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Rundfunk-Programm des Frankfurter EenderS. (Aus der „Radio-Umschau".) Sonntag, 22. März.
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Alllktzblllv Her SM ©lesen 1925
Vom alphabetischen Einwohner- und Firmenverzeichnis liegen die Buchstaben
A bis einschließlich D vom Montag, dem 23. März, an drei Tage lang zu jedermanns Einsichtnahme offen.
Wir bitten dringend um Nachprüfung auf Richtigkeit und Vollständigkeit der Einträge und um Einzeichnung etwa er- forderlicherAenderungen und Ergänzungen GeWWelle öes MWWerlWs
Schulstrahe 7
Aus Stadt und Land.
Dieben, den 21. März 1925.
Vor den Osterzenfiiren.
Während die meisten jetzt frvhgestimmt dem Frühling und dem Osterfest entgeg.'nhoffen und sehnsüchtig darauf warten, dah ber Lenz endlich Schluß mache mit den Winterhuschen. denkt wohl mancher Schulbube. „QBenn es doch jetzt noch einmal Winter wäre, so gleich nach Weihnachten, 'baß ich fleißiger fein könnte. Wie wollte ich da aber doch sitzen und arbeiten I"
Man erinnert sich solcher Selbstgespräche au- der Zeit her. wo auch für uns die schönen Tage noch dadurch ausgemacht wurden, dah sie schulfrei waren, die ganz hählichen aber dadurch, dab es Zensuren gab. 3q. die Zensuren! Wer die nur erfunden hat! Schon das Wort sagt alle- es ist mißmutig und übelwollend, gereizt und barbarische wenn es nach der Jugend ginge, dürfte eS überhaupt nicht im Duden stehen, wo ja sonst alleS Mögliche Platz findet.
Warum es nur Zensuren geben muh. denkt wohl auch manche Mutter, die am liebsten mitweinen möchte, wenn sie nur das Wort ^Mathematik" hört. Davor fliegt das Wohldefind<m, der ruhige Schlaf, die gute Laune ih.-es Lieblings auf und davon, und auch sie kann diesen Stachelzaun voller Schwierigkeiten nicht überwinden: seufzend steht sie davor: Die böse Mathematik!
Der Vater hat ein so rätselhaftes Interesse an den Zensuren, als wenn er selber niemals Schüler gewesen wäre. Seine Fragen können einen selbst bewußten Zungen emoören. Man weih doch nicht, ob man eine „G ns" im Betragen bekommt. Es ist ja immer noch Zeit, Rechenschaft darüber zu geben, wenn es schwarz auf weih dastehL Weshalb vorher herumspio- uiiwen! Aber die Vater sind nun mal so. 5o- lalb ftc ..Väter" sind, urteilen sie über die Schule anders, als zu der Zeit, da sie selbst die Bänke druckten unb diese für sehr überflüssige Möbel hielten. Der Junge soll mit aller Gewalt etwas lernen und klüger werden als sie selbst, auch das Mädel darf ja nicht ..dumm" bleiben. Daher die immer erneuten Dvhrversuche.
1. Ouv. z. Op. „Der erste Dlückstag". Auber. 2. Drohe Arie a. d. Oper „Das Heimchen am Herd". Dvldmark. 3. Phant. a. d. Oper „Der Schwur", Mercadante. 4. Fuhrmannslied aus „Heimchen am Herd". Goldmats. 5. Ouv. z. Oper „Halka", Moniuszko. 6. Arie des Königs a. d. Oper „Der König von Lahore", MasseneL 7. Phantasie a. d. Oper „La Giocondo", Ponchielli. Mitwirkung: Adolf Permann vom Frankfurter Opernhaus (Bariton). — Ausführung: Das Hausvrchester. — Am Flügel : Dr. Merten von der Frankfurter Oper. 6 bis 7 Uhr: Stunde des Ähein-Mainischen Verbandes für Volksbildung: 1. Von der Schulbank ins Leben. Winke und Ratschläge für die Berufswahl unserer Töchter. 2. Vorlesung aus Briefen und Tagebüchern Paula Decker-Modersobn. 8.30 bis 9.30 UJ>r Dach-Abend. 1. Arie für Sopran mit obligater Flöte au- dem Oft er Oratorium: „Seele deine Spezereien". 2. a) „Ich will dir mein Herze scheu fen". b) „Aus Liebe will mein Heiland sterben" (au- der „MatthäuS-Passion). 3. Orchestersuite in ri-Moll. 4. Arie mit obligater Flöte auS bei Johanne-passion: „Ich folge dir gleichfalls". AuS fübrenbe: Lotte Kleinschmidt (Sopran), Alfred Tibur-ky (Flöte). Das Kraus-Lange-Quartett. Leitung und am Flügel Dr. Reinhold Merten von der Frank'u,ter Oper. 9.30 Uhr: Rach richtendienst. Wettermeldung. Sportbericht. 10 bie 11 Uhr: Vortragsabend Role Veldtkirch-Berlin.
1. Oben der deutschen Klassik und Romantik 2. Alte deutsche Lautenlhrik.
eonntanSdieutt d.-rlerzte u. Apotheken am 22.3.25 Dr. S. Klein. Dr. Stuhl. btrichaoolheke Zahnarzt: Dr. Metz, SelterSweg.
frankfurter Schauspielhaus.
Unruf): „Louis Ferdinand, Prinz von Prenffen".
Dir machen spät, mit zeitlich weitem Abstand zwischen Berlin und Darmstadt, die literarisch erfreuliche Bekanntschaft mit dem Borkriegswerk F r i tz v. A n r u h s. Aus diesem „Louis Fer- binanb" spricht ein anderer 11 n r u & zu dem Publikum, einer, der noch nicht die Weltverbrüderung predigt. Louis Ferdinand, der wahre Erbe Friedrichs des Drohen, trägt den Feuerbrand feiner Vaterlandsliebe unb innerlichen
Gießener Wochen Marktpreise
am 21. März (Händlerpreise).
Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt das Pfund Butter 220. Matte 40. Käse 70, Wirsing 40. Weibkraut 20. Rotkraut 30. gelbe Hüben 10. rote Rüben 10, Spinat 45. Unter- kohlrabi 8. Mifchg.müse 20. Drünkohl 30. Rosenkohl 70. Feldsalat 120. Endivien 100, Tomaten 120 bis 150. Zwiebeln 30. Meerrettich 60 bis 100, Schwarzwurzeln 70. Kartoffeln 5, Aepfet 15 bis 20. Birnen 10, Dörrobst 40. Honig 40. junge Hahnen 100. Suppenhühner 120; das Stück Eier 12. 'Blumenkohl 70 bis 150. Salat (3 Stck.) 50, Lauch 10 bis 15, Sellerie 35 bis 60, Radieschen 40.
Wettervoraussage.
Halb bis ganz bedeckt, vorwiegend nordwestliche Wrnde, vereinzelt leichte Riederfchläge, Temperaturen wenig tiefer.
Unter Bezirk wird weiterhin beherricht von Ausläufern der fkandinavisch-baltifchen Depres- fion, die in Mitteleuropa noch an Raum gewonnen, sich aber gleichzeitig verflacht haben. Morgen dürfte vorwiegend nordwestliche 2uft- strömung herrschen.
Bornotizen.
- Tageskalender für Samstag. Radfahrer-Verein ..Fortuna": 81. Uhr „Post' feder" außerordentliche Generalversammlung. — V. H C.: 8>/z Uhr Turnhalle (Steinstrahe) 17. Stiftung-fest. — Li.^spielhaus. Bahnhofstraße: „Gehetzte Menschen".
— Tage-kalender für Sonntag. Stadttheater: 7iA Uhr „Die verlorene Tochter". — Luka-gemeinde: 8 Uhr Lukassaal Familien- abettd. — Obst- und Darten-bau-Verein: 3! _> Uhr nachmittags bei Rinn Hatchtversammlung. — Bauerscher Gesangverein: 4 Uhr nachm. Aula der Universität Konzert. — Lichtspielhaus wie Samstag.
— Aus dem Stadtlheaterbureau wird uns geschrieben: Der morgige Sonntag bringt In Ludwig Fuldas „Die verlorene T o ch t e t" ein- der liebenswürdigsten, modernen deutschen Lustspiele zur Wiederholung. Die Erstausführung des Werkes hat bei Publikum wie Presse eine vorzügliche Ausnahme gefunden. — Am Montag, 23. Marz findet eine Aufführung von Klabunds „K r ei de k reis" außer Abonnement statt, zu dieser Vorführung haben Gutscheine Gültigkeit. — Es sei bei dieser Gelegenheit darauf hingewies«r, dah die Gutscheine mit Ablauf ber 24. Abonnement-Vorstellung an den einzelnen Abonneinenttagen ihre Gültigkeit verlieren. Die letzte Operette (Bettelstudent) wird am 25. März gegeben, und somit müssen die letzten Operettengut scheine an diesem Tage ein- gelöst werden.
— Gin Lichtbildervortraa. Man schreibt uns: Zugunsten der Zufluchtsstätte Aumühle, einem Asyl für gefährdete Jugend, das von der gesamten hessischen evangelischen Jugend errichtet und unterhalten werden [oll, findet am morgigen Sonntag, abends 8 Uhr, im Matthäus- faal, Kirchstraße 9, ein Lichtbilderoortrag statt. Pfar- rer Hertel wird ene Reihe der feinsten Stein- Hausen- Bilder oorfuhren und erläutern. Dle Iugendvereinigung der Matchäusgemeinde, getragen von dem Bewußtsein, daß die „normale" Jugend für die anormale Jugend einstehen muß, lädt berzlich zu diesem vielversprechenden Andachtsabend ein; der gesamte Reinertrag gehört der oben erwähnten rem karitativen Sache. (Siehe heutige Anzeige.)
— Der Dauersche Gesangverein bittet uns, noch einmal darauf hinzuweifen, daß bas morgige Konzert in der Reuen Aula nicht, wie zuerst vorgesehen, um 4i/2 Uhr. i_> rn schon um 4 11 br nachm. beginnt. B?i dieser Gelegenheit seien auf Wunsch einige Angaben über den Komponisten Walter S ch u l t h e ß angefügt, auS dessen künstlerischem Schaffen Frll. Anm Delp einige Proben vermitteln wird: Schultheh. 1894 in Zürich geboren, studierte erst bei B Andreas in Zürich und später bei W. Lourvvifier in München. Weitere Studien betrieb et an der Kapellmeisterllasse der Ho<^ schule in Berlin, woraus er sich als Volontär an ber Wiener Hofvper betätigte. Seit 1919 lebt Schultheh in seiner Vaterstadt ganz dem musikalischen Schaffen. Schon 1913 trat er mit Kompositionen erfolgreich an die Öffentlichkeit und >at sich seither immer mehr als Komponist durchgesetzt. Trotz seiner Jugend steht sein künstlerischer Charakter bereits gefestigt da Unbekümmert um ..Richtungen" jeder Art schreibt er, wie er empfindet, einfach in der Linie, klug — ernst — offen im melodischen, ungefucht im harmonischen Ausdruck. Sein Stll ist kristallllar. bewundernswert koTtzentrieri und aus jedem Takt spricht der auf- Höchste gerichtete Sinn und das warmfühlende Herz fernes Schöpfers
AwSlofen Stundung vvn nur drei Wochen. Das Ministerium hat diesem Grsuchen nicht statt- gegeben: eS erklärt u. a.. alle deutschen Staats- foritverwaltungen hätten sich, mit Rücksicht au bie Finanzlage ihrer Länder, dahin geeinigt, bah die Barzahlung grundsätzlich beizubehalten fei. Für Br«rnholz werde in Hessen Stundung gegen Verzinsung bi- Martini deS gleichen ZahreS gewahrt. Die Stundungsiinfen seien mit Wirkung vom 1. Februar 1925 ab auf 9 vom Hunden jährlich herabgesetzt worden.
" Zur Bekämpfung der Schnaken- Plage. Da» Kreisamt Dietzen weist im neuesten Amtsverkündigunasblatt darauf hin, dah jeder Grundstückseigentümer in den Monaten April bis September, einfchlietzlich mindesten» einmal monatlich die aus feinem Grundstück befindlichen, den Schnaken zur Brut dienenden stehenden Gewässer (Wassertümpel, Regenfässer. Baf'inS, Wasserlachen. Iauchegruben. Abortgruben ulw. mit einem zur Vertilgung der Brm geeigneten Mittel (Saprol, Petroleum usw.) übergietzen muß.
-d. Städtische Brennholzversteigerung. Bei der gestrigen Drennholzversteige- tung der Stadt Gießen wurden folgende Durchschnittspreise erzielt Duchenscheiter 21 Mark. Kiesernscheiter 12 Mk.. Buchen knüppel 18 Mk., Eichenknüppel 12L0 Mk., Gfchenknüppel 15 Mk., Dirkenknüppel 17 Mk.. Sri en knüppel 10 Mk.. Kiefernknüppel 9,50Mk.. Fichtenknüvpel 7,50 Mk.. Duchenstöcke 8.80 Mk.. Ftchlenstöcke 3.60 Mk.. je Rm Duchenreisig 40 M.. Sichen reisig Ü Mark. Efchenreisig 26 Mk. je 100 Wellen. Die gestrige Versteigerung brachte fo hohe Preise, wie sie bisher hier noch nicht zu verzeichnen waren. Die Stadtkasse bürfte es angesichts dieser PteiSentwicklung wohl bedauern, daß die städtischen Holzversteigerungen nun ihrem Gnde entgegengeben
•* Warnung vor einem Schwin d- l e r. Der Polizeibericht meldet: 3m Jahre 1924 ist der beim Rembrandt-Atelier in Hamburg an- gestellt gewesene Reisende Gustav Alberi D i e t- s ch e. geboren am 23. Januar 1883 in Karlsruhe. zur Zeit unbekannten Aufenthalts, in den ilntcrtoefei orten ausgetreten, hat Bestellungen auf Vergrößerungen von Photographien aufgesucht. hat sich die Origiitatbilder sowie kleinere und größere Beträge als Anzahlung von den Geschädigten geben lassen, worüber er auf einem Geschäftsformular des Ateliers quittierte, die Bestellungen aber nicht ausgesühri. Er ist ein gewerbs- und gewohnheitsmäßiger Schwindler. Dieser Mann treibt gegenwärtig in Di eßen und Umgegend erneut derartig; Schwindeleien. (Sr hat in einem hiesigen kleinen (Safe eine rosarote Reklame ausgehängt. Dor diesem Schwindler sei das Publikum hiermit gewarnt. Es wird ersucht, mit beantragen, daß die Festnahme des Menschen ermöglicht wird. Sachdienliche QHiHeilungen nimmt die Kriminalpolizei Gießen entgegen.
Zweite Hess. Steuerprämienverteilung. Die Dezirkssparkassen Gießen und Grünberg toeifen im heutigen Anzeigenteil darauf hin. daß der 1. Stichtag, nämlich der 1. April d. 3s.. nicht versäumt werden darf, wenn man den Anspruch auf Berücksichtigung bei der vor Weihnachten 1925 staUfindenden zweiten Sparprämienverteilung nicht verlieren will. Gefordert wird von alten Sparern die Auffüllung des Sparguthabens auf mindestens 105 Reichsmark, von allen übrigen Sparern die Einzahlung eines Mindestbetrags von 60 Reichsmark. Die Sparprämienverteilung wurde bereits Ende 1924 beschlossen unb wird tn ber vorgesehenen Weise durchgeführt.
’* Personalien. Ernannt wurden der Gerichtsassesfor Walter Leun in Butzbach zum Amtsgerichtsrat bei dem Amtsgericht Osthofen: bei Forstassessor Ernst Burk aus Qltünfter (Kr. Friedberg) vom 1. April ab zum Oberförster: ber Forstmeister des Forstamts Wahlen. Forst- tat Eduard Eck ft ein zu Wahlen vom 1. April ab in gleicher Diensteigenschaft in das Forstamt Grünberg verseht, unb ber Forst rat Hugo Kirchner. zur Zeit Verwalter des Forstamts Grünberg. vom 1. April ab unter Belassung feiner seitherigen Amtsbezeichnung zum Forstmeister des Forstamts Büdingen.
Turnverein 1 8 46. Man berichtet uns: Dieser Tage versammelten sich die Mitglieder der Altersriege des Turn-Vereins 1846 nach der Tuinstunde im Der einslokal „Postkeller", um mit Dei tret ein des Dorstandes eine Besprechung über das Kreisturnfest zu halten. Der Derlauf der Versammlung hat bewiesen, wie berechtigt ihre ßinbeiufung war. denn eine Fülle von Anregungen. Fragen unb Mitteilungen wurde eingehend besprochen, so daß man zu dem Beschluß kam. von Zeit zu Zeit eine derartige Zusammenkunft abzuhalten. Rachdem der Oberturnwart Erb über die Vorarbeiten zum Kreisturnfest berichtet »alle, wurde nach eingehender Beratung beschlafen. eine Musterriege zu stellen. Mit der Einübung soll sogleich begonnen werden. Allseitig herrschte die Meinung, daß mancher Fermstehende ür die deutsche Tucnsache gewonnen werden könne. Gerade im Hinblia aus das diesjährige Kreisturnfest wäre es wünschenswert, wenn die Gießener Bevölkerung sich noch mehr wie bisher turnerisch betätigen würde . Die Mitglieder der Altersriege sollen in diesem Sinne im Bekanntenkreise werben. Mit dem ßiebe: „Turner aus zum Streite" schloß der 2. Sprecher H. Pieper die anregend verlaufene Versammlung und gab ber Hoffnung Ausdruck, daß die ferneren Zusammenkünfte der Altersriege dazu beitragen möchten, den deutschen Turnern immer weitere Freunde und Anhänger zuzusühren.
*• Keine zinsfreie Stundung des Holzgeldes. Die hessische Landwirtschafts- kammer hatte an das Ministerium ber Finanzen. Abteilung für Forst- und Kameralverwaltung. das Ersuchen gerichtet, die Zahlungsbedingungen bei Holzversteigerungen aus den staatlichen Waldungen für Landwirte dadurch erträglicher zu machen, daß, wie in'den Vorkriegs jähren, eine zinsfreie Stundung für daS Holzgeld bis Herbst gewährt wirb, gegenüber der jetzt bestehenden
„. ba schlägt e» dann natürlich wie ein f ein, wenn der Vater eine» Tages sein wohn lein beauftragt, den Herrn Lehrer zu fra- aeir tDOrtn er für ihn mal zu sprechen fei; folger Besuch rst schon eine Art von Vorzensur, au* in der praktischen „Au-wirkung".
x Aur die Abiturienten haben eS gut: Sie ’x- 2t borgen los und können ihre Bücher in Du Ecke werfen, großmütig verschenken, oder herablassend den heiligen Flammen übergeben, tote das Gelübde befiehlt. Beim Llnblick dieser frelen Musensöhne drückt die andern die Schullast doppell, der Tag der Osterzenfuren zeichnet llch grau in grau; wehe, wenn man , kleben" bleibt!
ift eben eine atembeklemmende Zeit vor den Osterzenfuren, aber fte wirb auch überstanden, unb dann winken ja — hurrah! — die Serien! -bett.
•rtfle durch die in 10 charakteristische Bilder vereinigte Dvrgefchichte vvn 3ena und Auerstädt ör ist Liebling des Volke». Freund und De schütz er der Äünfte, eine ixm düsterer Tragik umschattete Periönlick^eit ber preußischen Ge schichte: er gebt feinen Opfergang zur Errettung Preußen», im Kampfe mit der napoleonischen Uebermachl fallend Saalfeld ist das Schluß kapitel dieses Menschenschickfals. Der Prinz liebt die ihm seelenverwandte, wadrhaft große Ko nigin Luise Mit dieser Liebe im Herzen gebt er den von ihr gedeuteten Weg der Pllich: „Herrlich einen Mcmn zu sehen mit er feine: Pflicht. Von ihm gebt Kraft aus!" Durch ba» ganze Werk lodert eine mitreißende Leidenfchafi ES ist nicht nur da- Drama Louis Ferdinand? sondern Preußens. Der große nationale (Sctninh durchpulst die Tragödie Wo ftebt der Dichtei beute? Konnte es nach diesem Werke solche Um kehr gebenV $on der Parteien Gunst und Hast verwirrt, verlor Unruh jede Objektivität deo künstlerischen Schaffen», verlor er sich selbst in ber Sackgasse der Parieipolitik. Die Aufführung unter 3 n t en b a n t Weichert griff im Tempo ben PulSfchlag einer mit Leidenschaft unb Drau) gängertum durchglübten Zeit, wie das 3abr 18Cc auf. R 0 rbert Schiller- LvuiS Ferdinand, jugendlicher Feuergeist, mit feinen letzten Szenen sichtlich wachsend in der seherischen Erkenntnis „Wachsen zum Höchsten, fordert von uns ewige» Sichtrennen". 3bm zur Seile stand Roberi Taube al- König. Er verstand den königlich sorgenden Menschen von ber vielleicht nahe liegenden Gestalt eines Schwächlings meisterhaft zu trennen. Höhepunkt für ibn wie für das ganze Stück, die Szene: „Den König versteht nur ein König." Alle Die andern taten da- Ihre, um ein geschloffenes Zusammenspiel zu bedingen. Die beiden Frauengestalten waren in Händen Renöe Scobrawas und Aida Stuckering-. Erstere eine temperamentvolle Pauline Wiesel, letztere al- Königin Luise von Fonnal und stll- voller Erscheinung, llnbcbinqt interessant Der Kriegsrat Wiefel Franz Schneiders. Die Bühnenbllder Otto Reigberts gaben tn ihrer perspektivischen Wirksamkeit und historischen Schlichtheit den gutgesehenen Rahmen zu diesem Preußendrama. L. W.
m Whno eht Nefoefühlles ÄeileiV. Es m mir ein aufrichtiges Bedurtnis, Ibnen, Herr Präsident, unb dem amerikanisyen Volte die herzlichste Antellnahme auszusprechen.
Grippe-Epidemie in BerNner Schulen.
3n einem Teil der Berliner Schulen herrscht feit einigen Tagen eine Eoidenn«. bie sich in einer Halsentzündung u nd Anschwellung der Mandeln unb in vielen Fällen in starkem Rasen- btuten äußert. Höchstwahrseinlich handelt es sich um eine besonders schwere Grippenart. Mehrere Schulen mußten geschkossen werden. So daS Dan ko wer Realgymnasium, wo bereit« 160 Schüler dem llnterncht fetngcblkben waren. ES ist den Schulärzten anheimgestellt, die Schließung bedrohter Klassen anzuordnen.
Spritschieber Weber ie Berlin.
Die Spritschieber Hermann und Karl Weber, die au» ber Tschechoslowakei aus- geliefert worden sind, sied in Berlin eingetroffen und dem Llnterfuchungsrichter vorgeführt worden.
Die Sühne be» Mahl-Dörfer Worbe».
Vor dem Schwuraericht des Landgerichts III kn Berlin begann bte Verhandlung gegen den Kaufmann Hans Lieb eck wegen Erschießung des I4jähriaen Schüler« Günther Beyer, ber am 26 Mat 1924 in einer Fichtenfchonung zwi- Mahlsdors und Dahlwitz tot aufgefunden wurde. Die Augen waren mit einem Tuche verbunden und auf der Brust war ein Zettel an» geheftet, auf dem stand Tob dem Falzisten! K. P D. 3n der Ecke stand: „Erledigt 25. 5. 1924“. Auf bie Rückseite war geschrieben Schwarze Liste Mahlsdors KPD. Stekutive. Der Angeklagte Liebeck befunbete. auf einem Spaziergang mit Veyer habe dieser einen Revolver gezogen und gemeint, er fonnc mit verbundenen Augen das Ziel treffen. Beyer habe sich ein Taschentuch vor die Augen binden lassen und ihm, alS der erste Schuh versagte, den Revolver zum Rachsehen gegeben. Als Liebeck ihm den Revolver zurück- gegeben habe, habe er plötzlich durch die enggo schnürten Wickelgamaschen einen Waden kramp s bekommen und nach der Wade gegriffen. 3n demselben Augenblick habe es geknallt und Beyer sei tot zu Boden gestürzt. Aus Schreck darüber, und um den Verdacht von sich abzuwälzen, habe er al» geschworener Feind der Kommunisten den xZettel mit ber bekannten Aufschrift auf die Brust Vehers befestigt. Der Angeklagte wurde wegen fahrlässiger Tötung zu drei Jahren Gefängnis, unter Anrechnung von neun Monaten Untersuchungshaft, verurteilt Die Staatsanwaltschaft hatte mangels auSreichetrder Beweisgründe für Mord auS Fahrlässigkeit plädiert.
Der Tod tn ben Bergen.
3u dem bereit- gestern von uns gemeldeten Unglück am 3oeripaß erfährt die Schweizerische Depeschenagentur noch folgende Einzelheiten: Die vier Skifahrer setzten sich zusammen aus dem Schweizer Meisterfahrer Bechtold, Frau Geheimrat Simon, Dr. K 0 n ft a m und dem Bergführer D u l e r. An dem Steilabhang glitt Dr. Konstam a u -. Güler wollte ihm aufyelfen, al- sich oben am Hang das Schneefeld löste, den Abhang in Bewegung setzte und die beiden begrub. Bechtold eilte hinunter Aum Hospiz, um mit dem Hospizbergführer sofort wieder an die älnglück-stätte zu eilen. Mit Hilfe eines Hunde- fanl>en sie die Verunglückten. Die angeftetiten W iederbelebungsver- blieben erfolglos AuS Davv« ist eine Ret- tungskolonne am Freitagmorgen zur Bergung der Leichen ausgebrochen. Guler, der allgemein beliebt ist, ist alS außerordentlich vorsichtiger Bergführer bekannt. Gr hinterläßt Frau unb zwei Kinder.
Erdbeben in China.
Aach einem Telegramm der chinesischen 3n- sandmission zerstörte dort ein Erdbeben, dem ein verheerendes Feuer folgte, die Stadt Talifu in Westyunnan. Die Fremden sind tn Sicherheit
8.30 Ubr: Morgenfeier, veranstaltet Altkatholischen Gemeinde Frankfurt a.__
Ansprache: Stadtpfarrer Paul Mazuva von altkatholischen Pfarrgemembe Frankfurt a.__
4 bis 5 Dhi Kinderstunde. 5 bi» 6 Ubr: Sonntag-Rachmittags-Konzert Vergessene Opern.


