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xDerat allen Ansprüchen genügt wirv, kann man sich vvr Mißerfolgen sichern. Dr. CH.

Das Auftreten einer bösartigen Krankheit bei Ziegen.

(Nachdruck verboten.)

In den letzten Wochen wird aus mehreren Gemeinden über das Auftreten von bisher un­bekannten Erkrankungen bei Ziegen berichtet, die meist tödlich verlaufen und schon recht beträcht­liche Opfer gekostet haben.

Untersuchungen, welche in der Gemeinde W i e s e ck angestellt wurden, haben folgendes Krankheitsbild ergeben: Die Tiere magern bei zunächst noch ungestörter Futteraufnahme stetig ab. Später wird aber auch die Futteraufnahme mangelhaft. Zuweilen werden auch Verdauungs­störungen (Aufblähen, Durchfall) beobachtet. Das Haarkleid w:rd glanzlos und struppig, der Kopf erscheint dadurch unförmig dick. Untersucht man in diesem Stadium der Erkrankung die Augen- lidbindehaut, so zeigt sie eine ausgesprochene blasse, leicht gelbliche Farbe. Der Nährzustand wird immer schlechter, der Kräfteverfall immer auffälliger. Schließlich verenden die Tiere in vollkommener Erschöpfung. Zuweilen tritt der Lod auch rasch und überraschend auf. Fast alle erkrankten Tiere erliegen der Erkrankung. Die Krankheitsdauer ist sehr verschieden.

Die Sektion mehrerer, an Kraßheit ein­gegangener Ziegen aus Wieseck ergab, daß es sich um die Leberegelkrankheit handelt. Der Leberegel (Distomum hepaticum und Diste­rn um laaceolatum) ist ein tierischer Schmarotzer, der nach einem sehr komplizierten Entwicklungs­gang in dem Darmkanal von Schafen, Rindern und Ziegen kommt und von da in die Leber wandert. In der Lieber richtet der Schmarotzer große Verheerungen an, vernichtet große Teile des Organs, veranlaßt eine schwere Entzündung desselben und ruft eine Gelbsucht hervor, die allmählich zur Wassersucht und damit zur voll­kommenen Entkräftung (Kachexie) der befallenen Tiere führt. 'Besonders Schafe und Ziegen er- liegsn der Erkrankung sehr oft; bei Schafen ist sie vielfach unter dem Namen derFäule" be­kannt. DerLeberfäule" erliegen zuweilen ganze Herden. Fortgesetzt feuchte Witterung sind der Entwicklung des Leberegels sehr forderlich. Man sieht deshalb die Krankheit besonders in feuch­ten Jahren auftreren.

Das Jahr 1924 war der Entwicklung dieser und ähnlicher Schmarotzerkrankheiren sehr günstig. Besonders Herden, die in solchen Jahren in feuchten Gründen gehütet wurden, werden Hart betroffen. Die Aufnahme der Parasiten erfolgt besonders durch Wasser und durch Futter, das mit dem die Schmarotzerbrut enthalten' en Wasser befeuchtet wurde. ES erkranken deshalb beson­ders leicht solche Tiere, die geweidet wurden. Ausfällig ist. daß die erkrankten Ziegen zumeist keinen Werdegang batten. Die Aufnahme der Schmarotzer muh also bei ihnen ausschließlich durch das im Laufe des Sommers und Herbstes verabfolgte Grünfutter, vielleicht auch durch Heu erfolgt sein. Dah Leitungs- und Brunnenwasser die Schmarotzer verbreitet, ist nicht anzunehmen.

In früheren Jahren stand man der Erkran­kung machtlos gegenüber. Man konnte nur vor­beugend wirken, indem man die Tiere von feuchten Weiden möglichst fernhielt. Diese Dorbeuge ist auch jetzt noch von größter Bedeutung. Nachdem man in den letzten Jahren dm Entwicklungsgang des Schmarotzers genauer kennen gelernt hat, weih man auch, wie man eine Sanierung ver­seuchter Weiden bewirken kann.

Man hat aber auch M ttel kennen gelernt, mit denen man die Krankheit bei bereits erkrankten Tieren, sofern die Krankheit nreyt schon allzuweit vorgeschritten ist, mit Er­folg behandeln kann. Die einmal in der Leber entstandenen Veränderungen kann man zwar nicht mehr f ort bringen. Man kann aber die schad gendm Schmarotzer abtöten, dadurch die Weiterentwicklung der Krankheit aufhalten und die vorhandene Schädigung der Gesundheit beseitigen. Das Mittel ist aus Substanzen her- gestellt, von drnm man schon lange we.h, daß sie die Eing>we d.schmarotzer vertreiben, und ist durch eine besondere Präparierung gerade für diesen Zweck brauchbar gemacht (Distol).

In Rücksicht auf die bisherigen günstigen Er­folge lohnt es sich unbedingt, nicht die Hände in dm Schoß zu legen und die Verluste als etwas älnvermeidbares hinzunehmen, sondern jetzt, nach­dem die Äriache des anscheinend rät'elhaften Zie­gensterbens festgestellt ist, unter Mithilfe eines Tierarztes die Bekämpfung der Krankheit ener­gisch aufzunehmen. K.

Dom Obstbau.

(Nachdruck verboten.)

Als man vor einigen Jahrzehnten den Obst­bau von oben herab zu fördern begann, wurde jedem Obstzüchter nahegelegt, mitzuarbeiten am Derschwindm des Sortenmischmasches. Es wurde immer wieder geraten, nach amerikanischem Vor­bilde nur ganz toenige, dauerhafte, für die Gegend besonders geeignete ©orten von schönem Ansehen und diese in so großer Menge zu bauen, daß die Händler eine reine, gleichmäßige Ware für Waggonladuntzen fänden, die besser bezahlt, günsttg auf dre ganze Preisbewegung einwirken würde. Die Verwaltungen der Staatsstraßen gingen, wenn die Baumschulen dazu in der Lage waren, darin nicht nur mit gutem Beispiel voran, sondern Überboten sich hin und wieder soweit, daß manche Ehausseen auf meilenweite Entfernungen nur eine einzige Apfelsorte aufzu- weism hattm. Solange die Baume jung waren, konnte ein soldatisch geschultes Auge ferne Helle Freude an dem gleichmäßig schönen Wuchs haben. Als sie ober tragbar wurden, war die Enttäu­schung groß, denn der Ertrag entsprach, in keiner Weise dem Blütenreichtum, und als man endlich der Sache näher trat, stellte sich heraus, daß es zahlreiche Obstsorten gibt, welche mit eignem Blütenstaub bestäubt, unfruchtbar bleiben. Diese Beobachtung fand auch Bestätigung durch den Ämstand, daß überall in der Nähe von Ortschaf­ten, wo die Bienen Gelegenheit gehabt hatten, fremden Pollen auf die Straßenbäume zu über­tragen, der Fruchtansatz befriedigend war. Es blieb schließlich nichts übrig,_ als die in ihrem Werte überschätzte Gleichmäßigkeit zu stören, indem man in gewissen Abständen Bäume mit ^anderen Sorten umpfropfte.

Fragekasten.

Frage 10: Wann sät man Sellerie ?

Antwort: Die Aussaat der Sellerie soll Möglichst früh erfolgen, spätestens vom 1. bis i

5. März in das Mistbeet. Vj Gramm Samen reicht für ein ganzes Fenster und gibt ca. 1000 Pflanzen. Nach ca. 3 Wochen keimt der Same. Die Pflänz- dien werden dann zwischen ca. 15. und 20 April in 4 Ztm. Ab st and auf fette reine Mistbeeterde verschult. Es gibt dies ca. 800 Pflanzer: auf das Fenster. Beste Derpflanzzeit ist Mitte bis Ende Mai. Früher verpflanzter Sellerie kann noch leicht Frost bekommen, später gepflanzter bleibt oft sehr klein.

Frage 11: Was ist Zitratlöslichkeit des Thomasmehls?

Antwort: Die Nährstoffe der künstlichen Düngemittel können von den Pflanzenwurzeln nur aufgenommen werden, wenn sie denselben in löslicher Form zur Verfügung stehen. Die Phos­phorsäure des Thomasmehls ist nun nicht in diesem Düngemittel, wie im EuperphoSphat, in wasserlöslicher Form enthalten Sie ist nach neue­ren Äntersuchungen ein Tetrakalzipmphosphat, wird aber, wenn auch nicht direkt ourch Wasser, so doch schon durch ganz verdünnte schwache Sauren, wie z. D. durch verdünnte Zitronensäure, in Lösung gebracht. Ursprünglich handelte man das Thomasmehl nicht nach der in ihm befind­lichen löslichen, d. h. leicht aufnehmbaren Phos­phorsäure, sondern nach Gesamtphosphvrsäure und Feinmehlgehalt, d. h. nach dem Grade der Feinheit der Mahlung, denn je seiner die Mah­lung, desto leichter aufnehmbar ist dieser P lanzen- nährstofs. Später wurde auf Vorschlag des frü­heren verdienten Leiters der landwirtschaftlichen Versuchsstation Darmstadt, Geh. Rat Pros. Dr. Paul Wagner, nach hem Löslichkeitsgrad der Thomasmehlphosphorsäure in zitiwnensaurem Ammoniak nach sogenannter Zitratlöslichkeit und seit 1898 nach dem Lösungsgrad in 2pro,;entiger Zitronensäure nach Zitronensäurelöslich leit ge­handelt. Die Bezahlung nach Zitronensäurelös­lichkeit ist heute allgemein üblich, Denn sie gibt uns, wie auch zuerst Paul Wagner durch Ver­suche feststellte, einen besonders guten Ausdruck für den Wirkungswert des Thomasmehls. Wenn Sie also ein Thomasmehl mit 18proz. zitronen- säurelöslicher Phosphorsäure kaufen, so h.iht das, daß von der Gesamtphosphorsäure dieses Tho­masmehls 18 Proz. in 2proz. Zitronensäure lös­lich find urrd der Pflanze als leicht aufnehmbare Nahrung zur Verfügung stehen. Der Gehalt an Gesamtvhosphorsäure an sich gibt keinen brauch­baren Ausdruck für die Wirksamkeit der Thomas­mehle.

Frage 12 : Kann ich einen Acker (1200 Qua­dratmeter) welchen ich im vorigen Jahre mit 22 Zentner Kalt gedüngt habe, in diesem Jahre mit Kartoffeln bepflanzen, ohne zu befurchten, daß siegrindig" werden?

Antwort: Es ist aus ihrer Frage nicht zu erfahren, mit welchem Kalke sie gedü: gt haben und wieviel Prozent Kalk das angewendete Kalidüngemittel enthalten hat. Bei größerem Prozentgehalt ist jedenfalls die Kalkung recht kräftig. Kalk und Mergel rufen bei Kartoffel Schorf hervor, aber am wenigsten, wenn die Kalkung unmittelbar vor dem Pflanzen erfolgt oder im zeitige:: Frühjahr. Da Sie nun den Acker, voriges Jahr, wie aus ihrer Frage hervvr- geht. gekalkt haben, und die Kalkung, wie aus dem Gesagten hervorgeht, wahrscheinlich recht stark war, so besteht die Gefahr, daß sich Schorf ein­stellen wird und wäre ihnen in diesem Falle von einem Bepflanzen des betreffenden Ackers mit Kartoffel abzuraten. Im klebrigen sind die Beziehungen zwischen Kalkung und Schorf wissen­schaftlich noch sehr wenig geklärt.

Aus der Provinz.

Landkreis ttzictzen.

)) Lieh, 15. Jan. Aus der ersten Sitzung des Gemeinderates im neuen Jahr ist fol­gendes zu berichten: Ein Nachtrag zur Dan- polizeiordnung der Stadt Lich üaet d:e An­bringung von Firmenschildern senk­recht zur Straßenfront erhiel. noch folgende Er­gänzung: Die Firmenschilder dürfen n.cht miß- ständig in die Erscheinung treten, die Unter» kante muh mindestens 2,50 Meter über der Strahenfläche liegen und die Ausladung darf nicht mehr als 1 Meter betragen. A s Bei­sitzer für Mietgericht und Mieteinigungs­amt werden dieselben Personen, wie im Vorjahre bestellt. Dem Handelsmann Ludwig S o m - mer zu Lich wurde unter Würdigung des Um­standes, daß et die Allgemeinheit und insbe­sondere die Landwirtschaft durch die sofortige Abschlachtung seines an Maul- und Klauen­seuche erkrankten Viehbestandes vor Nachteilen bewahrt hat, ein Zuschuß von 150 ML. zu dem ihm erwachsenen Schaden bewilligt. Die Aus­zahlung dieses Betrages soll nicht vor dem 1. Februar ds. Is. stattfinden und nur dann erfolgen, wenn bis dahin kein neuer Seuchen­fall eingetreten ist. Weiterhin wurde betont, daß diese Bewilligung eine Festlegung für zu­künftige Fälle nicht bedeute. Den Feld ge­schworenen wurde für ihre Tätigkeit eine Stundenvergütung von 50 Pf. bewilligt. Auf ein Gesuch der Deutsch-Amerikanischen Petroleum-Gesellschaft um Erlaubnis zur Aufstellung einer Denzinstraßenpuinpe wurde beschlossen, die Strahenpurnpe an die westliche Sette des Geschäftshauses des Ferdinand Zim­mer zu stellen. An die Genehmigung sollen die gleichen Bedingungen geknüpft werden, wie fie bezüglich des Gesuches der Firma Hugo Stinnes- Riebeck gestellt worden sind. Außerdem wurde verlangt, daß die Kraftfahrzeuge, die gefüllt werden, in der Sackgasse halten müssen, damit der Fußgängerverkehr auf dem Fußsteig der Oberstadt in keiner Weife gehindert wird. Soll­ten trotzdem Kraftfahrzeuge auf dem Straßen- gelände der Oberstadt gefüllt werden, bann soll die Genehmigung sofort zurückgezogen werden. Der Gemeinderat genehmigte zum Zwecke der Verbreiterung der Ziegelgafsa den Erwerb des in die Straße einbezogenen privaten Geländes unter Zugrundelegung der ortsgerichtlichen Abschätzung im Gesamtbeträge von 2220,55 Ml. Gleichzeitig wurden die am 1. Mai v. Is. seitens des Bürgermeisters mit den Anliegern getroffenen Abmachungen über das Versehen der Einzäunungen pp. genehmigt. Für zukünftige Fälle dieser Art wird eine ein­heitliche vrtsstatutarische Regelung vorgesehen. Hebet eine Anzahl eingelaufener Steuernach- lahgesuche soll in einer demnächstigen Sitzung in geheimer Beratung Beschluß gefaßt werde.i. ~ Der Bürgermeister legte die Rechnung der Stadtkassc Lich für das Rech­nungsjahr 192 3 vor und erklärte, daß die Erstattung eines Rechenschaftsberichtes nicht mög­lich sei, da der Doranschlag unter ganz anderen Geldverhältnissen als die Rechnung aufgestellt

foi. Die DetriebSrechnung weist folgenden M-- fchluß auf: Einnahme 68 443 990 30? 473 340,93 Mark, Ausgabe 58 604 614 066 887 385, Mark, bleiben 9 839 376 240 585 955,93 Mark. Hiervon wurden in der Dermögensrechnung verwendet 250958 053 337 090,- Mark, verbleibt ein Kasse­vorrat von 9 588 418 187 248 865,93 Papiermart oder 9588,41 Goldmark. Dieser Vorrat besteht in bar mit 8228,52 Mk. und in liquidierten Aus­ständen mit 1359,89 Mk. Die Rechnung wurde seitens des Gemeinderates nicht beanstandet. Die Miete für die Landgestütsstativn Lich, die in einem städtischen Gebäude unter­gebracht ist, wird für die diesjährige Deckperiode auf 100 Mk. festgesetzt. Weiterhin fanben ver­schiedene Dangesuche unb Heinere Vorlagen ihre Erlebigung.

< Grunb crg, 16. Ian. Der Geschäftsver­kehr bei der hiesigen Bezirks sparfaffe hat im Jahre 1924 eine recht günstige Entwicklung genommen. Besonders erfreulich ist der Zu­wachs an Spareinlagen. Zeigt sich doch gerade hierdurch, daß das Vertrauen der Bevölke­rung wiederkehrt unb der Sparsinn nicht er­loschen ist. Der Zugang an Spareinlagei: betrug nach Abzug der Rückzahlungen rund 120 000 Rm. Im Kontokorrent-, Scheck- mtö Heberweisungsver- kehr erreichte der Jahresumsatz die Höhe von 3 Millionen Rm. Der Stand der ausgeliehenen Kapitalien betrug am Jahresende 280 000 R:n. Trotzdem die Einlagen unb Scheckgelder zur De- friebigitng des Kreditbebürfnisses be weitem n cht auSreichten, konnte die Kasse alle Kreditansprüche befriedigen, da die Hessische Girozentrale in Darmstadt die fehlenden Mittel zur Verfügung stellte. Die Sollzinsen konnten mit Wirkung vom 1, Januar d. I. ab wieder um 3 bis 4 Prozent ermaß gt werden ; dagegen wurden die Haben- zinsen für Spareinlage nar um 2 Prozent herab­gesetzt, während der Sah für tägliches Geld vor­läufig unverändert blieb. Die Kasse ist nach w e vor bestrebt, den Zinssatz für Einlagen so günstig wie möglich zu halten, um einen Anreiz zum Sparen zu bieten. Eine weitere Förderung des Einlagegeschäfts bedeuten die vom Hessischen Sparkassen- und Giroverband zur Verfügung ge­stellten Sparprämien, welche auf Weihnachten unter diejenigen Sparer verlost werden, b-e über gewisse Mindest-Einlagen verfügen. Lim in ber Heranwachsenden Jugend dm Sinn für das Sparen zu wecken, richtet die Kasse S ch u l s Par­ia f s e n ein und stellt die hierzu nötigen Mate­rialien kostenlos zur Verfügung. Es wäre sehr zu wünschen, wenn diese Neu-Einrichtung, welche ohne Änterstühung durch die Lehrer­schaft des Bezirks nicht durchzuführen ist, die zur Ausführung nötige Unterstützung fände.

Kreis Friedberg.

t Butzbach, 15. Ian. Heute tagte im Bahn­hofsgebäude der ButzbachLicher Eisen­bahn die von Medizinalrat Dr. Voigt zu- sammenberufene Fahr Plankommission. Es handelte sich um die Verbesserung des Fahrplanes auf der Strecke Lich Buh- b a ch bziv. Bad-Nauheim, für die die Wiebereinlegung der Abendzüge erstrebt wirb. Auch der Fahrplan auf der Strecke L i ch Grünberg soll bessergestaltel werben. Es wird erstrebt, den Nachmittagszug 2,44 Ähr ab Lich wieder einzulegen unb den Gegenzug erst nach Eintreffen ber von Gießen bzw. Fulba in Grünberg anEommenben Züge abzulafsen, wo­durch die Strecke LichGrünberg eine Spat - Verbindung nach Gießen bzw. Frankfurt er­hielte. Die eigentliche Beschlußfassung wurde aus­gesetzt, bis Rücksprache mit der Regierung ge­nommen fein wird.

KrciS Schotten.

?" Aus dem Niddatal, 16. Jan. Be­kanntlich ,uhrt der Schienenstrang ber Eisenbahn Nibba Schotten burch die Ortsstraßen sämtlicher daran liegenden Bahnstationen. Ein in der Vorkriegszeit unternommener Versuch, den Schienenweg un: die Dörfer herumzuführen, schei­terte an starten Widerstanden. Für die Folge­zeit wird mit einer Verlegung nicht gerechnet werben bürfen. Ganz abgesehen von den erhöhten Gefahren, die ber Zugverkehr in einer Dors- strahe mit sich bringt, leiben die Straßen un­gemein unter ber starken Erschütterung. Schon nach Jahresfrist ist bas Werk ber Dampfwalze vernichtet, ber Oberbau ber Straße gelodert unb zur Zeit der Nässe watet man in Schlamm und Schmutz. Die Erschütterung ist so start, dah nicht nur in den angrenzenden, sondern auch in ent­fernteren Häusern sich immer wieder. die elek­trischen Dirnen lockern, wie fest fit auch angedreht sein mögen.

* Schotten, 16. Ian. Die Herstel - tung von Pflastersteinen in den D üchen der Firma Albert st e i g er t sich von Tag zu Tag. Die für bas Änternehmen tätigen Achr- leute sind nicht mehr in der Lage, bas fertige Material an die Dahn zu bringen. Deshalb wird demnächst ein Motorlastzug inBetrieb genommen, um einen rascheren Versand der Steine möglich zu machen.

* Eichelsdorf, 16. Ian. Dor etwa einem Jahre wurde unsere Gemeindejagb in zwei Teilen die Nidda war die Grenzlinie an zwei Frankfurter Jäger verpachtet. Der eine von ihnen, ein Inflationsgewinnler, ist heute nicht mehr in der Lage, eine Jagd zu bezahlen. Der Pächter des Teils östlich ber Nibba, In­genieur Henh, hat baher die gesamte Jagd übernommen.

? Ulfa, 16. Jan. Die L-anbwirt - schaftskammer Darmstabt läßt hier <rm näch­sten Sonntag burch den Referenten Dr. Nos einen Dor trag über Pferdezucht halten, der begreiflichem Interesse begegnen dürste. Hat sich doch gerade unsere Gemeinde als Züchter schwerer belgischer Pfcrd-e einen Namen erworben, so bah es den hiesigen und benachbarten Fohlen­züchtern möglich ist, alljährlich einen Fohlenmarkt in Nidda ab halten zu können. Gleichzeitig ist Ulfa. Deckstation des Landesgestüts.

Kreis Büdingen.

nb. Nidda, 15. öan. Die hiesige Orts­gruppe der Liga zum Schutze ber beut- fchen Kultur hatte heute abend zu einem Vortrag eingeladen, ber von etwa 450 Per­sonen aus Nibba und den umliegenden Orten besucht war. Der Vorsitzende der hiesigen Orts­gruppe, Studienrat Br au newell, begrüßte die stattliche Versammlung in herzlicher Weise und betonte, baß Deutschland schon lange er­kannt hätte, wie notwendig es Kolonien brauche. Dann hielt Prioatdozent Dr. Ernst Henning aus Gießen, ein geborener Niddaer, einen Vor­trag mit Lichtbildern überDie Entwicklung des ersten deutschen Schutzgebietes Sübwcstafrila". Der Vortragende hat 13 Jahre lang in dieser Kolonie gelebt und dort bei seinen acologischen

Forschungsreif en Land und Leute in etnoebeitSeB Weise kennen gelernt. Einleitend gab ber Red­ner. eine kurze geschichtliche Zusammenfassung her Gr-undung der deutschen Schutzgebiete in Süd­westafrika. Unterstützt durch vorzügliche Lichte bilder wurde dann die Entwicklung der Kolonie unter deutscher Verwaltung in verständnisvoller Weise vvrgesührt. Aus eigener Anschauung konnte der Redner eine fesselnde Schilderung der Dodenverhältnifse, des Klimas, der Pflan­zen- und Tierwelt sowie des Reichtums an Me­tallen und Edelsteinen von Südwestafrika geben. Den Krieg mit feinen verhängnisvollen Folgen, die Gewaltherrschaft der Engländer, die gegen alles Völkerrecht uns die blühende Kolonie ge­nommen, die Ausweisung von über 6000 Deut­schen. die Kämpfe um Erhaltung der deutschen Schulen hat ber Vortragende selbst mitgemacht und konnte deshalb darüber genau berichten. Bitt dem Hinweis, bah Deutschland unbedingt zum Absatz feines ÄeberschufseS an Bevölkerung, zum Bezug von Rohstoffen und Lebensmitteln sowie zum Verkauf seiner fertigen Waren Ko­lonien nötig hat, richtete der Redner noch einen ernsten Mahnruf an alle echten Deutschen, alles daran zu fetzen, dah uns die Besitzungen wieder zuiückgegeben und das deutsche DolkStum tn den Kolonien erhalten werde. Dem Vortrag wurde reicher Beifall gezollt.

g. Waller n Hausen, 15. Ian. Pfarrei hier ist nach Pfungstadt verseht worden. Mit großem Bedauern sehen die evange­lischen Gemeindeglieder von hier und Fauerbach chren Seelsorger scheiden. Seit 7 Jahren wirkte Pfarrer Strack in vorbildlicher Weise in unserem und erwarb sich das vollste Vertrauen, allsettige Hochachtung unb Liebe feiner Kirchen- gemeinden Er war auch Dekanatsstellvertreter im Dekanat Nidda.

Lihberg. 16. Ian. Da unser seitheriger Bürgermeister Schädel infolge angegriffener Gesundheit fein Amt niederlegen muhte, fand Neuwahl statt, aus der einstimmig gewählt Landwirt S e u m als neuer Bürgermeister her­vorging. Am Abend des Wahltages fanden die üblichen Ehrungen für den Neugewähllen hott. Zur Zeit entsteht am Bahnhof ein stattlicher Fabrikneubau der Mühlenwerke Forth, Grün & Komp. Die Werke waren bisher in der Sellheimschen Mühle untergebracht, doch haben sich diese schon seit längerer Zeit derart entwickelt, daß diese Räume sich als zu Nein erwiesem Mit den neu erbauten Mühlenwerken soll eine wesentliche Erweiterung des Betriebs­zweiges erfolgen; so soll u. a. eine Automobite werkstatte. Garagen usw. darin untergebracht werden. Die Erweiterung kann Im Interesse der arbeitenden Bevölkerung nur begrüßt werden.

Starkenburg unb Rheinhessen.

D a r m st o d t. 16. Ian. (Eigener Bericht.) Die Stadtverordnetenversammlung bewill'gte 35 000 Mark für Wohnbaracken, in denen Obdachlose untergebracht werden sollen' Die Einäfcherungsgcbühren w irden auf 50 Mark für Einheimische und auf 60 Mack für Auswärtige festgesetzt. (Früher betrugen sie 100 und 200 Mark). Ferner wurde dem Erlaß einer Ortssatzung über die Wohlfahrts­pflegeordnung der Stabt Darmfteldt zu- gestimmt. Im Verlauf der Debatte gab der Vor­sitzende der deutschvollsparteilichen Fraktion die Crllärung ab, daß er gegen die Errichtung eines städtischen Ratskellers sei, solange noch die Wohnungsnot besteht. Mit dieser Erklärung dürfte daS Projekt vorläufig ertebigt fein. Die gemeinnützige Baugenossenschaft inGroh-Gerau will bis Juli 26 Wvhnun- gen errichten. Die Landesbaugenossen­schaft will mit Unterstützung von Reichsgeldern etwa 50 Wohnungen bauen, wenn die Ge­meinde Grund und Boden stellen und die Miets­garantie leisten will. Der Gemeinberat wird bemnächst über das Angebot entscheiden.

Hessen-Nassau.

e Wetzlar. 16.Ian. DemWetzlarer An­zeiger" zufolge hat die Personenstands- auf nähme im Dezember v. Is. für unsere Stadt eine Einwohnerzahl von 17008 Per­sonen ergeben gegen 15 952 im Oktober 1921.

bl. Dillenburg, 16. Ian. Die Basalt- fteininbuftrie des gesamten Kreises f-S*int die wirtschaftliche Krise allmählch zu über­winden. Vereinzelte Brüche stellten bereits größere Trupps von Arbeitern ein.

bl. Haiger, 16. Ian. 3m Jahre 1924 hat sich auch in unserer Stadt eine lebhafte Bautätigkeit entfallet. Zehn Wohnungen wurden bezugsfertig gemacht. Angefangen wur­den 6 neue Bauten, die in diesem Jahre vollendet werden. Weiter sollen noch etliche andere Neu-

Frankfurt a. M., 16. Jan. (WTD.) Dr Eckener wurde heute im Römer vom Ma­gi st r a t feierlich begrüßt, wobei Oberbürger­meister Dr. Land :tmi n n in einer Ansprache der Großtat Dr. Eckeners und seiner Mannschaft die gebührende Huldigung erwies. Dr. Eckener dankte in einer Ansprache für die freundliche Begrüßung unb hob dabei Frankfurts Verdienste um die Forderung ber LuftMffahrt hervor. Später nahm noch Geheimrat Prof. Dr. Wachs- m u t h das Wort, um namens des Physikalischen Vereins Dr. Eckener eine Ärkunde über die Verleihung der Ehrenmitgliedschaft deö Physikalischen Vereins zu ^erreichen.

fpd. Frankfurt a. M., 16. Ian. 2m Juli wurden bei der Reichsbank Änterschlagun- gen eines Reichsbankrates aufgedeckt. Der Bankrat hatte mit dem Börsenmakler Max Kaufmann unsaubere Geschäfte abgeschlossen, wodurch die Re i ch sb a n k um etwa 4 00000 Mark geschädigt wurde. Die Vorunter­suchung ist nunmehr nach fast dreiviertel Jahren abgeschlossen, so daß die Anklage erhoben werden kann. Diese richtet sich jetzt auch gegen einen hie­sigen Bankier, der des Betruges beschul­digt wird. Eine wilde Jagd auf Ver­brecher spielte sich heute früh in der Altstadt ab. Die Kriminalpolizei war einem Derbrecher- trio, das viele schwere Einbrüche begangen hatte,

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