M. 269 Zweites Blatt Giehener AnzeigersEeneral-Anzeiger für Gberheffen) Montag, 16. November 1925
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Die Stadlverordnetenwahlen in Gießen.
Wahlbezirk
Zentrum
15.11.25(19.11.22
Sozialdemokratische Partei
T cutfd c
Demokratische Partei
Kommunistische Partei
15.11.25(19.11.22
Mittelstands' Bereinigung Gießen
Bereinigte
Bürgcrliste (Ttsch. BoltSv. u. Ttschntl.BoWp.)
15.11.25(19.11.22
Wahlberechtigte
Abgegebene gültige Stimmen
Ungültige
Stimmen
15.11.25(19.11.22
15.11.25
19.11.22
15.11.25
19.11.22
15.11.25
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Altes Rathaus...............
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* Gießen, 15. Rov. 1925.
Aach einem recht f.a.en Wah.ia:npse, in dem mai me.Lc, das; die Wah'.mü'.ig.cit eine weitverbreitete Erscheinung ist, tourv. gestern die Wahischlachi ge chloren. Don dem son t üblichen QIgi a.ionbbe:ricj uar nichts zu bemerlea. Da)er unD wohl auch infolge des ungünstigen Wetters bueo die Beteiügung der Wähler a n Wahlgeschäst recht mäßkg. Dis 1 Uhr mit.ags ha.ten durchschnittlich erst 10 Proze.tt der Wahlberechtigten abgestimmt, dann fri ch'.e der Zustrom etwas auf, so öaj es gegen 4 il.jr etwa 25 Prozent La.cn. Zwischen 4 und 6 Ähr setzte dann da, Hauptgeschäft ein. Don 21 454 Wahlberechtigten ga .en 9591 ihre Stimme ab. Die Wahlbe.eiligung beziffert sich hiernach auf 44,7 Prozent gegen 55,5 Pro'ent bei der vorigen Siadtvcrordnetenwahl. Gegen die RelchspräF- dentcnwahl war ein Rückgang von genau 31 Proz. zu verzeichnen.
Unser Stadtparlament besteht nach dem neuen Wahlgesetz wiederum aus 42 Mitgliedern. Da 9191 gültige Stimmen abgegeben wurden, waren für jedes Mandat mindestens 225 Stimmen erforderlich. Unter Zugrundelegung dieser Ziffer tritt folgender
INandatbesih
ein: Vereinigte Bürgerliste 14, Sozialdemokraten 13, Mittelstandsvereinigung 7, Deutsche Demokratische Partei 5, Zentrum 2, Kommunisten 1.
Rein ziffernmäßig, nach der Wahloorschlagsbe- zeichnung beurteilt, verlieren die Parteien der Vereinigten Dürgerliste (Deutsche Volkspartei und Deutschnationale Volkspartei) 7 Sitze, denn im alten Stadtparlament verfügen sie über 21 Mandate. Diese 7 Sitze sind völlig an die Mittel- standsvereinigung übergegangen. 3n dieser Besitzoerschiebung kommt die stärkste Ueberraschung des Wahltags zum Ausdruck. Mit einem gewissen Verlust der Parteien der Vereinigten Bürgerliste an die in ihrer Wählerschaft größtenteils mit den Rechtsparteien gesinnungsverwandte Mittelstandsvereinigung war von vornherein zu rechnen, aber die Einbuße war nur auf etwa 3 bis 4 Sitze angenommen worden. Einen Wahlgewinn kann aud) die Sozialdemokratische Partei verbuchen, die von 11 Sitzen im bisherigen Stadtparlament auf 13 im neuen sich ausdehnt. Die zwei neuen Sitze hat sie den Kommunisten abgenommen, die von 3 Sitzen heute auf 1 im neuen Haufe zurückgehen. Demokraten und Zen - tru in haben ihren Besitzstand mit 5 bzw. 2 Mandaten halten können.
Der Ausgang der gestrigen Wahlschlacht wirft ernste Fragen der
künftigen Mehrheitsbildung in unserem Sfabt- parlament
auf. Bisher hatten die Parteien der Vereinigten Bürgerlifte zusammen mit dem Zentrum eine Mehrheit (21 und 2 Mandate) auch dann, wenn die Demokraten nicht auf ihre Seite traten, da die Demokraten 5 Sitze hatten, die Sozialdemokratie 11 und die Kommunisten 3. Sehr häufig gingen indessen die Demokraten mit den Rechtsparteien, so daß die Mehrheit der bürgerlichen Parteien dann noch stärker war. In Zukunft wird sich die Mehrheitsbildung wohl nicht mehr so einfach ge-
Ein Besuch in Mednchshafen.
Don Dr. K. E. Krack.
Das Wahrzeichen von Friedrichshafen ist die große.Luftschiffhalle, in der Z. R. III erbaut wurde und die jetzt, seit dem kühnen Fluge Dr. Eckeners nach Amerika, öde und verlassen da- steht. Aber nicht die Lustschisshalle allein ist es, der unsere Bewunderung gilt, sondern es spielen da noch viele Momente mit, um uns ein Bild deutschen Fleißes und deutschen Erfindergeistes vor Augen zu führen.
Beben der Werst der Luftschiffbau Zeppelin liegt der Mahbach-Motoren-Dau, der im Zähre 1909 gegründet wurde. Während des Krieges wurde hier der beste Motor für Flugzeuge herausgeöracht: der 2S0-?3-Maybach, der für alle deutschen Fernaufklärungsflugzeuge zur Derwendung kam. Infolge des Dauverbotes für Lustsahrzeuggerät wurde die Leitung des Werkes zu einer völligen Betriebsumstellung gezwungen. Das Ergebnis dieser Umstellung war der Bau eines 22/70 PS Sechszhlinder-Automobilmotors. Die Erfahrung, die man beim Dau von Luftschiff- und Flugzeugmotoren gemacht hatte, wurden dabei in weitestgehendem Maße berücksichtigt. — Etwas abseits befindet sich die Zahn- radfabrit. Diese stellt mit ihrer Fülle interessanter Einrichtungen und Werkzeugmaschinen zur Er-ielung höchster Präzisionsarbeit einen Musterbetrieb dar. Anlaß zu dieser Gründung gab das Bedürfnis nach ruhig laufenden Zahnrädern und Getrieben für Zeppeline. Als auch hier der Ausgang des Krieges eine Umstellung bedingte, war es das natürlichste, eine Um»
statten, da die Mittelstandsoereinigung ein sthr gewichtiges Wort mitzusprechen hat, nach rechts geradezu das Z ü n g l e i n a n d c r W a g e bildet. Zunächst haben die Mittelständler mit ihren 7 Sitzen i?i. Möglichkeit der selbständigen F r a t t i o n s b i l d u n g erreicht, womit die Vertretung in den Ausschüssen gegeben ist. Weiter hat die Mittclstandsvercinigung in ihrem Programm und aud) in den Worten ihres Sprechers zum Ausdruck gebrad,t, daß sie in zahlreichen Punkten mit den Fraktionen der Recht Parteien nid)t zufrieden ist. Die Abweichungen der Standpunkte werden wohl im neuen Stadtparlam.ent bemerkbar werden, wenn bis zum Amtsantritt der neuen Herren nicht etwa ein anderes Arrangement getroffen wird: inwieweit sid) die Meinungsverschiedenheiten dann aber in auseinander gehende Abstimmungen auswirken, kann erst die Zukunft zeigen. Die Lage wird natürlich eine Aenderung erfahren, wenn es etwa zu einem umfassenden Zusammengehen der Parteien der Bürgcrliste mit der Mittelstandsvereinigung kommt, wobei die Parteien der Bürgerliste aber damit rechnen müssen, daß sie dann erhebliche Konzessionen an die Mittelständler zu machen hätten. Einstweilen kann man eine solche Vereinbarung jebod) als weit im Felde liegend ansehen, da auf beiden Seiten der Widerstreit der Ansichten noch zu stark ist und u. W. bei der Rechten keine besondere Neigung zu Verbindungen besteht, überdies die Mittelstandsoereinigung wohl auch geneigt sein dürste, ihre Position zunächst allein nach rechts und links hin auszunutzen. Und da tritt zutage, daß die Mittel st andsfraktion ebenso nach links hin der ausschlaggebende Faktor bei der Mchrheitsbildung werden kann. Wenn man den Zusagen in den Wahlversammlungen trauen darf, bann wird die Mehrheitsbildung der M i 11 e l st ä n d l e r mit den Demokraten und den Sozialdemokraten zum erstenmal bei der nächstjährigen Haushaltsberatung und -ge- nehmigung hinsichtlich der Verwendung der Son - der st euer zu Wohnungsbauzwecken Tatsache werden, denn alle drei Parteien haben den Wählern zugesagt, daß sie für die restlose Verwendung der Sondersteuer zu Wohnungsbauzwecken eintreten wollen, während jetzt nur ein Teil dieser Steuer für Wohnungsbauten verwendet wird. Tritt hierin eine Aenderung ein, so muß man sich natürlich für eine anderweitige Deckung der Geldbedürfnisse der Stadtverwaltung entscheiden. Als nächstes Objekt kommt bann wohl bie Gewerbesteuer auf den Plan; in bezug auf biese gehen aber die Ansichten der Mittelständler und der Sozialdemo, traten grundsätzlich auseinander, denn die Mittelstänbler wollen eine Senkung dieser Steuer, während bie Sozialbemokraten schon wie- derholt der Meinung Ausdruck gegeben haben, daß unsere Gewerbesteuer nod) eine Anspannung vertragen lennte. Hier würden sich also die Geister wieder scheiden. Ob dann der Versuch gemacht werden soll, in einem Zuge eine Mehrheit von Schmahl bis Nicolaus für bie Gewerbe- (teuer unb eine Mehrheit von Nicolaus bis Mann für bie S an ber [teuer auf bie Beine zu bringen? Unb ob sich bie Rechte zu einer solchen Mehrheitsbildung bereitfindet, wo es ihr doch darauf ankommt, einen Ausgleich der Interessen aller Bürgerkreise zu schassen unb dabei dem stöb
st ellung auf bas verwandte Gebiet der Zahnrad- und ©etriebefabrilatüm für den Automobilbau zu bewerkstelligen. Wegen ihrer vorzüglichen maschinellen Einrichtungen ist die Fabrik in der Lage, Zahnräder von äußerster Genauigkeit herzustellen. — Wenn man noch etwas weiter geht, eine knappe Stunde von Friedrichshafen entfernt, liegen unten am See hinter Manzell die Dornier M e t a 11 b a u t e n, bie dritte Tochtergesellschaft der Zeppelin-Werke. Dieses Wer! besitzt schon lange wegen der außerordentlichen Flug- und Seeficherheit ihrer Dornier- Wale Weltberühmtheit. Erinnert sei nur an den Flug, den der Pilot Wagner mit einem gewöhnlichen Serienflugboot der Type Wal von Pisa nach Melitta ausführte. Die Flugdauer betrug 10 Stunden. Daher ist es auch nicht zu verwundern, daß die Dornier-Maschinen internationalen Auf genießen sowohl im Weltluftverkehr als auch im internationalen Militärflugwesen. Für dieses besteht eine Zweigfirma in Marina di Pisa.
Kehren wir nun zurück zu unserer Luft- schifshalle. Wie sieht es dort aus? Heber dem Ganzen schwebt eine ungeheure Last: die Ungewißheit, was nun weiter werden soll. Die Alliierten haben ihre Zerstörung verlangt, weil einige besonders ängstliche Gemüter scheinbar noch immer befürchten, Deutschland könnte vom Bodensee aus die Welt im Fluge erobern. Jetzt hat man sich auch hier, so gut es ging, umge- stettt. Man fabriziert allerlei Aluminiumgeräte wie Kochtöpfe. Wärmeflaschen. Autoteile u. a., das ist natürlich nur ein kläglicher Notbehelf. .Wir suchen," sagte Dr. Eckener anläßlich einer Unterredung, „auf diese Weise das aus-
tifdjen Haushalt zu geben, was er braucht? Das sind nur einige der größeren Fragen, bie in Bälde noch zahlreicher auftauchen werben. Zunäd)st aber stehen schon einige andere, bringlidjcrc zur Lösung. Es hanbett sid) dabei um den Vorsitz in den wichtigen Ausschüssen (z. B. Fincmzaus- schuß, Bauausschuß), der natürlich sehr bedeutsam ist. In der Vereinigten Bürgerliste sind zwei Fraktionen von Rechtsparteien für die Wahl zusammengeschlossen. Wirb diese Vereinigung jetzt wieder aufgehoben, so bleibt bie sozialdemokratische Fraktion die stärkste des Hauses, mithin hat sie nach der bisherigen Hebung den Vorsitz im Finanzausschuß unb Bauausschuß zu besetzen. Bleiben bie Fraktionen ber Rechten aber vereint, wobei natürlich jebe politische Opfer bringen muß, so bleibt biefer Vorsitz ihnen erhalten. Die Lösung dieser Frage in einer gedeihlichen Form sollte im Hinblick auf die sehr bedeutsamen Aufgaben ber nächsten Jahre sehr ernsthaft erwogen werben. Doch heute genug mit all ben Fragen, bie in nächster Zeit ohnehin nod) genug Kopfzerbrechen verursachen werben.
Betrachtet man ben Wahlausgang abschkießenb unter bem Gesichtswinkel ber kommunalpolitischen Stetigkeit unb ber darauf basierenden Vorwärtsentwicklung, so muß man sagen, baß er keine reine Freube bereitet. Zwar ist bie bürgerliche Mehrheit an sich burchaus nod) gegeben, aber in bie bürgerlichen Parteien sinb st a r k e Momente ber Unruhe hineingekommen, bie zu gewissen Besorgnissen begründeten Anlaß geben. Hoffen wir, daß die Wähler, oder richtiger gesagt, die aiiEcrorbentlidi große Menge der Nichtwäh - l e r, ber Wahlfaulen, den gestrigen Tag nicht allzu teuer bezahlen müssen.
Das neue SiaMparlament
Die Zusammensetzung des neuen Stadt- parlaments, das am 1. Januar 1926 fein Amt antritt, ist — in der Reihenfolge ber Mahlvorschläge gesehen — folgende.
ZentrumsparLei:
1. Goerz, Heinrich, Lehrer, 2. Schwab, Franz, Hotelier.
Sozialdemokratische Partei:
1. Beckmann. Gg., Angestellter, 2. M a n n, 2ttbin, Gewerkschaftsbcamter, Landtagsabgeordneter. 3. Ottilie, Frau Christine, geb. Stöhr, Hausfrau, '4. Christ, Wilhelm, Schlosser, 5. M o o s d o r f, Kurt, Gewerkschaftsbeamter, 6. Detters, Friedrich. Redakteur. 7. Homber- g e r, Paul, Rechtsanwalt, 8. Diener, Franz, Geschäftsführer, 9. Schmcdt, Hermann, Rektor, 10. Maier, Josef, Vermittler beim Arbeitsamt, 11. Baum, Heinrich. Glasermeister. 12. Weihbeck, Christian, Heizer, 13. Reh, Frau Marie, geb. Stieglitz, Hausfrau.
Deutsche Demokratische Partei:
1. Fischer, Martin, Kreisschulrat, 2. Haubach, Georg, Schreinermeister. 2. Diermann, Frau Emma, geb. Dernburg, Witwe, 4. M a h e r, Leopold, Kaufmann, 5. Höhn, Heinrich, Stadtbauinspektor.
gezeichnete technische Personal zu halten. 3ft erst einmal das Personal mit seinem für den Luftschiftbau präzise eingearbeiteten Erfahrungen und Fertigkeiten auseinandergelaufen — und diese Möglichkeit droht Gewißheit zu werden, wenn die Friedrichshafener Werft Öen Luftschiffbau nicht wieder aufnehmen kann — so wird es nie wieder möglich sein, in Deutschland eine Luft- fchifswerft zu errichten, die auf Grund des reichen Crfahrungs- und Studiumsmaterials den Dorrang Deutschlands in der Technik des Luft» schiftbaues behauptet."
Darum gilt es jetzt, dafür Sorge zu tragen, dqsf dem deutschen Volke die Zeppclin-Werke er» fjc ’(.m. bleiben, daß deutsche Arbeit unb beutscher Fleth nicht zugrunde gehen. Die Zeppelin- Sckener-Spende ist ein entscheidender Schritt zu diesem notwendigen Ziele. Denn der Luftschiffbau Zeppelin, das Vermächtnis des greifen Grafen, darf nicht untergeben.
•
Ein Jubiläum
der preußischen Briefmarke.
Am 15. November 1850 wurden bie ersten preußischen Briefmarken ausgegeben. Preußen folgte damit bem Beispiel Englands, wo bereits ein Jahrzehnt vorher bie ersten Postfreimarken über» Haupt eingeführt worben waren. Die Marken waren viereckig, mit bem Bilde König Friedrich Wilhelms IV. geschmückt und von einem schmalen Blätterrande umgeben. Oben las man die Worte „Freimarke" und unten die Angabe des Wertes in Buchstaben; bie Marken zu 4 Pf. waren grün, zu 6 Pf. ziegelrot, zu 1 Silbergrofchen rosa, 2 Sgr.
Kommunistische Partei:
Kästner, 2Iuguft, Vicker.
Mitie.standLvrreini^ung ©:e'cn:
1 -iicolaus, Philipp, Architekt, 2. Lvunspach, Heinrich Allermeister, 3. Ringel, Älexan. er, Kaufmann. 4. Rahnefeld. ALäert Gastwirt, 5. Kurz, Ad ls. Oberi ge.'.ieur. 6. Balzer, August, W.rnhän'.ler, 7. Weiß- bäcker, Max, E.ektrst-ech.n.'er.
Vereinig e Bürgerliste (Deutsche Vo'ks'.arlei und Deutfchnai'.ona e BottSparlel):
1. Krausmüller. Ge rg, Prozessor. 2. Rau mann, Minna, geb. Th erwart, Ehefrau, 3. Schm ah l, Carl, Amfgerichtö^irektor, 4. W i n n, HÄnrich, Baumeister. 5. Kramer, Wilhelmine, geb. Engel, (Sficfrau. 6. Horn, Wilhelm, Kaufmann, 7. Schultz, Wilhelm, Krec^geschäftSfühaer deZ Deutschnatienalen Hand- lungSgchilfcnverbandeS, 8. K r a i l i n g, Karst Schbcssermcister. 9. Borgmann, Wilhelm,Pro- fefsvr Dr., 10. Schmieder, Theeöor, Apotheker, 11. Wendel, Fritz, Dreher, 12. Loeber, Wilhelm, Däctermeister, 13. Becker, Georg, Bauunternehmer, 14. Kirchner, Hermann, Geschäftsführer.
Die Personen-Aenderung.
Richt wiedergewählt wurden von den bisherigen, jedoch erneut aufgestellten Stadtverordneten folgende: Ernst Rumps, Heinrich Gottmann, Amalie Schenck. Georg Kling, Georg Appel, Johannes Loh.
Reue Mitglieder sind folgende: Frau Christine Ottilie, Wilhelm Christ, Paul Homberger, Heinrich Baum, Christian Weißbeck, Frau Marie Reh, Georg Sau« bad), August Kästner. Philipp Rlcolaus, Heinrich L a u n s p a ch, Aiexandrr Ringel, Albert Rahnefeld. Adolf Kurz, August Balzer, Max Weihbäcker, Wilhelm Schultz.
Die übrigen obengenannten Damen und Herren wurden wiedergewählt.
Aus dem Amtsverkündigungsblatt.
* Das Amtsoerkündigungsblatt Nr. 8 9 vom 13. November enthält: Hegezeit für Hafen. — Viehzählung am 1. Dezember. — Schaf, räube in Grimberg. — Maul- unb Klauenseuche in Saasen unb Treis a. b. Lda. — Bekämpfung ber Geschlechtskrankheiten. — Teilnahme der Schüler an der Wahlagitation. — Gesunden, verloren. — Feldbereinigung Holzheim. — Dienstnachrichten.
SEIT 1865 ” SCHIERSTEIH I. BHG.
Jeder Weinhändler liefert:
VERTRETER: H. Elges ir.. Gieren. Seltersweg 68
blau und 3 Sgr. gelb. Diese ersten preußischen Briefmarken, durch die die überaus mühselige Berechnung des Briefportos für die einzelnen Tarife und die bare Bezahlung am Poftschatter ausgehoben wurde, batten eine interessante Vorgeschichte. Der Kommis- fionsrat Wedbing in Berlin hatte den Auftrag erhalten, die erforderlichen Maschinen zur Herstellung der Marken aus England herbeizuschaffen und eine Anzahl von Mustern oorzulegen. Die englischen Briefmarken trugen von vornherein das Bildnis ber Königin Viktoria. Es lag baher nahe, für die vreußischen Marken bas Kopfbild Friedrich Wilhelms IV. zu wählen. Das wollte aber ber bamafige Generalpostmeister Schmückert nicht, denn er hielt es für höchst unschicklich, wenn bas Allerhöchste Bildnis druch Druckerschwärze verunziert unb durch ben Briefstempel entwertet wurde. Die von Wedding vorgelegten ersten Muster zeigten daher nicht den Kopf des Königs, sondern fliegende Adler mit einem Posthorn in den Fängen, fliegende Tauben, die einen Bries im Schnabel trugen, und ähnliches. Als aber Schmückert diese Muster bem König oorlegte, fragte biefer sofort: „Warum ist benn nickt für die Post- marken nach bem Vorbild von England mein'Kops- bilb gewählt worden?" Schmückert brachte feine Bedenken vor, aber Friedrich Wilhelm unterbrach ihn: „Ach was, dummes Zeug! Wenn bie Königin von England feinen Anstoß daran nimmt, daß ihr Bildnis auf Millionen von Briefmarken mit Druckerschwärze besudelt und — wie Sie sich ausdrücken —? entwertet wird, dann kann das auch meiner Wurde keinen Abbruch tun. Ich wünsche mein Kopf bild, wie auf ben preußischen Münzen, so auch auf den preußischen Postmarken."


