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Hreitag, (L Juli (925

Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Oderheffen)

Hr. (65 Zweites Blatt

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Neues vom Namen Gas.

Der Name Gas ist bekanntlich zuerst von dem holländischen Physiker von Helmont geprägt wor­den Aber es bestanden bisher verschiedene Ver­mutungen darüber, wie er zu dieser Benennung gekommen ist. So leitete man den Namen von dem flämischen Wort .geest" oder von unserm Wort Gaze ab, weil dadurch die geringe Konsistenz des

luftiörmigen Gebildes bezeichnet werden sollte. In der .Revue der Universität Brüssel" weist aber nun Delacre nach, daß von Helmont das Wort Gas von dem griechischen Wort Chaos ableitete. Er hat sich selbst in einer bisher nicht berücksichtigten Stelle seiner Schriften darüber ausgesprochen.' er hielt nämlich diese neue Mischung für etwas, da« weder Stoff noch Flüssigkeit noch überhaupt etwas Geformtes ist. für einen sehr veränderlichen Gegen­stand, der dem griechischen Chaos entsprechen sollte. Helmonts Anschauungen vom Gas sind da­nach noch ein wenig chaotisch. Er sagt aber selbst ausdrücklich, er habe den neuen Stoff Gas genannt, weil er »noch nicht weit von Chaos entfernt sei." Die Ableitung des Wortes 'st also danach nicht zu bezweifeln. Gas bedeutete für Helmont noch der Desinition von Delacre »eine Art ChaoS, eine Form der Unmehlichkeit, in der sich die Geheim, niffe der Natur vollziehen."

Turnen, Sport und Spiel.

Das deutsche Halbblut.

Von Prof. Dr. K n e l l - Gießen.

Die diesjährige Ausstellung der Deutschen Landwirtschaftlichen Gesellschaft in Stuttgart gab eine wundervoll schöne Uebersicht über die Zucht des deutschen Halbblutpferdes. D.'i aller Schärfe des Urteils im Einzelnen nannte der Referent der Preisgerichte zur Beurteilung der ausgestell­ten Pferde das deutsche Halbblut das beste Halblutpferd der Welt. Dieses Urteil ist. wenn man das Ganze ins Auge faßt, richtig. Mögen andere Völker, insbesondere die Engländer, auch einzelne Schläge besitzen, die dem deutschen Durchsch^ittspferd überlegen sind, die Gesamtheit der Masse der deutschen Halbblüter stellen einen wertvolleren, für den gesamten Na- tionalbesih wesentlicheren Faktor dar, als in allen anderen Staaten.

Darüber, was man unter einem Halbblut­pferd versteht, bestehen vielfach unzutreffende An­sichten. Wir trennen alle vorhandenen Pferde­rassen in Kaltblut und Warmblut,' manche nennen sie auch Schrittpferde und Schnellpferde. Damit ist die Leistung der Tiere treffend charakterisiert. Die Schrittpferde sollen schwere Lasten in lang­samer Gangart vorwärts bewegen. Ihr bei uns verbreitester Typ ist der sog. Belgier. Bei den Schnellpferden kommt es darauf an. die Bewe­gung der Last, sei es unter dem Reiter, sei es im Zug, mit Schnelligkeit auszusühren. Die For­derungen, die je nach diesen Leistungen an Dau und Temperament der Tiere zu stellen sind, sind naturgemäß sehr verschieden. Was für die eine Art gut oder doch wenigstens erträglich ist, kann für die andere Art schwer fehlerhaft sein. Was bei den Schnellpferden am meisten in Anspruch genommen wird, ist weniger das Knochengerüst samt Muskeln, Sehnen und Gelenken, als die Lungen und ganz besonders das Herz.

Tas edelste und am höchsten entwickelte Warmblutpf erd (Schnellpferd) ist der Vollblüter. Er stammt aus England, oder richtiger gesagt aus dem Orient. Dort hat man schon lange mit Liebe und Verständnis ein Pferd gezüchtet, das die wesentlichste, den Pferden von Natur aus eigene Eigenschaft zur vollsten Entfaltung brachte: die Schnelligkeit des. Laufes. Begründerinnen der Zucht des Arabers sind der Sage nach 5 Stuten, welche 622 n. Ehr. auf der Flucht des Propheten Mohamed, der Hedschra, von Mekka nach Medina ans Ziel kamen. Die Schnelligkeit ist also die höchste Lugend des Reitpferdes des

Der Wiedereutdecker des römischen Forum- gestorben.

Mit dem italienischen Senator Giacomo Boni ist einer der Großmeister der modernen Archäologie dahingegangen. Bonis größte Tat war die Aus­grabung des Forums von Rom. die er vor etwa 25 Jahren begann, und die heute eine der größten Sehenswürdigkeiten der ewigen Stadt ist. Seitdem widmete der geborene Venezianer seine ganze Lebensarbeit der archäologischen Erforschung Rom« und hat wichtige epochemachende Grabungen auf dem Forum und dem Palatin geleitet. Er machte die Entdeckung, daß die Trajansäule in Wirklichkeit ein Mausoleum darstellte. Jahrelang lebte er in einer Hütte auf dem Palatin, um in engster Be­ziehung mit den Arbeitern zu sein, und sein Name wird in der Geschichte der Archäologie und der Ausgrabungstechnik unsterblich fortleben.

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heftiger wieder ein. Alm löschen, bedarf es eben Wasser ins Blut, mit Trinkens.

Die Temperatur des

englischen staattichen Lebens. Wohl verfügt die öffentliche Gewalt in England über Machtmittel, die uns abhanden gekommen sind. Trog aller Modernität, Demokratie und wie die schönen Worte alle heißen, besitzt England ganz im Geheimen rein mittel- a 1 ter 1 iche Einrichtungen, mit denen jede Willkür gerechtfertigt werden kann. Aber man wird sie nicht anwenden, ehe nicht alle anderen Mittel erschöpft sind. Denn sollte ein Streik im Kohlenbergbau Er­eignis werden, sollte es zum Kampfe kommen, dann wird man die Gelegenheit ausnutzen, um den Kampf als eine Auseinandersetzung mit dem Bolschewismus abzustempeln und wie die Er­fahrung immer wieder gezeigt hat :Die englische Arbeiterschaft ist für Moskau nicht zu haben. Ge­lingt die Verschiebung der Zielsetzung, dann ist der Streik für die Bergleute schon verloren, ehe er auch nur angehoben hat.

Aber diese Auseinandersetzung wird noch wei­tere Kreise ziehen. Die Gefahr bolschewistischer Pro. paganda liegt im FernenOsten. Karachon spielt in China ein hohes Spiel. Aber auch hier droht vor­läufig wenigstens keine offene Gegnerschaft für die englische Politik. Man bemüht sich um Anbahnung der allen Freundschaftsbeziehungen zu Japan. Man tue diese Möglichkeit nicht mit einem Achsel» zucken ab. Für Japan geht es um Sein oder Nicht­sein. Je länger es die Auseinandersetzung mit Eng- land und den Vereinigten Staaten hinausschieben rann, um so besser. Es besitzt den Vorteil der geo­graphischen Lage, die es eines Tages zur Vormacht in China werden lasten muß. aber diese Vormacht­stellung wird es jetzt noch nicht erlangen und wird es mit kriegerischen Mitteln niemals in seinen Besitz bringen können.

So stehen die Aktien Englands alles in allem ge­nommen, nicht so schlecht. Aber ... man wird täglich mit der gegenwärtigen Regierung unzufriedener. Sie wäre, sagt man, der Lage nicht gewachsen. Sie ließe die Dinge treiben, wo sie führen müßte. Und so kann letzten Endes aus den derzeitigen Schwierigkeiten gleichzeitig ein Sieg der englischen Staatskunst und dennoch eine Niederlage des St n b i n e 11 e s entstehen.

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51 Grad bei einer Sonnentemperatur von 40 Grad zu trinken, als Wasser von 6 Grad bei einer Temperatur von 20 Grad. Wenn die Temperaturspanne zu groß ist. so wird das Durstgefühl noch nicht einmal gestillt, denn das Einströmen einer zu kalten Flüssigkeit in den Magen bewirkt einen gesteigerten Zustrom des Blutes und damit eine Entleerung und Aus­trocknung der Gefäße und Gewebe an der Ober­fläche des Körpers Das ist auch der Grund, weshalb nach der Einnahme von Eis das Durst­gefühl nur gesteigert wird, wodurch häufig ge­nug mehr oder weniger gefährliche Blutstau­ungen bewirkt werden. 3m allgemeinen darf man sagen, dah die beste Temperatur des Trink- Wassers im Sommer eine solche von 8 Grad ist. Man hat dann das Gefühl der Erfrischung, ohne einen Schaden befürchten zu müssen, so­fern man nicht gerade stark transpiriert oder eine allzu große Menge des Getränkes zu sich nimmt. Cs sei noch hinzugefügt, daß man durch langsames Trinken, indem man das Wasser so­zusagen schlürft, die Einwirkung auf den Schlund verlängert und die Reflexwirkung des trockenen Schlundes, von der oben gesprochen wurde, am schnellsten unterdrückt. Mit einem Wort, man soll mäßig kühles Wasser, und zwar schluck­weise trinken, dann hat man weniger Durst als yach irgend einem anderen Getränk.

A.alers. 3n seinen zahllosen Kämpfen braucht er sie zum Angriff wie zur Flucht. Die Prüfung der Schnelligkeit ist die höchste, anstrengendste und aufreibendste Leistungsprüfung.

Don diesen edlen und in ihren Raffeeigen- tümlichkeiten konstanten Pferten wuid.'n gute Exemplare, ©tuten wie Hengste, nach England eingeführt durch den Stallmeister der Königin Elisabeth und wurde fortgesetzt unter Jakob 1. , 1603 bis 1625) und unter Karl I., Cromwell. Karl II., Wilhelm III. (um 1700) und Georg I. sowie der' Königin Anna. Die Hengste wurden auch zur Veredelung des durch Auswahlzucht ver­besserten Landpferdes benutzt.

Viele dieser Orientalen gewannen keinen er­heblichen Einfluß auf die Landespferdezucht. Einige wenige, besonders wertvolle Tiere, die ihre guten Eigenschaften gut vererbten, wurden in­dessen zu Begründern der ganzen, jetzt bestehen­den Dollblutzucht (White Ture. Helmltz Ture. Byerla Ture. Godolphin. Darlehs Arabian u. a.k Alle zur Zeit lebenden Dollblut­pferde führen i5r:n Stammbaum auf eines der damals cingesührten arabischen Pferde zurück. Die Pferde veränderten unter dem Einfluß von Boden und Klima sowie der bodenständigen Rassen, auf die sie aufgepfrvpft wurden. Form und Charakter. 3n einer Eigenschaft, die beson­ders gepflegt wurde, blieben sie den Ahnen treu: der Geschwindigkeit. Schon unter JakobI. prüfte man diese Eigenschaft durch Rennen. Was dem Laien v'.elsach als luxuriöser Sport erscheint, ist in der Tat eine ernste Prüfung auf die Leistungsfähigkeit des Tieres. Nur die leistungs- fähigsten Pferde, die Sieger, werden in die Ge­stüte eingestellt und zur Nachzucht benutzt. 3hre Nachkommen soweit sie nicht wieder in Doll­blutgestüte ^eingestellt werden kommen in die Landgestüte, wo sie zur Derbesserung einheimi­sche! Pferde benutzt werden. Deren Nachkommen wiederum beeinflussen als Deckhengste das Zucht- material der ländlichen Züchter. So wirkt ein einziger Dollbluthengst durch seine Nachkommen wenn er sich gut vererbt auf tausende von Pferden ein. Das Schicksal der ganzen Zucht liegt darin, daß durch die Leistungsprüfungen auf der Bahn die besten Pferde gefunden werden, die diese entscheidende Wirkung entfalten.

Die Pferde, die aus der Kreuzung von Doll­blut mit Pferden der Landschläge entstehen, be­zeichnet man als Halbblutpferde. Ein Halbblüter kann viel oder wenig Blut vom Vollblut haben, je nach der Beeinflussung seiner Vorfahren durch das Vollblut. Man drückt den Dollblutgebalt einer Zucht durch Proz entziffern aus und spricht von 50 Proz., 60 Proz. Vollblut usw. je nach dem Grade der Veredlung. '

Während die Leistung des Vollblutes nur in der Geschwindigkeit, die des Kaltblutes nur in der langsamen Zugkraft liegt, ist das Halbblut äußerst vielseitig in der Verwendbarkeit. Es geht im Lastwagen so gut, wie im Kutschwagen und auch unter dem Reiter. 3n dieser Vielseitigkeit liegt die Bedeutung des Halbbluts.

3n Deutschland hat man sich schon vor der Einfuhr von Vollblutpferden bemüht, durch Aus­wahlzucht die einheinrischen Rassen zu verbessern. Schon der Deutsche Orden befaßte sich mit der Zucht eines schweren Ritterpferdes. Preußens Herrscher gründeten Gestüte und ließen Lcmd- beschäler aufstellen. Do entstand das Gestüt Tra- kcchnen 1725 unter Friedrich Wilhelm I. Gleich­zeitig begann die Einfuhr englischer Vollblut­pferde. die bald einen entscheidenden Einfluß auf die Entwicklung der Zucht bekamen. Weitere Gestütsgründungen erfolgten in 3nsterburg, Ragnit, Augsburg. Oletzko. Neustadt a. d Dosse, Marienwerder. Nach der Zerstörung aller An­fänge in den napoleonischen Kriegen erfolgte 1814 und in den folgenden Jahren der Aufbau von Trakehnen. Gradih. Neustadt, Gudwaflen, Inster­burg. Deberbeck. Namen, die noch heute einen guten Klang in der Halbblutzucht haben.

Die Aufgabe dieserHauptgestüte" ist es nicht. Gebrauchspferde zu erzeugen, sondern das Hengst material, das dann in den Canögeftüten ausgestellt wird und die gesamte Pferdezucht be­einflußt. Daneben bestehen noch eine Reihe von Privatgestüten, welche das gleiche Ziel verfolgen. Das Zuchtziel der heutigen Halbblutzucht ist, ein Pferd zu erzeugen, das Adel zeigt und Masse hat. «Rasse mit Masse.) Dabei versteht man unter Adel die «Schönheit der Form, Ausdauer. Widerstands­fähigkeit. Eleganz und Temperament. Außerdem soll das Pferd, um positive Leistungen zu brin­gen. ausreichendes Gewicht ins Geschirr bringen.

Die Halbblutzucht hat jetzt schwere Zeiten. Ein Hauptabnehmer ihrer Zuchtprodukte, das Heer, hat fast keinen Bedarf mehr. Autos beenden die Ver­wendung edler Pfrede in den Städten. Wer bringt in der Unrast unserer nervösen Zeit noch die Muße

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Verlustes leiden, wird denn auch heute da­durch beseitigt, daß man ihnen Salzwasser in die Adern einspriht. Kurz, man hat allen Grund, den Durst alsdas Wasserbedürfnis des Or­ganismus" zu definieren, ein Bedürfnis, das durch einen vom Schlunde ausgehenden Nerven- reslex zum Bewußtsein gebracht wird. Man kann es vorübergehend dämpfen, indem man die Hintere Schlundwand anfeuchtet ober den sprichwörtlichen Kieselstein im Munde bewegt und dadurch eine stärkere Speichelabsonderung herbeisührt. Aber diese Mittel dienen nur dazu, den Organimus zu täuschen. Nach einigen Augen­blicken stellt sich das Durstgefühl nur um so

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Durst und Durstgefühl.

Die allgemein verbreitete Ansicht, daß das bloße Anfeuchten des «Schlundes mit ein paar Tropfen Wasser das beste und einfachste Mittel sei, das Durstgefühl zu beseitigen, beruht auf ebenso irrtümlichen Voraussetzungen wie der alte, noch immer vielfach vorherrschende Glaube, daß es schädlich sei, kaltes Wasser zu trinken.

Ein bloßes Anfeuchten der Kehle zum Zweck der Stillung des Durstgefühls erfüllt in Wahr­heit diesen Zweck nur, wenn das Durstgefuhl auf einer lediglich durch örtliche älrsachen hervor- gerusenen Trockenheit des Mundes beruht. War aber eine beträchtliche Dermindxrung des Wasser­gehalts im Gesamtorganismus' die Ursache des Durstes, so muß der Wasserverlust unbedingt durch Trinken oder durch ein Klistier erseht wer­den Der Durst wird nämlich durch eine Ver­minderung des Wassers im Blute herbeigeführt, und die Trockenheit der Schleimhaut der Mund- und Rachenhöhle ist nur der durch die sensiblen Nerven bedingte Erregungszustand, der uns die, durch die Verminderung des Wassers im Blut hervorgerufene. Notwendigkeit neuer Wasser- zusuhr zum Bewußtsein kommen läßt. Ein fran­zösischer Gelehrter vermochte deshalb ohne wei­teres den Durst von Hunden zu löschen, indem er ihnen Wasser in die Adern einspritzte. Den entgegengesetzten Weg schlug Claude Bernard ein, indem er durch eine Reihe von Experimen­ten an einem Hunde den Nachweis erbrachte, daß Wasser, das den Magen passiert, ohne dort festgehallen zu werden, den Zweck verfehlt, den Durst zu stillen. Hierzu ist unbedingt darüber kann kein Zweifel bestehen die Zuführung einer genügenden Wassermenge ins Blut erfor­derlich. Der brennende Durst, an dem Verwun­dete infolge starken Blut- und daher auch Wasser-

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untergeordnete Rolle. Ob wir lauwarmes Wasser, kaltes Wasser oder Eiswasser trinken, die Wirkung bleibt immer die gleiche, d. h. der Durst wird gestillt. Je weniger kalt das Wasser ist, desto länger dauert es aber, bis die Wirkung sich eingestellt, bzw. das Wasser dem Blut bei­gemischt bat. Ist dagegen das Wasser genügend kalt so verschwindet das Durstgefühl sofort, be­vor'die Flüssigkeit noch Zeit gehabt hat, sich ins Blut auszuwirken. Ebenso verhält es sich mit warmen Getränken. Sieüberrumpeln' den Schlund ebenso wie ein Eisgetränk und beruhigen das Durstgefühl ungleich schneller als ein Ge­tränk, das die Lufttemperatur zeigt.

Die hygienisch bekömmlichen Temperaturen unserer Getränke liegen innerhalb sehr weiter Grenzen. Vermeiden muß man in jedem Fall nur solche Getränke, deren Temperatur einen allzu großen Unterschied gegenüber der des Kör­pers zeigt. Es ist gefährlicher, Wasser von

Hochschulnachrichten.

Darmstadt, 16. Juli. Rektor und Senat der Technischen Hochschule Darmstadt haben den Geheimen Kommerzienrat Dr. Phil. Dr.-Ing. Friedrich Schott in Heidelberg in Anerken­nung seiner Verdienste um die Hochschule bte Würde eines Ehrendoktors erteilt.

Gerichtssaal.

Hana u. 16. Juli. (Wolff.) Gestern abend gegen 10 Ahr wurde nach mehrtägiger Verhand­lung und nach 2>/2stsilidiger Beratung das Urteil gegen den Gattenmörder Ingenieur Mait Seidel, der im Oktober v. Is. bei Fulda seine Frau ermordete und die Leiche im Felde ver­scharrte, gefällt. Das Gericht erkannte auf To­desstrafe unter Aberkennung der bürgerlichen - Ehrenrechte. Der Verteidiger. Rechtsanwalt Dr. Fürst-Frankfurt, wird gegen das Urteil Be­rufung einlegen. ,

Wirtschaft.

Ab Montag Wiederaufnahme der Anleihe-Notierungen? Der Ber­liner Dörsenvorstand befaßte sich in einer Sitzung am Mittwoch u. a., mit der Frage der Wieder­aufnahme der offiziellen Notiz für deutsche Reichs-, Staats- und Kommunal-Anleihen. Em endgültiger Beschluß wurde, wie der DHD. mel-

Die englische Krisis.

Von unserem W. 0. K.-Berichterstatter.

London, 14. Juli 1925.

3m englischen Kohlenbergbau, in der Wirtschaft, in den Beziehungen zu Rußland oder zu China kriselt" es. Generalstreik, Abbruch der Beziehungen mit Rußland, eineAktion in China", und nicht zu vergessen Regierungsumbildung, Um­wandlung des Kabinetts Baldwin sind allenthalben lebhaft erörterte Gegenstände. Es gährt. es kocht, es brodelt in dem Gewässer der englischen Politik, als wäre es plötzlich vulkanisch geworden. In dem aus steigenden Dampfe ist es schwer, das Wesentliche zu sehen, zumal die Oessentlichkeit vorläufig noch nicht allzu sehr beunruhigt ist. Selbst die Kohlenkri- f i 5 wird trotz alarmierender Nachrichten mit Ruhe betrachtet. , . _ .

Zwar ist der Vermittlungsversuch der Regierung gescheitert. B r i d g m a n , erster Lord der Admira­lität, der damit betraut war, hat sich einen Korb ge­holt. Das war an sich zu erwarten. Keine der beiden Parteien ist in der Lage, nachzugeben ehe nicht alle friedlichen und auch unfriedl.chen M,tel erschöpft sind Der Kohlenbergbau rentiert sich nicht mehr. Schacht über Schacht ist stillgelegt worden und in den letzten Wochen sind über dreihunderttaufend Ar­beiter auf die Straße gesetzt worden. Das Lohn­abkommen war unter diesen Umständen nicht mehr haltbar. Es war für die Unternehmer selbstmörde­risch.

Aber die Lage der Arbeiter ist nicht anders. Die Löhne im Kohlenbergbau sind nach englischen Be­griffen nicht hoch. Ein Abbau von 1520 Proz. ist schlechterdings nicht möglich. Eine Vermehrung der Arbeitszeit wird nach Meinung vieler sachver­ständiger Arbeiter keine Erhöhung der Rentabilität des Kohlenbergbaus bringen. So scheint denn nichts zu bleiben als der Streik.

Für diesen Streik werden schon jetzt umfassende Vorbereitungen getroffen. Die englischen Gewerk- schäften haben sich zusammengeschlossen und den Kohlenarbeitern Unterstützung zugesagt, ja selbst in den Vereinigten Staaten soll eine Aktion einsetzen. Der Streik soll international organisiert werden: Ein Kampf bis aufs Messer, mit dem Ziel der V e r« staa11ichung des englischen Kohlen­bergbaus. Das Programm ist rechtüppig". In­zwischen wird die Regierung, wie man annimmt, einen Untersuchungsausschuß einsetzen, und dieser wird, wenn er nicht den Streik verhin­dern kann, jedenfalls die Aufgabe haben, die mög­liche Einigung nach stattgehabtem Streike oorzube- reiten.

Ist aber der Streik unvermeidlich? Viele glau­ben es. Beide Parteien, Bergherren wie Bergleute, haben unbedingt Recht. Keiner von beiden kann mit gutem Gewissen nachgeben. Es wird also auf eine Machtprobe ankommen. Eine Machtprobe im Koh­lenbergbau liegt aber nicht im nationalen Interesse Englands und damit schließt sich die fBcroeisfüIurung wieder zusarrBien: Wenn er nicht im Interesse Eng­lands liegt, bann muß er verhindert werden. Es erscheint also nicht für unmöglich, daß man auch in diesen Falle wieder zu der uralten Ausflucht greifen wird, einen Vorfrieden zu schließen, einen schwebenden Zustand zu schaffen, derweilen sich die Erregung legen dürfte, um ruhigeren Ueberlegungen Platz zu machen.

Denn ein Streik im Kohlenbergbau wurde sehr bald politische n Charakter annAmen. Der bolschewistische Geschäftsträger Rakowski ist als­bald herbeigeeilt und hat einen großen Auftrag mit- gebracht. Bestellungen im Betrage von 15 Millionen Pfund, ober dreihunbert Millionen Golbmark wären zu haben. Er will sich empfehlen. Aber man merkt bie Absicht unb wirb verstimmt. Bestechung? fragt ber Englänber. Aber bie Hauptsache ist, Rakowski ist roieber im Lanbe unb John Bull ist gar nicht froh über seine Anwesenheit.

Man spricht neuerbings viel von der Möglich­keit eines Abbruches ber englisch-russischen Be­ziehungen. Es ist mehr als fraglich, ob ein solcher Schritt im Interesse Englands liegen würde. Die russische Propaganda wird damit nicht unmöglich ge- mau,., ja ihr wird Nahrung zugeführt und positiv iDirü gar nichts erreicht sofern man es nicht auf einen Krieg abgesehen hat. Das aber ist nicht ber Fall. Englanb braucht ben Frieben, nichts als Frieben in ber Heimat wie in ber Ferne. Macht beruht häufig in ber Nichtgeltenbmachung ber Macht.

Wohl aber bürste der Kohlenstreik, sollte er nicht abgebogen werben können, vielleicht die Möglichkeit einer grundsätzlichen Auseinandersetzung des eng­lischen 'Volkes mit dem Bolschewismus bieten. Man betrachtet die Erfolge Deutschlands auf diesem Gebiete mit Neid. Da England sich jedoch folonialpolitifd) und innenpolitisch mit den Mosko­witern auseinanberfetjen muß, ist seine Aufgabe schwerer. Sie greift tief hinein in bie Struktur bes

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auf zum Reiten? Wo iinbet man noch geeignete Pfleger für edle Pferde? Diel Züchter wenden sich deshalb der Zuchi bes Kaltblüters zu. bereu Pro- butte immer willige Abnehmer finden. Seinen treuesten Freund hat der Halbblüter noch in dem Landwirt in mittleren Betrieben, in denen der Be­sitzer selbst seine Lieblinge hegt unb pflegt unb stolz mit ihnen zum Tor hinaus fährt, fei es zu harter Arbeit, ober zu sonntäglicher Erholungsfahrt zu Jreunben unb Derwanbten in ber Umgebung, unb bie er in ruhigeren Arbeitszeiten unb im Winter auch mal unter bem Reiter bewegt. Die Pferbe haben gegenüber bem Kaltblüter ben Vorteil größerer De- Möglichkeit, bc Arbeit mit ihnen kommt vorn Fleck. Daneben bars man ben ibeellen Einfluß nicht unter- chätzen, ben cs bebrütet, wenn ber Mensch in bem Arbeitspferb nicht nur eine Arbeitsmaschine sieht, sonbern ein schönes, ebles Tier, in bem er feinen lieben Arbeitskarneraben, seinen Freunb sieht.

In großen Gebieten Deutschlands werben edle Halbblüter gezogen. Besonders bedeutend ist deren Zucht in Ost'- unb Westpreußen, Brandenburg, Pom- mern unb Posen, im Westen in Hannover. Schics- wig.Holstein. Ostsrieslanb, Westfalen, Mecklenburg unb Dlbenburg. In Bayern kommt bas Rottal in Be­tracht. Auch bei uns werben gute Oldenburger ge­zogen.

Allerorts bilden sich zur Hebung der Zucht und Haltung bes Halbblüters Reit- unb Fahrschulen unb Reitervereine. Auch vom Stanbpunkt ber körper­lichen Ertüchtigung bes Volkes ist das, besonders nach dem Wegfall der Militärdienstzeit, sehr zu be- grüßen. Der Geist der Zucht und Subordination wird in ihnen gepflegt. Es ist erfreulich, welch schöne Leistungen diese bäuerlichen Reitervereine auf ihren Veranstaltungen zeigen. Im Kreise Friedberg be­fiehl schon ein solcher Reiteroerein, unb es ist zu hoffen, baß auch in unserem Kreise diese Inter­essen zur lebendigen Betätigung führen.

Was für den Vollblüter die Rennbahn ist, ist für das Halbblut das Turnier, die Reit- und Fahr­prüfung. Nicht um Sportfeste handelt es sich bet ihnen, sondern um ernste Prüfungen von Mann und Pferd auf ihre Leistungen. Nur die Zuchten werden sich erhalten oder durchsetzen, deren Pro- bufte auf biefen Prüfungen bauernb erfolgreich sind.

Bon biefem Standpunkt aus ist auch die Reit- unb Fahrprüfung zu betrachten, bie der Gießener Reit- und Fahrklub am kommenden Sonntag den Freunden edler Pferde bietet. Es handelt sich nach Zahl und Qualität der Meldungen, die vorliegen, um eine Veranstaltung ersten Ranges, von der zu hof­fen ist, baß sie ein voller Erfolg zu Ehren des Deutschen Halbbluts" werde.

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Man berichtet uns: Der Radclub ..Ger­mania-Gießen hatte am Sonntag, gelegent­lich des Gau°Sommerfestes vom Lahngau des B. D. R. in Lollar, einen beispiellosen Erfolg. Gelang es ihm doch, 7 erste unb 1 zweiten Preis zu erringen, und zwar je einen er ft en Ehrenpreis im Wanderfahren. Korso, 8 Schul­reigen. 2 und 3 Radball, Iugendradbalt und 2 Kunstfahren, sowie einen zweiten Preis im 6 Schulreigen, alles unter sehr starker Konkur- " Vereinen.