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sotzung auf diesem Lande und Dolle liegt, wie ein böser Traum hinter uns liegen. Dis zu diesem Tage heißt es, weiter wie bisher ausharren. Ganz Preußen, ja daS ganze Reich wird dem Rheinland brüderlich zur Seite stehen, um ihm zu helfen daS zu tragen, was ihm auferlegt ist und was es letzten Endes doch für uns und alle anderen mit zu dulden bat. Namens der preußischen Staats Regierung und des preußi- schen Volkes grüße ich vom ganzen Herzen das Rheinland. Seine Verbundenheit mit allen, die deutschen Blutes sind, wird auch weiter die Jahrtausende überdauern.

Am Abend fuhren Reichskanzler Dr. Luther und die Minister nach Berlin zurück.

Der Reichspräsident an die Rheinlands.

Berlin, 16. Mai. kTU.) Der Reichsprä­sident hat an den O b e r b ü r g e rm e i st e r d e r Stadt Köln folgendes Telegramm gerichtet: Der Stadt Köln und dein gesamten Rheinlande entbiete ich am heutigen Tage der Eröffnung der Jahrtausendausstellung der Rheinlandc meine herzlich st en Grüße und meine b e st e n Wünsche. Diese Aus­stellung soll in einem Rückblick zeigen, wie die Lande am Rhein durch gemeinsame Sprache. Geschichte, Kultur und W'rtschast mit dem großen deutschen Vaterlande unlösbar verbunden sind. Mit welcher Treue auch in der Gegenwart dieses Landes zur Heimat und zum Reiche stehen. Haven die Ereignisse der letzten Jahre der ganzen Welt mit aller Deutlichkeit gezeigt. Daß die Gebiete am Rhein bald wie­der in voller Freiheit mit dem ge­samten Vaterlande vereint sein mögen, ist unser aller sehnlicher Wunsch und unser unermüdliches Bestrebe n.

Deutscher Reichstag.

Berlin. 16. Mai. In allen drei Lesungen wird der von der Deutschen Dvlkspartei einge­brachte Gesetzentwurf über die Hinausschie­bung der Der mögens st euer Voraus­zahlung vom 15. Mai 1925 um einen Monat angenommen, nachdem Abg. Dr. Hertz (Soz.) namens der Sozialdemokratischen Partei die Ab­lehnung erklärte.

Sämtliche Parteien, mit Ausnahme der Völ­kischen und. Kommunisten, haben einen Gesetz­entwurf zur Abänderung des Gesetzes über das Ruhegehalt des Reichspräsidenten cirg'b acht, worin ter Witwe des R.ichspräsiden- ten ein Witwengehalt in Höhe der Hälfte des Ehrensoldes des Reichspräsidenten und seinen Kindern ein Waisengeld nach den Sähen des Beamtenhinterbliebenengesetzes ausgesetzt würde.

Ter Entwurf wird in zweiter Lesung an­genommen.

Das Haus wendet sich dann der Beratung von Petitionen über

die Einheitsstenographie zu. Der Berichterstatter des Bildungsausschusses Akg. Bick cs. (D. Bp.) begründet eine Ent­schließung des Ausschusses, daß die Reichs- und Länderregierungen die neue Einheitskurzsch-rift überwachen müßten und etwaige Abänderungen unbedingt veranlaßten. Der Redner vertritt darauf einen vvlksparteilich-deutschnationalen An­trag. der tie Regierung ersucht, unter Berück- sichligung von Beanstandungen eine noch­malige Ausarbeitung der Systemurkande der neuen Einheitskurzschrift vorzunehmen, um den noch abseits stehenden Stenographenkreisen den Anschluß zu erleichtern.

Abg. Hofmann-Ludwigshafen (Zentr.) spricht sich gegen die nochmalige Liebet Prüfung des Cinheitskulzschriftentwurfs aus, die nur eine c Verzögerung herbei führen würde. Eine A.-Hebeieinstimmung aller beteiligten Kreise, ins- ' besondere der Lehrpersonen, würde doch n i e ; erzielt werden.

Staatssekretär Schulz meint, die Regierung halte es für höchste Zeit, in der Frage der Ein­heitskurzschrift aus der Theorie in diePraxis überzugehen. Cs sei unmöglich, vor Einführung dcr Einheitskurzschrift eine Systemänderung vor- zunehmen, u. a. auch deshalb, weil sich auf den vorliegenden Entwurf alle Länder müh- s ä m geeinigt hätten.

In der Abstimmung wird der Antrag Mumin- Bickes abgelehnt. Auch die Kommunisten stim­men gegen den Antrag.

Das Haus wendet sich dann der Wetterberatung des Etats des Reichsmini» steriums für Ernährung und Landwirtschaft zu. Abg. Blum-Berlin (Zentr.) meint, es sei jetzt, wo die Industrie Schutzzölle habe, selbst­verständlich, daß auch die Landwirtschaft durch Schutzzölle geschützt werde. Man müsse dem Großgrundbesitz zur Lösung ''einer volkswirtschaftlichen Aufgaben lebenserhaltende Bedingungen gewähren. Es gelte, die Pari­tät zwischen in- und ausländischen Preisen wiederherzustellen, was auch durch eine Herabsetzung der Amsahsteuer erreichbar wäre.

Reichsernährungsmmister Graf Kanih be­antwortet dann die Interpellation der- Deutsch- nationalen, die sich gegen die Aufhebung des Einfuhrverbots für Pferde wen­det. Der Minister führt u. a. aus: Die haupt­sächlichsten Gründe für die Aufhebung der Ein­fuhrsperre seien aber außenpolitischer Ratur. Die Tschechoslowakei, Ungarn, Belgien und Hol­land sowie andere Länder, die deutsche Zucht- pferbe schon vor dem Kriege stark eingesührt hätten, die aber ihrerseits auch Pferde nach Deutschland exportierten, brächten ihre Wünsche nach Aushebung der Sperre immer dringender vor, und wiesen darauf hin, daß sie keine deut­schen Pferde mehr importieren tonnten. Die Aufhebung der Einfuhrsperre habe ziffernmäßig keine Schaden für den deutschen Pferdehandel Perbracht. Es seien im ersten Monat der Auf­hebung insgesamt 600 Pferde eingeführt worden. Dadurch könne der deutsche Pserdemarkt in keiner Weise beeinträchtigt werden.

Abg. Hamkcs (D.Bpt» seht sich für die Schutzzölle für landwirtschaftliche Produkte ein. Unter dem Schuh von Zöllen habe sich die Produktion landwirtschaftlicher Erzeugnisse schon früher gehoben. Beispielsweise habe Deutschland ohne Schutzzölle jährlich 4,9 Millionen Tonnen Roggen gebaut; unter den Schutzzöllen dagegen 12,2 Millionen Tonnen. Seinen Standpunll für die Einführung landwirtschaftlicher Schutzzölle be­gründet der Redner in eingehenden Darlegungen auch mit der

Grubenkatastrophe bei Dorstfeld.

Explosion eines Vrennstoffmagazins. 44 Tote, 24 Verletzte.

Dortmund, 18. Mai. ($11.) Am Sams- tagnachmittag 4.30 Ahr geschah auf der Schacht- aulage Dorstfeld 5 eine schwere Explosion des Sprengstofsmagazins auf der Wettersohle, über die das Oberbergamt Dortmund folgenden Bericht herausgibt:

Die Explosion auf der Schachtanlage Dorst­feld 5 am 16. d. M. hat 4 4 Todesopfer gefordert, unter denen sich auch der Abteilungs- Vorsteher des hauptsächlich betroffenen Reviers befindet. Drei weitere Leute, die wahrscheinlich tot sind, werden noch vermißt. 24 Mann sind teils leicht, teils schwer verletzt. Die Ver­unglückten sind bis auf drei Vermißte ge­borgen. Sämtliche betroffenen Grubenbaue sind befahrbar. Eine weitere Gefahr besteht nicht mehr.

Rach den letzten Feststellungen hat die Ex­plosion des Drennstoffmagazins auf ein etwa taufend Meter entfernt liegendes Revier über» gegriffen, in dem Fettkohlenflöze abgebaut wer­den. Hier ist die Explosion anscheinend an dem K o h l e n st a u b der Abbaubetriebe eines Flözes nochmals kurz aufgeflammt. Diese hat die meisten Opfer gefordert. Die ganze Grube war durch Gesternstaubsperren und gestreuten Ge- steinstaub gesichert. Die Stelnstaubtrennung läßt sich leider nicht überall in den Abbaubetrieben ausführen, wodurch es anscheinend ermöglicht worden ist, daß die Explosion überhaupt auf das betroffene Revier in diesem Umfange hat übergreifen können.

An Einzelheiten über das Llnglück wird uns gemeldet.

Die Explosion

erfolgte auf der Sohle 6 von Schacht V in 635 Meter Tiefe mit solcher Wucht, daß oberhalb der Erde im Förderhaus die wuchtige Well­blechklapptüre eingedrückt wurde, wohl ein 'Be­weis, wie furchtbar die Explosion in den Stollen und Gängen gewütet haben muh. Die Ber­gungsarbeiten sind daher außerordentlich schwierig. Allerdings waren sie seit Mitter­nacht nicht mehr so gefährdet, da die Rachschwa­den durch die Schachtzufuhr abgezogen find. Die Sicherheitseinrichtungen auf dieser Zeche, die alle Reuerungen wie Gesteinstaubver­fahren, elektrische Grubenlampen schon längst ein­geführt hat, sind vorbildlich. Eine unglück­liche Verkettung von Zufällen muß die Ursache der Katastrophe gewesen sein. Zum Teil ulüssen sich die

Rettungsmannschaften aus tieferen Svhlen- gängen in die höheren Vorarbeiten, um dann durch Quergänge in bestimmte liefere Schachtplätze zu gelangen, wo es gilt, d i e durch Gesteinsbrüche eingefchlosse- Knappenam Leben zu erhalten. Sauer­stoffapparate können durch solch enge Gange nicht auf den Rücken getragen, sondern nur vorn auf der Brust mitgeschleift oder nachgezogen werden. In zahlreichen Kolonnen arbeiten unter Füh­rung ihrer Steiger und Obersteiger die Retter unermüdlich. Mancher von ihnen ist ohne Pause seit dem Antritt der Arbeit gestern mittag in schwerster Räumungsarbeit.

Rach den von der Verwaltung der Zeche herausgegebenen

Listen der Toten und Verletzten der Explosionstatastrophe sind die R amen von 31 Toten und von 6 in den Krankenhäusern nach­träglich verstorbenen Verletzten f e st g e st e l l t.

Außerdem ist noch ein unbekannter Verletzter verschieden. Es sind also 37 Tote namentlich festgestellt, älnbekannt sind noch weiter sieben, so daß die

Zahl der Todesopfer nunmehr 44 beträgt. In den Krankenhäusern befinden sich 24 namentlich sestgestellte und ein unbekannter Verwundeter-. Ein Steiger wird noch vermißt. Man vermutet, daß er sich noch im Schacht unter den Trümmern befindet. Sollte diese Vermu­tung zutreffen, so würde sich die Zahl der Toten endgültig auf 45 erhöhen.

Dor den geschlossenen Toren der plngUickszeche stauen sich iwch immer die An­gehörigen der verunglückten Bergknappen. Lastautos mit der Ablösung sind von den benachbarten Zechen herbeigeeilt. Zechen- Mannschaften, Privatautos von Zechenherren, Krankenwagen der Stadt und der Zechen­werke passieren die drei schmiedeeisernen Tore, die sich für manchen dei treuen Arbeiter zum letzten Male schlossen. Auf dem Zechen Hose stehen die Arbeitsgruppen der S am ar i t cr und Sanitätsmannschaften. Die T o t e n liegen aufgebahrt im Zechenvrrwaltungsgebäude auf Schacht II. Zwei Reihen stumme Kämpfer. Die Verletzten find in den städtischen Kranken­anstalten untergekommen. Die wenigen Leicht­verletzten haben das eigene Heim ausgesucht.

Die Knappen .die die grauenhafte Explosion verschonte, haben sofort die Rettungsarbei- t e n mit den Rachbarmannschaften ausgenommen, um als Stolleneingeweihte die unentbehrlichen Führer zu sein in dem Gewirr der Gänge.

Die Staatsanwaltschaft in Dortmund ist sofort nach dem Bekanntwerden des älnglücks auf der Zeche erschienen.

Die Beileidskundgebungen.

Der Dberpräfibent der Provinz Westfalen, Granowski, hat an den Oberbürgermeister der "tobt Dortmund aus Anlaß der Grubenkatastrophe auf der Zeche Dorstfeld folgendes Beileids­telegramm gerichtet:

Roch mar gestern abend die Feier der lieber- nähme der Universitätsklinik in Münster nicht be­endet, als die erschütternde Kunde von der Explo­sion der Sprengkammer auf dersZeche Dorstfeld hier eintref. Mit erschütternder Schnelligkeit häufen sich die 'b.'issenunglücke in der Provinz Westfalen.

Zum zweitenmal in biefem Jahr ist die Stabt Dort­mund von einer großen Grubenkatastrophe heim- gesucht worben,

der leiuer wieder viele Menschenleben zum Opfer ge­fallen sind. Ihnen, sehr verehrter Herr Oberbürger­meister, und allen von dem Unglück Betroffenen spreche id: meine ausrichtigste Teilnahme aus intern Bewußtsein, daß sich die ganze Provinz-dieser Teil- nahn-e anschließt."

Reichspräsident von Hindenburg hat an das Oberbergamt in Dortmund ein Tele gram m gerichtet, in dem es heißt.'

Der schwere Unglücksfall, der die Zeche Dorst- seld betroffen und so vielen braven Bergleuten das Leben genommen hat. hat mich aufs Schmerzlichste bewegt. Ich bitte, den Hinterbliebenen der Verun­glückten und Verlegten meine wärmste Anteilnahme zu übermitteln."

Weitere Beileidstelegramme sind vont Reichs- arbeitsminister Dr. Brauns und Reichskanzler Dr. Luther in Dortmund eingetroffen.

deutschen Konkurrenzunfähigkeit dem Aus­land, insbesondere Argentinien gegenüber.

Argentinien könne beispielsweise den ganzen deut­schen Fleischbedarf decken, und zwar zu Preisen, mit denen die deutsche Landwirtschaft auf keinen Fall mitlomrne. Man müsse zwar auch die Gr- trcidezölle jetzt beschließen, aber noch dringender seien im Augenblick die V i e h - und Fleisch- zolle. (Beifall rechts.)

Abg. S ch m i d 1 - Berlin tGoz.I behält sich eine ausführliche Stellungnahme seiner Partei zur Schuhzollfrage vor.

Abg. Behrens (Dtschn.) ist Der Ansicht, daß die im Etat für die Prüfung der Zördcrungsmöglichkeit der Landwirtschaft ein­gesetzte Summe von 2,5 Millionen Mari ver­doppelt werden müsse. (Beifall rechts.»

Abg. Dr. Runkel (D. Vpt.) begründet einen Antrag seiner Partei, in dem die Regierung um Bereitstellung eines langfristigen Kredits in Höhe von 3 Millionen Marc zu mäßigem Zins­satz für die Hochsee-Hecingssischerei zum Wieder­aufbau der Fischereiflotte ersucht wird.

Montag Auswärtiger Etat.

Abrüstung und Sicherheit. Französisch-englische Verständigung über die Abrüftungsnote.

London . 17. Mai. (WB.) Der diploma­tische Berichterstatter derSundah Times" er­fährt. daß der Wortlaut der Abrüstungsnote der Alliierten an Deutschland wahrscheinlich eine be­trächtliche Ueberraschung für Deutschland fein werde. Die Alliierten würden von Deutschland die genaueste Erfüllung der Bedingungen des Versailler Vertrages verlangen. Die Aeberein- stimmung zwischen Frankreich und Großbritannien über den Hauptinhalt der Antwort sei io gut wie erreicht. Man erwarte, daß die Botschaster- konferenz am Mittwoch sich über den endgültigen Wortlaut Der Rote einigen werde. Die Rote werde Darauf bestehen, daß Deutschland den Ver- pslichtungen, in denen es in Verzug fei, nach­komme, bevor die Räumung Kölns in Frage komme. Der diplomatische Korrespondent des Observer" schreibt, es fei zu befürchten, daß die deutsche öffentliche Meinung einen Schock er­halten werde, wenn die Abrüstungsnote ver­öffentlicht werde, falls tatsächlich die Rote end­gültig auf der Grundlage des Aeberci »kommens entworfen werde, daß jetzt zwischen drc fran­zösischen und britischen Regierung so gut wie erzielt sei. Wie jetzt angedeutet werde, werde die Rote ein langes Dokument fein, das eine furchtbare (formidable) Liste von For derungcn enthält, denen genügt werden müßte, bevor Deutschland nach Ansicht Der Alli­ierten die Abrüstungsbedingungen des Vertrages erfüllt habe, und bevor Daher Köln geräumt wer­kten könne.

Heber die Siche rheitspaktverhand- lungen berichtet der Korrespondent, es heiße.

daß Briand den französischen Standpunkt ver­trete, wonach der Pakt die Zusage Deutschlands enthalten mühte, die Vertragsgre n z e n i m Osten ebenso wi e Die im Westen dauernd a n z u e r k en n e n, Frankreich werde zweifellos, nachdem das britische Kabinett die An­gelegenheit erwogen habe, mitgeteilt werden, daß nach britischer Ansicht das deutsche Angebot, keinen Versuch zu unternehmen. die Ostgrenzen durch kriegerische Methoden abzuandern, Den An­forderungen genüge, und daß Die britische Politik die beiden folgenden Bedingungen i.i Rechnung ziehe, daß Deutschland vor der Ab­schließung des Paktes dem Völkerbund bei- tritt, und daß, während der Pakt die West­grenzen unbedingt schützen, es aber nicht zu seinen Zielen gehören soll, die bestehenden Ver­tragsbedingungen für Deutschlands Ostgrenzen zu schwächen. Das heiße, Deutschland solle nicht ermutigt werden, irgendetwas im Osten zurück- zubetommcn außer durch das normale Wirken der Völkerbundssatzungen. Weiter werde Die britische Politik niemals gehen.

Die polnischen Briefkasten in Danzig.

Haag, 16. QHai. (WTB ) 3m großen Rechtssaql des Friedenspalastes wurde heute mittag das Gutachten des Internationalen Ge­richtshofes im Danzig-polnischen Poststreit in Anwesenheit zahlreicher Vertreter des Diplo­matischen Korps, darunter auch des deutschen und polnischen Gesandten in öffentlicher Sitzung bekanntgegeben. Die Verlesung fand in eng­lischer Sprache statt unD dauerte l3 $ Stunden. Das Gutachten beschränkt sich in feinen 41 Seiten langen Rechtsausführungen aus den polnischen Anspruch hinsichtlich des polnischen Post- dienstes im Hafen vonDanzig.dessen Gebiet jedoch nicht abgegrenzt wurde, so daß der Völkerbund die Hafengrenze fest­zulegen haben wird.

3m Hafen von Danzig habe Der polnische Psstdienst das Recht, Briefkasten anzubringen und Postsachen anzusammeln und zu verteilen, jedoch außerhalb des Helvetius-Platzes, und so, daß die Benutzung dieses Postdienstes durch das Publikum zulässig sei.

Die Kämpfe in Marokko.

Schwierige Lage der Franzosen.

Paris, 15. Mai. (WB.) Das Kriegsministe- tium teilt über die Operationen in Marokko mit: Die Gruppe Eolomba (Westgruppe) hat das Gebirge von Bibane eingenommen, ist auf der Linie des Qued Aoulai vorgerückt und hat zwei Posten befreit. Im mittleren Frontabschnitt hat Die Gruppe Frcydenberg vor ihren Stel­lungen eine zweite heftige Offensive des Feindes zurückgewiesen. Die gestern in Paris cingetrof- fenen Rummern der französischen in Marokko er-

Icheinenden Zeitungen melden Dal) Die fran­zösische Front an verschiedenen Punkten sehr bedroht und bereits eingebrochen war. Verschiedene französische Offiziere hätten eine völlige ilnfäfrigfeit an Den Tag gelegt uni) ein General sei sogar seines Amtes ent­setzt worden. Mehrere Journalisten seien ge­waltsam a u d Der Frontlinie entfernt worden, weil sie ihre Berichte aus persönlichen Eindrücken geschöpft hätten.

Aus aller Wett.

Wohnung und Siedelung Iahresfchau deutscher Arbeit.

Am Samstagmittag sand in Dresden im großen Saale des Ausstellungspalastes in Gegen wart von Vertretern der Behörden des Reiches, des sächsischen Staates und der Stadt Dresden sowie zahlreicher Ehrengäste Die Eröffnung der Ausstellung Wohnung und Siedlung; Iahresschau deutscher Arbeit" statt. Es waren u. a. erschienen Reichs- arbeitsminister Brauns nebst Ministerialdirektor I m h o s, Ministerialdirektor Pößs ch als Vertreter der Reichsregierung, der sächsische Reichsratsbevoll- mächtigtc Geh. Legationsrat Graf Holtzendorff und sämtliche sächsischen Minister mit Ausnahme des beurlaubten Ministerpräsidenten, Der Oberbür germeister und der Stadtoerordnetenvorsteher von Dresden. Die Feier wurde eingeleitet durch einen Festgesang des Kreuzchors. Rach Der Er­öffnungsrede des Präsidenten der Jahresschau Stadt­rat Dr. Krüger sprach Wirtschaftsminister Mül­ler im Auftrage der sächsischen Regierung und gleichzeitig auch namens der Rcichsregierung die besten Wünsche für einen vollen Erfolg der Aus­stellung zum besten der kulturellen und wirtschaft­lichen Weiterentwicklung des gesamten deutschen Volkes aus. Rach einem abermaligen Gesang des Kreuzchors erklärte Stadtrat Krüger die Ausstellung für eröffnet. Unter Fühlung Der Herren von Der Ausstellungsleitung wurde fodann bei prächtigem Wetter ein Rundgang durch die verschiedenen Abteilungen der Ausstellung angetreten. In der Ab­teilung für Kunst und Wissenschaft wird ein Ueber- blick über die geschichtliche und völkerkundliche Ent­wicklung des Wohnungs- und Siedlungswesens ge boten. .Auch ein Ausschnitt aus der Wohnungs- un' SieDekungstätigkeit Des Auslandes wird gezeigt, i der besonders England und Holland vertrete sind. In der umfangreichen Abteilung des Lande ausfchuffes des sächsischen Handwerks tritt besonde s das Haus Des Handwerks in die Erscheinung.

100 Opfer eines Hanseinsturzes.

In der Ortschaft Z u g d e d h im Kaukas> stürzte währ e nd einer georgischen Hoch zeit ein Haus ein, in dem sich 400 Men­schen befanden. Angefahr 10 0 Personen fanden den Tod unter den Trümmern, diele wurden schwer verletzt. Bis jetzt wurden fünf Leichen geborgen.

Wettervoraussage.

Heiter bis wolkig, wechselnde Winde, nach Gewitterregen kühler.

Das mit feinem Zentrum über Südvsi- skandinavien liegende Hochdruckgebiet hat sich erneut befestigt, während Der Hauptwirbel im Rordmeer nördlich abzieht. Jedoch ist von Rord- westfrankreich ein Teilausläufer nach Westdeutsch­land vorgestoßen, der weitere Gewitterstömmgen erwarten läßt.

Aus Stadt und Land.

Gießen, den 18. Mai 1925.

Vorschriftswidriges Fahren eines Kraftwagenführers.

Ein wichtiges Gerichtsurteil.

Eine Entscheidung, Die für Das Verkehrs- leben a u f Den Straßen von Wichtigkeit ist, wurde von Der Kleinen Stra f kammer Gießen am Freitag gefällt. Ein hiesiger Kraft- Wagenführer fuhr mit einem Personenauto, von Der StaDt kommend, durch hie Gartenstrahe nach Der Ludwigstraße zu. Er hielt sich Dabei aus den Gleisen Der elektrischen Bahn Bor ihm in Der gleichen Richtung fuhr ein Radfahrer, und zwar links neben den Gleisen, ziemlich auf Der Mitte Der Straße. Er beachtete hierbei die Vorschrift, daß das Fah­ren auf den Gleisen der elektrischen Bahn in Der Längsrichtung Der Schienen ver­boten ist, soweit neben ihnen die Fahrbahn genügend Raum für Den Fuhrwerksverkehr bietet. Von entgegengesetzter Richtung kam ein größeres Fuhrwerk und versperrte von dem Auto aus gesehen den linken Teil des Fahrdammes. Der K r a f t w a g e n f ü h r e r gab Hupensignale und versuchte, vorschrifts­widrig den Radfahrer rechts zu überholen. Dieser, der mir das Signal, das der Führer kurz vor dem Zusammenstoß gegeben hatte ob dieser vorher schon Signale gegeben hatte, konnte nicht einwandfrei sestgestellt werden -- , gehört hatte, bog, Der Vorschrift entsprechend, scharf nach rechts ab. um den Kraft- Wagen links an sich vorbei zu lassen. Sofort wurde er von dem Auto ersaßt und erlitt Verletzungen am linken Oberschenkel und rechten Fuß. Das Fahrrad wurde eine ganze Reihe von Metern mitgeschleist. Dann erst konnte der Führer den Wagen zum Stehen bringen. Der Vvrderrichter hatte eine Fahrlässig­keit des Kraftwagenführers darin ge­sunden, daß er bei der Schlüpfrigkeit des Weges es hatte gerade stark geregnet nicht so langsam fuhr, daß er das Auto aus die kürzeste Entfernung zum Halten brachte und den Ange­klagten wegen fahrlässiger Körperver­letzung zu einer Geldstrafe von 20 Mark ver­urteilt. Die Kammer hielt zwar den Rachweis zu schnellen Fahrens nicht für erbracht, sah aber eine Fahrlässigkeit des Angeklagten in dem Amstand, daß er versuchte, den Rad­fahrer auf der rechten Seite zu über­holen, und verwarf Die Berufung Des Ange­klagten. Sie stellte fest, Daß Der Angeklagte bei Abgabe Des Signals damit rechnen mußte, daß der Radfahrer noch tut letzten Augenblick, Der

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