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Nr. 88 Zweites Blatt Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberyesten)Donnerstag, (6. AprU V)25

Eisenbahnwünsche im Kreise Gießen.

i. Ettingshausen. 14. April.

Heute sand hier in Anwesenheit des Vor­stehers dec Dutzbach-Licher Eisenbahn­verwaltung. Dahninspeltors Bandelow, «eine Versammlung zur Besprechung des neuen Sommersahrplans statt. Die von Pfarrer Ai es cinbcruiene und geleitete Versammlung war von d?n Bürgermeistern und Ortsvorstänoen aller Gemeinden von Grünberg bis L ch - ein« schließlich beider 6labte, und Hwar hatte Lich an Stelle des verhinderten Bürgermeisters das Sladiratsmitglied Lehrer D ö r m e r abgeordne: bin Direktoren der Realschule und der Landwirt« lchastslchule und einer großen Anzahl sonstiger jnterclfcnten gut besucht Der Vorsitzende gab < inrn Uebcrblid über die bisher stattgesundcnen Zahrplanverhandlungen. Aus seinrn Auslührun- gen ging hervor, daß die Bahnleitung beab­sichtige. den A r b e i t e r s r ü h z u g, der morgens "15 iU)t von Grünberg nach Butzbach bzw Dad- Aauheim führt, mit der- Teilst rede Gründer g - Lich wegsallen zu lassen, den Abendzug, k-er 7.40 abends Dich verläßt, bis Quedborn zu sühren, und von da aus weiter nach Lich zurüdgehen zu lassen, wo er den Anschluß an den Zug 9.11 abends nach Gießen erreicht. Aus Grund der das Ergebnis im Monat Februar nutze ich aenden statistischen Tabelle zeigte der Be- Zrir-bsl etter der 'Bahn, daß der Zug tatsächlich von Grünberg bis Quedborn nicht besetzt ist und daß er mit täglich 6 Fahrgästen durchschnittlich in «Lich ankomme, von denen ein Teil den Zug dort schon wieder verlasse, um die Reichsbahn weiter zu benutzen.

Weiter wurde von dieser Seite aus mit» geteilt, daß allein die notwendigen monatlichen ülebernachtungskosten des Bahnpersonals in Grünberg das Doppelte dessen betragen, was i'cr Zug einbringe. An diese Darlegungen schloß sich eine lebhafte Aussprache an Aus ihr ging hervor, daß man allgemein den Wegfall dieses Frühzuges, der eine glanzende Fernverbindung für unsere Gemeinden darslellt, schmerzlich ver­missen würde. Wenn auch heute die Arbeiter zuin Teil durch die in unserer Gegend auk blüheirde Industrie < Basaltwerke- in der Räße eine lohnende Beschäftigung gefunden hätten, die ihnen Verdienstgelegenheit brächte ohne zeit» l aubende und den Barverdienst schmälernde Eis _n» bahnsahrtcn, und der Zug nur noch sehr unerheb­lich von dieser Seite benützt würde, so diene er doch noch einigen, die als gelernte Facharbeiter in ihrer engeren Heimat feine Beschäftigung s in den konnten, deren Arbeitsplatz eben die Stadt sei. Man betonte weiter, daß auch die gelegent­lichen Fernreisenden diesen Zug ungern ver­missen würden. Wenn man auch den Stand­punkt der Gisenbahnverwaltung, deren Entgegen­kommen man gern in sonstiger Beziehung an­erkannte, verständlich sand, glaubte man doch im Interesse unserer Gemeinde den dringenden Wunsch aussprechen zu dürfen, den Zug weiter fahren zu lassen und betonte da­bei nachdriidlich. daß gerade unsere Lich Grün- berger Teilst rede durch ihren regen Güter » i erkchr den Bahnbetrieb sonst rentabel gestalte. Man glaubt: es deshalb der Bahnleitung zu- r.mten zu dürfen, trotz ihrer finanziellen Be­denken den Zug weiter bestehen -zu lassen.

So kam es zu folgender Resolution-Sic heute im Rathaus zu Ettingshausen tagende Ver­sammlung der Ortsvorstände Grünberg, Qued­born, Harbach. Ettingshausen, Münster, Ober» bedingen, Riederbessingen und Lich, der Direk­tionen der Real- und Landwirtschastsschule zu Grünberg und sonstiger Interessenten aus allen

Feuer am Nordpol.

Technisch-politischer Roman aus der Gegenwart. Don Karl-August von Lassert.

18. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)

Wo sind die Franzosen jetzt?"

Sie haben sich in der Stadt cinquarlicrt. Nur an den beiden Eingängen des Werkes stehen starke Postcit, die jeden verdächtigen kontrollieren."

Wann kommt die Reichswehr?"

..Eine Äompagnie traf heute nachmittag mit der Bal n von Erfurt ein, sie wird morgen früh die sranzosiichen Offiziere bei der Durchsuchung der Fa­brik unterstützen."

Es ist eine Schande, daß wir so etwas ge- statteit müssen!"

Du siehst, heute nacht ist der letzte Augenblick für eure Abfahrt gekommen."

..Wer mag die Franzosen auf den Gedanken gebracht haben, bei dir zu spionieren?"

'Beträtet gibt cs überall, und leider hat es unter uns Deutschen immer solche gegeben."

Ich glaube, dieser Sorte von Leuten geht es noch nicht schlecht genug!" rief Nagel.Laß die Sklaoenpeitschc der Franzosen nur noch etwas län­ger wirken, dann erwacht vielleicht auch in jenen verächtlichsten Kreaturen der Patriotismus wieder."

Glücklicherweise ahnt niemand, daß meine Ra- pibflieger keinen Flugplatz zu ihrer Abfahrt be- dürfen, sonst würden die Franzosen sicherlich auf der sofortigen Untersuchung bestanden haben."

Werden sie unseren Aufstieg bemerken?"

Das Geräusch der Motoren und Propeller läßt sich nicht völlig dämpfen. Aber das hilft ihnen nicht viel. Sollten sie auch in die Fabrik eindringen, euch fasten sie nicht mehr."

..Aber dich werden sie dafür verantwortlich machen'/'

Mögen sie! Es sind nicht die unwürdigsten Deutschen, die unsere Erbfeinde ins Gefängnis schicken."

6.

Große, strahlend erleuchtete Maschinenhalle. Die Außenfenster dicht abgcblenöct.schwalbe" und Stößer", die beiden Rapidflieger, ncbcncinanber in der Mitte. Ihn sie beschäftigt eine Anzahl Arbeitet

Ständen beschließt, daß der bisherige Fahrplan weiter beibehalten werden soll." Falls die Dahn- vcnvaliung und die Detriebsführerin der Butz­bach- Licher Eisenbahn auf ihrem Standpunkt verharrt, so soll den Vertretern der Gemeinden tm Ausjichtsrat und in der Generalversammlung der Butzbach-Lichet-Eisenbahngesellschast aufge­geben werden, dasur zu wirleit, daß der A b c n d- zug bestehen bleibe Es fand eine Abstim­mung nach Gemeinden statt, ob dieser Zug abends bis Grünbetg verkehren sollle, um von da aus zurückzusahren. oder ob er nur bis Quedborn geführt toerben soll, um von da aus zurüdzu- kehren uitd eine Spätverbindung über Lich im Anschluß an den dort 9.11 nach Gießen fahren­den Zug Hetzustellen. Die Gemeinden Lich. Rie- bctbefflngcn. Oberbeningen. Rlünster, Ettings­hausen sprechen stch für diese Fahrgelegenheit aus. Quedborn ist auch für diese Regelung und trirb seinen Standpunkt in der Generalversamm­lung der Eisenbahngesellschast kundgeben Für Dutchsühtung bis Grünberg setzte sich die Bür> germeisterei Grünbetg ein und sand dabei die iliüerftüiiung von Harbach. Beide Orte haben allerdings Abendverbindungen mit Gießen durch nie Reichsbahn, während für die zuerst genannten Gemeinden die letzte Derbitrdung der 1,15 nach­mittags in Grünberg abgehende Zug ist.

Zum Schlüsse der Versammlung besprach Leh­rer Jakob die mißlichen Postverhält- n i) f c, unter denen die Landgemeinden zu leiden: haben. Besonders schlecht ist es mit der Paket - ibestellung bestellt. Born 1 bis l1/» Stunden ent­feinten Postamt sind die ankommenden Pakete abzuhvlen und zur Weiterbeförderung die abzu- scndenden dort aufzuliefern. Die Gemeinden wer­den Beschlüsse fassen, die die Einlegungi einer Dahnpost an einem gewissen Wochen­tage als bester wurde der Mittwoch vvrge- schlagen - fordern und bei der maßgebenden! Stelle einreichen. Die fast vier Stunden währende Besprechung, die ein Zeugnis für das an unfered Bahn bestehende Interesse war, verlief in Ord­nung und Sachlichkeit. Der Vorsitzende konnte der Vahnverwattung in aller Ramen dafür danken, daß sie schon viel erreicht hatte, um auf der Bahn und im Bahnbetrieb befriedigende Zustände zu schaffen. Wir hoffen auch, daß die heutige Besprechung den Erfolg haben wird, die be­stehenden Schwierigkeiten im bestmöglichsten Ein­vernehmen zu lösen.

Aus der Provinz-

Landkreis Gießen.

Klein-Linden. 16. April. 3n den Lagen vor Ostern wurde der Betrieb in der von der Gemeinde Lützellinden verpachteten Sandgrube eröffnet. Interessant ist es, zu beobachten, wie die beladenen Wagen durch Ma­schinenbetrieb den stellen Berg hinauf befördert werden. Lieberhaupt ist es erstaunlich, daß zwi­schen dem Vorherrschen der Tonmasse dieser Helle Sand zu finden ist. Wer vor Jahren noch durch den Wald ging, der sich bis zur Main-Weser- Bahn er ft rodle, hätte damals nicht geglaubt, daß ldiese Fläche, nachdem sie ausgebaggert, auch noch eine gewinnbringende Sandgrube abgeben würde. Wir sehen, wie überall unser Heimatboden Schätze 'enthält, die gehoben gute Verwendung finden.

ri. SU o ft e r Arnsburg, 15. April. Gestern sand hier die alljährlich übliche große Ostermis- f i o n s ft u n b e statt, die trotz der ungünstigen Wit­terung von einer großen Zahl der Freunde der Arnsburger Anstalt besucht war. Die Redner waren Pfarrer Boeder non Brandoberndorf und Mis­sionar Schäfer von Hausen. Außerdem erstattete Pfarrer K ö d d i n g von Eberstadt einen Bericht über den Stand der rheinischen Mission. Die gemein­samen Lieder wurden vom Licher Posaunenchor be»

und Ingenieure. Jetzt war die weitere Geheimhal­tung unnötig.

Ganz aus grauem Metall die beiden Flieger­maschinen, selbst Tragflächen und Propeller. Die zu den Kabinen führende Treppe ist herunter- gelassen. Man labet bie letzten Borräte ein.

Liebharb ist Kommanbant ber Schwalbe", Ger­ling führt benStößer". Nagel erteilt bie letzten Instruktionen:

Stößer" steigt Punkt zwölf Uhr auf, nimmt Kurs genau nach Osten. Kiew muß 2.30 Uhr vor­mittags erreicht sein. Dort Abwarten berSchwalbe", falls Verbindung burch Sicht oerlorengegangen ober Funksprüche nicht ankommen. Don ba nach Char­kow zwei Stunden, Kurs östlich mit einem Strich nach Süben. Weiter genau östlich dis Nikolajews- koje an ber Wolga, bas in brei Stunden zu ereichen ist. Bon dort südöstlich noch 350 Kilometer bis Kal- mikowskaja, wo unmittelbar am Ort an geeigneter Stelle gelandet wirb. Ich folge mit berSchwalbe" fünf Minuten später, da diese etwas rascher fliegt. Flughöhe bei klarem Wetter 3000 Meter. Bei die­siger Luft nur zeitweise tiefer gehen, falls Orien­tierung verloren. Sind noch weitere Fragen?"

Die beiden Kommandanten stenographierten die Befehle mit Keiner antwortete.

Dann werde ich die Maschinen starten", sagte Martens.Fünf Minuten Probelauf für beide Mo­toren!" befahl er.

Der elektrifche Antrieb warf die Propeller her- um. Ein Sturmwind erhob sich. Aechzend knirsch­ten die verankerten Fahrzeuge in den Fesseln.

Martens und Nagel schrien sich die letzten Derftändigungen in die Ohren, bis der betäubende Lärm aufboric.

Stößer" fertigmachen!" befahl Martens.

Die Mannschaft bestieg den Flieger. Der Führer ergriff Hand- und Fußsteuer.

Abblenden und auffahren!" rief Martens.

Die Lichter erloschen. Das Kuppeldach der Halle öffnete sich. Schwacher Lichtschein drang von einer Bogenlampe, die im Fabrikhose stand. Die Platt­form mit dem Flieger stieg langsam nach oben. Dann hielt sie.

Anwerien!" befahl Martens.

Die Propeller furrten. Nach wenigen Augen­blicken war der hohe Ton genügender Touren er­reicht.

gleitet. Auch bie .Hlosterkinder" fangen der Der janunlung ein Dfterlicb. Eine Sammlung für bie rheinische Mission ergab 22 Ms.

s. Ettingshausen, 15. April. Einer Ein- labung bes hiesigen Gesangvereins folgend, unternahm am 1. Oftcrfeiertagc etwa 15 Mitglieder ber Wanber - unb Manbolinen vereine von Reiskirchen unb Trohe eine gut ver­laufene Werbefahrt nach Ettingshausen. Eie würben von den Einwohnern aufs herzlichste aufgenommen unb mit Kaffee, Kuchen unb später mit Abenbessen gastfreundlich bewirtet. Im Saale des Wirtes W a 11 e r vereinigte sich bann die ganze Gemeinde, wo Musikvorträge ber Gäste mit einigen gut vorgetragenen Liebern bes Gesangvereins wech selten. Den Dank ber Gemeinbe gab Bürgermeister 0 pper beredten Ausdruck. Der spater einsetzende Regen machte eine Heimwanberung der jungen Leute unmöglich. Sie übernachteten in einer Scheuer unb verließen am anderen Morgen um 4 Uhr unter klingendem Spiel bas Dorf.

Kreis Büdingen.

Q) Ridda, 15. Aprll. Aus der jüngsten Gemeinderotsfihungist zu berichten: Die Wetterführung der Wasserleitung nach der Abcllstraße entlang der Zufuhrstraße zum Güter­bahnhof sowie nach dem Reubau des August Bleitgen und demjenigen des Eitchar Bach wird beschlofsen. Der Kaufpreis für den seiner­zeit dem Heinrich Knöpp abgetretenen Bau­platz wird auf 1,50 Mk. pro Quadratmeter festgesetzt Es wird beantragt, die festgesetzte Baufluchtlinie in der Raun oberhalb des Iptschen Lagers 1,25 Meter vorzuverlegen, da bei Einhaltung der festgesetzten Dausluchtlinie die Bauplätze nicht genügend ausgenutzt werden können. Dem Gesuch des Heinrich Keller zu Geiß-Ridda um Abtretung eines Daupl ahes in der Abellstraße wird stattgegeben und der Kaufpreis auf 1.50 Mk. pro Quadratmeter fest­gesetzt. Auf Antrag wird die unwiderrufliche Anstellung des Dürgermeistereiselretärs Em r ich beschlossen. Die S 11 a ßem rein igung wird dem Karl Herz hier auf unbestimmte Zeit für 50 Mk. pro Mvnat übertragen. Der Ge­meind erat ist grundsätzlich bereit, mit Hilfe von Darlehen aus Reichsmitteln zu geringem Zins­füße Wohnungen für Reichsbeamte zu errichten. Die Anfertigung einer neuen Wet terf ahne für das Rathaustürmchen wird dem Heinrich Wolf hier laut Angebot übertragen. Einigen Gesuchen um Gewäh­rung von Daudarlehen zum Selbst­kostenpreise wird stattgegeben, weiter werden noch verschiedene Wohnunzs lachen erlogt

Kreis Schotten.

Laubach. 15. April. Gestern abend würben im Schützenhof die ersten Vorbereitungen zu dem Mitte Juni hier stattfindendenAus­schuß-Fest" getroffen. Rach altem Brauch wählt die sog.Ausschuß-Gesellschaft", die bis 1540 zurüdgeht. an diesem Tag ihren Hauptmann. Das Fest ist das eigentliche Lau­bacher Rationalfest, eine Verbindung des Preis­schießens der alten Schühengilde mit den Schieß­übungen der Solms-Laubacher Mlliz. Rachdem das Fest durch Volksbelustigungen (Karussel, Schießbuden usw.) am Sonntag eingeleitet wor­den ist, findet am Morttag das Hauptsest statt. Die Ausschuh-Gesellschaft. 13 Sektionen zu je 25 bis 30 Mann, sammelt sich auf dem Marktplatz. Ilm 9 ilbr bewegt sich der Zug mit Musik und Trommelschlag zum Schlosse. Hier begrüßt der Hauptmann den Grafen mit einer längeren An- spiache unb lädt die gräfliche Familie zur Tell- nahme ein. Der Graf dankt in gleicher Weise und stiftet als ersten Preis einen Hammel: die Gräfin stiftet ein Kleid. Dann zieht die Ge­sellschaft zum Festplatz, der sog.Hätte", wo

Abfahrt!"

Die automatische Borrichtung schnellte den Flie­ger vorwärts. Einen Augenblick schimmerte ein ge­spenstiger grauer Schatten im unsicheren Licht der Bogenlampe. Dann verschlang ihn die schwarze Nacht.

Da ertönte ein Schuß. Jetzt noch einer. Dann knatterte es von zwei Seiten.

Die Plattform hatte sich bereits wieder gesenkt. Kräftige Hände schoben den zweiten Flieger hinauf. Ein letzter Händedruck der beiden Freunde. Dann schloß sich die Kabinentür.

Und hinaus in die Nacht schoß der zweite graue Bogel, verfolgt vom Wutgeheul der Franzosen, die blindlings in die Dunkelheit feuerten.

7

Eodetelegramm aus Christiania. Stratoff, Kalmikowskaja, via Moskau.

In Adventbai bei Eriksen lagern 6000 Kilo­gramm Benzin für Sie. Mehr zu beschaffen augen­blicklich unmöglich, da nächster Dampfer erst in drei Wochen von Hammerfest nach Spitzbergen fährt.

Derghaus. Antwort.

.Berghaus & Co., Christiania.

Bitte 14 000 Kilogramm Benzin in Hammer- fest ficherftellen. Treffe mit zwei Flugzeugen in etwa acht Tagen dort ein. Landungsstelle in ruhigem Teil des Hafens auf dem Wasser ausfuchen und durch vier rote Bojen mit weißen Flaggen darauf mar fieren. Tag und Stunde der Ankunft wird durch Funkspruch mit Wellenlänge 840 an Station Harn- morsest gemeldet. Stratoff."

Kabeltelegramm aus N e u y o r k.

Stratoff, Kalmikowskaja, via Moskau.

Lieferung von Benzin nach Nordalaska in bie fern Jahre nicht mehr möglich. Schlagen vor, mit DampferAthalia" von Kap Borrow nach Nome zu fahren. Abfahrt Barrow 20. Juli, Ankunft Nome 27. Juli. Dort genügend Benzin vorhanden.

Bratford."

Einoerslanden. Weisen Sie DampferAthalia" an, in Kap Barrow drei Tage auf Ankunft zweier Flugzeuge zu warten und Borkehrungen zum Der- laden auf Deck zu treffen. Alle Mehrkosten wer­den von mir ersetzt. Stratoff."

An Bratford Brothers, Neuyork."

WeM Der 5taöl Sletzen 1925

Vom alphabetischen Einwohner- und Firmenverzeichnis liegen die Buchstaben N bis einschließlich Z vom Donnerstag, 16. April, an drei Tagt lang zu jedermanns Einsichtnahme offen.

Wir bitten dringend um Nachprüfung auf Nichtigkeit und Vollständigkeit der Einträge und um Einzeichnung etwa er­forderlicher AenderungenundErgänzungen GeWWelle to MMMerlMS

Schulstrahe 7

sofort das Prcisschiehen beginnt Am Diens­tag klingt da»« Fest aue> mit Volksbelustigungen (Wetttaus. Hahnenschlag usw.) Zum diesjährige» Hauptmann wurde Stadtiechner Schmidt gc- wähll Gestern morgen rourb? hier ber übliche 5 c r t c l ni q i f t abgehalten Der Auftiicb be­gann um 8 Ahr. gegen 11 Ahr war alles vci- kaust. Zu biefem schnellen Veikauf trug Haupt- fächlich ber Ausfall des Licher Schweine- markts wegen der Qliaul- und Klauenseuche in Langsdorf bei. Insgesamt waren 220 Ferkel auf getrieben, vornehmlich aus der nähe­ren imb weiteren Amgegend (Grvßeneiche.i, Lar­denbach. Ulfa usw.) Für Ferkel von 5 bis 6 Wochen wurden 25 bis 30 Mt. für größere sogar 35 bis 45 Mk. gezahtt.

Mrcie Alsfeld

ta* Alsfeld, 15. April. Heute morgen um 7 Uhr ertönte die F e u e r f i r e n c. In der Hofreitc der Wilhelm Fuchs Witwe am !>wßmarkt brannte die Scheune. Der rasch herbeigeeilten Freiwilligen Feuerwehr gelang es durch ihre umsich­tige unb angestrengte Tätigkeit, ein Umsichgreifen hes Feuers auf bic benachbarten Häuser zu ver hüten unb bas Feuer auf feinen Brandherd zu be­schränken. Bon ber Scheune selbst ist ber Dachslock abgebrannt. Ein Umsichgreifen bes Feuers hätte zu einem großem 'Branbunglürf in biefem Stabttcif führen können, ba bie Häufer bort bidtlancinanber gereiht find. Die Entftehungsurfache bes Feuers ist nicht bekannt, sie dürfte vermutlich auf Fahrlässig- leit zurückzusührcn sein. In ber Angelegen- heit ber Bcrsetzung bes kommunisti - schen Studienrats von berSchmitl nach Alsfeld soll eine erneute Etternversammlung statt- finden, um äußersten Falles zu einem c n 11 d) ei­ben b c n Abwehr mittel zu greifen, falls bie Regierung sich nicht nodj dazu entschließt, bic Ber- setzung bes Genannten an hie hiesige Ober-Real- schule zurückzimehmpn. In bie|cm Falle durfte mi/ einem Schulstrcik zu rechnen sein.

Starkenburg und Rheinhessen.

* Darmstadt, 15. April. Generalleutnant Frcise in Babenhausen begeht sein 50, jähriges M i l i t ä r d i e n st j u b i l ä u m. Im Der 8rühl!ng erzeugt Zommersproffen!

Diese Tatsache ist vielen, bie Rcigung zu Sommer- sprossenbttdung besitzen, unbekannt Wir raten Ihnen, in der Apotheke weißes Eitalbol-Wachs, 50 ober 25 Gramm, zu kaufen und jetzt schon mit der Behandlung ber befallenen Stellen zu beginnen. Sicher erhält.: Aniv.-Apoth.Zum goldenen Engel".

Or Weinreichs MottenSkhei nVUI)£|* Den Grimmigsten der IHottentöler

...... i .......... iH

8.

Stratoff saß in seinem Arbeitszimmer unb bik» tierte einer Stcnotnpiftin. Das Telephon rief an.

Was gibt es?" fragte Stratoff.

Hier Fun kenftation. Uns fiel auf, daß (riffel' türm feit sechs Stunben mit kurzen Unterbrechungen Störungszeichen mit Welle 840 gab. Seit wenigen Minuten hören wir auf gleicher Welle Sprechtöne zweier Stationen, bie sich zu nähern scheinen, alsl wohl Flugzeugstationen."

Verstanden Sie etwas von bem funkentele phonischen Gespräch?"

Die Störungen burch Eiffel find noch zu stark boch glaubte ich, beutsche Worte zu unterscheiben/

Es ist gut. Sobalb bie Berstänbigung oollkom men ist, rufen Sie bie unbekannten Stationen ar unb oerbinben Sie mich mit ihnen."

Er hängte ab unb wanbtc sich zur Sekretärin.

Fräulein Stolpyn, bitte, erledigen Sie fol- genbes."

Nach ruffifdjer Sitte hatte erste Sonja Iwa­nowna anrebe» müssen, aber als Bolschewist ver­achtete er ben patriarchalischen Braud).

Befehl an bic Flugzeughalle: Eintreffen bet dciben brutschen Flugzeuge ist in Kürze zu erwar­ten. Auslegen bes weißen Lanbimgskreuzes vor ber Halle. Mitteilung an bie Fürstin Lahory unb an Herrn Sanbers: Ich lasse bitten, sich bereitzuhalten, in fünf Minuten von Portal 1 mit mir zum Lan bungsplatz zu fahren. Befehl an Garage: Großer Mercebes sofort cbendorthin."

Nad) bem Flugplatz?" fragte bas Fräulein.

An Portal 1. dumme Gans!" rief Stratoff. Alles rasch durch Telephon erledigen."

Sonja erhob sich, ohne eine Miene zu ver­ziehen. ötratoff ließ wieder mit der Funkenstation verbinden.

Haben Sie Verständigung ausgenommen?"

Zprechoerkehr noch zu undeutlich. Wir geben daher soeben Morfespruch."

Was fünfen Sie?"

Wir melden uns und bitten um Mitteilung, wo die beiden Stationen sich befinden."

Blödsinn. Funken Sie Stratoff läßt Herrn Nagel bitten, an Flugzeughalle Östlich Kalmikow- staja zu landen. Landungsstelle durch liegendes weißes Kreuz markiert. Wiederholen Sic."

(Fortsetzung folgt.)

____-«Ich habe feit meinem 18. Lebensjahre an Haarausfall gelitten

PSsti % HifP und seitdem unzählige Haarwässer bageg-n Ingew-endet. Es

86 818 6 888 ky 6 Ü 6*83^88 8 gibt keins in Deutschland, das ich von den bekanntesten nicht

versucht hätte. <Boc etoa einem Jahr versuchte ich es energisch mit Javal. Nach etwa dreimonatlicher «nwenbrrng härte der oells,<md.3 a^na^bem

ich jeden Tag unter Massieren die Kopfhaut mit einem, in Iavol eingetauchten Wattebausch tucht-g emgerieben hatte. Sendern benutze .a, , cnd.g und ausichlieh. lich -ssavol B M Oberamtsrichter.- - Iavol mit Fett, Iavol ohne Zett V2 31. 1,75, */i St. 2,50, D°ppel-F 4 -. Iavol-Gold jb-sonders wohldustend 2,- und 4,. Iavol.Gold'Kopfwaschpulver, vrachwol! schäumend, in Beuteln zu 0.20. 0n allen Fachgeschäften erhältlich. Ertenkultur G. m. b. H., O^iseebad Solberg.