ohne hellbrennende Laterne gefahren mar. Er erzielte heute Freisprechung, weil der Zeuge, der die Anzeige erstattet hatte, zugab, daß er den Beschuldigten schon in einer Entfernung von 50 QlZVter habe hcrannahen sehen, so daß sich das Gericht nicht ausreichend davon überzeugen konnte, daß die Dunkelheit schon so weit eingetreten war, wie dieses zur Bestraf ungsmöglich- keit des Beschuldigten erforderlich gewesen wäre.
Ein 15jähriger Lehrling aus einem Rachbar- dorf hat am 15. Februar l. 3. nachmittags gegen 4 Ahr in roher Weise in einer Wirts- stube mit einem Schusterkneip einen Schrank erbrochen und aus ihm zwei Liter Likör, Zigaretten und Limonade im Gesamtwerte von 15 Mk. entwendet In frivoler Weise hatte er seinen fast gleichaltrigen Kameraden Schnaps für Fastnacht versprochen. Urteil: Wegen schweren Diebstahls zwei Wochen Geiängnis unter Strafaussetzung bei vierjähriger Bewährungsfrist und Anordnung von Erziehungsmaßregeln, über die der Bormundschaftsrichter entscheiden wird. Cs kommt Fürsorgeerziehung in Frage.
Eine Reihe von Kaufmannslehrlingen, ein jugendlicher Arbeiter und ein Schüler waren von Wachtmeistern in Zivil dabei überrascht worden, als sie auf einem hiesigen Sportplatz dadurch Unfug verübten, daß sie mit den Rollwagen hin und her fuhren, Schienen verlegten u. dgl. m. Auf dem fraglichen Platze waren vorher schon schwere Beschädigungen an jungen Bäumchen durch Abknicken der Krone usw. begangen worden. Ohne Zweifel erkannten die Burschen die Schutzleute, obwohl sie Zivil trugen, als Beamte. Der älteste der Schar, der 17jährige O. H., benahm sich dabei besonders frech, beschimpfte die Beamten in übelster Weise, hob in drohender Haltung einen Stein auf. um die Beamten von ihrem Vorgehen abzuhalten, und legte, um nicht erkannt zu werden, eine Maske an. Rur seiner bisherigen Unbescholtenheit und sonstigen guten Führung vor der Tat bis jetzt hat er es zu verdanken, daß ihm für die Beleidigung und Beamtennötigung nur vier Tage Gefängnis und Strafaufschub zuteil wurden. Außerdem erhielt er wie die anderen eine Geldstrafe. Dec Schüler wurde mangels Beweises sreigesprochen.
Wirtschaft.
Frankfurter Abendbörk?.
Frankfurt a. M., 17. Aug. Die Abendbörse zeigte sich etwas widerstandsfähiger gegenüber ver- einzcit avftrctenden Angeboten. Die Kurse waren zumeist gehalten, teilweise leicht erholt, das Geschäft blieb unbedeutend. Am Bankenmarkt waren Darn,' städter und Deutsche Bank erneut schwächer. Am Deutschen Rentenmarkt wurden Kriegsanleihen mäßig höher. Die Abendbörse schloß unter starker Zurückhaltung zu erholten Kurien. Deutsche Anleihen: üprozentige Reichsanleihen 0,130, 4§prozentige K.- Schatzanweisungen 0,110, Ziprozentige Preußische Konsols 0,206, Schutzgebietsanleihe 2550. Ausländische Renten: Ungarische Goldrente 8,20, Bankaktien- Bayr. Hypotheken- und Wechselbank 79,50, Darmstädter Bank 109, Deutsche Bank 112,60, Discontogesellschaft 102,75, Dresdner Bank 100, Mitteldeutsche Creditbank 93, Reichsbank 121,87, Oesterreichische Kredttaktien 7,25. Montanaktien: Mansfelder 58, Phönix 58,50, Rheinische Braunkohlen 109, Rheinstahl 48,50, Kali Aschersleben 118,50. Chemische Aktien: Badische Anilin 120,50, Scheideanstalt 99, Elberfelder Farben 112,50, Theodor Goldschmidt 68, Höchster Farbwerke 112,75, Holzverkohlung 4,60. Jndustrieaktien: Adlerwerke Kleyer 46,50, AEG. 91,75, Zement Heidelberg 67, Elektrisch Licht und Kraft 90, Eßlinaer Maschinen 40, Holzmann 51, Rheinmetall 25,24, Zucker Frankenthal 58,10, Zucker Heilbronn 53,75.
Berliner Börse.
(Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzergers".)
Berlin, 17. Aug. Die neue Woche eröffnete in wenig freundlicher Stimmung. Namentlich am Montanaktien markt schritt die Spekulation zu neuen Abgaben, da eine Reihe von ungünstigen Momenten vorlag. Insbesondere verstimmten die unerwarteten Schwierigkeiten im Konzern Edmund Stinnes, ebenso die Vermutung, daß sich die Abwicklung der Verpflichtungen des alten Stinneskonzerns nicht so einfach vollziehen wird. Ferner lagen Meldungen aus den westdeutschen und oberschlesischen Kohlengebieten vor, daß weitere Betriebs st illegungen stattgefunden hoben bzw. bevarstehen. Auch die Denkschrift des mitteldeutschen' Braunkohlenbergbaus an die Reichsregie-
rung war wenig geeignet, die Stimmung freundlicher zu gestalten. Es kam anfangs allgemein zu beträchtlichen Kursabschlägen. Nur einzelne Nebenwerte konnten sich halten, so u. cn von Elektrowerten Siemens. Die flüssige Lage des Geldmarktes und der Ueberfchuß der Reichsfinanzen im Juli blieben demgegenüber ohne Einfluß auf die Haltung. Man kann hieraus nur aus eine Anhäufung von flüssigen Mitteln bei öffentlichen Stellen schließen, mährend es mit der Kreditoersorgung der eigentlichen Privatwirtschaft noch sehr schlecht aus- sieht. Man erwartet für Mitte dieser Woche eine neue Ermäßigung des Diskontsatzes in London, da auch dort, wie in Holland, die Geldverhältnisse sehr flüssig sind. Am hiesigen Platze wurde tägliches Geld mit 8—9,5 Prozent, mehrfach auch darunter genannt. Monastgeld, das auch etwas stärker angeboten ist, stellt sich auf 10,5 bis 11,5 Prozent. Am internationalen Devisenmarkt lag die französische, belgische und italienische Währung gegen London niedriger. Sonst sind keine erwähnenswerten Veränderungen eingetreten. Die Reichsmark notierte in London 20,41, Paris 5,11*, Amsterdam 59,99.
Börsenkurse.
Damm:
5% Deutsche RcichSanleihe . 4% Deutsche RcichSanleihe . 3'/?/° Deutsche RcichSanleihe 3% Deutsche Reichsanleihe . Deutsche Sparpramicnanleihe 4% Preußische Konsols . . - 4% Hessen...........
3’/-% Hessen 3% Hessen .. . .
Deutsche Wcrtb. Dollar Aul. dto. Doll.-Schay Anwcisng.') 4°/o Zoll türken 5% Goldmcxikaner .... Berliner Handelsgesellschaft. Commerz- und Prwat-Bank. Darmst. und Nationalbank . Deutsche Bank.........
Deutsche Bereinsbank .... DiSconto Commandit ... Metallbank...........
Mitteldeutsche Creditbank. . Ocsteiieichische Creditanstalt • Weltbank Bochumer Guß Buderus Caro Deutsch Luxemburg Gelsenkirchener Bergwerke. . Harpcncr Bergbau......
Kaliwerke Aschersleben. . . . Kalilverk Westeregeln.....
Laurahütte...........
Obcrbcdars Phönir Bergbau Rheinsrnhl Nie deck Montan TclluS Bergbau Hamburg.Amerika Paket. . . Norddeutscher Lloyd Cberamischc Werke Albin . .
scmentwcrk Heidelberg . . . Philipp Hostmann Anglo-Cont^Guano.....
Badische Anilin........
Chemische Mayer Alapin . . Goldschmidt..........
Griesheimer Electron . . . . Höchster Farbwerke Holzverkohlung RütaerSwerke.........
Scheideanstalt..... . . .
Allg. Elektrizitäts-Gesellschaft Bergmann...........
Mattikraftwerke........
Schlickert............
Siemens & HalSke ..... Adlerwerke Kleyer......
Daimler Motoren.......
Heyligenstacdt.........
Mequin.............
Motorenwerke Mannheim . Frankfurter Armaturen . . . Konservenfabrik Braun . . . 'JJJetaagefcII'djaft Frankfurt. Pet. Union A.-G........
-Lchuhlabrik Her; Sichel..... ........
Zellstoff Waldhof Zuckerfabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Waghäusel . . .
Frankfurt a.M. Berlin
Schlich- gurr
ISchllchk. ! Abend- :• Brie
Schttch. Rurs
SMufcfc Mittag 63rfe
14. 8.
| 17 8.
14.8.
17 8
0.135
! 0 130
0.14
0 1325
—
1
0,28
0.285
0.21
".2111
0.2425
0.2425
0,480
0.475
0.55
0.115
0,120
0.115
0,1125
0.220
0 18
0.21
0.20
—
0,26
0.32
0,28
—
—
0.22
0.20
0.215
—
0,22
0.18
>■9,75
89,75
91.75
91.75
94,05
94,25
91.3
94,4
5.90
6
5,9
5.6
32,5
32,5
125
125
125,5
124
'3,75
93.75
94,5
94,5
111.75
109
111,5
109,75
114.9
112,6
114,5
113
—
—
103,5
102,75
103.75
103
79
80
93
93
92,8
92,25
7,5
7.25
7.4
7.4
0.065
0.065
0,55
0,05
59
54,75
58,25
56
38
35.25
38 1
35 6
3< ,5
35,5
37 5
36,5
5fi
2.5
56.25
54
46,5
45
45
44.75
87
85
86,75
85.5
119
118.5
120
119
—-
130
19,75
19 1
32.5
31
32.13
31.25
3 t
33.5
37
35,5
«iO
58,50
61
58,75
50
48.5
50,25
48,25
72, «5
70
72 25
71.75
43
44
—
45,25
45,75
45
4G
47.25
46,5
46,6
46,6
67,25
67
—
51,5
51
51,62
51.75
—
—
92
92
121
120,5
121,75
121.5
0.4
0 4
—
7',25
68
70
68.75
114,75
112
113,9
112.13
113,02
112,75
114
113 5
4,7
4.6
66,5
62,25
64
61,5
99,0
98
92,75
91,75
93
92,5
80
80
18.9
67,6
53
50.5
53
50,5
73
69
70.5
70
18
46 Ji]
48
46.5
39
38
40.13
38,75
30
30
—
42
40
38
96.5
—
—
52
54
0.425
0,4
—
0,75
0.75
98
100
—
65.5
64.25
65
64.5
35
35.25
38.25
38,25
22
20.75
20.75
20
8.9
8,8
9
8,9
f0
58,1
-
56,25
55.25
57
56
Frankfurter Getreidebörse.
(Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers"^
Frankfurt, 17. Aug. Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer, neuer Ernte 25—25,25, Roggen, inländischer, neuer Ernte 20,25—20,75, Sommergerste für Brauzwecke, neuer Ernte 26,50 bis 28,50, Hafer, inländischer, alter Ernte 20,50—23, Mais (gelb) 22—22,50, Weizenmehl, inländisches.
Fräulein Fod.
Roman von Anders E j e.
47. Fortsetzung (Nachdruck verboten.)
Nun, dachte Gabby, nimmt jetzt Fobs tragischer Roman ein gutes Ende, so kann es ja an der Zeit sein, daß der meine beginnt. Natürlich muß ich mein Versprechen halten, wie unheimlich es auch sein mag.
Mitten in ihre Gedanken hinein, die sich einmal um ihre eigene Zukunft drehten, klopfte es an die Tur.
Ein neues Telegramm, ein neues Eiltelegramm!
Wahrlich, ein Wolkenbruch von Telegrammen. Gabby begann sich zu fühlen wie ein Minister des Auswärtigen mitten während einer welthistorischen Krise. Sie verstand die Schwäche der Herren für den diplomatischen Beruf. Er war zweifellos ner- venanspannend.
Das Telegramm Nummer drei:
„Bitte nicht überrascht zu fein, was auch kommen mag. Die Ereignisse entwickeln sich konsequent. Milltorp."
Das Telegramm war nicht so klar und in seiner Bedeutung so faßbar wie die beiden ersten. In seiner dunklen Diktion hatte es sowohl etwas Verheißendes, wie etwas Beunruhigendes und Drohendes.
„Was auch kommen mag", — ja, das konnte sehr viel fein. Aber gegen Überraschungen waren Gabbys Nerven ziemlich abgehärtet.
Uebrigcns: was in diesem Falle für Milltorp konsequent bedeutete, mußte doch für die kleine Fob ein Glück sein.
Also: drei gute Telegramme Aller guten Dinge sind drei.
Die nächste Sorge war jetzt Keyler. Gabby erhob sich, ging zur Tür und sah sich den Fahrplan an, der dort angeschlagen war. Er konnte frühestens in fünf Stunden m der Stadt sein. Bis dorthin irgendwelche taktische Bewegungen auszuführen, hatte keinen Wert. Außerdem war sie es gegenwärtig außerstande. Wie sollte sie sich also die Zett vertreiben? Gabby fühlte sich kampflustig.
Es müßte ungeheuer lustig fein, Herrn Fellips zwischen vier Augen einen Schlag zu versetzen. Schon um zu sehen, was er nach der unerwar
teten Lösung des so gut entworfenen Dramas von gestern abends für eine Miene zeigen würde. Heute suhlte sich Gabby wie die Katze, die mit der Maus spielt. Gestern glaubte Fellips, daß er die Katze sei und Gabby die Maus . .
Gabby beschloß, ihren Einfall auszuführen, wenn ihr der Zufall nur irgendwie zu Hilfe käme. Sie machte sorgfältig Toilette und wollte versuchen, Fellips auf dem Korso zu treffen.
Nach dem Lunch, gerade zur Promenadenstunde der feinen Wett, begab sie sich in das Gewimmel der Strandavenue, des Viktoriaweges und der anderen auf das lebhafteste frequentierten Fla- neurftrafjen. Wie immer um diese Stunde war es ein Gewirr von bunten Damenhüten, schwerem Pelzwerk, glänzenden Zylindern, gutsitzenden Röcken, Autos. Hingegen war nirgends ein Herr Fellips zu sehen. Gabby flanierte auf und ab, immer wieder. Keine Spur vom Bankier.
Da erinnerte sie sich plötzlich Fobs Berichte über die erste Begegnung mit Fellips, als er sie für eine Kellnerin gehalten hatte. Gabby stellte sich vor eine Iuwelenauslage und wartete. Die Menschenmenge flutete vorbei, dicht gedrängt, uninteressant.
Da tarn aber der Bankier. Gabby strengte sich an, so unbefangen als möglich auszusehen, aber es ist fraglich, ob sie darin nicht von Herrn Fellips übertroffen wurde. Fröhlich und harmlos begrüßte er sie, als ob gar nichts geschehen wäre. Gabby fühlte sich verwirrt von dieser unglaublichen Beherrschung, von diesem ausgezeichneten Komödienspiel. Mit Freude stellte sie aber fest, daß der Bankier auffallend blaß war, und daß die Schatten um seine Augen tiefer waren als fortft.
..Der Herr Bankier scheinen eine unruhige
Nacht gehabt zu haben", sagte sie sanft.
„Sie haben recht", antwortete Fellips ruhig, ..ich war Ihretwegen beunruhigt. Warum find Sie nicht geblieben und haben auf Fob gewartet?"
..Auf Fob? Wie meinen Sie das? Ist denn Fob in der Stadt?"
.Gewiß."
Der Bankier sprach so überzeugend, daß man ihm fast hätte glauben können.
..Sie wußten doch," fuhr er fort, „daß sie kommen sollte. Sie hat sich verspätet, das ist die ganze Sache. Als ich fortging, rief ich Darminge an und
Spezial 0 39,50—40,25, Roggenmehl 29,50—30, Weizenkiele 11,50—11,75, Roggenkleie 12,50, Erbsen 30—39, Heu, süddeutsches, gut, trocken 5,50, Weizen- und Roggenstroh 4,50—5, Treber, getrocknet 18,20—19. Tendenz: Schwächer.
Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M.
<Jn Billionen Mark ausgedrückt. BuenoS-AtreS, London, Neu- York, Japan. Rio de Janeiro für eine Einycit, Wien und Budapest hu 100000 Einheiten, alles übrige für 100 Einheiten.)
Telegraphische Auszahlung.
Banknoten.
14 August
17. August
Amtliche «Selb
Notierung Brief
Amtliche Notierung
Geld
1 Brief
Kmst.-Ron.
168.H9
169.41
169,09
169,51
Buen-AircS
1.693
1.697
1.692
1,696
Brss.-Slntw.
18,87
18,91
18 73
18,77
Christianla.
77,35
77,55
77,60
77,80
,Q open (jagen
95,98
96,25
96,28
96,52
Stockholm .
112,78
113,06
112,76
113,04
HeMngforö.
10.576
10.617
10,576
10,616
Hmlien. . .
15.15
15,19
15,105
15,145
London. .
20,379
2O.4H
20,382
20,434
Neuyork . .
4,195
4,205
4.195
4,205
Parts....
19,61
19,f5
19,54
19.58
81.4.
81,66
81.40
81,60
60,58
1,731
Spanien . .
60,37
60,53
60.42
Japan . . .
1,727
1,731 0.505
1.727
Mio de Jan.
0.506
0 508
1.510
Ceft. abgest.
Iciarab;;
19,Ob
59,20
59,06
59,20
12,422
12.462
12.43
12,47
7.51
7,53
7.51
7,53
Budapests.
5.898
3.03
5,915
3,04
5.895
3,03
5,915
3.04
Lissabon
20,775
20,825
20 775
20.825
j?1 an «in . . .
80,80
81.00
80 80
81.00
fionitanti»
2,475
2,485
2,49
2,50
6.54
6.56
6 50
6.55
Berlin, 17 August.
Geld
Brief
Amerikanische Noten.....
4.185
4,205
Belgische Noten........
Dänische Noten........
18,65 96,11
18,75 ^6,51
Englische Noten........
20,345
20,445
Französische Noten......
19,51
19,61
169.37
Holländische Noten......
168,53
italienische Noten......
15,21
15,29
Norwegische Noten......
77,46
77,84
Teutsch-Ocsterr., ä ioo Kronen
59,16
59,46
Rumänische Noten......
Schwedische Noten......
112.49
113,05
Schweizer Noten.......
81,38
81,78
Spanische Noten.......
Tschechoslowakische Noten . .
60.15
12.408
60.45
12,468
Ungarische Noten.......
5.83
5,87
Irankfurter Schlachtviehmarkt.
(Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Frankfurt, 17. Aug. Auftrieb: 1656 Stück Rinder; darunter 514 Ochsen, 78 Bullen, 1064 Färsen und Kühe, 480 Kälber, 221 Schafe, 4112 Schweine. Ochsen, vollst, ausgewachsene höchsten Schlachtwerts 61—66, junge, fleischige, nicht aus- gemäftete und ältere ausgemäftete 50—58, mäßig genährte junge und gut genährte ältere 38—48; Bullen, vollst, ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwerts 54—58, oollfl. jüngere 48—53; Färsen und Kühe, vollst, ausgemäftete Färsen höchsten Schlachtwerts 56—64, oollfl. ausgemäftete Kühe höchsten Schlachtwerts bis zu 7 Jahren 50—60, wenig gut entwickelte Färsen 45—55, ältere ausge- mäjtete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Küye 38—48, mäßig genährte Kühe und Färsen 26 bis 38, gering genährte Kühe und Färsen 15—25; Kälber, feinste Mastkälber 80—86, mittl. Mast- und beste Saugkälber 72—78, geringere Mast- und gute Saugkälber 60—70, geringe Saugkälber 50—58; Mastlämmer und Mafthämmel 50—54, geringere Masthämmel und Schaff 40—49, mäßig genäbrte Hammel und Schafe (Märzschafe) 22; Schweine, vollsteifchige von 80—100 Kilogr. 90—92, unter 80 Kilogr. 82—89, von 100—120 Kilogr. 90—93, von 120—150 Kilogr. 90—92, über 150 Kilogr. 90 bis 92, unreine Sauen und geschnittene Eber 75 bis 85. Marktverlauf: Ruhiger Handel in allen Gattungen. Bei Schweinen geringer Ueberstand.
Berliner Produktenbörse.
Berlin, 17. Aug. Der Produkten markt neigte zur Schwäche. Die Umsätze blieben gering, da man der immer noch ungeklärten Frage der Einfuhrscheine zum Abwarten geneigt ist. Das Angebot inländischer Ware war ziemlich gering. Es notierten pro Tonne: Weizen (märt.) 244 bis 248, Weizen (mecklenbg.) 242 bis 246, Weizen (September) 256 bis 254, Weizen (Oktober) 258 bis 257, Weizen (Dezember) 261, Roggen (märt) 177 bis 183, Roggen (westpr.) 171 bis 175, Roggen (September) 196,50 bis 195, Roggen (Oktober) 202 bis 201, Roggen (Dezember) 203, Gerste (märk.) 240 bis 269, Futtergerste 189 bis 197, Hafer (mark.) 192 bis 202, Mais (La. Plata, loko Berlin) 212 bis 216, Raps 345 bis
350; pro Doppelzentner: Weizenmehl 32*150 Btt 34,75, Roggenmehl 26,25 bis 27,75, WeizenÄL 13,70, Roggenkleie 13,40, Diktoriaerbfen 27 bi- 35, kleine Erbsen 25 bis 27, Futtererbsen 23 bi- 25, Peluschken 23 bis 25, Wicken 26 bis 28, Lupinen (blau) 12,50 bis 14,50, Lupinen (gelb) 1J bls -16,50, Rapskuchen 16,60 bis 16,80, Leinkuchen 23,60 bis 24, Trockenschnitzel 12,20 bi- 12,50, Torfmelasse 10, .Kartoffelflocken 25,50 26, Zucker 22,40 bis 22,60.
Rundfunk-Programm
des Frankfurter Senders.
(Aus der „Radio-Llmschau".) Mittwoch. 19. August. x
3Uhr: Wirtschaftsmeldungen. 4Uhr: Wetterbericht der Gießener Wetterdienststelle. 4 Ühr: Wirtschaftsmeldungen. 4.20 Uhr: Rachrichten- dienst. 4.25 Uhr: Wirtschaftsmeldungen. 4.30 bis 6 Uhr: Rachmittagskvnzert des Hausorchesters: Operetten von Lehar. 6 Uhr: Wirtschafts- Meldungen. 6 bis 7 Uhr: Kinderstunde: 11. sa„ gen--Rachmittag. 7 Uhr: Wirtschaftsmeldungen. 7.30 bis 8 Uhr: „UeBertragung von Tonen und Klängen", Dortrag von Herrn Prof. Dr. Dan- gert-Chemnih. 8 bis 8.30 Uhr: „Die gesetzlichen Doraussehungen für die Bewilligung "dös Armenrechts", Dortrag von Herrn Zustiz-Obersekretär Biehn. 8.30 bis 9.30 Ähr: Tanzmusik der Kapelle Steinmetz (auf zwei Klavieren). 9.30 Uhr: Rachrichtendienst, Derkehrsnachrichten der Hapag, Wettermeldung. 9.35 Uhr: Die Spätankündigung: „Zez Confreh!" 9.45 11 hr: Sportfunkdienst. 10 bis 11 Uhr: Chorkonzert. Ausführung: Quartett- Derein Darmstadt 1920.
Briefkasten der Redaktion.
(Rechtsqntachten sind ohne Derbindlichkeit bet Redaktion.)
Frage: Ich habe die Realschule bis einschließlich Untersekunda mit Erfolg besucht, war seither hn Bankfach tätig und beabsichtige, im Herbst dieses Jahres bei einem Artillerieregiment der Reic^- wehr einzutreten.
Welche Aussichten eröffnen sich hier? Sjabe ich Gelegenheit, die Feuerwerker- oder Artillerie-Irr- genieur-Laufbahn usw. einzuschlagen und weichespätere Einkommen ist mit einer derartigen SteÄ verbunden?
Antwort: Zunächst erfolgt Einstellung als Freiwilliger in das Reichsheer. Nach dreijähriger Front» dienstzeit bei der Stammtruppe (Infanterie, Artillerie usw.) erfolgt Vorschlag für einen Feuei> werker-Lehrgang, wenn von dem Freiwilligen fak» genbe Bedingungen erfüllt sind:
a) sittliche Reife, gefestigter Charakter;
b) mindestens im 4., höchstens im 3. Dlenftjohr stehend;
c) unverheiratet;
d) erwünscht für die Laufbahn ist die Obersekunda- reife einer höheren Lehranstalt. (Falls diese Vorbildung nicht vorhanden, wird einwandfreie Beherrschung der deutschen Sprache m Wort und Schrift, der vier Grundrechnungsarten sowie ausreichende Kenntnisie in Staatsbürgerkunde, Geographie und Geschichte gefordert) c) bestandene Unteroffizier-Anwärter-Prüfuna.
Entspricht der Anwärter den gestellten Anforderungen, wird er am 1. Oktober zum 1. Lehrgang der Feuerwerkerschule einberufen. Dauer ein Jahr. Anschließend 2. Lehrgang; Dauer wiederum ein Jahr. Bei Bestehen der Abschlußprüfung können die Anwärter — nach Maßgabe freier Stellen nach Ableistung einer vierjährigen Unteroffizier-Dienst'- zeit zu Feuerwerkern, nach weiteren zwei Jahren äu Oberfeuerwerkern befördert werden. Die Besoldung regelt sich nach dem Beamtenbesoldungsgesetz, und zwar sind etngeftuft: Grenadiere bzw. Kanoniere in Gruppe I, 1; Gefreite in Gruppe II; Unter- oftiziere in Gruppe III; Feuerwerker in Gruppe IV; Ooerfeuerwerker in Gruppe V.
Wem aus Gesundheitsrücksichten Essig bisher verboten ist, empfiehlt selbst der Arzt Cltrovin JMSfiS: Essig unerreicht in Geschmack und Bekömmlichkeit, habet eine Wohltat für Gesunde und Kranke.
UeberaQ erhältlich. Bezugs-Nachweis durch Citroviu-Fabrik Bad Homburg.
1 Flasche — 3—4 Ltr. gebrauchSf Essig, daher nicht teurer als guter Essig. 7567bs
erfuhr, daß sie mit einem späteren Zug abgereift sei. Infolge eines Fehlers an meinem Telephon konnte sie mich davon nicht unterrichten. Ich war dann am Bahnhof und holte sie ab. Um halb elf Uhr waren wir beide in der Wohnung. Sie können sich ihre Enttäuschung vorftellen, als sie sah, daß Sie nicht mehr hier waren."
Gabby begann zu schwanken. Ihr Mißtrauen hatte eine Höhe erreicht, daß sie mitunter ihrem eigenen Mißtrauen mißtraute. Was sollte sie nun glauben?
Fellips. merkte Gabbys Zweifel und schlug chr vor, mit ihm in ein Restaurant zu gehen. Das war ungefährlich, und sie wollte gern noch mehr hören und vor allem dahinter kommen, ob die Angaben des Bankiers wenigstens nicht unwahrscheinlich waren.
Sie traten ins Restaurant Viktoria, das wie gewöhnlich von Mittagsgästen vollbesetzt war. Sie fanden schließlich einen halbwegs geschützten Tisch, -an dem sie ungestört sprechen । u unten.
Bald merkten sie, daß sie von einem Tisch in der Nähe auffallend beobachtet wurden. An ihm saß Leutnant Bern mit einer Dame. Er war, wie man sehen konnte, schon zu dieser Stunde etwas angeheitert. Jetzt fing er an, den Bankier zu fixieren. Fellips ignorierte ihn und wollte das Gespräch mit Gabby wieder aufnehmen, als sich Bern erhob und an den Tisch trat.
Hochrot im Gesicht und mit dem Mut. den der Whisky dann und wann verleiht, erleichterte Bern plötzlich, laut und ohne Vorbereitung, sein Herz von all dem, was er mit dem Bankier noch nicht ausgetraaeh hatte.
Er schrie, daß es im ganzen Saal gehört wurde. Fellips sei ein Schurke, der nicht nur einmal sich Fälschungen zuschulden habe kommen lassen, er habe Berns unglückliche Situation ausge- nützt, um ihn zum Werkzeug für feine Fälschungen zu machen usw.
Es wurde ein öffentlicher Skandal. Die Leute begannen sich um den Tisch zu sammeln. Ein Ober- kellner eilte herbei und versuchte, der Szene ein Ende zu machen. Fellips saß starr und blaß auf seinem Stuhl und konnte nicht ein Wort hervor- bringen.
Als der Wirrwarr am größten war, machte sich Gabby davon. Nicht einen Augenblick wollte sie
länger hier bleiben. Eilends nahm sie ein Auto und fuhr zurück ins Hotel. Sie konnte sich kaum or- deutlich sammeln, als ihr schon Keylers Besuch gemeldet wurde.
Man brauchte nur sein freudestrahlendes Ge- sicht zu sehen, um sofort den glücklichen Ausdruck seines Unternehmens zu erraten.
„Ich habe die Papiere in der Reisetasche," sagte er triumphierend wie ein neugebackener Student, „was wollen Sie noch mchr?"
„Wie haben Sie es eingestellt, sie zu bekommen?" fragte Gabby neugierig.
„Darüber können wir später sprechen. Die Hauptsache ist, daß ich sie gefunden habe, nicht? Ich werde sie Ihnen jetzt sofort geben. Und dann ist die Reihe an Ihnen, Ihr Versprechen zu halten."
Bevor er die Tasche öffnete, bat er Gabby, ihr einige Worte über eine Sache sagen zu dürfen, die ihn schon lange, seit er sie kennen gelernt, vedrückt habe.
„Ich meine mein Verhältnis zu Fellips. Sie wissen, daß es für einen Mann ohne besondere Beziehungen schwer ist, eine gute Stellung zu erlangen. Und Herr Fellips war in seinen Angeboten an jene, die er ansteUte, immer sehr nobel. Ich habe mir natürlich, \6 wie viele andere, meine Arbeit bei ihm etwas anders vorgeftellt. Er begann damit, mich um einen privaten, diskreten Dienst zu ersuchen. Wie er wußte, befand ich mich gerade damals in sehr übler Lage. Es ist peinlich für mich, und auch überflüssig, in nähere Einzelheiten einzugehen. Das eine ergab das andere. Ich gestehe offen und ohne mich auf mildernde Umstände zu berufen, daß ich zu Fellips in ein Verhältnis geriet, das ich selbst unwürdig und widerlich fand. Das verdammte Geld! Er hat mich in eine derartige Abhängigkeit gebracht, daß er mir Aufträge erteilen konnte, deren ich mich.geradezu schämte. Aber nun ist Schluß da- mit, und es heißt biegen ober brechen. Und jetzt dürfen Sie über mich denken, wie Sie wollen, Fräulein Gabby."
Gabby war beinahe gerührt und reichte ihm die Hand. Es erschien ihr männlich und furchtlos, seine eigenen Mängel so zu entblößen.
Keyler suchte nun hastig in feiner Reisetasche und warf dann und wann eine kleine Bemerkung dazwischen, wie schwer es gewesen sei, der Papiere habhaft zu werden. (Fortsetzung folgt)


