich die Einrichtung des „bedingten Straferlasses" (88 35 bis 41).
werden. Aber kaum einen Dcruf-kreis wird ei geben, für den nicht diese ober jene 'Borfdirift von größter Wichtigkeit ist. Der Beamte. Arzt. Kaufmann. Lehrer. Geistliche, der Arbeitnehmer und Arbeitgeber — um nur diese beraubtutebc 1 —. werden Stellung nehmen müllen zu den besonderen Bestimmungen des Entwurfes.
BiS der Entwurf Gesetz geworben ist, wird eS noch manchen Kamps der Geister und Meinungen ausznfechten geben. Darüber aber bars bao große Reformwerk nicht scheitern, um ’n weniger, da sonst die Gefahr der die Einheit sprengen- den Rovellengefetzgebung heraufzieht, die bie jetzt im Strafrecht noch glücklich vermieden wurde oder aber, wo Rovetten unvermeidbar waren, sich glücklich dem Rahmen der Reformbestrebun- gen anzupassen gewußt hat.
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werden, wobei auch auf den Fahrpreis der 4. Klaffe noch ein Rabatt von 331/. Proz. gewährt wird. Es teerten hier bei die neuen Wagen ter 4. Klasse benutzt, die bequeme Sitzgelegenhellen bieten und gleichzeitig die Mitnahme von Sportgerät ermöglichen. Zur Ergänzung dieser Wagen ttrrten außerdem die einfach m Wagen 3. Klasse mitverwendet, b-e als 4. Klasse gefahren werden. Grundsatz ist. daß jeder Fahrgast einen Sitzplatz beanspruchen kann.
Man gedenkt allo recht großzügig und ohne fiskalische Acngstlichkell an die Lösung btefer Ausgabe heranzugehen und hofft, daß das yu1- blikum seinerseits bicfe Absichten durch feine De teiligung unterstützen wird. Eine rege Freguew, aller Sonderzüge — auch zur Wahrnehmung anderer Veranstaltungen — dürfte wohl zu erwarten sein, besonders, wenn die Verkehrs und Sportvereine bie Propaganda für solche Züge in die Hand nehmen.
Die Ankündigung einiger neuer Sonderzüge gab unserem dl-Korrespvn- tenten Veranlassung, bei ter mafigeben-- den Stelle ter Reichsbahnverwaltung Erkundigu"gen einuiziehen, wobei sich die untenstehenden Gesichts- puntte über eine Hebung des Verkehrs ergaben:
Die Reichseisenbahn sucht ten Verkehr nach allen Richtungen hin zu beleben. Sie trägt sich daher mit ter Absicht, ten Sonnlagsausflugs- verkehr nach Kräften zu fördern und zu verbilligen. Gleichzeitig sind auch Richllinien ergangen, die Veranstaltung von Gesellschafts- führten zu erleichtern.
Die Verwaltung geht nicht mit Unreif)t von dem Standpunkt aus, daß die Derkehrseinrich- hingen auch am Sonntag dazu da sind, dem Verkehr zu dienen. Ob diese guten Absichten der Verwaltung beibehalten oter.vielle cht sogar noch ausgebaut werden können, hängt von ten Erfahrungen ab. die diesen Sommer damll gemacht werten. Mit unteren W'rten: das Reise- Publikum selbst hat es in der Hand, den De- darf solcher Züge nachzuwcllen. indem es die Gelegenheit unter Ausnutzung ter billigen Preise wahrnimnll.
Da die Verwaltung noch selber wenig Erfahrung darüber hat. welche R'iseziete in Frage kommen und welche besonderen An'ässe die Stellung solcher Sonderzüge rechtfertigen, so Wird es Ausgabe der Interessentenkreise fein, selbst solche Anregungen bei den einzelnen Direktionen zu geben.
Man muß unterscheiden zwischen Gesell- schaftsfahrten einer geschlossenen Gesellschaft (wobei auch Gäste tcilnehmen können) nach einem bestimmten Ziele und sogenannten Derwaltungs-Svnderzügen für den allgemeinen Verkehr.
Für die Gesellschaftszüge werten Wagen beliebiger Klasien gestellt. Die Fahrkarten gelten für Hin- und Rückreise und werten mit 331 '3 Proz. -Rabatt in ganzen Dündeln ten Veranstaltern der Fahrt ausgehändigt. Die Mindestteilnehmer- zahl soll sich belaufen auf 3ÖD in der zweiten ober 400 in der dritten oder 600 in ter vierten Klasse: der Zug kann aber auch im selben Der- HÄtnis aus verschiedenen Wagenklasfen zu- sammengestellt werden, d. h.. daß ter Kilometer etwa 12 Mk. Mindesteinnahme bringt. Wenn auch im allgemeinen nicht mehr so streng wie früher auf die A nahl ter Vorausbestellungen gesehen wird, fo soll doch wenigstens annähernd diese Zahl erreicht werten, eventuell ergibt sich die Möglichkeit, den betreffenden Zug gleichzeitig auch als Derwaltung?zug »u behandeln.
Die A 'fordernng ter Ges llf challssonderzüge geschieht bei der Direktion der Ausgangsstation: Vereine und andere Organisationen, die mit gemeinsamem Ausgangspunkt und Endziel, auch gemeinsamer Rückfahrt, eine Reise antreten, ebenso Reisebureaus, werden die Vortelle solcher Ge- fellschaftssonderzüge ausnuhen.
Von ganz anderer Art sind die jetzt in Aus ' nähme ge In mitt nen D e rto altungssonder- züge aus längeren Strecken. Damll soll ins' besondere dem wport unb dem AusflugSverkehr nach welle, entfernten Zielen gedient werten, wobei die Gepflogenhell des früheren Wochen schlustes auch Gelegenheit gibt, etwa schon am Samstagnachmlltag die Reise an^utreten. In diesen Tagen schön läßt die Disenbahndirektio i Altona einen solchen Sonderzug nach dem Harz ab. der dem Wintersport dienen soll. Aehnliche Züge laufen von Berlin dorthin und ins Riesen» gebtrge. Demnächst wird ein Sonderzug von Hamburg nach München laufen, in diesem Falle kann die 'Rückfahrt mit jedem beliebigen anderen Zuge erfolgen (Schnellzug gegen Zuschlag). OTan benh ferner an E?trazüge zu sportlichen Wett- kämpfen, selbst aus große 'Distanzen 3m allgemeinen sollen solche schnell geführten Sport- sonderzüge der Forderung möglichster ‘Silugteit ber 4. Wagen klasse gefahren
ihm auch einen Freibrref, sich innerhalb ihres Reiches niederzulassen, wo es ihm beliebte. Ich sehe. Sie sind keineswegs so unwisiend, wie Sie sagen."
..Mein bißchen Wissen, unbekannter Freund, verdanke ich meinem 'Begleiter, der nun tot in der Schneeschlucht liegt. Er war kein Gelehrter, er hatte nur seine Liebhabereien und suchte nach einer versprengten Kalmückenhorde, die er 5>fun- garen nannte.“
„Der Stamm der Dfungaren ist groß, meine Gemeinde nur Nein Sie sand schließlich vor ten Verfolgungen der Russen und Chinesen Zuflucht im unzugänglichsten Tell dieses fast unbewohnten Landes, lind in der Tat. sie leben noch immer in einem herrenlosen Distrikt, aber sie zahlen an China einen Tribut, um für alle Fälle vor beutelustigen Rachbarn geschützt au fein. Es ist ein friedliches Völkchen. Sie werden es kennen lernen — wenn auch als Gefangener."
Gert hob den Kopf. „Halloh," rief er. „ich denke, ich bin in einem Lande der Freiheit!“
..Ich selbst muß mich als gefangen betrachten Aber es ist keine Gefangenschaft in Ketten und Banden, sondern nur eine politische Rotwendigkeit des Augenblicks. Das muß ich Ihnen noch näher erklären, wenn Sie kräftiger geworden sind. Vorläufig haben Eie Pflege nötig. Darf ich Ihnen meinen Ramen nennen? Ich bin ein evangelischer Missionar und heiße Dorvtheus Fiedler."
„Graf Hora " erwiderte Gert die Vorstellung.
Unwillkürlich warf ter Missionar den Kopf f#urüd. „Der Raine klingt mir nicht fremd." sagte er. „Ich hörte ihn öfters. Stammen Sie aus dem Hause Grvh-Ponar?“
,.Das ist der Besitz meines Vaters.
Fiedler verneigte sich leicht. irHm so größer ist meine Freude über Ihre Rettung. Ich ge» HHre zu der Hermchut er gemeinte von Kappietfch und ferme auch Fräulein von Elstern, die meines Wissens eine Kusine von Ihnen ist."
„Ja,“ antworte Gert mit schwächer wertender Stimme, „und Sie sind ihr Verlobter, nicht wahr?" . _
Der Missionar antwortete nicht. Er sah eine Verdunkelung in den Augen Gerts und ein Zittern feinci Lippen und tourte ängstlich. Die Einwirkuig der Kälte auf den Gesamtorganismus
Neuordnung des Strafrechtes.
Der erste amtliche Entwurf eines ..Allgemeinen Deutschen Strafgesetzbuches' ist vor kurzem von der Re:chsrcgierung tem Reichsrat vor- gelegt und oeroffentlicht worden. Ec bedeutet einen Markstein in der Entwicklung ter Straf- rcchtSreform, die im vergangenen Jahrhundert durch Friedrich v. Liszt cingclcitct, durch den ehemaligen Staatssekretär Dr. Rieberding in ten ersten Jahren unseres Jahrhunderts energisch aufgegriffen, im Jahre 1909 in einem „Vorentwurf zu einem Deutschen Strafgesetzbuch" erstmal- ein greifbares Resultat zutage brachte. Die strafrechtliche Reformbewegung, damals außerordentlich aktiv und von ter öffentlichen Meinung viel lebhafter getragen als jetzt, förderte alsbald (1911) einen „® e g c n en tto u r f“ zutage kurz danach bildete sich die Strasrechts- kommission und arbeitete unter der Benutzung des bereits vorhandenen Materials einen »eiteren Entwurf, den „Entwurf der Strasrechts- f d m m i f I i d n“. aus. Erst 1918 wurde die Arbeit. ter der Krieg ein Ente gemacht hatte, wieder aufgenommen: eine Reubearbellung diefes ketzten Entwurfes schien erfvrteilich. es kam zu dem „Entwurs von 1919". der alsdann, auf Grund weitgehendvr österreichischer Anregung kOesterreich halte 1920 einen weiteren „©egen-* entwurs ausgestellt) start umgearbeitet im Spätherbst 1922 durch den damaligen Iustizminister Radbruch der Reichsregierung vorgelegt wurde. Wieder verzögerte die Ungunst der politischen Lage die rasche Weiterbehandlmrg der Reform. Erst im Rovember 1924 gelang es ter Regierung, die Beratungen äbzuschließen und nunmehr den umgearbeiteten Entwurf von 1919 demReichs- rat als ersten amtlichen Entwurf zuzulellen
Das ist in knappsten Zügen die äußere Entwicklungsgeschichte ter deutschen Strafrechtsreform. Sie ist als solche nut ein Teil einer umfassenden Bewegung, die, weit über Europas Grenzen hinaus um sich greifend, in etwa fünfzehn Staaten zur Vorlage neuer Entwürfe oder schon zum Erlaß neuer Strafgesetze geführt hat. Aus dieser großen Zahl seien nur zwei hervor- ?ehoben: der österreichische ©egenenttourf von 920, well er von überaus starkem Einfluß auf die Gestaltung unseres ersten amtlichen Entwurfes war, der itattenische Entwurf von 1921, well er ten überraschenden Versuch wagt, ein „Strafrecht ohne Schuld und Strafe" aufzubauen und durch die Verbrechensprophylaxe, die er treibt, in gewissem Umfang gleichfalls auf den neuen deutschen Entwurf eingewirkt hat.
Der neue Entwurf, dessen Begründung noch nicht rmrliegt, erfordert aus mehreren Gründen ehre weitgehende Beachtung. Er ist nicht nur der erste ..amtliche" Entwurf, so daß nunnrehr die deutschen RefvmTrbestrebungen in ein entscheidendes Stadium geraten sind. Er ist auch ein „Allgemeiner Deutscher" Entwurf, der mit diesem Titel anzuteuten versucht, daß er eine Rechts ent Wicklung wieder anbahnen wlll, die einst die „Allgemeine deutsche Wechselordnung" und das ..Allgemeine deutsche Handelsgesetzbuch" hervorbrachtc Der deutsche Entwurf soll, wie wir wissen, die Grundlage für ein neues österreichisches Strafgesetz abgeben und damll wenigstens eine gleichmäßige Rechtsentwicklung mit dem stammverwairdten Land Oesterreich einleiten.
Zum geltenden Recht steht er in scharfem Gegensatz. Das S ch u l d p r i n z i v arbeitet er neu und in präziser Formulierung heraus, indem er grundsätzlich bestimmt, daß „strafbar nur ist, wer vorsätzlich oder fahrlässig handelt" ;§ 12), daß „eine höhere Strafe, die das Gesetz an eine besonders bezeichnete Folge der Tat knüpft, den Täter nur trifft, wenn er diese Folge wenigstens fahrlässig herbcigefuhrt hat" <8 15). Wertvoll, wenn auch nicht erschöpfend, ist seine Stellungnahme zu den Fällen, in denen jemand durch Unterlassung einen Erfolg herbeisührt (§14) (z.B. der Brückenwärter hält euren Eisen- vahnzug nicht an, wiewohl er weiß, daß die Brücke cingcftürit ist, so daß der Zug verunglückt). Völlig neuartig, aber sehr wohl zu rechtfertigen, ist seine Stellung zu den Fällen, in denen jemand in der irrigen Annahme der Gesetzmäßigkeit seiner
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1
Dic im allgemeinen Teil, so weist auch hn besonderen Tell ter Entwurf wellgehende Reuerungen auf. Alm nur einige zu erwähnen Den Mord (tz 221) grenzt er nicht mehr durch das Merkmal ter Ucberlegung vom Totschlag (§ 222) ab; ter Diebstahl (§2961 ist als Bereicherungs- teliii gestattet; die Tatbestände der Körperverletzung (§ 233). ter Aussetzung (§ 2301, der ilrtuntenfäIfdbung (§ 187, vgl. § 11 3- 19) werten eingeschränkt und besonders gelagerte Fälle zu neuen Tatbeständen verarbeitet (vgl. §§ 237, 283. 1881. Auch sonst kennt ter Entwurf neue, bisher strafrechtlich nicht faßbare Tatbestände, z. B.: Amtserschleichung <§ 139), Verleitung zum Selbstmord 224), Lebensgefächrdung (§ 231 >. Schmähung (§ 289V Mißbrauch von Rauschgiften (§§ 335 bi6 3421 u. a.
Aus Einzelheiten kann hier nicht emgegangen


