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Deutschlands Glückwunsch an König Doris.

Berlin, 16. April. (SU.) Der Stell­vertreter desReichspr äsidenten, Dr. Simons, Hal ans Anlaß des Attentatsversuchs aus König Doris von Bulgarien folgendes Tele­gramm gesandteEw. Majestät spreche ich an- ^tzlich der glücklichen Errettung von deni verab­scheuungswürdigen Dandenübersall die aufrich­tigsten Glückwünsche und zugleich daS wärmste Mitgefühl für die beklagens­werten Opfer aus." Aus dem gleichen Anlag hat Außenminister Dr. Stresemann dem bulgarischen Geschäftsträger einen Besuch abgestattet und ihm die Teilnahme der Reichsregierung sowie die Genugtuung über das Mißlingen des Attentats auf den König von Bulgarien zum Ausdruck gebracht.

Marschall Fachs neuer Bericht.

Paris, 16. April. (WTD. Funkfpruch.) Ein Termin für die Beratung des Berichtes des Mar­schalls Fach über den Stand der Entwaffnung Deutschlands ist von der Dotschaftertonferenz noch nicht festgelegt worden. Das Schriftstück, das im Sekretariat der Botschafterkonferenz gestern em- geganoen ist, hat ausschließlich technischen Charakter. Beim Umfang von 44 Schreibmaschinenseiten ist nur eine Seite einer allgemeinen Erläuteruna der Ent- waffnungsfrage gewidmet.

Neues Todesurteil eines belgischen Kriegsgerichts.

Paris. 16. April. (TU.) Aach einer Mel­dung aus Brüssel hat das Kriegsgericht von Brabant den deutschen Gendarmeriehauptmann Karge in Abwesenheit zum Tode verurteilt. Er soll am 19. August 1914 bei der Einnahme von Aerschot durch die deutschen Truppen den Befehl gegeben haben, 155 Zivilpersonen zu er­schießen.

Eine Programmrede Hindenburgs.

Berlin, 15. April. (MTB.) Dom Reichs­block wird mitgeteilt: Am Sonntag abend findet in Hannover ein Empfang statt, zu dem der Reichsblock die Vertreter der ausländi­schen und inländischen Presse und die Vertreter der Mahlkreisausschüsse in großem Umfange einladen wird. Auf diesem Emp­fang wird Generalfeldmarschall von Hindenburg eine politische Rede halten.

Eine spanische Pressestimme.

Madrid, 16. April. (SU.) Auch die hie­sigen Blätter nehmen lebhaft Stellung zu der Reichspräsidentenwahl in Deutschland. Das libe­rale BlattJmpercial" schreibt zu der Kandida­tur Hindenburgs, daß es lächerlich sei, d t e französischen Schlagworte nachzu­sprechen. nach denen die Mahl Hindenburgs zum Reichspräsidenten die Wiederkehr der Mo­narchie und der Hohenzollern bedeute. Die deut­schen Mähler sähen in Hindenburg nichts als ein Symbol der Ordnung und Disziplin unter Ablehnung politischer Experimente. So­wohl nach den Revolutionen in England als auch in Frankreich habe später stets das konservative Empfinden des Volles ge­siegt. Es wäre unerklärlich, weshalb man Deutschland dasselbe verwehren wollte. Man könne nicht ewig ein Voll wie das deutsche als ein besiegtes Volt behandeln.

Aus dem Barmatausschutz.

Berlin, 15. April. (WTB.) 9m Reichstags­ausschuß zur Untersuchung des Falles Barmat-Ku° tisker sagte Direktor Beiter vom Hotel Bristol aus, Barmat habe von 1921 bis 1923 im Hotel Bristol gewohnt und in dieser Zeit zweimal größere Fe st essen gegeben, an denen nach des Direktors Kennknis Polizeidirektor Richter und der Abg. H e i l m a n n teilnahmen, die auch fast täglich bei Barmat waren.

Direktor Schneider vom Zentral!) viel bekundet, Dannat wohnte 1919 etwa zwei Wochen im Zentralhotel und Hobe keinen größeren Aulwand getrieben als andere Ausländer. Nur einmal gab Barmat im Zentralhotel ein Abendessen, an dem neben verschiedenen englischen und holländischen Sozialisten die Abg. Hermann Müller, Heil- mann und Wels teilnahmen.

Regierungspräsident H u b c r , zur fraglichen Zeit Staatssekretär im Rcichsernährungsministe- rium, bekundet über die im Herbst 1920 zwischen iLertrciern des Reichswirtschaftsminiftermius und der,Amexima" ftattgehabten Besprechung, daß eines Tage:- zwei Herren und Barmat bet ihm vor­stellig wurden. Er habe darauf einige.Vertreter der Reichsfettstelle herbeigebeten die über das An­liegen der Larmats verhandeln sollten. Später verwandte sich auch Reichskanzter a D. Bauer, der damals nicht mehr Reichskanzler war. bei »hm für Barmat. Ob Bauer als Berireter tvA'nc- xima" auftrat, weiß der Zeuge nicht.

Zeuge H e y l wird darüber oernommen, ub der damalige Vorsitzende des diktatorischen Ausschußes. Direktor P i t s ch o w , während der Kriegszeit mit Provisionen an Lieferungen betei­ligt war. Der Zeuge bekundet, er habe von einem Kaufmann Völker gehört, daß Pritschow in die­ser Zeit einmal eine Provision von 10 000 Dollar erhalten habe.

Hochschulnachrichken.

Eine wissenschaftliche Avrdlandreise.

Eine wissenschaftliche Nordland- re i s e werden zu Pfingsten der Professor der deut­schen und nordischen Philologie von der Leyen und der Literaturhistoriker B e r ft r a m von der Universität Köln in Begleitung einer Reche von Assistenten und Studierenden unternehmen. Die Reise soll nach Schweden und Dänemark führen zum Zwecke des Studiums der nordgermanischen Alter­tümer. Die Professoren werden in Upsala, Lunt und Kopenhagen voraussichtlich Vorträge halten.

Deutsch« Hochschulwettkämpfe in Graz.

Die deutschen Hochschulwetttämpie f n Graz werden in diesem Fahr vom 12. bis 14. Juni stattfinden, und zwar sollen dieses Mal nicht nur die österreichischen Hochschulen, son­dern auch bie übrigen deutschen Hochschu­len (Deutsches Reich, Tschechoslowakei) cmqelabcn werden. Es werden Fünfkämpfe, ein Zwölfkampf Einzel- und Mannschafiswettkämpfe stattfinden. Aucb ^chwimmwetttämpfe sind gepleni Die V c i t u n g liegt bei dem bereits im vorigen Sabre eiiiaeknicn

Ausschuß unter Vorsitz des llniversttalsprosestors Dr. Karl H o l t e i.

Zulassung zu den technischen Hochschulen.

Die Zulassungsbestimmungen zu den tech­nischen Hochschulen in Preußen haben eine Aenderung erfahren. Mährend bisher die in Sonderfällen abzuleoende Reifeprüfung nach den für das Realgymnasium bzw. die Oberrealschule gestellten Anforderungen zu erfolgen hatte, kann nunmehr die Zulassung auch auf Grund einer Reifeprüfung nach den für das Gymnasium ge­stellten Anforderungen erfolgen.

Aus aller Welt.

Französische Schüsse aus deutsche Frauen.

3n Siegburg wurde auf der Lohmarer Straße abends in der elften Stund' die Ehe­frau Voß aus Lohmar, die sich mit ihrer Schwe­ster und zwei jungen Leuten von Maldlegn auf dem Heimwege befand, von einem französischen Posten angeschossen. Der Posten hatte den Leuten aus einer Entfernung von etwa 50 Metern Morte zugerufen, die jedoch keiner verstanden haben will. Rachdem der Ruf einige Male wie­derholt worden, aber unbeachtet geblieben wor­den war. wurde der Schuß abgegeben, der die Frau in der Brust schwer verletzte.

Großfeuer in Hamburg.

In dem an der StraßeGroße Bleichen" ge­legenen großen Bureau und GeschäftshauseKauf­mannshaus" brach Großfeuer aus. Der Brand entstand in den Pack'- und Lagerräumen der Nie­derlassung der Bergmann-Elektrizitäts-A.-G., ^Ber­lin. Durch den Lichtschacht drang das Feuer sehr rasch bis in bie obersten Stockwerte vor. In­folge ber starken Rauchentwicklung konnte eine An­zahl Personen nicht mehr über bie Treppen ins Freie gelangen unb mußte von ber Feuerwehr von ben Gesimsen des dritten unb vierten Stockwerkes mit H ilfe ber Leitern geborgen werben. Es gelang ber Feuerwehr, bie mit 11 Rohren er­schien, bas Feuer größtenteils nieberzukämpsen. Vor allem konnte sie rechtzeitig bas in bem be­troffenen Flügel lagcrnbe Benzin- unb Film- lager vor dem Brande schützen. Personen kamen nicht zu Schaben. Der angerichtete Feuer- unb Wasserschaben bürste sehr beträchtlich sein.

Explosion in einer Gummtfabrik.

In ber Filiale ber Kautschuk- unb Guttapercha- Company in Seelze bei Hannover explodierte auf bisher noch nicht aufgeklärte Weise ein Säure- kess el. Die Explosion war so heftig, daß ein Stück der M a u e r herausgerissen und fortgeschleu- bert würbe. Eiserne Träger würben verbogen unb bas Dach burch ben Luftdruck etwa 10 bis 15 Meter hoch geschleudert. In bem Raum waren zwei Ar­beiter beschäftigt, bie nur als Leichen unter ben Trümmern hervorgezogen werben konnten. Weitere Unfälle finb nicht oorgekommen.

Zwei Kinder verbrannt.

Nach einer Meldung aus Itzehoe find dort nachts bei einem Groß feuer die beiden 12- unb 13jährigen Kinber bes Kraftwagenführers Wegener Derbrannt. Die Ehefrau würbe gerettet.

Feuer in ber Zeitungsbruckerei.

In ber 'Nacht vom Dienstag zum Mittwoch würben in Gelsenkirchen gegen 4 Uhr mor­gens bie Bewohner des Hauses, in welchem sich bie Druckerei bes sozialistischen GelsenkirchenerDo l k s- willens" befindet, aus bem Schlafe geweckt. Aus ben Pcnnerreräumen bes Druckereigebönbes loberten riesige Flammen empor. Den Arbeiten ber Feuerwehr gelang es, bas Feuer nach kurzer Zeit zu löschen. Die Druckereimaschinen sinb durch ben Brand schwer beschäbigt worben. Es wirb Branbftistung vermutet.

Anfchuldig zu 8 Jahren Zuchthaus verurteilt.

Ein von ber Polizei in £ i n b a u verhafteter Schmuggler geftanb nach einer Blättermelbung aus München^ im Februar 1923 ben Grenzzoll­beamten to a £ erschossen zu haben. Dieses Gestänbnis berft einen schweren Justizirrtum auf, benn als vermeintlicher Täter war ber Grenzzoll­beamte Planck, ber mit Sax gemeinsam besten letzten Kontrollgang gemacht hatte, vom Volks- geeicht in Kempten (Allgäu) zu 8 Jahren Zuchthaus unb fünf Jahren Ehrverlust verur­teilt worben. Der Staatsanwalt halte sogar bie Tobesstrafe beantragt.

Ein Opfer Denkes?

Wie oerlautet, hat bas Lanbgerichr Glatz bcin Anträge bes Verteibigers bes wegen M o r b e s an ber Emma Sander zu zwölf Jahren Zuchtbaus ver­urteilten Fleifchers Trautmann, bas Verfah­ren wieber aufzu nehmen, ftattgegeben. Es wirb vermutet, baß bie Sanber ein Opfer Den- k e s war. Trautmann hat bereits neun Jahre feiner Strafe verbüßt.

Die Schulbfrage

beim Zechenunglück aufMinister Stein".

Der Unfallausschuß ber Grubensicherheitskom- w.isfion in Dortmund veröffentlicht seinen endgül­tigen Bericht über bas Ergebnis ber Unter- suchungber Grubenkatastrophe auf ber Zeche Mi­nister Stein, bei ber 130 Bergleute ben Tob ge- funben haben. Der Ausschuß kommt zu bem Schluß, baß ber Fernleitung keineswegs der Vorwurf erspart werben kann, nicht alles ge­tan zu haben, was zur wirksamen Bekämpfung ber Unfallgefahr hätte geschehen müssen.

Wiederaufleben ber Haffkrankheit?

Nach einer Blättermelbung aus Königs­berg finb in Groß-Haybekrug erneut 6 Fischer an ber Haffkrankheit erkrankt. Auch in Fifchhausen erkrankte ein Fischer in besorgniser- regender Weise. Aus Furcht vor ber Erkrankung blieben in ben legten Tagen viele Fischer ihrem Berufe fern.

Famttientragödie.

Am Ostersonntag begoß sich eine in Aachen wohnhafte Tagelöhnersfrau im Verlaufe eines Fa­milienstreites mit Petroleum unb 3 ü n b e t e f i ch bann an. Die mit schweren Branbwunben be- betfte unb bewußtlos zusammengebrochene Frau würbe in bas Krankenhaus gebracht.

Alpenflug MünchenMailand.

München, 15. April- IWTB.) Das neue Dornier-Verkehrsflugzeug Komet 111 star­tete heute morgen 8.30 Uhr zum Zentral­alpenflug. der von der Aero-Lloyd zur Er­öffnung der Mailänder Messe veranstaltet wurde. Unter Führung des Piloten Polte uno des Fliegers Hailer landete das Flugzeug mit den Vertretern des Auswärtigen Amtes und des Mcßamtes um 12 Uhr mittags in Mailand. Diese erste Aledersliegung h:r Zentralalpcn mit dem Verkehrsflugzeug ifi ein Vorilugversuch für j die Linie München Mailand die von. Süd­deutschen Aero°Lloyd regelmäßig geflogen

cen 1D1I, sovaro nie neuen viermotorigen Albet® flugzeuge fertiggestellt sind.

Bärenjagd in Italien.

Zn dem neuen Rationalpart in Valle Longo in den Abruzzen fand man vor kurzem die Spur einer großen Bärin, welche geworfen, hatte. Eine Expedition wurde ausgerüstet, um sich der Zungen zu bemächtigen. Sie muhte erst eine drei Meter hohe Schneewand weg- schaufeln, ehe sie zu der Lagerstätte des Tieres gelangen konnte. Die Expedition wurde dabei von der Bärin angegriffen, die einen Teilnehmer packte und ihn in einen vereisten Wasserlauf warf. Infolge der Flintenschüsse der anderen Teilnehmer flüchtete die Bärin, worauf die Zungen gefangen wurden, die dem Zoologischen Garten in Rom geschenkt werden.

Gazpreise, Wärmeeinheiten und Wirkungsgrad.

Zn den Tageszeitungen werden zuweilen Gaspreise veröffentlicht, die irreführend und un­vollständig gegeben sind, weil manche Gaswerke Zuschläge, Grundgebühren, Messermieten oder dergleichen erheben, die in drr Regel mit den Gaspreisen nicht bekanntgegeben werden. Es er­hebt z. B. das Gaswerk Darmstadt für das Kubikmeter Gas 20 Pf. und berechnet monat­lich für einen 35flg. Gasmesser 1 Mk. Grund­gebühr. das Gaswerk Verden a. d. Aller er­hebt für das Kubikmeter nur 11 Pf. und 2.50 Mk. monatliche Grundgebühr (Ob diefe Gebühren berechtigt und sozial sind, soll hier nicht unter­sucht werden.) Linier Zugrundelegung eines Durchschnitts-Jahresverbrauches von 250 Kubik­meter Gas wirken sich die Zahresausgaben für Gas wie folgt aus in: Gießen 22 Pf. für einen Kubikmeter --- 55 Mk. plus - - Mk. -- 55 Mk., Verden (Aller) 11 Pf. für einen Kubikmeter -- 27,50 Mk. plus 30 Mk. - 57.50 Ml., Darrn- stadt 20 Pf. für einen Kubikmeter 50 Mk. plus 12 Mk. = 62 Ml.

Trotz des augenscheinlich hohen Preises von 22 Pf. für das Kubikmeter Gas in Gießen gibt der Verbraucher hiernach weniger Geld für feinen Gasbedarf aus. als die Abnehmer in vielen Städten mit niedrigeren Gaspreisen. Aber nicht nur bei Gaspreis allein darf bei der Mert- mefsung Berücksichtigung finden, sonbern es mühte auch die Märmemenge. die das Gas beim Ver­brennen entwickelt, in Rechnung gezogen werden. Die Mäimemenge wird ausgebrückt in Wär nie - einheiten (ME.). Eine ME. ist biejenige Mäinnc- menge, welch 2 erforberlich ist, um 1 Kilogramm - 1 Liter Masser von 14.3'1 auf 15,5" Celsius, also um 1° zu erwärmen. Alm 1 Kilogramm Messer von 13" Celsius 5um Sieden zu bringen, sind demnach 87 ME. erforderlich.

Die Anzahl der ME. bes Steinkohlengases ist fehr verschieben: bie Temperatur im Gaserzeu­gungsofen. bie Zersetzung von Koks- ober Wasser- gas. bei Grab der Entberizolisieiung bes Gases usw. übt einen Einfluß auf bie Gute des Gases aus. Rach ber neuesten Statistik über die Dr- triebsergebnisse von Gaswerken schwankt ber obere rebuzierie Heizwert des Steinkohlengases zwischen 3750 bis 5600 ME.. 5200 ME. sind als nonnal zu betrachten. Zum Vergleiche der Stein­kohlengase ist der obere reduzierte Heizwert zu­grunde zu legen. Zn Gießen beträgt der durch­schnittliche obere reduzierte Heizwerts des zur Abgabe kommenden Steinkohlengases 5400 ME., woraus ein durchschnittlicher Heizwert von 4900 bis 5000 ME. ermittelt ist. Das Gaswerk der Stadt Darmstadt erzeugt ein Mischgas (Stein­kohlen- und Massergas) von 4300 MC. Der Richtfachmann ersieht aus Vorstehendem, daß ein Gas mit einer höheren Anzahl von ME. wert­voller ist, als ein solches mit weniger ME. ES sollte daher gerechterweise eine Stadt, die mit niedrigen Gaspreisen in ben Zeitungen prunkt, auch stets neben ben Zuschlägen bie Güte ihres Gales, ausgebrückt in MC., belanntgeben. Die ME. ber sesten Brennstoffe schwanken je nach bem Massergehalt unb bei Rückstände, also nach ber Menge des Kohlenstoffes.

Die Durchschnittswerte (in runben Zahlen) betragen nir 1 Kg. lufttrockenes Holz mit 16 Proz. Masser 3500 ME., deutsche Rohbraunkohle mit 48 Proz. Master 2600 ME.. Braunkohlenbriketts mit 15 Proz. Masser 4800 ME.. Ruhr-Steinkohle mit 3 Proz. Masser 7500 ME. Anthrazit mit 2 Proz. Masser 7800 ME.. Gaskoks mit 3 Proz. Masser 7000 ME.. Zechenkoks 7200 ME.

Richt nur der Heizwert der Steinkohlengase ist veränderlich, sondern auch ber der festen Brennst oste, dagegen steht der Heizwert des elek­trischen Stromes mit 864Vs WC. für bie Kilo- wcsitstunde fest.

Könnten alle WC. voll ausgenutzt werden, so wäre zweifellos die Verwendung von festen Brennstosten in der Küche in geldlicher Beziehung bas Vorteilhafteste. Aber der Verlust in den Küchenkohlenherben ist ein ganz bedeutender und beträgt meist über 90 Proz., b. h. von den WE. werden im Küchenkohlenherb kaum 10 Proz. aus­genutzt, die übrige Wärmemenge geht durch Strahlung, durch die Erwärmung bes Herbes, verloren unb der Rest entweicht durch ben Kamin. Bei Annahme eines Wirkungsgrades von lOProz. beträgt die wirkliche Ausnutzung von einem Kilo­gramm Braunkohlenbriketts nur rund 480 WE. Der Wirkungsgrab eines mobernen guten Gas­herbes ist ganz wesentlich günstiger unb beträgt 60 Proz. unb mehr: es werben somit im Stein­kohl engase von 5000 oberen WE. rund 3000 WC. ausgenuht. Zur Sveisebereitunq ist 1 Kbm. Gas Aum Preise von 22 Pf. gleichwertig mit etwa 7 Kg. Braunkohlenbriketts, die heute frei Keller bei gleichzeitiger Abnahme von weniger als 20 Ztr. 2212 Pf. kosten Die Gaskocherei bat aber neben der Billigkeit noch ben Vorzug der Schnelligkeit, b. i. Zeitgewinn, drr Sauber- unb Bequemlichkeit. Bei der Zubereitung der Speisen auf bem Gaskochapparat muffen Kochtöpfe mit möglichst großer Grundfläche stets auf bie offene Flamme gefetzt werben, weil barm ber Wirkungs­grad am günstigsten ist und bie Drennkosten am geringsten finb. Bei geschloffener Kochplatte ist ber Verbrauch an Brennstoffen ganz wesentlich (bis 50 Proz.) größer, als bei offener. ng.

Wettervoraussage,

Bleist wollig, kurze Regenfälle, unruhig, vor- wicgenb westliche Winbe, ziemlich kühl.

Die Regenfälle verstärkten sich gestern be­trächtlich. Der Luftdruck fällt weiter, und ber Westwinbcharakter hält an, da bas Zentrum der Tiefdruckstorung sich südöstlich in die Rordler verlagert hat und wir im Bereich ihrer Regen- fronten zunächst bleiben

Aus Staor und Land.

Gießen, den 16. April 1925.

Schwimmrettungswesen im Dienste des Dolkswohls.

Auf Wunsch geben wir den nachstehender» Ausführungen ber ZeitungDer Schwim­mer" Raum, die im Hinblick auf das jüngste furchtbare Alnglück auf der Weser beson­ders bedeutungsvoll unb bccherzigenswei l sinb. Die Forberung, daß jeder Mensch bes Schwimmens furchig sein muh, ist immer nachdrücklicher zu erheben. Rament- sich bie Eltern und bie Schule haben hin einer zwingenben Pflicht gegenüber bet Zugenb unb dem gesamten Volke zu ge­nügen. D. Red.

Schon der preußische Ministcrialerlah vorn 26. Zuli 1811 verbreitet sich in vortrefflicher Meise über den Mert des Schwimmens als Leibesübung. Kultusminister Dr. v. Göhler schreibt:Das Schwimmen ist das Idea'l aller idealen Leibesübungen." Und doch hat es bald ein Zahrhundert gedauert, ehe der Gedanke in der breiten Masse festen Fuß gefaßt hat, das Schwimmen als notwendiges und wertvolles Mit­tel der körperlichen Ertüchtigung und gesundheit­lichen Förderung unserer Jugend den anderen Leibesübungen zur Seite zu stellen. Mährend ir der ersten Zeit sich das Babewesen infolge fal­scher Prüberie abgeschlossen von der Melt hinter Brettcrplanken abspieltc, ging man in späterer Zeit daran, Schwimmhallen zu bauen und, wc man bie Mittel nicht dazu hatte, im freien Fluh sich des erfrifchenben Bades zu erfreuen.

So fehr wir biefe Entwicklung begrüßet können, müssen wir auch bekennen, baß bie Zahl der Opfer, bie bas feuchte Element fordert, ge­stiegen ist. Damit soll nicht gesagt sein, daß bas Schwimmen daran allein schuld ist. Rein! Diese Tatsache muß uns zu denken geben. 8000 Men schen ertrinken jährlich nach vorsichtiger Schätzung Alnb gerade unsere Zeit, die Zeit des wirtschaft­lichen Verfalles, hat jede Kraft so unbedingt nötig, unb zumal, da es doch immer die unter­nehmungslustige Zugend ist, die uns entrissen wird. Mas hat man dagegen getan ?

Das Wirtschaftsleben fordert jährlich an» nähernd 10 000 Todesopfer. Zm Bekämpfung dieser Gefahr find große Organisationen vom Staate geschaffen: ein Stab von gefd)ulten Fach­leuten arbeitet an Schutzvorrichtungen: von amt­licher und genoffenschastlicher Sette wird in Mord und Schrift Aufllärungsarbeit geleistet. Man ist in Mirtschastskreisen fest überzeugt, daß noch mehr getan werden und jeder, selbst der Der- ficherte. an der Aufgabe der vorbeugenden Aln- fallveihütung mithelfen muß. Alnb nochmals bie Frage: Mas tut man, um die Zchl her Todes­opfer im Masser herabzumindern? So gut wie nichts ist non amtlicher Seite geschehen, keine durchgreifenben Maßnahmen sind getroffen, so gut wie keine Aufklärungsarbeit ist geleistet.

Alm so höher ist die Tat des Deutschen Schwimm-Verbandes einzuschähen, ber 1913 bie Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft ins Leben rief. Der Rgme fagi genug über die Tätigkeit Dieser Vereinigung. Zhr Bestreben geht haupt­sächlich bahin, eine genügende Zahl von Schwim­mern auch im Rettungsschwimmen auszubillten. um auf biefe Meise bie Zahl der Opfer herab- zumindem unb biefe Kräfte bem Staate zu er­halten. Sv arbeitet auch sie am Aufbau des Vaterlandes mit.

Auf die gesundheitforbemde unb allseitig leibeserzieherische Wirkung bes Rettungsschwim­mens braucht nicht besonbers hingewiesen zu wer­ben. Wie beschämenb muß es für eine Volks­menge fein unb wie niederschmetternd wirken, einen um Hilfe Schreienden in den Fluten ver­sinken zu sehen, ohne helfend beispringen zu können.

Welch wichtiges Erziehungsmittel ist uns mit dem Rettungsschwimmen in die Hand gegeben! Die Zugend, die durch den Krieg die Innerlich­keit verloren hat, in der Einbildung unb Egois­mus großgezogen sinb, kann durch Einimpfung des Rettungsgedankens zu edlen Menschen er­zogen werden. Wenn es uns gelingt, in dei Jugend die Achtung vor dem Menschenleben zu wecken, bie Bereitschaft, sich für den andern leinzufetzen, dann haben wir auch Großes erreicht zum Wohle der gesamten Menschheit.

Groß ist auch der Einfluß auf die Seele. Entschlußfähigkeit, Mut, Ausdauer, Tatkraft, Be­sonnenheit, Selbstvertrauen werden entwickelt. Sind diese Eigenschaften erworben, lösen sie weit­gehende Wirkung aus. Aus dem Selbstvertrauen entspringt Selbständigkeit. Das Vertrauen auf das eigeneIch" bildet bann wieder die AI eher» leilurttz zur Tat, zur Ehargktererziehung und bahnt damit die Erziehung zur Persönlichkeit an Ein fester Wille regiert bas ganze Innenleben bieser Menschen, unb wirkt entscheidend bei jeder Handlung. Auf diese Weise schaffen wir uns die heute mehr denn je nötigen Männer und Frauen der Tat, deren Tun unb Lassen den edelsten Charaktereigenschaften eines Menschen entspringt unb nicht als Triebfeder den selbsti­schen Vorteil hat und auch erziehlich auf die Alm gebung einwirken.

In Anbetracht dieser großen Bedeutung bei Schw inirn re tt un gswesens müssen wir fordern Pflichtfchulschwimmen und Einführung des Ret­tungsschwimmens. Jeder Turn- und Sportlehrei muh im Besitz bes Lehrschcins sein, um auf- klärend unb belehrend wirken zu können.

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Gießener Wochenmarktp reise.

am 16. April (Händlvrpreise).

Cs kostete auf dem heutigen Wochenmarkt bas Pfund Butter 220 bis 230, Matte 40, Käse 70. Wirsing 40, Weißkraut 25, Rotkraut 35. gelbe Rüben 15. rote Rüben 15. Spinat 35 bis 40. Römischkohl 20, Alitteriohlrabi 8. Mischgemüse 20. Giünkohl 20. Rosenkohl 50 bis 70. Feldsalat 100, Tomaten 130. Zwiebeln 30, Meerrettich 60 bis 100. Schwarzwurzeln 50, Rhabarber 50, Kar­toffeln 5, Aepfel 15 bis 20, Birnen 12, Sorrobfl 35, Honig 40, junge Hahnen 100. Suppenhühner 120; das Stück Eier 11, Blumenkohl 60 bis 150, Salat 40, Salatgurken 150. Lauch 5 bis 10, Sellerie 20 bis 60; das Bund Rsdieschen 20 bis 40.

Bornotizen.

Tageskalender für Donners­tag. Stadttheater: V S AIhr.Aicbcr die Kraft". - Dünsberg-Vereini 812 AIhr: Hauptversamm­lung. Hotel Stöf)lcr. Lichtspielhaus. Dahn- hvfslraße, ^Aschermittwoch".