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Vereins und den Versuch, sie im Jrttcreflc einer friedlichen und gedeihlichen Dereinsarbeit zu lösen. Vach der darauf erfolgten Eröffnung der Dertreterverfammlung durch den Obmann des Hessischen Landeslehrervereins. Schulrat Bach- Darnrstadt, nahm die Tagung einen in jeder Beziehung harmonischen und würdigen Verlauf. Besonders bei der Wahl des neuen geschäfts­führenden Ausschusses kam der bewußte Wille der Versammlung zum Ausdruck, in geschlossener Einmütigkeit den Zielen und Aufgaben des Hessi­schen Landeslehreroereins zu dienen. Auch die Beratung der Anträge, um auch das schon vor­auszuschicken. war von dem leitenden Gedanken getragen und durchdrungen, in Geist und Form, die sachlichen Belange der hessischen Lehrerschaft und Schule energisch und zielbewußt zu fördern.

3n seiner Begrüßungsansprache gedachte Obmann Dach in angenehmer Erinnerung der früher in Bad-Aauheim stattgefundenen Taguir-- gen und dankte der Stadt Bad-Hauheim. der Bau- und Kurverwaltung sowie dem Orts­ausschuß für die gastliche Aufnahme und die vorbildliche Vorbereitung der Bertreterversamm- lung. HomenS der Stadt Bad-HauheiM begrüßte Bürgermeister Dr. K a y s e r die hessische Lehrerschaft mit dem Wunsche, daß die Vauheimer Tagung ein Markstein in der Geschichte des Hessischen Lehververeins werden möge. Dom ge- schäftsführenden Ausschuß des Deutschen Lehrervereins überbrachte 'Rektor L ü p ck e- Berlin herzliche Grüße. Gr rühmte die vorbild­lichen Schuleinrichtungen Hessens und hofft, daß sie dem Lande erhalten bleiben, und vor allein die S i m u l t a n s ch u l e nicht gesährdet werde. Rektor Meyer- Friedberg hieß im Hamen des DezirkSlehrervereins Friedberg-Dad- Hauheim willkommen, während Lehrer Rex -- roth den Gruß des Ortsausschusses entbot.

Der umfassende und gründliche Geschäfts­bericht des Obmanns Dach gab ein Bild von der mühevollen Arbeit, die für Schule und Stand geleistet wurde, und die für die Zukunft mehr denn je ein Zusammenfassen aller Kräfte er­fordert. wenn die gedeihliche Fortentwicklung der hessischen Schule gewährleistet fein soll. Der Rcchnungsablage des Rechners. Lehrer Heck- Zwingenberg, folgte die Beratung des Vor­anschlags für 1925, aus welchem die Einstellung von Mitteln für die Weiterbildung der Jung­lehrer sowie für die Errichtung einer Geschäfts­stelle des Vereins besonders erwähnenswert ist.

Die Heuwahlen zum geschäftsführenden Vor­stand zeitigten folgendes Ergebnis: Obmann Rek­tor Reiber (Darmstadt): stellvertre'enber Ob­mann Lehrer Kaufmann (Atzenhain): erster Schriftführer Lehrer K. Storck (Darmstadt): zweiter Schriftführer Lehrer Volk (Mainz): Vertreter der Lehrerinnen Frl. Gauß (Worms): Vertreter der Junglehrer im Hauptvorstand Lehrer Melchior (Darmstadt). In den Jung- lehrerausschuh wurden gewählt: Frl. Weber (Rieder-Klingen), Lehrer Adam (Wald-Amor- bach), Lehrer Wolf (Reu-Osenbürg), Lehrer Hirsch (Steinfurth) und Lehrer Siebecker (Weinheim in Rheinhessen). Den aus dem Vor­stand nach jahrelang treu geleisteter Arbeit frei­willig ausgeschiedenen Mitgliedern sprach die Versammlung den verdienten Dank aus. Beson­ders eindrucksvoll gestaltete sich unter stürmischem Beifall die Ernennung des langjährigen ver­dienstvollen Obmanns Dach zum Ehrenvor­sitzenden und des langjährigen ersten Schrift­führers, Rektor S e n z (Darmstadt) zum Ehren- m i t g l i e d e.

Die Deratungen über die zahlreich vor- tliegenben AnträgederDezirks vereine, die sich mit wichtigen Organisations-, Standes- kund Schulfragen befaßten, währten bis in die Abendstunden. Sie führten au einer Reihe von 'Entschließungen, von denen die wichtigsten nachfolgend wiedergegeben seien:

1. S i m u l t a n s ch u t e. Die gemeinsame Schule, die sich in Hessen seit mehr denn fünfzig Jahren bewährt, hat eine große Bedeutung so­wohl für die Organisation unseres Schulwesens als auch für die Einheit unseres Volksganzen. Wir halten deshalb mit aller Kraft an der hessi­schen gemeinsamen Schule fest und wenden uns vor allen Dingen gegen alle Versuche, durch Konkordatsbeschlüsse die Einheit unseres Schul­wesens zu zerreißen. In diesem Sinne treten wir an das Landesamt für das Dildungswesen und den Landtag heran mit dem Ersuchen, an unserer gemeinsamen Schule sestzuhalten.

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Feuer am Nordpol.

Technisch-politischer Roman aus der Gegenwart.

Von Karl-2lugust von Laffert.

19. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)

Der Funker sprach den Befehl nach.

Gut. Aber deutsch natürlich. Unsere Kosaken- sprache versteht ja fein Mensch. Ich fahre jetzt zur Flugzeughalle. Verbinden Sie mich dorthin, sobald Sprechverständigung möglich."

Er hing ab und klingelte. Ein Diener erschien.

Rasch meinen Staubmantel und Automütze, Sergei. Ich fahre aus."

Zu Befehl."

"Du sollst nichtzu Befehl" sagen. Weißt du nicht, daß wir uns in einem kommunistischen Staate befinden? Ich bin nicht mehr wie du, wenn du auch augenblicklich auf Befehl des Staates als Diener bei mir Dienst tust. Verstanden?"

Zu Befehl."

Idiot."

Stratoff begab sich, gefolgt vom Diener, noch unten. Der alte, ehemalige Hoflakei verzog auch hinter dem Rücken seines Gebieters keine Miene. Die großen Herren liebten nun einmal diesen fami­liären Ton, ob es Großfürsten waren oder Bol­schewisten, es kam so ziemlich auf dasselbe hinaus.

Die Fürstin und Sanders trafen mit Stratoff in der Halle zusarnen.

Sie kommen!" rief er ihnen zu.

Wer kommt?" fragte Linda.

Nagel mit seinen zwei Flugzeugen. "

Wie hat er das so schnell möglich gemacht?" rief Sanders erstaunt.

Er ist eben ein tüchtiger Kerl", sagte Stratoff. Das hatte ich sofort gemerkt mit meiner Menschen­kenntnis. Sonst hätte ich mich auch auf das Unter­nehmen nicht eingelassen."

Bielleicht mir zuliebe doch", meinte Linda Stratoff überhörte die kleine Bosheit.

Es scheint aber noch eine französische Nieder­tracht dahinterzustecken", fuhr er fort.Bereits den ganzen Morgen gibt Eiffelturm Störungszeichen mit -oer gleichen Wellenlänge, die Nagel mit mir zum Änruf verabredete.'

Man muß sie bewundern, diese Franzosen jjagte Linda.Ihr Haß verfolgt selbst solche für den

2. Grundschule: Aus pädagogischen und sozialen Gründen halten wir an der vierjähri­gen Grundschule fest, wie sie durch das Reichs­gesetz und das hessische Volksschulgeseh geregelt worden ist. Wenn jetzt der Reichsrat eine Durch­löcherung des Grundschulgefehes beschlossen hat, so bedauern wir dies außerordentlich. Wir können als grundsätzliche Anhänger der sechsjährigen Grundschule uns mit dieser Regelung nicht ein­verstanden crHären. Wir begrüßen es, daß bereits der preußische Staat es abgelehnt hat, eine Regelung der Grundschulfrage im Sinne der Reichsratbefchlüsse vorzunehmen. Auch wir treten an das Landesamt und den Landtag heran mit dem Ersuchen, die Heuregelung der Grundschule, wie sie der Reichsrat vorsieht, auf Hessen nicht zu übernehmen.

3. Lehrerbildung: Der Hessische Landes- lehrerverein hält grundsätzlich an feiner Forde­rung des sechstem estrigen Studiums mit einem weiteren wiffenfchaftlichen Fach, praktische Aus­bildung im pädagogischen Institut sowie einem Jahr praktischer Lehrtätigkeit fest .

4. Lehrerfortbildung: An der Hoch­schule zu Darmstadt und der Universität zu Gießen sind Fortbildungskurse für Lehrer im Amt einzurichten, die sich freiwillig in diesem oder jenem Fach weiterbilden wollen.

5. Klassenbesuchsrecht: Der Klassen-- besuch der Eltern kann nur mit Genehmigung des Klassenlehrers erfolgen, ein rechtlicher An­spruch darauf steht der Elternschaft nicht zu.

Hochfchulnachrichten.

Studienpatenschaften.

Ein Stipendienhilfswerk für Stu­dier e n d e ist an der Versuchs- und Lehranstalt für Brauerei, die zur technischen Abteilung der landwirtschaftlichen Hochschule Ber­lin gehört, eingerichtet worden. Der hierbei ein» geschlagene Weg ist deshalb von allgemeinem Interesse, weil er zur Nachahmung an anderen Hochschulen anregen kann. Es sind Nämlich soge­nannte Studienpatenschaften geschaffen, die von Jndustrieunternehmungen oder einzelnen Persönlichkeiten übernommen sind und im Wege persönlicher Zuwendung Studierenden freies Stu-, dium und darüber hinaus monatlichen Zuschuß von zur Zeit 69 Mark gewähren. Der Stifter übernimmt also die Verpflichtung, gegenüber der Anstalt für einen bestimmten Studierenden zu sorgen. Der Unterstützte ist verpflichtet, sich jeder­zeit einer Prüfung durch einen Ausschuß zu un­terziehen und evtl, im Betriebe des Stifters während der Ferien angemessene Arbeiten zu verrichten. Heber die Anträge um Gewährung eines Stipendiums entscheidet ein Kuratorium, das aus dem Kreise der Stifter gebildet ist. Die Anstalt übernimmt es, die Leistungen des -Unter» stützten dauernd zu beobachten.

Studentenhilse

Einen Einblick in die Tätigkeit eines studenti­schen Arbeitsvermittlungsamtes gibt der Bericht der Kieler Studenten Hilfe. Cs wurden hier in der Zeit vom 10. "November bis zum Schluffe des Semesters 110 Stellen ver­mittelt, wobei es sich hauptsächlich um Nach­hilfeunterricht handelte. Wahrend der Serien wurden 3 Studenten als Aushelfer bei der Post beschäftigt, 2 als Verkäufer in einem Warenhaus. Andere wurden In chemischen Labo­ratorien, im Dureaubetrieb, als Technikergehcksen und in einer Eisengießerei beschäftigt. In all diesen Fällen handelt es sich um CTfftubenten, die ihre Tätigkeit in den Ferienmonaten ausüben wollen. Gegen Schluß des Semesierö lieh die Vermittlungstätigkeit nach, da die Hachsrage nach Lehrern mit Schluß des Schuljahres aufhorte.

Druckzwang für Dissertationen in Preußen.

Der Druckzwang für alle Dissertationen, die nach dem 31. März 1925 eingereicht werden, ist durch Erlaß des Preußischen Kultusminists'- riurns wieder eingeführt. Doch erklärt sich das Ministerium damit einverstanden, daß die Fakul­täten in Einzelsällen nach den Grundsätzen des Erlasses von 1920 (Einreichung von vier Exem­plaren in Maschinenschrift und eines gedruckten Auszuges von tocn'.gen Seiten) verfahren, wenn der Doktorand fein wirtschaftliches Unvermögen nachweist.

Staat doch recht bedeutungslose Ereignifse."

Die neuen Rapidflieger scheinen keine Lap­palie", meinte Stratoff.Aber jetzt, bitte, einfteigen, sonst ist Herr Nagel noch vor uhs da. Seine Schwalbe" segelt schnell.

Fünf Minuten rasendes Tempo des 95-P. S.- Mercedes durch die tadellos gepflasterten Straßen der kleinen Provinzialstadt, die meist aus hölzer­nen Baracken bestand. Dann hielt das Auto vor der Flugzeughalle.

Der Chefingenieur empfing sie.

Von den gemeldeten Fliegern noch nichts zu sehen", sagte er.Dagegen wünscht die Funken- station Herrn Stratoff dringend zu sprechen." Kommen Sie mit an den Apparat", bat Stra­to ff und wies Linda den Weg.

Er ergriff einen Hörer und reichte ihn ihr. Er selbst und Sanders nahmen je einen anderen

Hier Stratoff. Was Ist los?"

Vprechverbindung mit deutschem Flugzeug Schwalbe" ist da. Soll ich verbinden?"

Natürlich, du Schafskopf. Darauf warte ich ja seit drei Stunden."

Hohe klingende Töne wurden im Apparat hör­bar. Dann eine Stimme:

Schwalbe" bitte sich zu melden. Herr Sira, tosf möchte mit Ihnen fpreajen."

Aon fernher durchdrang ein Stimme die klin­genden Töne

Hallo^Hier Nagei."

Hier Stratoff. Wann treffen Sic ein?"

Ich denke in 15 Minuten."

Hch bitte, östlich der Stadt zu landen. Platz ist durch weißes Kreuz markiert."

Danke. Wir sind bereits orientiert."

Alles wohl bei Ihnen?"

Alles in bester"

Die weiteren Worte wurden durch ein ver­störtes Klingen übertönt. Nach einiger Zeit mel­dete der Beamte der Funkenftation:

Eissel gibt mit voller Kraft. Weitere Berstän- digung daher augenblicklich unmöglich."

Diese verdammten Franzosen!" schrie Stratoff.

Was bedeuten diese hellen, klingenden Töne?" fragte Linda.

Das sind Ihre geliebten Franzosen, die uns vom Eiffelturm her ärgern", erklärte Sftmofi

Aus der Provinz.

Landkreis Gießen.

> Wieseck, 15. April. Die nun hinter uns liegenden Festtage boten unserer als fan» g es freudig bekannten Gemeinde mancherlei Ge­legenheit, zu singen und guten Kunstgesang zu hören. Am Karfreitag, zugleich bem ersten Abendmahlstag dieses Jahres, fang im Gottes­dienst eine Abteilung des Wartburgver- eins zwei Chore. Am Karsamstag, der hier viele Gemeindeglieder zur Herrichtung der Grä­ber auf dem Friedhof sieht, schmückten die Kon- firmanben bei ihrer K o n f i rm a t i o n s st- tags-Endseier unter Cborgesang nach einer Ansprache des Pfarrers die Graber ihrer Alters­genossen. Auch das Grab des hier seit 1861 ruhenden Pfarrers Dr. K n i s p e l war vom F r a u e n v e k e i n mit Blumen bepflanzt wor­den: hoffentlich nimmt, durch dieses schöne Bei­spiel der Pietät ermuntert, die Gemeinde sich des s. Zt. in ihre Obhut gegebenen Kriegerdenk­mals an, das, von .Üntraut umwuchert, heute einen wenig würdigen Eindruck macht. Am ersten Oftertag erfreute unser Frauenchor unter bewährter Leitung von Schulverwalter Stoll durch zwei Lieder, dabei in unübertrefflicher Feinheit die Osterhymne von Franz Abt. Äachdem imGieß. Anz." auch schon von an­derer Seite auf allerlei Verfallserscheinungen in den Kreisen unserer Dorfjugend hingewiesenj wurde, müssen wir auch hier darüber klagen) und niedriger hängen, daß Bubenhande in der Rächt vor dem Konsirmationsmorgen zwei vor dem eisernen Kirchtor rn gehöriger Tiefe aus­gestellte Baume hekausrifsen und quer über den Eingang legten. Gewiß ein trauriges Zeichen für die Verrohung einer führerlos gewordenen Jugend, bad vielleicht daS Gute hat, auftnerken zu lassen, wieviel Ühr es in der Jugendnot' unserer Gemeinde geschlagen hat. Der übliche Konst r m ationskranz an der Kanzel, bei dem auf alle künstliche Blumen verzichtet wurde, trug wieder von der Hand eines kunstbegabten WartburgerS ein Motiv aus der evangelischen Jugendbewegung, zum Kreuz mit dem Mono­gramm Christi dasDienet einander" (l.Petr. 4, 10), das auch den Text der Konfirmationsrebe bilbete. Zwei Konfirmandenchore leitete Lehrer Burk, oer die Mehrzahl der Konfirmairden durch die ganze Schulzeit geführt hatte. Kon­firmiert wurden 33 Knaben und 28 Mädchen. Eine Konfirmationsnachfeier in der Kirche brachte u. a. zur Deklamation einer Wart­burgerin unter Orgelspiel die Austeilung der Gedächtnisblätter: schon vorher erhielten die Kinder zu einer Festnummer des Konfirmanden-- blattesBergauf" eine von der Jugend- und Schulabteilung der Hess. Landeshaupt stelle gegen den Alkoholismus herausgegebene SchriftAn unsere Konfirmanden". Abends entbot eine Kurrende des Wartburgvereins Lied und Saitenspiel den Konfirmanden aus der Jugend- schar und den neu sich meldenden Mitgliedern mit dem Heilruf. Osterdienstag war wieder ein großer Sag der Kinderkirche: wegen des Wetters diesmal in der Kirche, wo nach einer Katechese über das Ofterevangelium, Ofterlicbern und unter Leitung zweier Helferinnen trefflich vorgetragenen Gedichtchen an über 100 Kinder in von Wartburgerinnen und Äonficmanbinnen angefertigten Tapetenkörbchen vom Krauenverein gespendete Zuckereierchen und Stellkärtchen mit Bibelsprüchen verteilt wurden.

.!'! Garbenteich, 16. April. Während eines Gewitters schlug der Blitz In die Kreis­abdeckerei ein und zündete. Das Feuer konnte bald gelöscht werden, so daß bet Schaden unerheblich ist.

T) Dich, 16. April. Aus der jüngsten Sitzung des Stadtvorstandes ist das Rachfolgende mitzuteilerr: Der Turnverein Lich beabsich­tigt. seine in den Jahren 1884/83 erbaute Turn­halle zu vergrößern und die hierzu erforder­lichen Geldmittel durch Obligationen in der hie­sigen Bürgerschaft aufzubringen. Er ist an den Stadtvorstand mit dem Ersuchen herangetreten, die Garantie für die Zinsendeckung und Tilgung der auszugebenden Obligationen im Gesamt- betrage von ca. 25 000 Mk. zu übernehmen. Die Verzinsung soll 5 Proz. und die jährliche Til-- gungsguote 2 Proz. betragen. Der Stadtvor- stand beschloß, dem Antrag stattzugeben, sofern der Vorstand des Turnveveins eine entsprechende

Zwei Flugzeuge in Sicht", meldete der Chef­ingenieur.

Ist alles zum Empfang vorbereitet?" fragte Stratoff.

Alles."

Wenige Minuten später schraubten sich zwei graue Dögel In steilen Drehkurven aus ungeheurer Höhe Nieder und landeten wohlbehalten kürz hin­tereinander.

Ein dreifaches Hurra der russischen Flugzeug- Mannschaften begrüßte die Deutschen.

9.

Kalmikowskaja Selo, wie Stratos in beschei­dener Weise sein Schloß getauft hatte Selo heißt Dorf, und Kraßnoje eelo hieß die ehemalig zaristische Sommerresidenz, liegt westlich der Stadt an einem kleinen See. Ein dort vorhandener Wald und verschiedene Buschpartien waren in ge­schickter Weise zu einem hübschen Park umgewan­delt worden.

Der große Backsteinbau besteht aus einem Im­posanten Mittelteil und zwei Seitenflügeln. Im rechten Teile bewohnte Stratoff einige ziemlich ein­fachen Raume. Außerdem befand sich hier noch eine größere Anzahl prunkvoll eingerichteter Fremden- unb Empfangsräume für die Besucher des neu ent- slandenen Staates und zu repräsentativen Zwecken. Die Möbel waren aus den benachbarten größeren Landsitzen requiriert worden, soweit der 'Revolu­tionspöbel sie verschont hatte. Die übrigen Teile des Schlosses enthielten Bureaus und Verwaltungs­räume.

Den Flugzeugen wurden zwei Tage Ruhe be­willigt zur Erholung des Personals und zum Nach­sehen der Maschinen. Stratoff konnte daher in Muße seinen Gästen das bisher geschaffene Werk zeigen.

Kalmikowskaja war seiner zentralen Lage we­gen als Hauptstadt des Staates Kirgisia gewählt worden, dessen Grenzen vom Kaspischen Meer bis zum llrolaebirge und von der Wolga bis östlich des Uralfluffes reichten. (Eine kürzlich vollendete Eisenbahn verband cs mit Saratow, während Wla- dimirowskaja, 350 Kilometer südlich davon an der Wolga gelegen, den Hauptumschlagshafen bildete.

Das Land zerfiel in zehn Äistriktc, die je einem Direktor unterstanden. Chefdirektor, der erste Mann nach Stratoff. war ein Deutsch-Balte namens Blankenburg

Sicherungshypothek auf Vie Turnhalle enttragtn läßt. Ern auswärtiges Bankgeschäft bietet Vorkriegsanleihen der Stadt Sich zum Kauf an. Der Stadtvorstand erklärte sich bereit, diese Stücke gegebenenfalls mit 5 Pros, ihres Hennwertes zurückzukaufen. Die Dau- gesuche des Karl Christian Rau I. zu einer Fassadenanderung und des Wagnermeisters Heinrich Zimmer I. zur Errichtung einer Lager« halle wurden nicht beanstandet. Der Kaufmann Willh Hahn sucht um die Genehmigung zur Anbringung eines Schaukastens an seinem Ge- fchäftshause. Oberstadt 7, nach. Dem Gesuch wurde in widerruflicher Weise gegen Revers und Zah­lung einer jährlichen Anerkennungsgebühr von 2 Mk. stattgegeben. Die W o h n u n g sf Lr-> sorgegesellschaft für Hessen in Darmstadt hat an die Stadt Lich das Ansinnen gestellt, ihr als korporatives Mitglied beizutreten. Der Stadtvorstand war nicht in der Lage, diesem Ansinnen vorerst stattgeben zu können. -- Ein Gesuch des Amtmanns Hildebrandt von Kierspe um eine städtische Züschußleistung zu einer dortselbst zu errichtenden -Herberge wurde abgelehnt. Dem Vogelsberger Höhen-Clu b wurde für eine an der Horchen- Hainer Höhe zu errichtende Jugendherberge ein städtischer Zuschuß von 50 Mk. bewilligt. Im weiteren fanden verschiedene kleinere Gegen­stände ihre Erledigung.

* Bellersheim, 15. April. Eine schöne Sitte hat sich in der Hachkrckegszeit hier ein­gebürgert. Linser Gesangverein läßt es sich nämlich nicht nehmen, alljährlich in der Frühe des 1. Ostertages von dem besteigbaren Turm unserer Kirche der noch in Ruhe sich be­findenden Gemeinde durch entsprechende Ge­sang- und Musik st ücke den Anfang deS Festes zu künden. So war es auch diesmal. Am 1. Ofterfclertag früh '/,6 Tlhr konnte man vom Kirchturm dasOsterlied" undIch bete an die Macht der Liebe" usw. mll Musikbegleitung hören. Diese kleine Frithfeier fand noch einen, würdigen Abschluß, indem der Chor vor dem Krieger­denkmal durch Absingen desniederländischen Danlgebets" der in fremden Landen ruhenden Helden gedachte. Diese Veranstaltungen sind den Anstrebungen des Vorstandes und des Diri­genten des Vereins zu verdanken.

Kreis Friedberg-

!*! Dortelweil, 16. April. Ein heftiges Hagelwetter ging übet unserer Gegend nie­der, so daß man für die junge Saat befürchtet.

Mrctö Schotten.

Schotten, 16. April. Am 27. Ma! findet auf dem ..Dockzahl" eine von der Landwirtschaftskammer vorbereitete Bezirks­tierschau für Vogelsberger Rotvieh statt. Sie soll weiteren Kreisen der bäuerlichen Bevölkerung Gelegenheit geben, sich von Den Vorzügen und Zuchterfolgen des sog. Vogels­berger Rindes zu überzeugen, um sie gleichfalls für die Züchtung zu interefficren. Eine aus der Wandervogelbewegung hervorgegangene Ju­gendgruppeFahrendes Volk" gab am zweiten Ostertag im Saale Zur Krone" einen Spiel ab end, der mit Liedern, Musik, Reigen und Rezitationen ausgefüllt war. Die schönen, alten Volks- und Lanosknechtslieder fanden be­geisterte Zuhörer, lieber der ganzen Vortrags- folge lag beabsichtigte Karfreitagsstimmung, Lei­den, Kämpfen, Tod. nicht frohe Ostersreude. Für fröhliche Darbietungen wären die Zuhörer dank­barer gewesen. Die warmen Tage vor und an Ostern haben den Graswuchs auf den Weiden so gefordert, daß die Schafherden wieder ständig draußen bleiben können. Den Schafbesihern und Gemeinden kommt das sehr zu statten.

B. Burkhards. 16. April. Gestern abend veranstalteten Lehrer Loos und Pfarrer Job einen Gemeindeabend für die Eltern der Schüler, der zugleich als Entlassungsfeier

Bei Rheumatismus und Gicht soll man zu einem Mittel greifen, welches nicht nur die Schmerzen lindert, sondern auch die abgelager­ten Harnsäuren Salze aus dem Körper schafft. Wir raten Ihnen, 60 Gramm echten Hroga-Extratt zu kaufen und mehrmals täglich 3 Kaffeelöffel voll zu nehmen. Sicher erhältlich: ^lniversitäts. Apotheke Zum goldenen Engel". Die Bestandteile sind aus der Packung angegeben.

Die landwirtjchasttichen Maschinen und in allen Distrikten an leitender Stelle stehende sachverstän­dige Berater hatte Deutschland geliefert. Daß einer der bedeutendsten deutschen Großindustriellen seinen Kredit und seine Unterstützung dem neuen Staate gewährte, war offenes Geheimnis. Der Ehefdirektvr Blankenburg wurde auf seine Äernnlassimg ein­gesetzt. Keine größere Unternehmung durste ohne dessen Zustimmung erfolgen.

totratoff fuhr seine Gäste im Auto zurück. Sie besuchten imge Mustergüter, ebenfalls unter deut scheu Besitzern. Nominell gehörte allerdings uüet Grundbesitz dem Staate, der ihn aber auf 99 Fahre verpachtete. In Kalmikowskaja waren Zuckerfabri­ken, Trocknungen, Stärkefabriken, Ziegeleien, Ger­bereien und ähnliche Industrien entstanden, die all« auf den Erträgnissen der Lanowirtschaft beruhten. Weitere Anlagen befanden sich in allen Distriktstäd­ten im Bau.

Der Uralter Bezirk dagegen war rein inbu< ftricU. Hier kamen die Bodenschätze, Eisen, Kohle, Blei, Silber, Gold und vor allem Platin, zur Ge winnung und Verarbeitung. Die Hüttenwerke mür­ben nach den neuesten Mechoden vervollkommnet, Hochofen errichtet, Anlagen zum Scheiden der edlen Erze ausgebaut.

Leider fehlt uns immer noch ein genügend großes Kapital", erklärte Stratoff.Sonst kämen wir viel schneller vorwärts. Wir bekommen wohl alle mßglidjen Anerbietungen von amerikanischen und selbst französischen Syndikaten, ziehen es aber vor, selbständig zu bleiben. Mit den Franzosen, die­sen typischen Vertretern des größenwahnsinnigen Imperialismus, wünscht kein echter Russe je wieder etwas zu tun haben, und der amerikanische Groß­kapitalismus ist uns ebenfalls wenig sympathisch."

Wenn Sie an Geldknappheit leiden, dann macht cb Ihnen wohl Schwierigkeiten, unsere Ex» pedition zu unterstützen?" fragte Linda.

Die geringfügige Summe von anderthalb Mil­lionen Dollar spielt leine Rolle."

Aber die Unkosten dürften sich jetzt erheblich vermehren," warf Raget ein,zumal wir jo zwei Flugzeuge mltneymen."

..Ich sprach bereits mit Blankenburg", sagte der Russe.Er interessiert sich sehr für die Sache Wir kommen für alle Mehrkosten auf."

(Fortsetzung folgt.)

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