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ür. i|l Zweites Blatt

|ur Preissenkungsfrage.

Don der Hessischen Handwerkskarn- rr geht uns folgende Zuschrift zu:

Die Bestrebungen der Reichsregierung, eine reissenkung durch gesetzgeberische Maßnahmen ab Verhandlungen mit den Spihenverbänden ci: Wirtschaft heibeizuführen, sind in den Tages- nltern eingehend erörtert worden. Es hat nicht T Kritik gefehlt über die Absichten, es hat nicht faccin gefehlt, diese Bemühungen von Anfang an :'fimistisch zu beurteilen, ja an Stimmen, die die kpnze Aktion als eine Art politischen Bluff hin- kpstellen versuchten.

Wenn man auch jedermann das Recht der 1 fxien Meinungsäußerung zugesteht, so durfte dch vom Standpunkt der einzelnen Wirtschafts- I »uppen aus erwartet werden, daß die Auswir- üug des Appells der Reichsregierung in sachlich r^vandfreier Form erfolgte. Leider ist jedoch fst^ustellen, daß die Zeitungsabhandlungen in ohlreichen Artikeln der letzten Zeit wohl das ratsächliche aus den Bestrebungen der Reichs- kgierung auch dos Ergebnis der Verhandlungen j iit den Spitzenvertretungen zur Kenntnis des «Mikums brachte, man sich aber hierbei fast nie \ terlagen konnte, in den Schlußausführungen oder b sonst tendenziöser Fassung die Schuld an der lelerteuerung fast stets dem Handwerk zuzu- syieben. Eine Reihe der abfälligsten Kritiken i per die Preisbildung der Innungen, über die ^rrganisationstätigkeit des Handwerks im All- kveinen vermischt mit den kleinlichsten Vor- 1 Hingen finden "wir in diesen Artikeln aufgeführt.

-aju beruhen vielfach die angeführten Dinge cnfcheinend lediglich auf Hören und Sagen und snv zweifellos von den Verfassern auf ihre Dichtigkeit hin in keiner Weise vorgeprüft worden.

Roch unglaublicher klingt es, daß eine Firma Inter der Bezeichnungmehr abgebaute Be­eilte" sich mit offener Postkarte an eine Reihe - Lmdwerkltcher Organisationen in Darmstadt mit ter kategorischen Forderung auf sofortige Herab- syung der Preise wandte, andernfalls die Be­triebe in Boykott erklärt, die Kundschaft zur Dwanderung nach den Rachbarstädten veranlaßt wd die Vorstandsmitglieder öffentlich in den ^itungen gebrandmarkt würden. Jeder anständig tarlenSe Mensch wird sich Wohl mit Abscheu von solchen Leuten wenden, die noch nicht einmal

nötige Zivilkourage aufbringen, um ehrlich ihren Hamen zu nennen. Sie glauben sich hinter ten Deckmantel der Anonymität verschanzen zu Ermen, obwohl ihnen jeder Organisationsführer v'fen und ehrlich auf anständiges Ersuchen hin Auskunft über die Preisbildung geben würde.

Diese Vorgänge zeigen aber, welche Derwir- raitg in manchen Köpfen angerichtet wird, wenn non den Boden der Objektivität verläßt und in ?z2ttungdartiteln die anscheinend nach einem be­tonten System aufgebaut sind, die Bevölkerung einen Berufsstand mobil macht.

Prüft man die bis jetzt übet sie sachlichen 'eahandlungen vorliegenden Zeitungsberichte, so ;rt sestzustellen, daß es den großen Wirtschafts- flllppen im großen ganzen gelungen ist. bei den ^Handlungen mit der Reichsregierung sich ihre richtverantwortlichkeit an dem Hochstand der greife bescheinigen zu lassen. Man beachte die trflärung, des Reichsverbands der deutschen Industrie vom 14. September zu den Kartell- »Hnahmen der Regierung, die nach einer drei- - iünbigcn Verhandlung mit dem Reichskanzler xsatzt wurde und als Rückzug der Reichsvegie- ni(ig in den Blättern bezeichnet worden ist.

Man lese die Ergebnisse der Besprechungen hl Reichswirtschaftsministeriums mit dem Ein- .handel vom 22. August, wonach das Reichs- rirtschaftsministerium zugestanden habe, daß man knt deutschen Einzelhandel wenn überhaupt, teitaus am wenigsten den Vorwurf machen könne, kärch irgendwelche Maßnahmen der Einzelbe­triebe oder der Verbandspolitik sich an der Aus- -chnung der Teuerung zu beteiligen.

Endlich vertiefe man sich in die Ausfüh- rongen des Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft, der darlegte, zu einem Ein- fchreiten gegen die Landwirtschaft auf Grund der Larlellgesehgebung sei im Gegensatz zu den Ärbritsg Mieten des Reichswirtschaftsministeriums im großen und ganzen kein Raum, da es auf dem Gebiete der Landwirtschaft und des Rah- rimgsmittelhandels größere kartellartige Zusam» mnschlüsse nicht gebe. Die Einwirkung habe da­her von den örtlichen Stellen, den Kammern und unteren Verwaltungsbehörden auszugehen. Es werde jedoch tn der Öffentlichkeit vielfach nicht genügend beachtet, daß frei wichtigen Rahrungs- nntteln, z. B. bei Getreide und Kartoffeln sich in der letzten Zeit die Erzeugerpreise so gestaltet haben, daß sie zum Teil sogar unter Friedens­preis stehfr.

Es ist daher wohl nicht zu verwundern, daß btt Reichswirtschaftsministec in einer Sitzung Fnde September im volkswirtschaftlichen Aus­schuß Öe8 Reichswirtschaftsrats feststeMe:

.Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, als ob in vielen Erwerbskreisen eine gewisse Ten­denz besteht, ihrerseits jegliches Opfer abzulehnen, am von anderen Wirlschaflsstufen wieder Zuge- 'löndnisse zu fordern. Damit kommen wir nicht Beiter. Rur wenn alle an der Produktion und in der Güterverteilung beteiligten Kreise, ohne Wchicht auf ihre wirtschaftlichen Rachbarn, durch die Tat mitwirken, wird sich das im Interesse mferer Gesamtwirtschaft zu erstrebende Ziel er- rcdjen lassen."

WaS bleibt angesichts dieser Vorgänge «hließlich noch anders übrig, als gegen die Eisbildung des Handwerks sich zu wenden? Ds Handwerks, beffen innere Festigung noch niht soweit gediehen ist. wie die Organisation der anderen Wirtschaftsgruppen, denen es mehr oder tKrtiger gelang, die Regierung von der Berech- chung und Unantastbarkeit ihrer Preispolitik |U überzeugen.

Man hat eben, wie in all den gleichen Vor­singen früherer Jahre einen Prügelknaben ge» ;imt)en, der als Endverarbeiter all das Schwere iribaden muß, was die systematische Beein- Irssung der Oeffentlichkeit mit sich bringt.

Wollte man nur in diesen Dingen mehr Anechtigkeit walten lassen und wenigstens aner» -iennen, daß das Handwerk in seiner Preispolitik »gängig ist von dem Preisgebahren der Vor- itferer. Gelingt es, Rohmaterialien und Halb- 'abrikate im Preise zu senken, dann wird auto- mtisch auch der Preis des Endverarbriters eine Herabsetzung erfahren. Dabei liegen die Gründe M die augenblicklichen Verhältnisse viel tiefer out) sind vor allem in den Tendenzen der Wirt- chiftspolitik der Rachkriegszeit zu suchen. Es

(Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderheffen)

Mittwoch. (4. Moder (925

spielen weiter eine Rolle die wirtschaftlichen Zu­sammenhänge, namentlich aber auch die Aus­gabenwirtschaft von Reich, Staat und Gemeinden in der Machtlosigkeit des Staates gegen tue Auswüchse der Syndikats- und Kartellpolltik. I In ungerechtfertigter Verallgemeinerung von Einzelfällen wird den Innungen und Fachverbän­den der Vorwurf gemacht, bei der Preispolitik das im Interesse der Allgemeinheit notwendige Maß nicht einzuhalten. Demgegenüber fei darauf hingewiesen, daß das Handwe^l zu den im Gü­tergewinnungsprozeh abhängigen Schichten ge­hört und auf die Preisbildung der von ihm ver- brauchteti Stoffe nur geringen Einfluß hat. Die besonders schwierige Lage des Handwerks als Lehwerarbeiter im Produktionsprozeß und Wa­renumlauf legt ihm schon im Interesse seiner wirtschaftlichen Zukunft bei der Kalkulation von selbst nahe, die größte Sorgfalt und Beschrän­kung walten zu lassen.

Im Interesse der gesamten Volkswirtschaft liegt es aber doch wohl, einen Berufsstand als Ganzes, ungebunden durch achtstündige Arbeits­zeit, sondern unter Ausnützung der ganzen Tages­zeit sowie durch eine gesunde auf ordnungs­mäßiger Grundlage beruhender Preispolitik all­mählich emporzubringen. Dies insbesondere im Hinblick auf frühere Zeiten, wo weite Kreise eines werktätigen arbeitsfreudigen Standes in finanziell schwergedrückten Verhältnissen zu leben gezwungen waren.

Leider merkt man in den Kritiken privater Ariikelschreiber, über Preispolitik des Handwerks und seiner Organisation, aber auch in Aus­schreibungen behördlicher Stellen von diesen Ge­sichtspunkten nur allzuwenig.

Ohne sich in die handwerkliche Preisbildung zu vertiefen, bricht man seitens der Privaten den Stab über diesen Berufsstand, da die End­preise eben naturgemäß dem Käufer am meisten in die Augen fallen. Die bis jetzt ergangenen be­hördlichen Ausschreibungen z. D. der Kreisämter Erbach, Dieburg und Groß-Gerau beschränken sich auf die Wiedergabe der Argumente der Reichs­regierung fordern k. H. eine Herabsetzung bezw. Rachprüfung der Preise, oder weisen auf die nach § lOOq Reichsgewerbeordnung gesetzlich untersagte Bindung der Mitglieder von Zwangsinnungen hin. Heber diese Dinge kann sich nicht näher im Rahmen des Aussatzes verbreitet werden, auch nicht darüber, wieweit die Argumente zum Preis­abbau, Ausschaltung der Risikoprämie, Entwer- tungsllausel usw. im Handwerk ürberhaupt An­wendung gefunden haben. Es sei nur gesagt, daß diese Dinge im weitaus größten Teil des Hand­werks unbekannte Begriffe waren, was die unge­heuren Zerstörungen, die die Inflationszeit ge­rade im Handwerk angerichtet hat, beweist.

Andere behördliche Stellen, darunter auch die Stadt Mainz, beriefen die Organisationen zur gemeinsamen Aussprache, was Wohl der einzig richtige Weg ist, um Klarhell über die Preis­bildung im Handwerk zu bekommen.

Gerade bei den Verhandlungen in Mainz war aber sestzustellen, daß die Verbraucher, die von der Reichsregierung ebenfalls zur Llnterstühung der Aktion aufgerufen sind, durch ihr Verhalten vielfach einen Preisabbau verhindern. So hatten z. D. die Mainzer Metzger versucht, eine quali­tativ einwandfreie Wurst zum Preise von 80 Pf. das Pfund auf Öen Markt zu bringen. Die Der­braucherschaft lehnte diese Ware ab und griff stets nur zu den Hochpreisigen Erzeugnissen.

In gleicher Weise liegen die Verhältnisse bei dem Bäckergewerbe. Dieses bemüht sich seit längerer Zeit, die Bevölkerung zu dem Dorkriegs­gebrauch, d. h. zum Konsum von gemischtem oder Roggenbrot zurückzuführen. Alle Versuche scheitern aber an dem verwöhnten Geschmack der Käufer. Trotzdem man in Mainz z. B. den Preis für Roggenbrot um 20 Pf. niedriger hielt wie Weißbrot, legten sogar Erwerbslose, die von der Stadt Mainz Brotkarten für Roggenbrot erhielten, 20 Pf. an, um Weißbrot zu erhalten.

Roggenbrot ist neben der Billigkeit noch nahr­hafter wie Weißbrot. Während früher aber etwa i/4 Weißbrot und 3/4 Roggenbrot verzehrt wurde, herrscht heute gerade das umgekehrte Verhältnis, und zwar wird s/4 Weißbrot und Roggen­brot konsumiert, sowohl in der Stadt, wie auf dem Lande.

Die verwöhnten Ansprüche der Derbraucher­schaft machen sich auch auf sonstigen Gebieten be­merkbar. Man betrachte die Anforderungen, die an die Lebensmittelhändler gestellt werden, wie- viele der überflüssigen Genuhmittel gehen zu­grunde. Man betrachte die Auswüchse der Mode in den Bekleidungsstücken, welches Kapital ist erforderlich, um fortgesetzt den überspannten An­forderungen des Publikums zu genügen. Der Verbraucher fordert die Befriedigung seiner Be­dürfnisse, ohne sich Narzumachen. wie sehr das Ilnkostenkonto der Geschäftswelt hierdurch be­lastet wird. Er fordert sie und droht bei Richt­erfüllung abzuwandern, oder seinen überspann­ten Bedarf auswärts, wo man besser bedient werde, zu decken.

Desgleichen ist es auch mit den nur allzu zahlreichen Festlichkeiten und Veranstaltungen. Hierfür ist immer Geld vorhanden und schreckt man auch bei solchen Anlässen vor großen Aus­gaben nicht zurück. Die Begleichung der Rech­nungen des Handwerkers und Händlers kommt zuletzt und wird bann deren Höhe beanstandet.

Die Reichsregierung hat sich in ihrem Appell an die Verbraucherschaft doch Wohl von anderen Gesichtspunkten leiten lassen, als sie in den Zeitungsartikeln mit unüberlegten Anschuldigun­gen gegen einzelne Berufsstände zum Ausdnick kommen. Die Reichsregierung hat zweifellos be­absichtigt, das öffentliche Gewissen zu wecken und zur Rückkehr zur altehrbaren deutschen Sparsamkeit und Einschränkung aufzufordern. Das will man aber anscheinend in Derbraucher- kreisen nicht erkennen. Man liest jedenfalls nie etwas von solchen Lieberlegungen.

Das hessische Handwerk hat sich mit all diesen Dingen sehr eingehend befaßt, auch mit den mehrfachen in der Presse ausgetretenen Ein­zelfällen, auf die näher einzugehen zu wert führen würde. Es ist wohl auch für unsere Volkswirtschaft nicht von Belang, ob ein Bäcker, wie in Offenbach, bei 10 Brötchen eines kosten­los dazugeben will, insbesondere wenn dieser ehrenwerte Mann vor der Innungsversammlung zugestehen muhte, daß er dann günstiger fahre, weil er die Brötchen etwas kleiner im Gewicht mache. Es erschüttert unsere Währung auch nicht, ob der Friseur für einen Haarschnitt 20 ober 30 Minuten braucht, wie amtliche Stellen sich die Mühe machten, festzustellen, ober ob für den

Schach-Ecke.

Bear bettel von W Orbach

Alle für die Redaktion bestimmten Mittei­lungen, Lösungen usw. sind -u richten an die Schachredattion desGießener Anzeigers".

Problem Nr. 32.

Don I. Däuble in Ravensburg.

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6

7

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4

2

3

Schwarz.

Weiß.

Matt in zwei Zügen. Weiß: 4 Steine. Ka2, Dh6, Tf4, Tg5.

a b

Schwarz: 4 Steine. Kcl, Ldl, La3, Bc2.

Partie Nr. 23

Die nachfolgende interessante Partie wurde im diesjährigen Major-Open-Turnier zu London gespielt.

Königsläuferspiel.

Weih: Morrison, London.

Schwarz: Snosko><öorowsky, Paris.

1. e2-e4 1. e7-e5

2. Lfl-c4 2. Sg8-f6

3. 62-64 3. e5x64

4. Sgl -f3

Die ricDige Fortsetzung ist hier 4e5. Auf den Textzug kann ruhig Ge4 geschehen^

4..... 4. Sb8-c6

5. e4-e5

Jetzt ist dieser Zug nicht mehr schädlich. 00 nebstMax Longe" artige Fortsetzungen waren vorzuziehen.

5..... 5. 67-65!

6. Lc4-b5 6 Sf6 67?

Warum schiebt viel stärker

6.....Se4!

7. 0-0 7. Lf8-e7?

Lc5 war vorzuziehen, z. B. 8. Lg5, fo Le7! und Schwarz gewinnt ein wichtiges Tempo.

8. e5-e6 8. f7xe6

10. Sf3x64 Traurig, aber

11. D61-g4

12. S64xe6

13. Dg4xe6-P

14. Sbl c3

15. b2-b3

16. Lei b2

17. De6-h3

18. f2f4

Stärker war an

19. Sc3-e2

20. Dh3-f5

21. Talel

22. Se2 64

10.' S67-b8 notwendig!

11. 0-0

12. Lc8Xe6

13. Kg8-h8

14. Le7 - 66

15. Sb8 - 67

16. S67-e5

17. Tf8-f6

18. Se5-f7 dieser Stelle Th6!

19. Tf6-h6

20. D68-e7

21. L66-C5+

22. Sf7 -66

Run beginnt Schwarz gut zu spielen, aber

zu spät.

23. Dt5-c5!

23. De7-f8

Damentausch wäre g!eichlbeulend mit Partie­aufgabe, da der Bauer e5 übermächtig würde. 24. Kgl-hl 24. Ta8 eS

25. De5-g5 25. Th6-g6

Se4 scheiterte an 26. Dxh6, gxh, 27. Se6+ und

gewinnt.

26. TelxeS

27. Dg5-e5

28. Tfl-el

29. Lb2x64

30. f4-f5!

31. g2-g4

32. L64-e3

33. h2-h3

34. Tel-61

26. DfSxeS

27 DeS-f7

28. Lc5x64

29. S66e4

30. Tg6-f6

31. coc5

32. h7-h5?

33. Df7-b7

34. c7-c6

Ein Versehen: doch war Schwarz immer ver­loren, z. B. 34 ...T66 35. g4xh5, Dxf5, 36. DxD, Sg3+ 37, Kg2, SxD 38. LXc5 und gwinnt 35. De5xe4 aufgegeben.

'ung des Problems Dr. 3! v. n O. ~ e'let. j

1. LI2-U4, g2; 2. Db6 1......Lb7

2. De8+; 1.....L bei. 2. Da6+.

Aus der Schachwelt.

An dem am 5. Rovember 1925 ftattfinöenben Internationalen Meisterturnier zu Moskau neh­men von internationa!en Meistern teil: Capa- blanca, Dr. Emanuel Lasker, Rubinstein, Bogol- jubow, Reti, Grünfeld, Marshall, Torre, Sa­misch, Prof. Dr. Didmar: hierzu kommen noch von russischen Meistern Romanowski, Löwenfisch. Werlinski sowie eine Anzahl weniger bekannter 'Kamen.

Die Narrenkappe.

Splitter und Sparren vom RedakttonStisch.

Anekdoten.

Das Vorrecht der Jugend ist das Lachen7 und Öen Kitzel dieses übermächtigen Gefühls zu unterdrücken gelingt selten. Selbst die angehen­den Mediziner pflegen, trotz allen oder gerade wegen des Ernstes ihres Faches, oft an sich kaum Komisches doch als lachhaft zu empfinden und durch homerisches Gelächter zu begrüßen. Besonders kränkte dies den alten, galligen Ge­heimrat C., der über Physiologie las.

In einem Kolleg zeigte er an einem ent­haupteten Frosch das Funktionieren der niederen Rervenzentren im Rückenmark. Er bestrich den Bauch des Frosches mit Säure, die der kopflose Frosch sofort mit dem Schenkel abwischte. Plötz­lich machte dieser Restbestand eines Wesens einen großen Satz und sprang mitten tn das atemlose Auditorium hinein. Die Spannung löste sich in einem brausenden Gelächter, woraus der Geheim­rat mißvergnügt fagte:

Sie sehen, meine Damen und Herren, wie wenig Gehirn dazu gehört, um ein medizinisches Auditorium zum Lachen zu bringen.

Als der bekannte Arzt Simmons in Eng­land die Rarkose einführte, um die Geburten schmerzlos zu gestalten, wandte sich die gesamte» engllsche Geistlichkeit gegen ihn. Ihr Haupt- argument in diesem Streit war, daß in der Bibel stünde: Unter Schmerzen sollst du dein Kind gebären.

Als ein Bischof dies SimmonS vortrug, ant­wortete er: Es wäre ein trauriges Zeichen, daß selbst Priester so wenig die Bibel kennten. Auch der liebe Gott hätte sich der Rarkose bedient, denn zuerst versenkte der Herr den Adam irt Schlaf, und dann erst nahm er ihm die Rippe.

Haarschnitt 30 bzw. 50 Pf. alle 6 Wochen ge­nommen werden.

Das Handwerk in Hessen stellt sich auf den Boden der Erklärung seiner Spihenvertre- tung, die der Reichsregierung wie folgt vorgelegt wurde:

Das Handwerk will an der Preissenkung mtttoirfen, soweit die Verhältnisse dies irgend gestatten.

Maßgebend für den Lieferungspreis ist der Marktpreis, ihm ist auch bei Senkung stets zu folgen.

Das Handwerk lehnt es aber ab, die Folgen der Weltteuerung und der Belastung des in­neren Marktes mit ungeheueren Steuern und Abgaben durch Verzicht auf bescheidenen Ge­winn und angemessene Entlohnung auszugleichen.

Die Handwerksarbeit muh nicht nur genügen, um die unbedingten Lebensnotwendigkeiten zu bestreiten, sondern auch die Rücklage eines Rot- aroschens für die Familie und das Alter ge­statten. Insbesondere weist das Handwerk die Versuche öffentlicher und privater Auftrag­geber zurück, durch Vorlieferung von Materialien die selbständigen Handwerker zu Lohnmeistern herabzuwürdigen."

Das hessische Handwerk wendet sich aber mit allem Rachdruck gegen die vielfach tenden­ziös aufgemachten Berichte in den Tageszeitun­gen und darf von den Artkkelschreibern erwar­ten, daß sie sich in diesen Dingen größerer Objektivität befleißigen. Auch wäre zu emp­fehlen, bevor mit derartigen Auslassungen an die Oeffentlichkeit getreten wird, sich mit den Vor­sitzenden der zuständigen Handwerker-Organisa- Honen in Verbindung zu setzen, die stets bereit sind, in jeder Weise sachdienliche Aufklärungen an Hand ordnungsmäßige» Kalkulationen zu geben.

Turnen, Sport und Spiel.

Die Bezirksliga in Hessen-Hannover.

tz. Der vergangene Sonntag stand im Zeichen erbitterter Kämpfe um Tabellenspitze und -ende. Auch er blieb nicht ohne Ueberraschungen. Meister werden, oder in der höchsten Liga- klasse des W. S. V. wenigstens bestehen, ist Trumpf.

Zunächst fällt das Ergebnis des Spieles Göttingen 05Borussia Fulda 2:1 auf, denn normalerweise hätte Fulda gewinnen müssen. Der Fuldaer Torwächter Wittmann ist jedoch nicht zuverlässig. Und die Borussen verlieren auch allzu leicht den Kopf, wenn das

Spiel nicht so läuft, wie sie sich das dachten. 05 Göttingen, die nicht mehr so spielstark sind wie in der ersten Serie, kann die 2 Punkte gut gebrauchen.

Wetzlarer F. C. 05 nimmt die Sache sehr ernst. Das beweist sein Unentschieden 1:1 gegen den MeisteranwärterSpor t" Kassel, wenn auch letztere längst nicht mehr die Alten sind. Der ewig junge Schindler schoß für W. das Ausgleichstor.

Anders steht es mit Gießen 1900. Wenn sie sich nicht aufraffen und wenigstens Hann.- Münden noch hinter sich bringen, sind sie rettungslos dem 'Abstieg verfallen. Das 9:1 verloren gegen 03 Kassel auf eigenem Platz war wenigstens in d e r Höhe nicht nötig. Die Idee, Luft als Mittelläufer zu bestellen, wie es in der zweiten Halbzeit der Fall war, ist nicht schlecht. Der M. L. ist die Seele jede« Elf, und Luft ist Gießens Bester.

Spielverein KasselOsterode 6:0 war vorauszusehen. Und dabei Berlin, der Torwart und die Stühe von O.'s Elf verletzt! Das bedeutet für O. sicherer Tabellenletzter.

Bleibt noch zu erwähnen M.S.V. Mar­burg-Hessen 09 Kassel 1:3. Marburg- Studenten waren aus den Ferien zurück. Die Mannschaft stand so stark, wie noch nie und verlor dennoch. Trotz allem war das wohl Mar­burgs letzte Riederlage. Selbst gegen Kur­tz e s s e n Kassel haben sie Chancen oder nicht? Die Zukunft wird's lehren.

Fuhball im südlichen Vogelsberg

Die Verbandsspiele im Bezirk des südlichen Vogelsberges nehmen einen glatten Verlaus. Die Vorrunde wurde am Sonntag, 4. Oktober, abge­schlossen. 2lls spielstärister Verein tritt 5er Sport-ClubViktoria 1 912"- Ri dda hervor. Er konnte bis jetzt alle Spiele für sich« entscheiden, so das letzte gegen Schotten mit 5:2. Am vorigen Sonntag nahm die Rachrunde ihren Anfang. R i d d a hatte das fdjon mit großer Spannung erwartete Rückspiel in Ober- schm i 11 e n gegen den dortigen V. f. D. auszu­tragen. Das Spiel nahm einen flotten Verlauf, Ridda konnte es dank seiner besseren Technik und Spielerfahrung mit 3:0 für sich entscheiden. Der Sport-ClubVittoria 1912"-Äidda steht somit mit 8 Punkten und einem Torverhältnis von 18:4 Toren an der Spitze der Tabelle und hat damit die sichere Aussicht, Meister im hie­sigen Deziicke zu werden.

Sport'piegeL

Im Meraner international. Ten­nisturnier mußte der deutsche Meist«

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