Aus dem Reiche der Frau.
Ehe und Kultur.
Don Reinhold Braun.
Die Kratt eine- Volke« und di« Kulturhöhe «ine» Reiche« hängt ab von der Zahl der guten Ehen im Staate.
Anton Jendrich.
SS ist ein» der betrüblichsten Zeichen unserer auch innerlich so armutvollen Gegenwart mit welch einer Verantwortungslosigkeit man Ehen schlicht und löst. Tragik um -Tragik sprelt slch oft in der nächsten Umgebung unsere« Lebens ab. Die Menschen laufen zusammen unbrennen wie verwundete Tiere wieder aufeinander. Wo die Zivilisation herricht, da nimmt man e« mit der Ehe leicht, und da« ganze Volk«, leben kann äußerlich einem »eiten Felde gleichen, auf dem e« in bunten Blumen schillert und prangt, unter dessen trügerischem Boden aber der schwärzeste Sumps sich hindehnt. Da« Danze ift eine ungeheure Scheinblüte, au« der ein Giftodern langsam zerstörend in die Seele und bas Blut de« Volke« bringt. Der untrüglichste Spiegel für die Gesundheit eine« Volke« und die Tiefe und Schönheit seiner Kultur ist die Ehe. Wenn man in ihr Gebilde mit der Sonde tief hineinfahren kann und dort alle« gesund findet, dann kann man wirklich von dem Glücke und der glückvollen Zukunft eines Volke« reden.
(Zhe ist im Tiefsten Kulturschöpferin und zugleich Kulturhüterin. Wo ihr heiliger Boden entheiligt wird, verwundet man die tiefsten Wurzeln der Kultur. Sin Volk kann nicht verantwortungsvoll genug das Gebilde der Ehen nehmet und die Erziehung zur Ehe. Wenn wir aber da« Letztere nehmen, so müssen wir leider erfeimen, daß viele unter uns eine erschreckende Kulturlosigkeit besitzen. Sie tappen und lärmen in die Ehe hinein und wissen nicht, dast sie einen Tempelgrund betreten, da man andächtig und voller Ehrfurcht schreiten muh. Wir erziehen die Jugend zu Vielerlei, aber am allerwenigsten noch zur Ehe. Darum haben wir ja so viel bejammernswerten Dilletantismus in der Ehe. so viel UnheUlgFcit und so viel .Unbeil, so viel Zerbrochensetn an Leib und Seele. 3a, man kann sagen, baift die Ruinen- Hastigkeit eines Volkes letzten OEndes aus den unglücklichen und sehlgeschlagencn Ehen kommt. 3e mehr Ehen in einem Volke zerbrechen, je mehr zerbricht auch seine Kultur. Alle Kernigkeit unseres Daseins, alle Quellenfrische und schöne Urwüchsigkeit, alle Stärke und Gröhe des Ganzen liegen in der Ehe wie in einer Schale. Wir müssen erkennen, dah mit dem Wort Ehe das Wort ewig verwandt ist. Ehe muh tatsächlich Ewigkcitslrägerin. Ewigleitsverkörverin werden innerhalb des Zeitlichen. Eine glückliche Ehe ist, so aufgesaht. der beste Dienst im Leben des Volkes Das Glück einer Ration wachst, je mehr Menschen in ihr die Ehe alS eine Aufgabe, als ein Werk nehmen, als die schwerste, aber köstlichste Wirklichkeit, wenn sie mit dem ganzen Ernste und der ganzen Inbrunst zweier sich wahrhaft liebender Seelen gestaltet und gelebt wird. Ehe ist Wachstum, und mit ihr wird auch die Kultur wachsen, ihre beseligende Heiterkeit und Schönheit, ihre Trächtigkeit mit Ewigkeitswerten. GS gibt nichts Schöneres und Gröheres. alS wenn ein Liebender vom andern sagt: „3ch bin durch dich in der Ehe ein Mensch geworden!" 3a. das ist das Köstlichste, wenn so aus ben meisten Ehen bie reine, volle Menschlichkeit wie aus beni Grunbe eines heiligen Gartens blüht. Der Gipfel aber aller Kultur ist Menschlichkeit.
Und so erkennen wir wiederum, wie Ehe und Kultur wurzelhast ineinander verflochten sind. Der Wille -ur glücklichen Ehe. einer voll Reinheit und tiefster innerlicher Lebendigkeit, ist der Wille zur Kulturhöhe unseres Volkes. Solchen Willen laht uns haben!
Die ländliche Sausbeamtin.
Von Gisela Drude, Deinrvde.
Der Beruf der ländlichen Hausbeamtin, der noch immer nicht genügend bekannt ist, hat durch die Verstaatlichung der Ausbildung und der Prüfung eine wesentliche Verbesserung und Aen- berung erfahren. Tie Bezeichnung „ländliche Hausbeamtin" ist in „ländliche Haushalt- Pflegerin' umgewandelt. Die Ausbildung von staatlich geprüften Haushaltpflegerinnen kann nur in solchen Anstalten erfolgen, die die staatliche Anerkennung vom preußischen Minister für Domänen, Landwirtschaft unb Forsten erhalten haben. Vom Reifensteiner Verband für Wirtschaftliche Frauenschulen auf dem Lande ist bis jetzt die ländliche Hausbeamtinnenfchule Deinrode bei Greineselde die einzig staatlich anerkannte Schule für Preuhen.
Der empfindliche Derwandtschastsnerv.
Don Srieba Schanz.
Beim kleinen Schuljungen macht er sich bereits bemerkbar, der empfindliche Verwandt- schaftsnerv. Frihchen, der Sertancr. glaubt sich genieren zu müssen, wenn er mit seinen Freunden aus der Schule kommt und seine Schwester unter- Wegs trifft.
Schwestern haben offenbar etwas, was einem Sextaner auf die Verven fällt. Unversehens können Schwestern einen mit einer Zutraulichkeit kompromittieren.
UeberHaupt sind Geschwister untereinander oft seltsam scheu und geniert Eine Schwester empfindet im Kreise der Freundinnen oft seltsam peinlich das Wesen, die Eigenart der anderen Schwester, ihre Art. sich auszudrücken, Heine Absonderlichkeiten oder Vachlässigkeilen in der Sprache, im Benehmen, in der Bewegung.
Was leidet so ein junges Mädel oft durch ihre Brüder, die nicht lernen wollen, ritterlich zu fein, wie es ihrem Ideal entspricht. Bei ihren Freunden und Kameraden kann sie nachsichtig sein, nur gerade das Benehmen, das Gehabe und Getue der Brüder, der nächsten Verwandten, das r'izt. das stachelt, macht die Stimmung kribbelig und kraus.
Gin ganz bestimmter Verv im Gefühlsleben muh vorhanden fein, der durch das Tun der nächsten Verwandten bis zur Schmerzhaftigkeit alte- riert wird.
Bei Ellern ist manchmal durch blinde Liebe zu den Kindern dieser Verv chloroformiert —
Die staatliche Prüfung für ländliche Hau«- haltpslegerinnen findet Mitte März in Dein- r o-d c statt Der neue staatliche Lehrgang beginnt Mitte April. Zur Aufnahme in den Lehrgang für staatlich geprüfte ländliche Haushalt Pflegerinnen sind ersoiLerlich: Ein Alter von mindestens 18 Jahren, der abgeschlossene Besuch eines Lyzeums, einer Höheren Mädchenschule oder bei abgeschlossene Betuch einer Volksschule, wenn vor dem Eintritt in den Lehrgang eine schulwissenschaftliche Vorprüfung abgelegt wird, ferner zwei praktische Lehrjahre auf dem Lande.
Der Lehrgang in der Hausbeamtinnenfchule dauert ein Jahr, so dah in der Praxis vorgebildete Mädchen schon nach einem Schuljahr tn bei Hausbeamtinnenschule die staatl. Prüfung ab legen können. Bisher wurde immer noch ein zweite« Schuljahr, nämlich das sogenannte Maidenjahr, gefordert, das nach den neuen staatlichen Bestimmungen fortsallen kann. Es ist dies für die Mädchen, die schon einige Jahre in der Praxi« gearbeitet haben, von größter Bedeutung, da sie auf Grund ihrer praktischen Vorbildung befähigt sind, nach einem einjährigen Schullchrgang eine abgefdjloffenc Berufsausbildung mit staatlicher Prüfung zu haben. Die, welche einen Maidenlehrgang durchgemacht haben, brauchen nur eine einjährige Vorbildung auf dem Lande, da da« Maidenjahr als ein Lehrlingsjahr angerechnet wird.
Dah zum Beruf der ländlichen Haushalt- Pflegerin ein gesunder Körper. Lust und Liebe zum Laiche und ArbeitSfreudigkeit gehören, ist wohl selbstverständlich. Veben dem staatlichen Lehrgang werden in Beinrode junge Mädchen für den Beruf einer zukünftigen Gutsfrau ausgebildet. Anmeldungen und Anfragen sind an die Vorsteherin der ländlichen Hausfrauenschule Deinrode bei Greinfelde zu richten.
(Einiges über unsere Mädchenfortbildungsschulen auf dem Lande.
Es ist eine bekannte Tatsache, dah Veue- r ungen. wie auf anderen Gebieten, so auch im Schulbetrieb von der Landbevölkerung anfangs mit mißtrauischen Blicken betrachtet werden. Hier tritt etwas Fremdes, Unbekanntes an sie heran, das sie nicht zu deuten und schwer zu verstehen wissen. Geht es uns im Leben nicht manchmal ebenso? ..Gut Ding will Weil' haben" sagt ein altbekanntes, auf dem Land gern gebrauchtes Sprichwort! Das scheint auch hier gelten zu sollen.
So eine Mädchensortbildungsschule war doch im Anfang ein Wunderding! Altbekannt war es wohl, daß die männliche Jugend sich nach Schulentlassung am Fortbildungsschulunterricht beteiligen muhte, dah nun aber auch die weibliche Jugend drei Fahre lang Pflichtfortbildungsschülerinnen sein sollten, das war und ift bis heute zuweilen bei vielen Leuten noch etwa« Unbegreifbares. Aber nachdem nun unsere Wad- chenfortbildungsschule säst überall bald ein 3ahr auf dem Land besteht, sieht man mit ehrlicher Freude, dah das Mihtrauen allmählich Dtt- verschwindet. und bei vielen Müttern der Gedanke auftaucht, hier können unsere Kinder etwas lernen. — Etwas, ein kleiner Begriff, und doch für uns alle, die wir an diesem Schulwesen mitarbeiten, etwas Gröhes l — Ein weites Arbeitsfeld an unserem Volke und ganz besonders an unseren Mädchen, die einmal im Glück der Familie im bescheidenen Heim zufrieden sein sollen! —
Ter verlorene Krieg mit seinen Folgen hat es uns gelehrt, dah wir alle wieder umlernen muhten, es heute noch müssen. Unsere Jugend bedarf der Unterweisung und Führung. Und da hat man mit Recht ein Teil dieser Arbeit in die Hände der Lehrerinnen und Lehrer gelegt. Es ist dies kerne leichte Arbeit. Das wissen alle, die daran arbeiten! Viel Geduld und viel Liebe gehört vor allem dazu. Aber auch sach- männisches Können und Lehrtalent, bei den jungen Mädchen das Interesse für den Stoff zu wecken. Sehen wir uns doch einmal eine solch stattliche Klasse von meist 20—25 Schülerinnen an, wie sie frisch und munter ihren Lehrerinnen folgen, wenn diese etwas Veues bringen! Hier sind sie nun auch im gewissen Sinne keine Schulkinder mehr, hier haben wir es mit den Mädchen zu tun. die nun zu Frauen betanreifen und darum oft hohe Forderungen an ihre Lehrerinnen stellen. Einen giohen Vorteil bieten die Stunden wie Rechnen. Lesen, Schreiben u. dgl. Die Mädchen lernen in ihrem Deutschunterricht Gestalten kennen, die sie sich doch manchmal als Vorbild in« Bewusstsein rufen.
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ober aber, wohl meist, er leidet an krankhafter Erregbarkeit. Peinvoll empfindet die Mutter den Schlenkergang der Tochter, wenn sie so mit ihren Gefährtinnen ein hei kommt. Jeder Blick, mit dem sie dem jungen Ding in der Gesellschaft oder im Tanzsaal folgt, ist zitternde Erregung und Kritik. Sie leidet, aber einzig darum, weil dieses junge Sing mit dem leisen Stich ins Sorglose, Ungenierte ihr Kind ist! Wär's Detters Lise oder Vachbars Lene, würde sie das alle« als ganz nett empfinden. Vur gerade in der Verwandtschaft liegt diese Reizbarkeit.
Der Vater reibt sich am Wesen des Sohnes, an ein paar ihm gerade besonders unsympathischen Fehlern gefährlich wund. — Sollten das die Fehler sein, die gerade ihm so bekannt sind — nur zu gut bekannt? Die Fehler, deren Grund- clemente er, mühsam gebändigt, in sich trägt? Ist in dieser ganzen Reizbarkeit etwas von den nie ganz gäbst en Rätseln der Vererbung? Liegt sie im Blut? Ist sie kranke Liebe, die Folge zu grober unbewusster Ansprüche an unsere Vächsten und Liebsten?
Ihre schlimmste und peinvollste Form ift die, daß Kinder, sagen wir es gerade heraus, sich ihrer Ellern schämen, dah Kinder unter bert Schwächen, unter den Gewöhn Hellen, den kleinen stereotypen Redensarten ihrer Väter und Mütter leiden.
Da liegen viel Selbstanklage, viel Reue, viel Kamps, viel Unzufri^enheit mit sich selbst. Aber die peinvolle Empfindlichkeit, die quälende H^hvrigkeit, das geschärfte Hinhorchen auf die nun einmal leidigen Eigenschaften der älteren Generation sind da und lassen sich tvdschwer bekämpfen. Tritt eine räumliche Trennung ein,
Und die erworbenen Schätze au« der Schulzeit geben nicht verloren, sondern «fahren an Vertiefung unb Bereicherung.
Don der technischen Lehrerin aber erhalten die Mädchen Keimtniffe und Fertigkeiten für« praktische Geben Ihre Arbeit erfordert fiel« fachmännisches Können und gewissenhafte Vorbereitung. Sie »oll ja nicht allein lehren, wa« nützlich und praktisch ist. sondern in ihrer Hand liegt c«. die Mädchen durch Wort und Beispiel zum sittlich Guten zu erziehen. In den Lanb- sortbildungSschulen für OMdchen (äfft sich c« meist etnridnen, bah bie am Unterricht beteiligten Kräfte Hand tn Hanb arbeiten. Wie sollten bei solchem Unterricht nicht bleibende Werte für« Leben geschaffen werden?
Wer einmal Gelegenheit halle, mit zuwandern durch grobe Füiforgeonstalten für weibliche Jugend, der findet dort Land- und Stadtfinder. denen getabc diele CBcrtc nach der Schulentlassung verloren gingen. Vielleicht hätte damal« schon oie Einrichtung einer MädchenfortbllbuiigS- schuke manchem verwahrlosten Kinde helfen können. Gerade die Freihell, die heutzutage der schulentlassenen Jugend manches erlaubt, wa« einst nicht Sitte war. ist oft dazu angetan 6en inneren Lebenswert herunterzudrucken
Da kommen die Fortbilbungsschulstunden mit Recht unb erziehen zum praktischen Leben, zum Schönen. Wahren und Guten, und für manche Lehrerin ist es ein großes Werk, au« ben Mädchen Frauen zu «ziehen. Detttsche Frauen von deutscher Treue!
Unsere LandfortbUbungSschüler sind meist empfänglich für all da« Schöne und Vützliche. was geboten wird. Man kommt gerne und sogar noch freiwillig, wenn man das schulpflichtige Güter hinter sich hau Die Hemmungen zwischen Fabrik unb Schule lassen sich mit gutem Willbn auch überroinben, unb die Schülerinnen, die in der Fabrik arbeiten, kommen gerne.
In dem Gernekommen haben wir den Fortschritt unserer Entrichtung. Vicht alle Kinder können etwas lernen, sondern müssen verdienen helfen. Und doch regt sich tn ihnen der Wunsch und das Bedürfnis, noch etwas mehr lernen. Dem trägt die Fortbildungsschule besonders Rechnung.
Wenn daS so begonnene Wer? durch weiteren Ausbau stets vorvollkommnet wird, wird die Einrichtung unferer MäbchenfortbilbungSschulc unserem Volk und Vaterland zum Segen gereichen ! K. G.
Fürsorge für weibliche Auswanderer.
Die Oeffentlichkeit hat im allgemeinen keine Vorstellung davon, wieviel junge Mädchen sich immer noch zur Auswanderung entschliehen. weil sie in fremdem Land Arbeit und Fortkommen zu finden hoffen, die ihnen die Heimat oft versagt. Vamentlich wissen die mit der Auswande- rungsbewcgung vertrauten Streife von einem Der» hältnismäfstg lebhaften Abstrvm von weiblicher Landjugend aus Mittel- unb SükDeut sch land zu berichten. Die Gefährdung und bie Votlage, der solche jungen, in ber Grostftabt fremden Mädchen während der zwei bis drei Tage ausgesetzt sind, in denen sie vor ber Ausreise deS Schisses sich zu den amtlichen Formalitäten — Kontrolle der Papiere, ärztliche Unt«suchung, Impfung — in den Hafenstädten einzufinden haben, ist oft groß. Um hier zu helfen, hat der Verein ,,Freunoinnen junger Mädchen", ber schon seit fast fünfzig Jahren die allcinreifenbe weibliche Jugend betreut, in den letzten Jahren in allen Teilen Deutschlands neununbbreifjig Aus- wanbererberatungsstellen eingerichtet und krönte kürzlich dieses Hilfswerk durch die Anstellung einer Auswanderer- Fürsorgerin in Hamburg (Hbg. 26, Griesstrahe 55). Wenn auch die Dahn- hossmissionarinnen Tag unb Vacht auf ben Bahnhöfen tätig sind, so war diese Fürsorge-Erweiterung eine dringende Votwendigteit. Die Missionarin kann natürlich ihr Wirkungsfeld, den Bahnhof, nicht verlassen. Hier seht die Tätigkeit der Fürsorgerin ein. Sie holt bie Aus reis ende, nachdem ihr die Ankunftszeit von der Beratungsstelle oder der Reisenden selbst gemeldet wurde, vom Bahnhof ab, bringt sie in ein gutes Vacht- quartier, begleitet sie zur Schiffslinie, zur ärztlichen Untersuchung unb am Einschiffungstage zum Hafen. Und wa« sehr wichtig ift: sie meldet bie Deutsche drüben in Amerika an und bittet, ihr bei der Ankunft im fremden Weltteil behilflich zu sein.
Da der „Freundinnen"-Derein mit den beiden arofrcn Schuyorganisationen „Voung Women'S Christian Association" und der .,Travellers' Aid Society" in ständiger Zusammenarbeit steht, ist es ihm möglich, in allen nennenswerten ameri-
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so ift das meist alles wie weggeweht. Vur gegenseitige Liebe und gegenseitiges Verständnis bleiben. Auch ein besonderes Glück oder Unglück macht die gereizten Verven manchmal sanft.
Handelt es sich um wirlliche, schwerwiegende Fehler der Ellern und Kinder, so spielt bie Empfindung des Leides unb der Scham eine natürlich über den Rahmen dessen, was diese Zeilen plaudernd berühren wollen, hinausgehende Rolle.
Glücklich die Familie, wo weder der leichte noch der schwere Fall der Reizbarkeit des Der- wandtfchaftsnervs besteht, wo nur Liebesaugen sehen, nur das Ohr der Liebe hört, — schlichter, wahrer, unverblendet« Liebel — Oder wo ber feinste Reifer in Stimmungsgelegenheiten. ber Humor, zu Haus ist. Ist so ein Verv aber einmal krank, wund unb entzündet, daß jebe Berührung schmerzt, so soll man gegenseitig ernstlich um Heilung kämpfen. Don feiten der Kinder ist ein Sichrichten yach den gerechten Anforderungen der Eltern iclbstverstÄtdlich. Aber auch die älteren und ältesten Leute sollen sich prüfen, ob das peinllche ob« verlegene Gesicht der Tochter oder be« Sohnes bei ihrem Auftreten und Reben nur kindliche Vaseweisheit unb unreife Heber- legenhell bedeutet, oder ob sich bei gutem unb ernstem Willen von ihr« Seite nicht doch manche« vermeiden läfit. was ben empfindlichen Derwondt» schastsnerv malträtiert
Vehmen wir an. unfern Kindern tun unsere kleinen Menschlichkeiten au« übergroßer Liebe weh
..Laßt uns bell« werden, gleich wird'« besser sein!"
konischen Orten DertraucnAabreffen zu ftnben unb zu nennen
Vamentlich bk ..Voung Women'S Christian Association" hat in Amerika ein au«gcbebntc9 Fürsorgenetz auSgefpannt unb bietet alleinsteden- den Mädchen in eigenen Boarbinahäusern preiswerte Unterkunft. Verpflegung, Geselligkeit unb Anschluss an Gleichst redende. Den „Voung Wo- men'«“ angeschlossen zu sein, ist schon eine Art Legitimation.
Sehr hart, namentlich für die alleinreisend' weibliche Auswanderin, smd die amerikanischen (5intoanberung«beftimmungen. Wenn auch ihr 't\at unb da« Visum vollständig ordnung-gemäh smd. die Einreiseerlaubnis bc« amerikanischen Konsulats »erliegt — trotz alledem kann sie bei ber Canbung zurückgewiesen werden. Tatsächlich kann kein 3nformation«bureau. lein Geistlicher, kein Angestellter einer SchifsahrtSlinie. fein Aus- wandererverein vorher lagen, ob man fchliest'.ich zugelassen wird ober nicht, denn ben endgültigen Entscheid treffen die öintDanbcrungebeborben in den Vereinigten Staaten von Amerika
Im vvngen Jahr sind 20 000 Menschen bei der Landung aurüdgetoiefen wordcn! Wenn man auch Amerika die Auslese zugestehen muh, so sollte es doch eine Möglichkeit geben, die endgültige Sichtung und Prüfung schon in Europa vorzunehmen, daS unendliche xjurüdgetoiefcncn elend wäre damit gemilbcit Immer wiede: muh auf die groben Gefahren und da« Risiko hingetoiefen werden. daS die Auswanderung bedeutet. am mciften natürlich für junge, unerfahrene Mädchen.
Praktische Winke.
Um bi.' j<nt wieder v? modernen Kupf.-r- fachen zu reinigen und glänzend zu machen. werden fic mit Petroleum abgehoben. Sind Flecken herauSzubringen. mache man eine Lösung von 5 Teilen Ammoniak und 25 Teilen lauwarmen Wasser, trage diese mit einem wollenen Lappen auf und reibe sofort mit Petroleum nach.
Ueberreste von Wäschestärke aitfje man nicht fort, sondern stelle die Schüssel schräg bis sich die Stärke an einer Stelle gesammelt Hai Dann giefia man vorsichtig das klare Wasser al unb lasse ben Rückstand eintrocknen. Er ist g«abc so gut wie neue Stärke.
Z u m Reinigen von IBaf f ertara f■ f en reiht man Ze.lungspapier in kleine Stückchen gibt diese in die Karaffe unb gieht warmes Wall« darauf. Vach .lwa einer halben Stunde schüttelt man sie tüchtig hin unb h«, bi« die Flasche blank geworden ist.
Weihes Pelzwerk reibe man öfter mit trockener, erwärmter Weizenkleie ab. Es bleibt bann hell und locker.
Wie man Zopsbänder spart. Sink Mutter von einigen kleinen Schulmädchen unt Backfischen wirb bei der Ueberschrist schnell aufhorchen, denn das Gelb für Zopsbänder ist eine nicht gar so seltene, nicht gar so Keine aber immer ärgerliche Ausgabe Vachdem ich bei Reche nach alle Ratschläge befolgt hatte, bi: Schleife mit Sicherheitsnadeln befestigte, bie Schleife ein Stückchen mit eingeflochten hatte, unb bei meinen wilden Mäbeln trotzdem ba« Band alle Augenblicke verloren ging, habe ich folgenden Ausweg gesunden. Ich nähe ein Reifchen aus Gummiband, so weit als ber Zopf dick ist. dies Reifchen umhälle ich mit farbiger Wolle eventuell zum Kleid passend — unb fertig ist bei (»ovfabfchlust! Es sieht hübsch au«, ist billig und hält unbedingt.
Faftuachtskrapfcn
Eine kleine Küchentasse geschmolzener Butter oder Margarine ober halb solches und halb Palmin, eine Küchentasse Zucker, eine Küchentasse Eier (4 Stück), etwas abge- riebene Zitronenschale. ein Backpulver und soviel Mehl werden zusammen verarbeitet, dah die Masse einen weichen Teig ergibt, der sich mit dem Rührlöffel auSeinanoer drücken läßt, zupft kleine Stückchen ab. die man zu einer mandelartigen Form verarbeitet oder sticht sie mit der in Mehl getauchten Mandelform, bei der sechs oder acht Stück aus einer Form kommen, aus und hackt sie in Palmin hellgoldbraun. Man legt sie nach dem Backen gleich auf Löschpapier oder auf Brotscheiben, die man wieder in der Küche verwenden kann, bewahrt sie in einer Porzellanschüssel mit gut schließendem Deckel auf und bestreut sie vor dem Gebrauch mit Puderzucker. Sie halten sich 14 Tage bis drei Wochen ganz srisch, wenn sie auch gleich am allerbesten schmecken.
Solange wir un« zu bessern vermögen, sind wir jung, trotz müder Fühe. weißer Haare unb hoher Jahre.
Ueberraschungen des Frühlingshutes.
Der Frühling wird auch auf ben Köpfen unferer Damen eine neue Schönheit erblühen lassen: Der große Hut kehrt toieber mit aller Pracht Der Garnierung, bie auf ihm Platz finben kann. Die neuen Modelle haben breite schöngefchwungene Krempen, bie unS um so riesig« erscheinen, alS wir an den krempenlosen Hut gewöhnt sind. Vicht, bafj ber kleine Hut sofort verschwände! Er wirb sich auch weiter rwch in sein« Beliebtheit erhalten, zumal er doch zum Bubikopf gehört. Aber diese luftigen Glok° konformen, diese knappen Toquen und Mützen werden hauptsächlich auf den Alltag unb die Promenade beschränkt bleiben, während der grosse Hut bei festlichen Gelegenheiten Wied« sein Recht fordert. Der Hut mit dem vom leicht aufgeschlagenen Rande, der sich zu beiden Seiten immer mehr verbreitert, wirb zum Kunstwerk durch einen großen Blumenstrauß, der auf dem Awpf prangt und über dem sich noch eine Kokarde aus Seiden band erbebt. Die Garnierungen des neuen Frühlingshutes bestehen in entzückenden Blütenzweigen und Blättern, die um die Rärw« des Hutes gewunden sind unb sich auch nach dem Kopf hinaufranken. Die neuesten Bänder find sehr breit und farbig, fobafj eine große Kunst dazu gehört, sie geschmackvoll und doch nicht auf’ fällig zu arangicren. Jedenfalls sind sie nur bei einem sehr breiten Rand des Hutes möglich.


