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Kreis Friedberg.

sf. Friedberg. 15. Rov. Bei der hie­sigen Stadtvervrdnetenwahl wurden insgesamt 35C8 gültige Stimmen abgegeben, was einer Wahlbeteiligung von 50 Prozent entspricht. Er erhielten: Zentrum 254 Stimmen) 2 Sitze (2), Sozialdemokraten (967 Stimmen) 7 Sitze (6), Demokraten (382 Stimmen) 3 Sitze (2). Deutsche Dolkspartei (429 Stimmen) 3 Sitze (3), Kom­munisten (211 Stimmen) 1 Sitz (2), Bürgerliche Liste (Handwerker) (366 Stimmen) 2 Sitze (2), Deutschnationale Bolkspartei (473 Stimmen) 3 Sitze (3). Mieter (336 Stimmen) 3 Sitze (3). Par­teilose (90 Stimmen) keinen Sitz (1).

Dad-Rauheim, 13. Rov. Don etwas mehr als 5000 Wahlberechtigten machten bei der heutigen Stad-tverordnetenwahl nur rund 55 Prozent von ihrem Stimmrecht Ge­brauch, die Wahlbeteiligung war also sehr schwach. Dies dürfte in dec Hauptsache auf die große Zersplitterung besonders bei den bürger­lichen Parteien zurückzuführen sein, die sich durch 11 Wahlvorschläze bemerkbar machte. Cs waren 21 Stadtverordnete zu wählen. Die Sitze ver­teilen sich nach der heutigen Wahl wie folgt: Zentrum (142 Stimmen) 1 Sitz. Sozialdemokraten (859 Stimmen) 6 Sitze, Demokraten (161 Stimmen) I Sitz, Deutsche Dolkspartei (220 Stimmen) 2 Sitze, Kommunisten (177 Stimmen) 1 Sitz. Deutschnationale (503 Stimmen) 4 Sitze. Un­politische (261 Stimmen) 2 Sitze, Dürgerlkste (125 Stimmen) keinen Sih, Bereinigte Liste der Kur­interessenten (287 Stimmen) 2 Sitze. Wirtschafts- Bereinigung (252 Stimmen) 2 Sitze, Katholiken (103 Stimmen) keinen Sih. Ungültig waren 76 Stimmen.

:: Kirchgöns , 16. Noo. Die hiesige G e - meinderatswahl ergab: Bauernbund 5 und Sozialdemokraten 4 Sitze.

:: Pohlgöns. 16. Nov. Bei der Ge- meinderatswahl entfielen auf den Bauern­bund 4 Sitze. Sozialdemokraten 5 Sitze.

i Steinfurth. 15. Nov. Die hiesige Ge- meinderatswahl hotte folgendes Ergebnis: Vorschlag 1, Gärtneroerein: 3 Sitze; Vorschlag 2, Arbeiterschaft Steinfurth: 4 Sitze; Vorschlag 3, Bau­ernbund: 5 Sitze. Wahlbeteiligung 50 Prozent.

c. Rockende r g, 15. Äov. Bei der heutigen Gemeinderatswahl stimmten von 685 Wahlberechtigten 565 ab. 120 Wähler blieben der Wahl fern. Cs ergab sich folgendes Resultat: Bauernschaft 4 Ditze, seither 6 mit 155 Stimmen, Arbeiter-Vereinigung 3 Sitze, seither 2 mit 107 Stimmen, Beamte (Cb. Doktsgem.) 2, se.ther 1 mit 88 Stimmen, Beamte (Kath. Bolksgem.) 2, seither 1 mit 85 Stimmen. Gewerbetreibende 1. seither 0 mit 67 Stimmen, Thristl. Gewerkschaft 0, seither 2 mit 38 Stimmen.

Wissel Sheim, 15. Rvv. Der der heu- ligcn Gemeinderatswahl wurden ge­wählt: Arbeitsgemeinschaft 3, Kommunisten 2, Unpolitisch 2. _

_< Schwalheim, 15. Rov. In den Ge­meinderat wurden gewählt: Sozialdemokra­ten 6, Kommunisten 1. Bürgerliche 2.

4 Dorhei m, 15. Rov. Bei der heutigen Gemeinderatswahl wurden gewählt: Sozialdemokraten 7, Bürgerliche Vereinigung 5.

4 Rödgen. 15. Rov. Es wurden in den Gemeinderat gewählt: Sozialdemokraten 4, Liste Heimat (Bauernbund) 3 Sitze.

s Riederflorstadt. 15. Rov. Der der hsiesigen Gemeinderatswahl erhielten: Sozial­demokraten (551 Stimmen) 8 Sitze, Bürgerliche Liste (169 Stimmen) 2 Sitze, Pcrreiiose Liste (162 Stimmen) 2 Sitze. Die Wahlbeteiligung betrug etwa 80 Prozent.

Kreis Schotten.

Schotten, 16. Tlod. Bei der Ge­meinderatswahl entfielen auf die Liste der Bereinigten Sozialdemokraten 260 Stimmen (3 Sitze), Bereinigte bürgerliche Liste 577 Summen (7 Sitze), Liste Schütz 163 Stimmen (1 Sih), Lrste RidgeS 138 Stimmen (1 Sitz).

Laubach. 15. Nov. Gemeideratswahl. Lifte Andrä 3. Arbeite mit Fleiß 2. Landbund 1, Arbeit und Recht 2, Mittelstand 2. Emmelius 1. Wagner 1 Eitze. Die Gesamtstimmenzahl beträgt 572. 10 Stimmen find ungültig.

)( Ruppertsburg, 15. Rov. Cs wur­den gewählt: 'Bauernbund 99 Stimmen 3 Mandate, Unparteiische Listei 94 Stimmen 3 Mandate, Unparteiische Liste H 84 Stimmen = 3 Mandate. Wahlbeteiligung 68 Prozent.

Der gefesselte Strom.

Roman von Hermann Stegemann.

64 Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)

Die Briefe wurden seltener.

Hanns hatte Doktor Keller einige Andeutungen gemacht, aber der Vater Konstonzens nahm sie sehr gelassen auf und sagte, bis Weihnachten laufe noch viel Wasser den Rhein hinunter.

Im Juni brach das Hochwasser herein. Vom Bodensee und aus der Aare, selbst vom Schwarz­wald herunter schwoll wilde Wassersnot. Wenn Christian Ingolds Haus noch gestanden hätte, so wäre der Rhein zu den Fenstern hereingestiegen, wie im Jahre 1874.

Der Rhein kam breit, in mächtigem Drang ge­zogen. ersäufte die Inseln, die Uferwäldcr, füllte die Altwasser und schoß bei Elfenau ins verlassene Bett. In xbcr bleichen Sonne glänzte er resedengrün.

Hanns Ingold stand auf dem Stauwehr.

Die Schleuse war geöffnet, die Drücke ausge- fahren. Alle Schützen aufgezogen.

Atembellemmeno war der Anblick des Stomes vom Wehr aus. Wie gestauter und plötzlich in Be­wegung geratener Glasfluß kam er als gedrängte Masse den früheren Laufen herab. Ein kalter Luft­hauch ging vor ihm her. Hochauf schlug die Trund- welle an der schräggerichteten schwimmenden Schutz. wand, die die Turbinenanlage schützte. Der Lein­pfad war überflutet.

Hanns fühlte das Beben des Wehrs, unter dem der Schwall des Rheines grauzischend hindurchfuhr.

Nun galt es die Probe. Er hatte das Wehr und Turbinenhaus in den gewachsenen Felsgrund ein» gesenkt. Wenn sie brachen, mußten sie aus dem Ur­gestein herausbrechen, über bas bcr Rhein seit Jahrhunberten lief. Er kam nicht mehr durch die schmale Enge, über Treppenstürze und Geklipp, son­dern durch das auf dreifache Breite aufgefprengte offene Tor. Zugleich frei geworden und gefesselt.

Gegen Abenb schwoll er um zwei Fuß über den höchsten Stand der letzten fünfunddreißig Jahre und leckte an den Schützen empor.

Hanns ließ sie bis über die Höhe des höchsten Hochwaffers emporziehen, daß sie wie eiserne Si­renen hoch über der Flut standen. In der Schleuse toste der Schwoll wie Orgesstimmen.

T Oberschmitte n, 15. Rov. Es wur­den in den Gemeinderat gewählt: Sozial­demokraten 4, Bauernbund 4, Demokraten 1. Wahlbeteiligung 37 Prozent.

S Herchenhain, 15. Rov. Hier wur­den für den Gemeinderat gewählt: Liste Linker 4 Mandate, Liste Dietz 3 Mandate. Wahlbeteiligung 80 Prozent.

Kreis Alsfeld.

H Alsfeld, 15. Rov. Cs erhielten bei der gestrigen Gemeinderatswahl Soz'.albemo» kratische Partei 591 Stimmen, Rationale Bürger- liste (Deutschnationale und Deutsche Dolkspartei) 562 Stimmen, Bereinigte Wirtschaftsgruppen (Wirtschaftsliste) 304 Stimmen. Demokratische Partei und freie bürgerliche Bereinigung 248 Stimmen. Die Sitze verteilen sich demgemäß wir folgt: Sozialdemokrat.Partei 6 Sitze, Rat.Bürger­liste 6 Sitze, Wirtschaftsliste 3 Sitze. Die Wahl verlief vollkommen ruhig. Die Wahlbeteiligung betrug etwa 60 Proz.

-er. Homberg, 15. Rov. Bei der heute stattgefundenen Wahlen lagen für die Ge­meinderatswahl drei Wahlvorschläge vor. Cs erhielt der erste Wahlvorschlag, Kennwort: Landwirtschaft, 90 Stimmen, der zweite, Kenn­wort: Bereinigte Liste, 140 Stimmen und der dritte, Kennwort: Deltmar. 84 Stimmen. Mithin sind vom ersten und dritten Wohlvorschlag je drei, aber vom zweiten Wahlvorschlag 6 Mann als Gemeinderatsmitglieder gewählt. Die Wahl­beteiligung betrug nur 40 Proz.

00 Kirtorf, 15. Nov. In ben hiesigen G e - mein berat wurden gewählt: Liste Bauern­bund (154 Stimmen) 5 Sitze, Liste Mittelstand (Erb) (107 Stimmen) 3 Sitze, Arbeiter-Liste (S ch o m b e r 1) (54 Stimmen) 1 Sih.

Nieber-Gemünben. 15. Noo. Hier wurde zur Gemeinderatswahl nur eine nach Berufen zusammengestellte Liste einge­reicht, die entsprechend den gesetzlichen Bestim­mungen als gewählt gilt. Das gleiche Ergebnis ist von Burg-Gemünden zu berichten.

Kreis Lauterbach.

Lauterbach, 15. Nov. Ergebnis der Ge- meinberatswahl: Die beiben bürgerlichen Parteien 7 Sitze (Wahloorschlag Meier 5 Sitze bei 502, Wahlvorschlag Otterbein 2 Sitze bei 229 Stim­men); Soziolbemokratische Partei 582 Stimmen (6 Sitze), Seamtenoereinigung 201 Stimmen (zwei Sitze).

Kreis Büdingen.

0 R i d d a, 15. Rov. Die Gemein de- r a t s w a h l wurde hier durch das Dorliegen einer Cinheitsl iste hinfällig. Rach dieser Liste erhalten die bürgerlichen Parteien im Ge­meinderat 7, die S^ialdemokraten 5 Sitze.

Lreirtags-wahlerMmffe.

Kreistag Scholten.

O Schotten, 15. Rov. Dei der heu­tigen Kreistagswahl erhielten: Sozialde­mokratische Partei 1745 Stimmen 4 Mandate (1922 : 2368 Stimmen 5 Mandate), Deutsche Demokratische Partei 604 Stimmen 1 Sih (1922: 1344 Stimmen -- 3 Sitze), Deutsche Bolkspartei 513 Stimmen 1 Sitz (1922: 449 Stimmen 1 Sih), Hessischer Bauernbund und Deutschnatio­nale Bolkspartei 4416 Stimmen13 Sitze (1922: 4861 Stimmen 12 Sitze), Evangelische Volksge­meinschaft 702 Stimmen 2 Sitze (1922:).

Kreis Lauterbach.

$ Wahlberechtigt zur Kreistogswahl 18 738, abgegebene gültige Stimmen 7843, ungül­tige Stimmen 477. Es erhielten: Soziolbemokratische Partei 2095 Stimmen 6 Sitze, Vereinigte Stabt» unb Lanbliste (Dschnatl. unb Hess. Bauernbunb) 4538 Stimmen 13 Sitze, Evangelische Volksgemein­schaft 528 Stimmen 1 Sitz, Liste Kübel 682 Stim­men 1 Sitz.

Kreistag Alsfeld.

Die Kreistagswahl ergab: Sozialdemokraten (2475 Stimmen) 5 Sitze, Deutsche eDmokratische Partei und Freie bürgerliche Bereinigung (1455 Stimmen) 3 Sitze, Landbund und Deutschnatio­nale Bolkspartei (4964 Stimmen) 12 Sitze, für die f.Allgememheit (599 Stimmen) 1 Sitz.

Ingold ging über die vibrierende Wchrbrücke zum Turbinenhaus. In den Kammern, die noch nicht in Betrieb waren, brauste die Flut. Die Rechenzähne saßen voll Gras und Laub. Unaufhör­lich streiften die Arbeiter den Behang ab. Das ganze gewaltige Gebäude, bas mit ben fjalbcingebautcn Maschinen noch unwirtlich erschien, klang unb brauste von bem unter ihm ziehenden Strom.

Hanns Ingolb verbrachte bie Nacht in seinem Werk.

Der Baumeister bes Werkes war allein im Ma­schinensaal. Die Dynamos waren schon aufgestellt, bie Turbinen montiert. Still lag bas Werk, bas Metall ber Kraftmaschinen glanzte. Säulenschatten schossen in unruhigem Gaslicht.

Langsam ging Ingold den riesigen Saal auf und nieder. Sem Schatten wanderte an den er­leuchteten Fenstern entlang.

Es war seine ereignisvollste Nacht, denn von Christian Ingold und Der Wasserweide der Ingold fang der Strom ihm ins Ohr.

Als Hanns im ersten Morgengrauen nach Hause ging, der Rhein zu fallen begann und das Werk unerschüttert stand, wich der Gedanke an seinen Vater von ihm, und zum erstenmal konnte er mit ruhigem Herzen an ihn denken.

Nun trieb er zur Vollendung der Einrichtung. Er gönnte sich kaum noch Zeit, zu essen, zu schlafen, nie war größeres Schaffensfieber in ihm gewesen.

Dazwischen fand er noch Gelegenheit, Hermann zu einer Reise nach Norwegen und Spitzbergen zu überreden, als er bei Maffei in München zu tun hatte.

Er fand den Bruder frisch unb erstarkt, von zehrenber Liebe war nichts zu spüren. Auch schien Hermann Ingolb biefen Gesprächsstoff zu meiben, nur einmal sagte er:

Du, Hanns, geschrieben habe ich wirklich nicht/' Er war ganz von literarischen Plänen gefangen unb hatte ben Anschluß an bas Leben gefimben.

Am 28. Juni trat er die Reise von Hamburg aus an.

Als Hermann von Bord den ersten kurzen Be­richt schickte, erwachte in Hanns Ingold zum ersten­mal das Fernweh, der Drang in die Weite. Er zwang ihn nieder.

Der August war vorüber, der September brach golden herein. Im Kraftwerk zu Rheinau imterm

Kreistag Büdingen.

11 Die Kreistagswahl ergab: Sozialdemokra­tisch? Partei 3856 Stimmen. Deutsche Demokrat. Partei 1058 Stimmen. Deutsch? Bolkspartei 1233 Stimmen. Bereinigter Borschlag Hess.scher 2anb» bunb unb Deutschnationale Doltspartei 4670 Stimmen, Evangelisch? Volksgemeinschaft 742 Stimmen, Kommunisten 587 Stimmen.

Kreistag Darmstadt.

He p Pen heim, 15. Rov. (WER.) Beiden heutigen Kreis wählen würben folgende Stimmen;al; ca abf.e c e.x: Sozia de..ck a en 2772, Zentrum o268, Deutsche Bolkspartei 693, Demo- kra en 485, Kommunisten 957, Hessischer Land- bunb 1120.

Darmstadt: S. P.D. 13380, Zentrum 2348, Deutsch? Bolkspartei 10 268, Demo'rctten 2530, Deutschnationale 3305. Kommunisten 931 unb Hessischer ßanbbunb 169.

ProvMMltags-wahlergebniste.

Kreis Büdingen.

!! Die Provinzialtagswahl ergab: Wahl- Vorschlag Rr. 1 Zentrumspartei -- 232 Stim­men, Rr. 2 Sozialdemokratische Partei - 3759 Stimmen. Rr. 3 Deutsche Demokratische Partei - 666 Stimmen, Rr. 4 Deutsche Bolkspartei 1031 Stimmen, Rr. 5 Bereinigte Stabt- unb Lanbliste ber Deutschnationalen Bolkspartei und bes Hess. Landbunbes im Kreise Gießen 136 Stimmen, Rr. 6 Dereingiter Wahlvorschlag Hessischer ßanbbunb unb Deutschnationale Bolls­partei im Kreise Als selb 87 Stimmen, Rr. 7 bett im Kreise Büdingen 4654 Stimmen, Rr. 8 bers. im Kreise Friedberg105 Stimmen, Rr. 9 ders. im Kreise Lauterbach 27 Stimmen, Rr. 10 ders. im Kreise Schotten 44 Stimmen, Rr. 11 Eintracht = 15 Stimmen, Rr. 12 Evgl. Bolks- gemeinschaft 576 Stimmen, Rr. 13 Kom­munistische Partei 520 Stimmen, Rr. 14 Mittelstandsvereinigung 38 Stimmen, Rr. 15 Bürgerliche Partei 48 Stimmen.

Kreis Schotten.

<> Cs erhielten Stimmen: Zentrumspartei 66 (1922: 21), Sozialdemokratische Partei 1650 (2337), Deutsche Demokratische Partei 251 (1214), Deutsche Bollsvartei 375 (468), Bereinigte Stadt- und ßandliste Der Deutschnationalen Bolkspartei unb des Hess. Bauernbundes im Kreise Gießen 163, Bereinigter Wahlvorschlag Hess. Landbund Deutschnationale Bereinigung im Kreise Lllsfeld 51, Ber. Wahlvorschlag Hess, ßanbbunb und Deutschnationale Bereinigung im Kreise Büdin­gen 32, Ber. Wahlvorschlag Hess, ßanbbunb unb Deutschnationale Bereinigung im Kreise Stieb* berg 35, Ber. Wahlvorschlag Hess, ßanbbunb unb Deutschnationale Bereinigung im Kreise ßauter­bach 44, Ber. Wahlvorschlag Hess, ßanbbunb und Deutschnationale Bereinigung im Kreise Schotten 4347 (diese Kreisvorschläge erzielten 1922 zusammen 4854 Stimmen), Eintracht 45 (1922: 0), Cvangellische Volksgemeinschaft 495 (1922: 0), Kommunistische Partei 73 (56), Mittel­standsvereinigung 25 (1922: 0), Bürgerliche Par­tei 20 (1922: 0).

Kreis Lauterbach.

Es erhielten Stimmen: Wahloorschlag 1, Zen­trumspartei, 608 Stimmen; Nr. 2, Sozialdemokra­tische Partei 1817 Stimmen; Nr. 3, Deutsche Demo- kiarische Partei, 253 Stimmen; Nr. 4, Deutsche Volkspartei, 846 Stimmen; N. 5, Vereinigte Stadt- unb Lanbliste ber Deutschnationalen Volkspartei unb bes Hessischen Lanbdunbes im Kreise Gießen 121 Stimmen; Nr. 6, Vereinigter Wahloorschlag Hess, ßanbbunb unb Deutschnationale Volkspartei iin Kreise Alsfelb, 35 Stimmen; Nr. 7, berjelbe im Krei e Bübingen, 36 Stimmen; Nr. 8, berjelbe im Strei e Sriebberg, 24 Stimmen; Nr. 9, berjelbe im Krei e Lauterbach, 3448 Stimmen; Nr. 10, derselbe im Kreise Schotten, 15 Stimmen; Nr. 11, Eintracht, 10 Stimmen; Nr. 12, Evangelische Volksgemein­schaft, 329 Stimmen; Nr. 13, Kommunistische Par­tei, 59 Stimmen; Nr. 14, Mittelstandsvereinigung, 26 Stimmen; Nr. 15, Bürgerliche Partei, 30 Stimmen.

Kreis Alsfeld,

Cs erhielten Stimmen: Wahlvorschlag 1 Zen­trumspartei 632 Stimmen, Rr. 2 Sozialdemo­kratisch? Partei --- 2252 Stimmen, Rr. 3 Deutsch« Demokratisch? Partei 433 Stimmen, Rr. 4 Deutsche

Lauffen klangen die letzten Hammerschläge. Napoli lag in Nuinen. Neue Häuserzeilen zogen sich in den Wald hinauf. Die Schlote des Kefselhaufes steckten schon ihre Rauchfahnen auf.

Vor Hanns Ingold lagen die Pläne zum Umbau des Klosters St. Joseph und bas Programm ber festlichen Einweihung seines Werkes, boch es bulbete ihn nicht in feinem Bureau.

Er ging ins Kloster hinüber. Allein. Um bie Pläne noch einmal zu überprüfen. Aber er ver­gaß, sie mitzunehmen.

In bem Zimmer Ruths waren brei Bauzeichner beschäftigt. In Engelhardts letztem Arbeitszimmer vor dem Kamin, wo sie fo manchmal gefeffen hatten, war niemand. Alte Gartenjeffel standen darin.

Und auf einen dieser Sessel setzte sich Hanns und schloß die Augen.

Lange saß ec und spürte, wie in ihm die Quel­len zusammenliefen, unterdrückte, von Arbeit ber» schüttete Adern ausjprangen, Erinnerungen wach wurden, Sehnsucht und fessellvs hervorbrechendes Verlangen aufjchrien unb zuletzt nur noch ein Ge­danke wie ein jtrahlendes Licht durch alle Finsternis drang, die Gewißheit, Ruth Engelhardt wieder- zusehen, sie zu seinem Werk zu führen und zu ihr zu sagen:Ruth, süße Ruth, es ist vollendet!"

Er rüstete wie zu einer Hochzeit. Die letzten Tage flogen unb wollten boch kein Enbe nehmen. Das Personal war zur Stelle, schon flammten zu­weilen bie Fenster bei Nacht, schon sprang Licht in bie Glühbirnen. Elf Gemeinden, siebenundvierziq Fabriken und einhundertsiebzehn Kleingewerbetrei­bende hotten Verträge abgeschlossen, vierzehntausend Pfcrdekröfte waren schon vergeben worden.

Die Einweihung wurde auf ben 2. Oktober fest­gesetzt.

Am 29. September traf Gerhart Iqlanber mit seiner Frau in Rheinau ein.

Nuth und Hanns hatten sich seit dem Tode En­gelhardts nicht wiedergesehen. Er war dreimal in Berlin gernejen, ohne den Verbuch zu machen, sie zu scheu. In Berlin war sie mcht Ruth.

Er verhehlte sich nicht, daß er auf sie wartete, er tat ja nichts anderes, als auf sie warten, feit das Werk vollendet war.

Am Abend ihrer Ankunft trafen sie zusammen.

Gerhart wollte seiner Frau das Werk noch vor

Bolkspartei - 444 Stimmen, Rr. 5 Berernigta Stadt- und ßanbltflc der Deutschnationale« Bolkspartei unb de- Herrschen Landbmrdes tu Kreise Gießen 163 Stimmen, Rr. 6 Bereinigter Wahlvorschlag Hessischer ßandbund und Deur.ch- natienal? Bolkspartei im Kreis? Alsfeld 3949 Stimmen. Rr. ders. im Kreise Büdingen-65 Stimmen, Rr. 8 ders. im Kreise Friedberg 84 Stimmen, Rr. 9 ders. im Kreise ßauterbach = 47 Stimmen, Rr. 10 ders. im Kreise Schotten =? 45 Stimmen. Rr. 11 Eintracht 435 Stimmen, Rr. 12 Evang. lisch' Volksgemeinschaft 375 Stimmen, Rr. 13 Kommunistisch? Partei 76 Stimmen, Rr. 14 Mittelstands-Bereinigung 56 Stimmen, Rr. 15 Bürgerlich? Partei = 55 Stim­men.

Rheinhessen.

Mainz, 15. Rov. (WSR.) Die heutigen Stadtverordneten Wahlen sind völlig ruhig und bei schwacher Wahibe.eiligung (nicht ganz 60 Pro-ent) verlauten. Es erhielten: So- äialbcmoha en 14 846. Arbeitsgemeinschaft der wirtschaftlichen Verbände 3225, Deutschnationale Bolkspartei 1412, Deutsche temofratii c Partei 3103, Zentrum 10 341, Deutsche Bo.spartet 1952, Kommunisten 3014, Arbeitnehmergruppe 632, S.adt- und ßandverband für ßeile»Übungen 1452, Ra iona/ozia'.istische deutsche Arbeiterpartei 270, Gastwirtsgcwerbe und verwandte Berufe 721, ungültig 329. Die Zahl der Wahlberechtigten betrug insge amt 73 578. Rach dem vorläufigen Ergebnis sind gewählt: Sozicttdemolraten 21 (bis­her 24). Zentrum 15 (18), Arbeitsgemeinschaft der Wirtschaftsverbände 4 (), Demokraten 4 (4), Kommunisten 4 (2), Deutschnationale 2 (4), Deutsche Bolkspartei 2 (6). Stadt- und flanö- verband für Leibesübungen 2 ().

WSN. Worms, 15. Nov. Bei den heutigen Stadtverordneten wählen haben 18 526 Wähler ihre Stimme abgegeben. Davon erhielten: Sozialdemokraten 6313, Deutschnationale 840, De­mokraten 1240, Zentrum 2327, Deutsche Volkspartei 6048, Kommunisten 917, Nationalsozialisten 545. Die Sitze verteilen sich auf die einzelnen Parteien wie folgt: Sozialdemokraten 15 (vorh. 14), Deutsch- nationale 2 (1), Demokraten 3 (3), Zentrum 5 (5), Deutsche Volkspartei 14 (16), Kommunisten 2 (3), Nationalsozialisten 1 (0).

WER. Bingen, 15. Rov. Hier hatten die Stadtverordnetenwahlen folgen­den Ausgang: Sozialdentokraten 639 (3 Ditze), Deutsche Bolkspartei 368 (2), Zentrum 1724 (10), Kommunisten 65 (), Demokraten 372 (2), Reichs- und Staatsbeamte 325 (1), Handwerker und Gewerbetreibende 589 (5).

Weisenau, 15. Äov. Die heutigen Ge­meinderatswahlen hatten folgendes Er­gebnis: Sozialdemokraten 973 (6 Mandate), Zen­trum 801 (6), Kommunisten 283 (2), Bürgerliche Bereinigung 503 (3), Haus- und Grundbesitzer 208 (1).

Starkenburg.

WER. Darmstadt, 15. Rov. Hier hatten die Stadtverord netenwahlen folgendes Ergebnis: Sozialdemokraten 12 8111 Stimmen, 19 Sitze, Zentrum 2155, 3 Sitze, DDP. 8639, 14 Sitze, Demokraten 2053, 3 Sitze, Deutfchnatro- nale 2986, 4 Sitze. Kommunisten 887, 1 Sih. Mietervereinigung 589, 1 Sitz. Gewerbe-- unb Handwerker-Vereinigung 1346 und 2 Sitze, Äa- tionalsoz-alisten 529 und 1 Sch. Zersplittert waren 345 Stimmen. Die Gesamtzahl der abgegebenen Stimmen betrug 33 908 Stimmen. Die Wahl­beteiligung betrug etwa 50 Proz.

WSR. Offenbach a. M., 15. Rov. Das Oamtliche Ergebnis der heutigen S t a d t v e t - ordneteHwahlen ist folgendes: Sozial­demokraten 10 203, Zentrum 4248, Demokraten 2253, Kommunisten 8590, Arbeitnehmer 693, Ber­einigte Bürgerliste 8040. Die aMndate ver­teilen sich wie folgt: Sozialdemokraten 15 (bis­her 21), Zentrum 6 (5), Demokraten 4 (3), Kom­munisten 11 (7), Arbeitnehmergruppe 1 (), Bereinigte Bürgerliste 11 (21).

WSR. Bensheim, 15. Rov. Hier hatten die Stadtverordneten wählen folgendes Ergebnis: Soz. 1026, 7 Sitze (5). Zentrum 1636, 10 Sitze (10), Demokraten 193, 1 Sih (1), Komm. 247, 1 Sch (1), Bürgerliche Bereinigung 785, 5 Sitze (3). .Ungültig 167 Stimmen. Abgegeben wurden insgesamt 3837 Summen. Die Wahlbe­teiligung betrug etwa 50 Prozent.

ter Einweihungsfeier zeigen.

Im Maschinensaal des Turbinenhauses, der int opalfarbenen Dämmerlicht verschwamm, stießen sie auf Hanns.

Unb plötzlich wußte Ruth, worum sie bie eifri­gen Erklärungen ihres Mannes, fein Auftreten als ouhrer unb Sachkundiger inmenbig fo tief erregt hatten,

Es ist ja gar nicht bem Werk!" hätte sie ihm zurufen mögen. ..Schweig, zeig mir nicht, was nicht von bir kommt! Es ist ja Hanns Ingolds Werk."

Und nun stand er vor ihr, blasser als sie, hager, mit zerfurchter Stirn, mit mübern Munb, fiebe­rischen Glanz in ben Augen.

Unwillkürlich sprach sie leise in bas sanfte Rau­ften, in bas Summen bes Wassers .indem sie ihm b-e Hand reichte:

Ihr Werk, Hanns Ingold!"

In Tylcmders Gesicht trat eine Starre, bie alle Züge spannte.

Geballt habe ich es allein, ober nicht allein gebaut," antwortete Ingolb unb hielt ihre Hanb.

Ihre Finger zuckten.

Sie traten auseinander.

In/mb er brach bie Besichtigung ab, unb Hanns Angold beschränkte sich bnrauf, ihnen bis zum Ufer bas Geleit zu geben.

Ruth merl.ie, da., ihr Manu verstimmt war. Aber fie wo,- nicht mehr imstande, sich darüber Rcchensä.til ;u geben. Auch sie war von bcr alten Sehnsucht c-um en worden, die nie ganz geschlafen hatte. Ihr Wer- war es, das in zwei Tagen ein« geweiht wurde' Ihr Herz schlug in diesem Werk, tief eingebaut in ben felsigen Nheingrund.

Gerhart Xgianbcr riß sich zusammen. Er hatte Besseres zu tun. als sich von unklaren Erinnerungen unb Empfindungen peitschen zu lassen.

Sie kehrten in:- Hotel zuruck.

Die Nacht lag samtschwarz und weich auf dem Waldtal von Rl)einau.

Der GasthofZur alten Post" hieß als steifer Neubau Hotel Bristol zur Post.

Hanns Ingold hatte kurz nach Tylander das Bureau Verlagen. Er kam mit der Nacht ips Städt­chen und blieb hinter der Brunnensiiule stehen, w» einst Ruth gewartet hafte, unb blickte zu ben Fen­stern hinauf. Eme ganze Reihe war erleuchtet« Dann ging er hinein. (Fortsetzung folgt.) ,